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Ordensschwester Danielle: Sie war in der Kirche, als die «IS»-Terroristen Priester Jacques Hamel auf die Knie zwangen. screenshot: france 2

Sie entkam den Kirchen-Terroristen – die unglaubliche Flucht von Schwester Danielle



Die Islamisten zwangen den Priester in die Knie, bevor sie ihm die Kehle durchschnitten, hielten eine Art Predigt auf Arabisch und nahmen die Attacke auf: Eine Ordensschwester hat die Geiselnahme in einer nordfranzösischen Kirche miterlebt und die dramatischen Szenen geschildert.

«Als ich sie habe reinkommen sehen, habe ich mir gesagt: ‹Das war's, es ist zu Ende›», sagte Schwester Danielle, die während der Geiselnahme entkommen konnte, am Dienstag dem Fernsehsender France 2.

A crucifix is worn by the Archbishop of Rouen and Primate of Normandy Mgr Dominique Lebrun is seen talks to the media after a meeting with French President Francois Hollande (not pictured) at the Elysee Palace in Paris, France, after a priest was killed with a knife and another hostage seriously wounded in an attack on a church in Saint-Etienne-du-Rouvray carried out by assailants linked to Islamic State, July 26, 2016. REUTERS/Benoit Tessier

Entsetzen nach dem «IS»-Attentat in der Normandie: Der Erzbischof von Rouen hält sein Kruzifix. Bild: BENOIT TESSIER/REUTERS

Der Priester habe vor dem Altar gestanden, als die beiden Männer in die Saint-Etienne-Kirche im nahe Rouen gelegenen Saint-Etienne-du-Rouvray eingedrungen seien. «Sie haben ihn gezwungen, auf die Knie zu gehen und sich nicht mehr zu bewegen», sagte Schwester Danielle.

«Als wir das Messer in der rechten Hand (eines Angreifers) gesehen haben, habe ich mir gesagt: ‹Ok, es ist sicher, dass jetzt etwas passieren wird.›»

«Er war mit dem Messer beschäftigt, er hat mich nicht rausgehen sehen.»

In der Kirche hätten die Menschen geschrien: «Hört auf, ihr wisst nicht, was ihr tut, hört auf, hört auf», berichtete die Schwester im Radiosender RMC. «Er hat versucht, sich zu wehren», sagte sie mit Blick auf den 85 Jahre alten Priester Jacques Hamel. Er habe aber keine Chance gehabt.

So gelang die Flucht

Die Männer hätten sich auf Arabisch an die Geiseln gewandt. «Sie haben am Altar so eine Art Predigt auf Arabisch gehalten», sagte die Schwester. «Es ist ein Horror.» Ausserdem hätten die Angreifer ihre Tat aufgezeichnet.

Schwester Danielle selbst konnte fliehen, bevor der Priester ermordet wurde: «Ich habe reagiert, als er Jacques angegriffen hat, ihn auf die Knie gezwungen und fast zu Fall gebracht hat. Da bin ich geflohen, ich bin schnell raus. Er (einer der Angreifer) war mit dem Messer beschäftigt, er hat mich nicht rausgehen sehen.» Die Schwester hielt schliesslich einen Autofahrer an, der die Polizei alarmierte.

Bei der Attacke wurden der Priester getötet und eine weitere Geisel schwer verletzt. Die eintreffende Polizei erschoss die beiden Angreifer, die sich zur Terrormiliz« Islamischer Staat» («IS») bekannten. (cma/sda/afp)

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9Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • lilie 27.07.2016 14:54
    Highlight Highlight Es ist ein Wunder, dass sie in einer solchen Situation noch so geistesgegenwärtig reagieren konnte.

    Winzigkleiner Hinweis: Gemäss Twitternachricht heisst die Dame Schwester "Danièle" (nicht "Danielle"). ☺
  • äti 27.07.2016 08:23
    Highlight Highlight Mich würde hier eine klare Stellungnahme des IZRS interessieren.
    Auch von Interesse: was unternimmt der IZRS jetzt ganz konkret?
  • _kokolorix 27.07.2016 07:23
    Highlight Highlight Verstehe ich das richtig? Eine Kirche voller Leute, zwei Männer mit einem Messer bringen den Priester um und halten eine Predigt, die Ordensschwester flieht und die Menschen rufen 'Hört auf'.
    Und getan hat keiner was?
    • john waynee 27.07.2016 08:25
      Highlight Highlight "getan hat keiner was? "

      Ich denke kaum, dass es sich in diesem Falle um junge Menschen gehandelt hat, welche sich zu besagtem Zeitpunkt in der Kirche befanden. Im Weiteren darf auch stark bezweifelt werden, dass diese älteren Menschen entsprechende Bewaffnung mit sich trugen.-
    • Joseph Dredd 27.07.2016 08:38
      Highlight Highlight Die Kirche war nicht "voller Leute". Gemäss Medienberichten waren lediglich vier oder fünf Personen anwesend, darunter der Priester und zwei Nonnen - vermutlich allesamt ältere Semester, die notabene nicht den Hauch einer Chance gegen die beiden jungen Männer gehabt hätten.
    • Merida 27.07.2016 08:40
      Highlight Highlight Die Ordensschwester hat die Polizei gerufen... Ich möchte mir nicht vorstellen, was noch passiert wäre, wenn die Polizei erst viel später per Zufall etwas mitbekommen hätte...
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