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Julian Assange

Deal besiegelt: Julian Assange ist ein freier Mann

epa11437633 A handout photo made available by WikiLeaks shows WikiLeaks founder Julian Assange looking out of the window of a plane while approaching Bangkok for a layover at Don Mueang International  ...
Assange auf einem von Wikileaks veröffentlichten Bild, das ihn auf der Reise auf die Marianen-Insel Saipan zeigt.Bild: keystone

Deal besiegelt: Julian Assange ist ein freier Mann

Ein US-Gericht hat den Deal zwischen Wikileaks-Gründer Julian Assange und der amerikanischen Justiz im Zusammenhang mit Spionagevorwürfen abgesegnet. Damit ist Assange frei.
26.06.2024, 02:0626.06.2024, 04:29
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Das berichteten die BBC und der britische «Guardian» am Mittwoch (Ortszeit) übereinstimmend aus dem Gerichtssaal auf der Marianen-Insel Saipan, einem US-Aussengebiet im Pazifik. Demnach kommt der 52-Jährige im Gegenzug für ein Schuldbekenntnis nach seiner bereits in Grossbritannien verbüssten Haft auf freien Fuss. Die zuständige Richterin Ramona Manglona sagte nach Angaben der anwesenden Reporter, Assange könne «den Gerichtssaal als freier Mann verlassen».

Assange war bereits am Montag unbemerkt von der Öffentlichkeit aus der Haft in London freigekommen und mit einem gecharterten Flugzeug aus Grossbritannien ausgereist. Nach einem Zwischenstopp in der thailändischen Hauptstadt Bangkok flog er schliesslich weiter nach Saipan.

Assange ist der Protagonist eines grossen Spionageskandals. 2006 hatte der Australier die Plattform Wikileaks gegründet mit der Mission, Whistleblower zu unterstützen und verborgene Informationen ans Licht zu bringen. Von 2010 an veröffentlichte Wikileaks geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan der Whistleblowerin Chelsea Manning. Die USA warfen Assange in der Folge vor, geheimes Material gestohlen, veröffentlicht und damit das Leben von US-Informanten in Gefahr gebracht zu haben.

Die amerikanische Justiz wollte Assange lange Zeit den Prozess wegen Spionagevorwürfen machen. Bis zu 175 Jahre Haft hätten ihm in den USA gedroht. Stattdessen handelte er mit der US-Justiz zuletzt jedoch einen Deal aus und bekannte sich nun der Verschwörung zur unrechtmässigen Beschaffung und Verbreitung von geheimen Unterlagen schuldig. Dafür sollte er noch am Mittwoch (Ortszeit) von dem US-Gericht auf der Insel Saipan zu mehr als fünf Jahren Haft verurteilt werden. Dies entspricht der Zeitspanne, die der Internetaktivist in London bereits in einem Hochsicherheitsgefängnis sass.

Während die USA über Jahre die Auslieferung Assanges verlangten, forderten Menschenrechtsorganisationen, Journalistenverbände, Künstler und Politiker dessen sofortige Freilassung. Auch die australische Regierung setzte sich für die Freilassung ihres Staatsbürgers ein.

Durch den Justiz-Deal soll Assange eine weitere Haft in den USA erspart bleiben. Die USA hatten bisher seine Auslieferung aus Grossbritannien verlangt. Stattdessen sollte der 52-Jährige nach der Gerichtssitzung nun umgehend freigelassen werden, wie aus vorab veröffentlichten US-Gerichtsdokumenten hervorgeht. Von Saipan aus soll er direkt weiter in seine Heimat Australien reisen. Der Gerichtstermin wurde daher auch nicht auf dem amerikanischen Festland abgehalten, sondern in dem entlegenen US-Aussengebiet. Die Nördlichen Marianen liegen mehrere Tausend Kilometer nördlich von Australien.
(sda/con)

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