International
Leben

Beschwerden wegen Televoting beim ESC eingegangen

ESC

Wegen Israel-Resultat: Mehrere Länder hinterfragen ESC-Televoting

Wieder eine Debatte um Israel beim ESC: Haben die Zuschauerpunkte ein wahres Bild der Publikumsmeinung wiedergegeben? Mancher Sender stellt das infrage. Der Ausrichter reagiert. Auch für die Schweiz klafften Jury- und Publikumsvoting auseinander.
20.05.2025, 12:5820.05.2025, 15:17

Nach dem Eurovision Song Contest (ESC) sehen mehrere beteiligte Fernsehsender Klärungsbedarf bei der Stimmabgabe. Es geht um die Punkte für Israel, die im ESC-Finale eine auffällige Diskrepanz zwischen Jury- und Zuschauerabstimmung aufwiesen. Der Ausrichter, die Europäische Rundfunkunion (EBU) in Genf, bestätigt entsprechende Rückmeldungen.

Yuval Raphael from Israel performs the song "New Day Will Rise" during the dress rehearsal for the Grand Final of the 69th Eurovision Song Contest, in Basel, Switzerland, Friday, May 16 2025 ...
Yuval Raphael räumte für Israel beim Zuschauervoting ab.Bild: keystone

Die EBU verweist auf die Firma Once in Köln, die seit Jahren das Televoting für den ESC koordiniert. Sie habe bestätigt, dass die Abstimmungsergebnisse aus allen Ländern korrekt angegeben worden seien.

Yuval Raphael von Platz 15 auf zweiten Platz

Die Sängerin Yuval Raphael erhielt beim Finale am vergangenen Samstag 60 Punkte von den Fachjurys der 37 teilnehmenden Länder und landete damit im Ranking auf Platz 15.

In der Gunst des Publikums stand sie aber nach Angaben der EBU mit grossem Abstand auf dem ersten Platz. Sie erhielt insgesamt 297 Publikumspunkte, was sie in der Gesamtwertung auf Platz zwei katapultierte. ESC-Sieger JJ aus Österreich erhielt 258 Punkte von den Jurys und 178 Punkte vom Publikum.

Zoë Më, die mit dem Song «Voyage» für die Schweiz angetreten war, lag im Juryvoting streckenweise ganz vorne, vor JJ, und landete nach dem Urteil der Jurys auf dem zweiten Platz. In der Gunst des Publikums fiel sie mit null Punkten durch und belegte schliesslich mit 214 Punkten den zehnten Platz.

KEYPIX - Switzerland's Zoe Me takes part in the flag parade during the dress rehearsal and preview show of the final at the 69th Eurovision Song Contest in Basel, Switzerland, on Friday, May 16,  ...
Zoë Më stiess bei der Jury auf Begeisterung – aber kassierte bei den Zuschauern einen Nuller.Bild: keystone

«Wir können bestätigen, dass wir seit dem grossen Finale am Samstag mit mehreren Sendern in Bezug auf die Stimmabgabe im Wettbewerb in Kontakt gestanden haben», teilte der ESC-Direktor Martin Green auf Anfrage mit. Man nehme ihre Bedenken ernst. Er werde im Hinblick auf die 70. Ausgabe nächstes Jahr in Österreich eine umfassende Diskussion geben.

Gültigkeit der Stimmen bestätigt

Das Abstimmungsverfahren für den Eurovision Song Contest sei «das fortschrittlichste der Welt». Alles werde geprüft und verifiziert, «um verdächtige oder unregelmässige Abstimmungsmuster auszuschliessen», teilte Green weiter mit. Das Unternehmen Once habe die Gültigkeit der Stimmen bestätigt.

Unter anderem will der staatliche spanische TV-Sender RTVE nach eigenen Angaben eine Überprüfung des Zuschauervotings beantragen. Der belgische öffentlich-rechtliche Sender VRT stellte seine künftige ESC-Teilnahme infrage. Es lägen zwar keine Hinweise darauf vor, dass die Stimmenauszählung nicht korrekt durchgeführt wurde, so VRT. Aber die Frage sei, «ob das derzeitige Abstimmungssystem ein faires Abbild der Meinungen der Zuschauer und Zuhörer garantiert». (dab/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Kreatin könnte auch bei Alzheimer helfen – es braucht mehr Forschung
Bei Sportlerinnen und Sportlern ist Kreatin schon länger beliebt. Der körpereigene Stoff hat vielfältige Wirkweisen: Die anaerobe Energiekapazität wird gesteigert, die körperliche Leistungsfähigkeit verbessert, der Proteinabbau verringert, was zu einer Zunahme der Muskelmasse führt. Diese Effekte basieren nicht auf dem Prinzip Hoffnung. Sie sind hundertfach wissenschaftlich untersucht und bestätigt. Kreatin gehört zu den meistuntersuchten Nahrungsmittelergänzungen überhaupt – für eine Metastudie aus dem Jahr 2021 wurden beispielsweise über 1300 wissenschaftliche Artikel und Studien berücksichtigt.
Zur Story