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«The Big Bang Theory»-Star Jim Parson kritisiert Trump-Regierung scharf

jim parsons als sheldon cooper in the big bang theory
Jim Parsons spielte Sheldon Cooper in der Sitcom «The Big Bang Theory».Bild: cbs

«The Big Bang Theory»-Star kritisiert Trump-Regierung scharf

Während queere Menschen beim Pride feiern, reisst das Weisse Haus Schutzräume ein: Eine lebenswichtige Hotline für LGBTQIA+-Jugendliche wurde abgeschaltet. Der «The Big Bang Theory»-Star Jim Parsons ist fassungslos.
22.07.2025, 13:3522.07.2025, 13:35
Anna Von Stefenelli / watson.de
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In den USA tobt der Kulturkampf um LGBTQIA+-Rechte – und US-Präsident Donald Trump giesst Öl ins Feuer. Mitten im Pride-Sommer, während in Städten wie New York, San Francisco oder Chicago Hunderttausende für Sichtbarkeit und Gleichberechtigung demonstrieren, zieht die Regierung in Washington einen Rettungsanker für queere Jugendliche still und leise ab: Das Sonderangebot der nationalen Krisenhotline 988 wurde am 17. Juli abgeschaltet.

Es fungierte als Hilfe in akuten Notlagen: Seit 2022 konnten LGBTQIA+-Jugendliche dort gezielt Hilfe bekommen – per Knopfdruck auf die «3». Mehr als 1,4 Millionen Menschen hatten diesen Weg genutzt, so die zuständige US-Behörde Samsha. Jetzt ist der Zugang dicht. Die Reaktionen auf das Hotline-Aus fallen deutlich aus.

«Big Bang Theory»-Star Jim Parsons äussert scharfe Kritik

Der Widerstand kommt nicht nur aus queeren Organisationen oder der Politik, sondern auch aus Hollywood. Schauspieler Jim Parsons, bekannt aus der Kult-Serie «The Big Bang Theory», fand im Interview mit MSNBC (via «The Wrap») klare Worte: «Ich denke, es ist buchstäblich kriminell», sagte Parsons.

«Es gibt keinen vernünftigen Grund dafür. Ganz egal, welches Argument man bringt – es wird niemals gerechtfertigt sein.»

Parsons, der mit Todd Spiewak verheiratet ist, sieht hinter der Entscheidung eine gezielte Botschaft an queere Menschen: «Es ist nur verletzend und fühlt sich so an, als wolle man ganz bewusst zeigen: Ihr seid hier nicht willkommen.»

Mit dieser Meinung ist er nicht allein.

Auch aus dem US-Senat kommt Widerstand. Senatorin Tammy Baldwin, selbst offen lesbisch, nannte das Vorgehen «absolut grausam» und kündigte Gesetzesinitiativen zur Wiederaufnahme der Finanzierung an.

FILE - Sen. Tammy Baldwin, D-Wis., speaks, Nov. 7, 2024, in Madison, Wis. (AP Photo/Morry Gash, File)
Trump Tariffs Democrats
Senatorin für Wisconsin im US-Senat, Tammy Baldwin.Bild: keystone

In Kalifornien hat die Landesregierung bereits reagiert und einen eigenen Fonds aufgesetzt, um weggefallene Kapazitäten zu kompensieren. Und auch die queere Organisation The Trevor Project, die ebenfalls eine Krisenhotline betreibt, ruft nun verstärkt zu Spenden auf.

Trump-Regierung schiebt Gründe für Entscheidung vor

Die Trump-Regierung versucht unterdessen, die Abschaltung als Verwaltungsmassnahme zu verkaufen. Die zuständige Behörde Samhsa erklärte, man wolle künftig «alle Anrufenden gleich behandeln», spezialisierte Angebote wie das LGBTQIA+-Programm seien «silohaft» gewesen. Zudem sei der dafür vorgesehene Haushalt ausgeschöpft.

Eine Weiterführung hätte den gesamten Betrieb gefährden können, hiess es aus Washington. Gleichzeitig betonte Samhsa in einer Stellungnahme, alle Anrufer:innen würden weiterhin von «kompetenten und einfühlsamen Berater:innen» betreut – unabhängig von Geschlecht oder sexueller Identität.

Doch diese Argumente sind wohl vorgeschoben.

LGBTQ: Trump geht massiv gegen queere Menschen vor

Schliesslich ist diese Entscheidung der Trump-Regierung kein Einzelfall. Die Einstellung der LGBTQIA+-Hotline ist Teil eines grösseren Musters. Seit Trump im Januar seine zweite Amtszeit antrat, wurden diverse queerfeindliche Massnahmen beschlossen. Zu den wichtigsten gehören folgende:

  • Militärverbot für trans* Personen: Per Executive Order 14183 ist der Dienst in den Streitkräften für trans Menschen erneut untersagt.
  • Rückkehr zur «biologischen Definition»: Anfang des Jahres kehrte das Bildungsministerium zu einem stark eingeschränkten Verständnis von Geschlecht im Rahmen von Title IX zurück. Damit wird der Diskriminierungsschutz für trans Schüler:innen ausgehöhlt.
  • Gesundheitsdaten gestrichen: Frühere Regelungen, die LGBTQIA+-Gesundheitsdaten sichtbar machten und Diskriminierung im Gesundheitswesen verhindern sollten, wurden aufgehoben.

Trump macht keinen Hehl daraus, dass LGBTQIA+-Themen für ihn ein ideologisches Feindbild darstellen. Immer wieder sorgt er mit homophoben und transfeindlichen Aussagen für Schlagzeilen – auch als Mittel, um konservative Wähler:innen zu mobilisieren.

Die Streichung der LGBTQIA+-Hotline reiht sich damit ein in eine politische Agenda, die systematisch Schutzräume abbaut und marginalisierte Gruppen aus dem öffentlichen Leben drängen will.

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44 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Scriptum
22.07.2025 15:28registriert Juni 2019
Wie kann man so abartig Angst vor Menschen haben, die nur ihre Liebe frei ausleben wollen bzw. ihr Leben so leben, wie sie es gerne möchten. Es kommt niemand zu Schaden… ich werde es nie verstehen wieso man gegen LGBTQ sein kann.
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Pontifax
22.07.2025 14:37registriert Mai 2021
Ich musste schon oft lachen, wenn sich herausgestellt hat, dass gerade öffentlich extreme Homophobe sich am Ende als Homosexuell herausgestellt haben......
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Bonbonsai
22.07.2025 14:41registriert November 2023
Wie bestellt, so geliefert!

USA --> nicht mal mehr ein Entwicklungsland!
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