International
Japan

Mega-Erdbeben in Japan erwartet: Das sagen die Experten

Experten befürchten Hunderttausende von Toten – Japan wappnet sich gegen Mega-Erdbeben

09.08.2024, 07:3809.08.2024, 09:37

Der japanische Premierminister Fumio Kishida hat am Freitag den Verzicht auf eine Reise nach Zentralasien angekündigt. Zuvor hatten Erdbebenspezialisten davor gewarnt, dass Japan sich auf ein mögliches Mega-Erdbeben vorbereiten müsse.

«Als Premierminister, der die höchste Verantwortung für das Krisenmanagement trägt, habe ich beschlossen, mindestens eine Woche in Japan zu bleiben», sagte Kishida der Presse.

Japanese Prime Minister Fumio Kishida, center, waves as he boards the plane to leave after attending the trilateral meeting with South Korean President Yoon Suk Yeol and Chinese Premier Li Qiang, at t ...
Der japanische Premierminister sagt seine Auslandreise ab.Bild: keystone

Nach einem Erdbeben der Stärke 7,1 im Südwesten Japans hat die meteorologische Behörde in Tokio erstmals vor einem höheren Risiko eines Mega-Bebens an der Pazifikküste des Inselreiches als gewöhnlich gewarnt. «Die Wahrscheinlichkeit eines weiteren starken Erdbebens ist höher als in normalen Zeiten, aber das bedeutet nicht, dass es mit Sicherheit zu einem Erdbeben kommen wird», teilte die Behörde am Freitag mit. Die Menschen wurden aufgerufen, sich auf alle Eventualitäten vorzubereiten.

Hunderttausende Tote

Nach Schätzungen der japanischen Regierung besteht eine 70- bis 80-prozentige Wahrscheinlichkeit, dass sich innerhalb der nächsten 30 Jahre ein Beben der Stärke 8 bis 9 entlang des Nankai-Grabens ereignet. Schätzungen zufolge könnten dabei bis zu 323'000 Menschen ums Leben kommen.

epa11295364 Pedestrians walk on a scramble crosswalk at Shibuya in Tokyo, Japan, 23 April 2024. Japan's Cabinet Office announced its monthly economy report for April 2024 that the Japanese econom ...
Experten befürchten, dass ohne die richtige Vorbereitung Hunderttausende Menschenleben auf dem Spiel stehen.Bild: keystone

Es handelt sich dabei um einen Tiefseegraben, der sich vor der Küste der asiatischen Wirtschaftsmacht über etwa 900 Kilometer von der Präfektur Shizuoka auf der Hauptinsel Honshu - wo auch die Hauptstadt Tokio liegt - bis nach Kyushu erstreckt.

Die Einstufung eines erhöhten Risikos erfolgte nach einer Erschütterung vor Kyushu im Südwesten, einer der vier Hauptinseln Japans. Mehrere Menschen wurden dabei nach Angaben japanischer Medien verletzt, auch gab es Berichte über Schäden an Gebäuden und Strassen. Unregelmässigkeiten in Atomkraftwerken der Region habe es jedoch nicht gegeben, hiess es.

Japan am stärksten von Erdbeben betroffen

Das Inselreich Japan ist eines der am stärksten von Erdbeben bedrohten Länder der Welt. Immer wieder hat die Erde im Gebiet des Nankai-Grabens gebebt, zuletzt 1946. Im schlimmsten Fall wären auch Tokio und andere Millionen-Grossstädte betroffen.

Nach der Dreifachkatastrophe vom März 2011, als im Nordosten Japans ein Beben der Stärke 9 einen gewaltigen Tsunami auslöste, der rund 20'000 Menschen in den Tod riss und in Fukushima eine Atomkatastrophe zur Folge hatte, legen Japans Seismologen ihr Augenmerk daher besonders auf den Nankai-Graben. Es wird befürchtet, dass die Folgen eines Mega-Bebens in dieser Zone noch erheblich schlimmer wären als im Jahr 2011. (leo/sda/afp/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
So musst du dich bei einem Erdbeben verhalten: Bilder aus aller Welt
1 / 30
So musst du dich bei einem Erdbeben verhalten: Bilder aus aller Welt

Regel Nummer 1: Den Kopf bedecken – mit dem, was du zur Verfügung hast. Angestellte eines Supermarkts in Kobe, Japan, während einer Erdbeben-Übung am 14. Januar 2016.

quelle: ap/kyodo news / yuta omori
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Eindrückliche Videos zeigen starkes Erdbeben in Chinas Grenzgebiet
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
«Man hat uns getötet»: Kremlkritische «Nowaja Gaseta» stellt Arbeit ein
Die von Friedensnobelpreisträger Dmitri Muratow gegründete russische Zeitung «Nowaja Gaseta» stellt nach mehr als 30 Jahren und massivem Druck in Russland ihre Arbeit ein.
«Man hat uns getötet», lautet der Titel einer Erklärung auf der Website der Zeitung. «Die russischen Behörden und die russischen Geheimdienste zwangen die Redaktion, die Arbeit einzustellen», schrieb das Medium darin. Am 9. November mache die Redaktion das Licht aus, fahre die Server herunter und gehe. Die Zeitung gebe es dann nicht mehr.
Zur Story