Der Gaza-Friedensrat ist als internationales Kontroll- und Übergangsorgan angedacht und Teil des von US-Präsident Donald Trump vorgelegten Friedensplans für den Gazastreifen. (rbu)
Kreml: Trump will Putin in Gaza-Friedensrat +++ Irans Staatsfernsehen wohl gehackt
Trump will Putin im Gaza-Friedensrat
Der Gaza-Friedensrat ist als internationales Kontroll- und Übergangsorgan angedacht und Teil des von US-Präsident Donald Trump vorgelegten Friedensplans für den Gazastreifen. (rbu)
Mutmasslich Hackerangriff auf iranisches Staatsfernsehen am Sonntag
Videos shared on social media show the moment Iran’s state TV channels on satellite aired protest footage after being hacked.pic.twitter.com/CFs5npvxBh
— Iran International English (@IranIntl_En) January 18, 2026
Regierungsnahe iranische Medien wiesen einen Hackerangriff zurück. Es habe sich lediglich um eine technische Störung gehandelt, die von «einigen feindlich gesinnten Medien» fälschlich als Hack dargestellt worden sei, behauptete die mit den Revolutionsgarden verbundene Nachrichtenagentur Tasnim. (rbu/sda/dpa)
Aktivisten: Mehr als 24'000 Menschen festgenommen
Mehr als 24'000 Menschen seien im Rahmen der aktuellen Protestwelle festgenommenem worden, berichtete das Menschenrechtsnetzwerk HRANA. Auch das Critical Threats Project (CTP) berichtete über eine grossangelegte Verhaftungskampagne. Der Staat setze seine Repressionen fort «und verstärkt sie sogar noch, um jegliche Protestaktivitäten zu verhindern», hiess es in der Analyse. (sda/dpa)
Aktivisten verifizieren fast 4000 Tote bei Iran-Protesten
Das geht aus einem Bericht der Aktivisten hervor. Weitere knapp 9000 Todesfälle würden noch untersucht. Neben 3685 getöteten Demonstranten kamen demnach auch 178 Sicherheitskräfte ums Leben.
Abolfazl Heydari Mouselou, a 16-year-old protester, was killed during demonstrations on January 8 in the city of Qir in Iran’s Fars province after being shot by Islamic Revolutionary Guard Corps forces, a source close to the family told Iran International.https://t.co/nrpGYNBxc7 pic.twitter.com/fzNx3saUjM
— Iran International English (@IranIntl_En) January 18, 2026
Das Internet in Iran bleibt unterdessen den elften Tag in Folge gesperrt. Nur langsam dringen weitere Aufnahmen und Videos nach aussen, die das volle Ausmass der brutalen Niederschlagung der Massenproteste vom 8. und 9. Januar zeigen. Ein vielfach geteiltes Video in den sozialen Netzwerken zeigt schreiende und fliehende Demonstranten in einem belebten Teil der Hauptstadt Teheran, als staatliche Repressionskräfte das Feuer auf die Menge eröffnen.
Die tatsächliche Zahl der getöteten Demonstranten könnte Berichten zufolge deutlich höher liegen. Laut Informationen der britischen Zeitung «The Sunday Times» sollen zwischen 16'500 und 18'000 Menschen getötet worden sein. Mitarbeiter in acht grossen Augenkliniken und 16 Notaufnahmen im Land hätten die Zahlen zusammengestellt. (sda/dpa)
Schah-Sohn Pahlavi kündigt Rückkehr in den Iran an
In einer Videobotschaft auf X sagte Pahlavi laut Übersetzung, die Menschen im Iran lehnten nicht nur das Regime ab, sondern forderten einen glaubwürdigen neuen Weg in die Zukunft. Es sei nun an der Zeit, dass sich die internationale Gemeinschaft voll und ganz hinter sie stelle. «Ich werde zurückkehren», sagte Pahlavi - eine Aussage, die er in den vergangenen Monaten wiederholt hat.
In dem Video wurde der Satz eingeblendet: «Das ist die letzte Schlacht.» Ohne Belege sagte Pahlavi, dass 12.000 Menschen bei den Massendemonstrationen binnen 48 Stunden getötet worden seien. Diese Angaben können derzeit nicht unabhängig überprüft werden.
Pahlavi, den sein autoritär regierender Vater, der letzte Schah von Iran, einst zum Kronprinzen ernannte, lebt seit Jahrzehnten im Exil in den USA. Während der jüngsten Massenproteste beanspruchte er aus dem Ausland eine Führungsrolle in der zerstrittenen und zersplitterten iranischen Opposition. Vor allem in den sozialen Medien hat er sich ein Millionenpublikum aufgebaut.
Pahlavis Rolle bleibt umstritten. Während einige ihn als Hoffnungsträger sehen, kritisieren andere seine politische Intransparenz und den konfrontativen Stil seiner Anhänger
Im Iran existiert seit Jahren keine anerkannte organisierte Oppositionskraft. Viele Menschen setzen daher auf internationale Unterstützung. Bei aktuellen Demonstrationen wurde mehrfach der Slogan «Lang lebe der König» gerufen – ein direkter Hinweis auf Pahlavi. Wie gross sein tatsächlicher Einfluss im Land ist, bleibt jedoch schwer einzuschätzen. (sda/dpa)
Syrischer Präsident verschiebt Deutschlandbesuch
Geplant waren Gespräche über die Rückführung syrischer Flüchtlinge und den Wiederaufbau Syriens nach fast 14 Jahren Bürgerkrieg. Kritik an dem Besuch kam unter anderem von kurdischen und alawitischen Gemeinden in Deutschland, die der syrischen Führung Unterdrückung von Minderheiten vorwerfen. Für die Besuchstage waren Demonstrationen angekündigt.
In Syrien war es zuletzt erneut zu Gewalt gekommen. Am Sonntag erklärte die Regierung in Damaskus, mit den kurdisch geführten Syrischen Demokratischen Kräften (SDF) eine umfassende Waffenruhe vereinbart zu haben. Die staatliche Nachrichtenagentur Sana sprach von einer sofortigen Feuerpause an allen Fronten, eine Bestätigung der SDF lag zunächst nicht vor.
Der US-Sondergesandte für Syrien, Tom Barrack, begrüsste die Einigung und sprach von einem Wendepunkt. Die Umsetzung der Waffenruhe gilt jedoch als ungewiss. Der Konflikt zwischen Damaskus und den Kurdenmilizen ist von gegenseitigem Misstrauen geprägt und hatte bereits früher trotz Abkommen wieder zu Kämpfen geführt. (mke/sda/dpa)
Irans Präsident: Bei Angriff auf Chamenei umfassender Krieg
Zuvor hatte sich US-Präsident Donald Trump für einen Regierungswechsel im Iran ausgesprochen. «Es ist Zeit, nach einer neuen Führung im Iran zu suchen», sagte Trump dem Nachrichtenportal «Politico». Die Machthaber in Teheran stützten ihre Herrschaft auf Unterdrückung und Gewalt.
Zugleich machte Peseschkian allein internationale Sanktionen für die Wirtschaftskrise im Land verantwortlich. Wenn die Menschen im Iran in ihrem Leben mit Not und Schwierigkeiten konfrontiert seien, dann liege das vor allem an der «langjährigen Feindseligkeit und den unmenschlichen Sanktionen der Regierung der Vereinigten Staaten und ihrer Verbündeten».
Die USA und die Europäische Union verhängen seit Jahren Sanktionen gegen den Iran. Gründe dafür sind unter anderem das iranische Atom- und Raketenprogramm, die Unterstützung bewaffneter Gruppen in der Region wie der Terrororganisation Hamas, der libanesischen Hisbollah oder der jemenitischen Huthi-Miliz. Ausserdem werden dem Iran schwere Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen.
Als weitere Ursache der wirtschaftlichen Misere gilt strukturelles Missmanagement innerhalb des Landes. Hinzu kommen Korruption und fehlende wirtschaftliche Reformen – Faktoren, die von internationalen Expertinnen und Experten regelmässig hervorgehoben werden. (sda/dpa)
Bericht: Bis zu 18'000 Tote nach Protesten im Iran
Irans oberster Führer Ali Chamenei hatte am Samstag erstmals eingeräumt, dass es Tausende Tote während der Proteste gegeben habe.
Die Iran-Expertin Holly Dagres von der Denkfabrik Washington Institute erklärte auf X, ein Diplomat habe ihr bestätigt, seine Botschaft halte eine Zahl von 12'000 Todesopfern für zutreffend.
Das in den USA ansässige Aktivistennetzwerk Hrana berichtete auf X, 3308 Todesfälle seien bestätigt. Weitere 4382 würden geprüft. Mindestens 24'266 Menschen seien festgenommen worden.
Alle Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.
Die Berichterstattung über die Opfer nach dem gewaltsamen Vorgehen von Sicherheitskräften gegen Demonstrierende ist erschwert, weil die iranische Führung am 8. Januar eine Internetsperre verhängt hat. Eine der wenigen Möglichkeiten, die Blockade zu umgehen, bietet das Satelliten-Internet Starlink von Elon Musks Raumfahrtfirma SpaceX.
Aktivisten rechnen damit, dass die Opferzahlen weiter ansteigen, sobald mehr Informationen nach aussen dringen. (sda/dpa)
Regierung bestätigt: Mindestens 5000 Tote nach Protesten im Iran
Das Regime in Teheran gehe derzeit nicht davon aus, dass die Todeszahlen noch weiter steigen werden. (hkl)
Irans Justiz: Bislang keine Todesurteile verhängt
Der Sprecher sprach von angeblichen «Söldnern» der israelischen und US-amerikanischen Geheimdienste Mossad und CIA. Er erklärte weiter, die Justiz bemühe sich, zwischen getäuschten Demonstrierenden und den eigentlichen Anstiftern zu unterscheiden. Erst wenn ausreichende Beweise vorlägen, würden gegen die Anstifter harte Strafen verhängt.
Diese Darstellung entspricht der Linie iranischer Behörden, die Proteste häufig als vom Ausland gesteuert bezeichnen. (sda/dpa)
Teherans Staatsanwalt widerspricht Trump-Äusserungen
Irans oberster Führer Ali Chamenei sagte danach in einer Rede, die «Schuldigen» im Land würden nicht ungeschoren davonkommen. «Wir werden den Unruhestiftern den Rücken brechen», so Chamenei.
Trump hatte am Freitag erklärt, ein US-Militärschlag sei unter anderem deshalb ausgeblieben, weil der Iran die Hinrichtungen von Demonstrierenden abgesagt habe. Auf die Frage, ob ihm israelische und arabische Politiker einen Militärschlag ausgeredet hätten, sagte Trump: «Niemand hat mich überzeugt. Ich habe mich selbst überzeugt.» Er verwies darauf, dass die iranischen Behörden die Hinrichtung von 800 Menschen abgesagt hätten. «Das hatte einen grossen Einfluss gestern», so Trump. Das Weisse Haus nannte für die angeblich abgesagten 800 Hinrichtungen keine Quelle. (sda/dpa)
Irans Sicherheitsbehörden gestatten wieder Nutzung von SMS
Bislang waren alle Messenger-Dienste gesperrt. Als Folge der neuen Regelung können Menschen auch wieder Online-Banking nutzen. Dafür ist immer eine Zwei-Faktor-Autorisierung per SMS notwendig.
Regierung setzt auf staatlich kontrolliertes Intranet
Seit vergangenem Wochenende können Nutzer auch auf das nationale Intranet zugreifen. Dies erlaubt, ausschliesslich staatlich kontrollierte Webseiten zu verwenden. Dienste aus dem Ausland bleiben blockiert.
Seit Jahren existiert eine Parallelstruktur iranischer Apps zu beliebten Anwendungen wie WhatsApp, Telegram oder Google Maps – unter Aufsicht der Sicherheitsbehörden. Damit entfällt faktisch die Anonymität im Netz.
Die auf Netzsperren spezialisierte Organisation Netblocks meldet, dass im Iran der Zugang zum Internet seit dem 8. Januar fast vollständig unterbrochen ist. Die Messwerte zeigten einen sehr leichten Anstieg auf zwei Prozent des normalen Niveaus. Es gebe keine Anzeichen für eine signifikante Erholung.
Sorge vor längerer Blockade des Internets
Unterdessen wachsen die Sorgen, dass das globale Internet im Iran noch lange gesperrt bleibt. Das Exilportal «Iranwire» berichtete am Freitag, die Blockade könnte bis zum persischen Neujahrsfest Ende März andauern. Das Portal berief sich auf Aussagen der Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani. Gut informierten Kreisen in Teheran zufolge ist eine Entscheidung zwar noch nicht gefallen, es ist jedoch von mindestens zwei weiteren Wochen Sperre die Rede.
Iranische Sicherheitsbehörden hatten die Blockade am Abend des 8. Januar verhängt. Auslöser war der Beginn von Massenprotesten gegen das autoritäre Herrschaftssystem der Islamischen Republik. Sicherheitskräfte gingen dabei gewaltsam vor. Iranische Menschenrechtsgruppen meldeten mehr als 3.400 Tote. Genaue Zahlen lassen sich wegen der Informationssperre kaum überprüfen. (sda/dpa)
US-Regierung beruft Blair in Gaza-Gremien
Europäische Flugsicherheitsbehörde warnt Fluggesellschaften
Als Grund nennt die EASA unter anderem, dass die iranische Luftverteidigung wegen einer möglichen Militäraktion der USA in erhöhter Alarmbereitschaft sei. Der «mögliche Einsatz einer Vielzahl von Waffen und Luftabwehrsystemen in Verbindung mit unvorhersehbaren Reaktionen des Staates und der potenziellen Aktivierung von Flugabwehrsystemen» stelle auch eine Gefahr für die zivile Luftfahrt dar, heisst es in der Mitteilung. Man beobachte die Lage weiterhin genau, um die Risikolage beurteilen zu können. (sda)
Das Wichtigste
- Im Iran kommt es seit dem Jahreswechsel zu heftigen Protesten gegen das Mullah-Regime. Auslöser war der Zerfall der iranischen Währung Rial sowie die seit langem andauernde Repression im Land.
- Das Regime hat das Internet gesperrt und geht mit grosser Gewalt gegen die Demonstrierenden vor. Menschenrechtsorganisationen sprechen von bis zu 20'000 Toten seit Protestbeginn.
- US-Präsident Donald Trump hat den Protestierenden Hilfe in Aussicht gestellt. Wie diese aussehen soll, ist nicht klar. Das Mullah-Regime droht den USA bei einem Eingreifen mit Gegenschlägen.
- Im Krieg zwischen Israel und der Hamas in Gaza kam es im Oktober 2025 zu einer Waffenstillstandsvereinbarung. Die Lage ist aber weiter fragil.
- Zuletzt häuften sich Berichte, wonach sowohl die Hamas als auch Israel Vorbereitungen für neuerliche Kämpfe treffen.
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