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Flotilla: Palästina-Aktivisten erheben schwere Vorwürfe gegen Israel

Activists from the Global Sumud Flotilla pick up their luggage after arriving at Istanbul Airport in Istanbul, Turkey, Saturday, Oct. 4, 2025. (AP Photo/Khalil Hamra)
Turkey Gaza Flotilla
Die Aktivisten kamen am Samstag per Charterflug in Istanbul an.Bild: keystone

«Wie Tiere behandelt»: Aktivisten der Palästina-Flotte berichten

Die israelische Küstenwache haben die Pro-Palästina-Aktivisten vor der Küste abgefangen. Sie behaupten, Opfer von israelischer Gewalt geworden zu sein.
04.10.2025, 23:3605.10.2025, 14:17

Die pro-palästinensischen Aktivisten, die nach ihrer Ausweisung aus Israel in Istanbul eingetroffen waren, erklärten am Samstag, sie seien Opfer von Gewalt geworden und «wie Tiere behandelt» worden.

Die Flotte Global Sumud wurde abgefangen, als sie sich der Küste des Gazastreifens näherte, wo Israel eine Offensive als Vergeltung für den Angriff der palästinensischen Terroristenbewegung Hamas auf israelischem Boden am 7. Oktober 2023 durchführt.

Übersetzung

Dieser Text wurde von unseren Kolleginnen und Kollegen aus der Romandie geschrieben, wir haben ihn für euch übersetzt.

Hunderte Aktivisten an Bord dieser Flotte wurden von israelischen Streitkräften festgenommen und warteten auf ihre Ausweisung. Unter ihnen befanden sich 137 Aktivisten aus 13 Ländern, die am Samstag nach Istanbul geflogen wurden. Paolo Romano ist italienischer Lokalpolitiker. Er sagte gegenüber der Nachrichtenagentur AFP am Flughafen Istanbul:

«Wir wurden von einer grossen Anzahl von Militärschiffen abgefangen»

Der 29-Jährige sagt:

Alle Boote wurden von schwer bewaffneten Personen gestürmt und an Land gebracht. Sie zwangen uns, uns mit dem Gesicht nach unten auf den Boden zu knien. Wenn wir uns bewegten, schlugen sie uns. Sie verspotteten uns, beschimpften uns und schlugen uns.

Und weiter sagt Paolo Romano:

«Sie haben gleichzeitig psychische und physische Gewalt angewandt.»

In Israel angekommen, wurden sie laut seiner Aussage in ein Gefängnis gebracht, wo sie festgehalten wurden, ohne hinausgehen zu dürfen und ohne Wasserflaschen zu erhalten. Paolo Romano:

«Nachts öffneten sie die Tür und schrien uns an, um uns Angst einzujagen. Sie trugen Waffen»

Das EDA bestätigte am Samstag, dass sich unter den 137 von Israel ausgewiesenen Aktivisten neun Schweizer befanden. Eine Person sollte am Samstagabend in der Schweiz eintreffen, die acht anderen am Sonntag. «Alle sind bei guter Gesundheit», schrieb das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA).

Aktivisten sprechen von «Entführung»

Der italienische Journalist Lorenzo D'Agostino, der sich ebenfalls an Bord der Flottille befand, erklärte, dass sie «in internationalen Gewässern, 55 Meilen (etwas mehr als 100 km, Anm. d. Red.) vor Gaza, entführt worden seien.»

Unter den Menschen an Bord der Flotte, die aus etwa 45 Schiffen bestand, befand sich auch die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg.

Während am Samstag in Rom Hunderttausende Menschen zur Unterstützung der Palästinenser demonstrierten und ein Ende des Krieges im Gazastreifen forderten, sagte der Journalist d'Agostino:

«Wir haben zwei höllische Tage im Gefängnis verbracht. Dank des Drucks der internationalen Öffentlichkeit, die Palästina unterstützt, sind wir nun frei.»

Und weiter:

«Ich hoffe wirklich, dass diese Situation bald ein Ende hat, denn die Art und Weise, wie wir behandelt wurden, ist barbarisch.»

Iylia Balais, eine 28-jährige malaiische Aktivistin, sagte, dass die Anhaltung der Boote durch Israel «die schlimmste Erfahrung» gewesen sei, die sie je gemacht habe. Sie berichtet:

Uns wurden mit Handschellen die Hände hinter dem Rücken gefesselt, wir konnten nicht gehen, einige von uns wurden gezwungen, sich mit dem Gesicht nach unten auf den Boden zu legen, uns wurde Wasser verweigert und einige von uns erhielten keine Medikamente.

Die Aktivisten wurden mit einem speziell von Turkish Airlines gecharterten Flugzeug nach Istanbul gebracht.

Die Angehörigen der türkischen Aktivisten warteten in der VIP-Lounge des Flughafens von Istanbul auf ihre Ankunft, schwenkten türkische und palästinensische Flaggen und skandierten antiisraelische Parolen.

Israel weist die Vorwürfe von sich. Das Ziel der Flotte, Hilfsgüter in den Gaza-Streifen zu bringen, sei eine «gezielte Provokation» gewesen und das ganze Vorhaben ein einziger aktivistischer «PR-Stunt».

(joe/her/afp)

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