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60-Tage-Frist für Iran-Krieg läuft aus: Hegseth hat eine Ausrede

60-Tage-Frist für Iran-Krieg läuft aus – doch Hegseth versucht es mit einem Trick

01.05.2026, 09:2501.05.2026, 09:25

Die US-Regierung darf nach Ansicht von Verteidigungsminister Pete Hegseth den Krieg gegen den Iran noch Wochen ohne Zustimmung des Kongresses fortsetzen. «Wir befinden uns derzeit in einer Waffenruhe, was nach unserem Verständnis bedeutet, dass die 60-Tage-Frist (...) pausiert oder stoppt», sagte er vor einem Ausschuss des Senats.

Der demokratische Senator Tim Kaine hatte Hegseth damit konfrontiert, dass in den kommenden Tagen eine Frist abläuft, in der ein Präsident ohne Einwilligung des Parlaments Krieg führen darf. Auf die Frage, ob Donald Trump um eine Verlängerung von 30 Tagen bitten werde, ging Hegseth nicht ein.

Im Gesetz steht nichts über eine Pause

Hintergrund ist das Gesetz War Powers Resolution aus dem Jahr 1973, das Militäreinsätze ohne Zustimmung des Kongresses auf maximal 60 Tage einschränkt. Will ein Präsident darüber hinaus Kampfhandlungen des US-Militärs befehligen, bedarf es der förmlichen Zustimmung des Parlaments. Damit soll verhindert werden, dass die USA in langwierige, nicht legitimierte Einsätze hineingezogen werden. Über eine Pausierung der Frist im Falle einer Waffenruhe steht in dem Gesetz nichts.

Trump wäre nach Ende der 60 Tage theoretisch gezwungen, die US-Truppen schrittweise abzuziehen. Das würde auch für die Seestreitkräfte und Schiffe gelten, die trotz der Waffenruhe zurzeit die US-Blockade iranischer Häfen aufrechterhalten.

Wann genau diese Frist im aktuellen Fall ausläuft, ist nicht klar. Trump informierte das Parlament am 2. März, nachdem der Krieg am 28. Februar begonnen hatte. Je nach Rechnung könnten die im Gesetzestext genannten 60 Tage also in der Nacht vom 30. April auf den 1. Mai oder in der Nacht vom 1. auf den 2. Mai enden (jeweils 0.00 Uhr Ortszeit, 6.00 Uhr in der Schweiz). (sda/dpa)

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US-Kriegsminister Pete Hegseth zitiert fiktiven Bibelvers aus «Pulp Fiction»
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Apropopos
01.05.2026 10:08registriert Mai 2025
Die komplette Regierungsarbeit der Trump Administration beruht auf Tricks, Unterdrückung, Drohungen und Schiebereien. Noch was vergessen?
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Cpt. Jeppesen
01.05.2026 09:48registriert Juni 2018
Naja, wer die Hearings von Hegseth vor dem Repräsentantenhaus und dem Senat gesehen hat weiss, da ist Hopfen und Malz verloren. Selten so ein arrogantes Ekelpaket wie Hegseth gesehen. Ich hoffe er wird nach seiner Amtszeit verklagt.
Ich glaube noch nicht, dass sich bis zu dem Midterms gross was ändern wird. Auf alle Fragen die länge des Kriegs betreffend, dessen Finanzierung, einem Kriegsziel oder einem Abschluss der Blockade kam immer wie göttlich gut Trump ist oder dass Jesus hilft. Keine einzige Frage wurde sachlich beantwortet.
Diese US-Administration ist eine Schande.
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Acai
01.05.2026 09:38registriert März 2017
Trump wird ein viel einfacherer Trick anwenden: Er wird den Senat schlicht nicht fragen. Und der Senat wird tun, was er bis jetzt getan hat: nichts.
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