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FILE - In this May 22, 2015, file photo, former Israeli President Shimon Peres, right, and Palestinian President Mahmoud Abbas arrive to attend the opening session of the World Economic Forum at the King Hussien convention center, Southern Shuneh, Jordan. Shimon Peres, a former Israeli president and prime minister, whose life story mirrored that of the Jewish state and who was celebrated around the world as a Nobel prize-winning visionary who pushed his country toward peace, has died, the Israeli news website YNet reported early Wednesday, Sept. 28, 2016. He was 93. (AP Photo/Nasser Nasser, File)

Bild: Nasser Nasser/AP/KEYSTONE

«Ein Licht des Friedens» – der frühere israelische Premierminister Schimon Peres ist tot

Israels Ex-Präsident Schimon Peres ist tot. Der 93-Jährige starb zwei Wochen nach einem schweren Schlaganfall in einem Spital in der Nähe von Tel Aviv. Als damaliger israelischer Aussenminister war Peres 1994 mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet worden.



Peres' Familie war in den letzten Stunden bei ihm. Sein Sohn Chemi bestätigte am Mittwochmorgen den Todesfall. Der Tod wurde um zwei Uhr nachts festgestellt, wie das israelische Fernsehen berichtete. Nach dem Schlaganfall war Peres an ein Beatmungsgerät angeschlossen und in Narkose versetzt worden. Am Dienstag hatte sich sein Zustand verschlechtert.

Peres war von 2007 bis 2014 israelischer Präsident. Er ist der letzte Überlebende der Generation der Gründerväter Israels. 1994 erhielt er als einer der Förderer des Osloer Friedensabkommens den Friedensnobelpreis gemeinsam mit dem später ermordeten israelischen Regierungschef Jizchak Rabin und dem 2004 verstorbenen Palästinenserführer Jassir Arafat. Peres war auch zweimal Israels Regierungschef und mehrmals Minister.

Sarg wird im Parlament aufgebahrt

Schimon Peres sei vom ganzen Volk geliebt worden, hiess es am Mittwoch in der Mitteilung von Netanjahus Büro. Die Regierung werde sich zu einer Trauersitzung versammeln. Mit dem Begräbnis wird am Freitag gerechnet, eine offizielle Mitteilung steht allerdings noch aus. Peres' Sarg soll laut Fernsehberichten am Donnerstag im Parlament aufgebahrt werden.

US-Präsident Barack Obama würdigte Peres als einen «Kämpfer für Israel» und den Frieden im Nahen Osten. «Als Amerikaner stehen wir in seiner Schuld», sagte Obama in einer Stellungnahme. «Keiner hat über die Jahre hinweg mehr dafür getan als Schimon Peres, die Allianz zwischen unseren beiden Ländern aufzubauen - eine unzerbrechliche Allianz, die heute enger und stärker ist, als sie jemals war.»

Vom unnachgiebigen Falken zum Friedensnobelpreisträger

Video: reuters.com

Später im Einsatz für den Frieden

Mit Schimon Peres habe Israel einen «eifrigen Fürsprecher für Frieden und Versöhnung verloren», schrieben der ehemalige US-Präsident Bill Clinton und seine Frau und Präsidentschaftskandidatin Hillary. Peres sei ein «grossherziges Genie» gewesen, das seine Talente für eine «Zukunft der Versöhnung» genutzt habe. Bis zum Ende sei der ehemalige israelische Präsident ein «leuchtender und sprachgewaltiger Träumer» gewesen.

Peres hatte sich trotz seines hohen Alters bis zuletzt unvermindert für eine Verständigung zwischen Israelis und Arabern eingesetzt, unter anderem mit seinem Peres Center for Peace in Tel Aviv. Er hatte nie die Hoffnung auf eine friedliche Lösung im Nahost-Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern aufgegeben.

Im Ausland beliebt

Wohl durch sein beharrliches Streben nach Frieden war er zudem einer der wenigen israelischen Politiker, der im Ausland beliebt war. Peres äusserte sich auch als Staatspräsident immer wieder sehr politisch - ungewöhnlich für dieses Amt.

Peres wurde 1923 als Sohn eines Holzhändlers im damaligen Ost-Polen geboren und wanderte 1934 ins damalige Palästina ein. Er wurde auch als Vater des israelischen Atomprogramms bekannt. Peres sass 48 Jahre lang für drei verschiedene Parteien in der Knesset und gehörte 16 Regierungen an. 19 Jahre lang führte er die israelische Arbeitspartei.

Der 93-Jährige hatte schon länger gesundheitliche Probleme. Zu Jahresbeginn hatte Peres bereits einen Herzinfarkt erlitten. Anfang September war ihm ein Herzschrittmacher eingesetzt worden. (sda/dpa/afp/reu)

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