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Liveticker

Spanien hat Pandemie unter Kontrolle ++ Grossbritannien übersteigt 40'000 Corona-Tote

Die Coronavirus-Pandemie dauert weiter an. Alle internationalen News zu Covid-19 im Liveticker.



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Team watson
20:43
Pandemie in Spanien gemäss Behörden weitgehend unter Kontrolle
Virus Outbreak Spain
Die aktuelle Corona-Ausbruchswelle ist im zeitweise besonders hart betroffenen Spanien der Behörde für Gesundheitliche Notfälle zufolge inzwischen weitgehend unter Kontrolle. Die Zahl der Neuinfektionen sei niedrig, die Zahl der Patientinnen und Patienten auf Intensivstationen sinke und es werde weiter massiv auf Sars-CoV-2 getestet, zitierte die Nachrichtenagentur Europa Press am Freitag den Chef der Behörde, Fernando Simón.

Inzwischen stellten eher importierte Infektionsfälle ein Risiko dar, sagte Simón. Deshalb sei es wichtig, die Kontrollen bei der Einreise «so gut wie möglich» vorzunehmen. Dies dürfte vor allem ab dem 1. Juli relevant werden, wenn Europas wichtigstes Urlaubsland wieder ausländische Touristinnen und Touristen einreisen lassen will.

Anfang April zum Höhepunkt der Pandemiewelle in Spanien wurden mehr als 900 Tote pro Tag im Zusammenhang mit Sars-CoV-2 registriert. Mit mehr als 27'000 Toten und rund 240'000 Infektionsfällen ist Spanien bisher eines der am schwersten betroffenen Länder weltweit und hatte besonders einschneidende Gegenmassnahmen ergriffen. Inzwischen befindet sich das Land in einer Phase der Öffnung. (sda/dpa)
18:22
Zahl der Corona-Toten in Grossbritannien übersteigt 40'000
Virus Outbreak Britain
Die Zahl der gestorbenen Corona-Infizierten ist in Grossbritannien am Freitag auf mehr als 40'000 gestiegen. Das teilte das Gesundheitsministerium in London mit. Das Vereinigte Königreich ist nach offiziellen Zahlen das am schwersten von der Pandemie betroffene Land Europas. Zählt man die Todesfälle hinzu, bei denen eine Covid-19-Erkrankung erst nach dem Tod diagnostiziert wurde, liegt die Zahl der Statistikbehörde ONS (Office for National Statistics) zufolge sogar bei mehr als 48'000.

Die Regierung in London steht seit Wochen in der Kritik, zu langsam und falsch reagiert zu haben. Massnahmen wie Kontaktbeschränkungen wurden vergleichsweise spät eingeführt, zudem herrschte ein Mangel an Testkapazitäten und Schutzkleidung für medizinisches Personal.

Die Zahl der Neuinfektionen ist in den vergangenen Wochen offiziellen Zahlen zufolge zurückgegangen. Trotzdem hatten sich einige Experten kritisch zu den Anfang der Woche in Kraft getretenen Lockerungen der Kontaktbeschränkungen in England geäussert.

Treffen von bis zu sechs Personen in privaten Gärten und Parks sind nun wieder möglich, solange der Mindestabstand von zwei Metern eingehalten wird. Bislang waren nur Treffen von zwei Personen aus unterschiedlichen Haushalten erlaubt. Läden mit Verkaufsfläche im Freien durften wieder aufmachen. Auch der Schulbetrieb wurde in Teilen wieder aufgenommen. Die Landesteile Schottland, Wales und Nordirland bestimmen selbst über ihre Massnahmen zur Eindämmung der Pandemie. Doch auch dort wurden in dieser Woche Lockerungen eingeführt. (sda/dpa)
17:10
Trump sieht USA nach Arbeitsmarktdaten auf Weg zu rascher Erholung
Der Rückgang der Arbeitslosenquote in den USA im Mai trotz der Coronavirus-Pandemie ist Präsident Donald Trump zufolge Zeichen eines bevorstehenden rasanten Aufschwungs. Die Wirtschaft werde schon bald wieder wie eine «Rakete» wachsen, sagte Trump am Freitag im Garten des Weissen Hauses.

«Wir werden wieder die tollste Wirtschaft der Welt haben», fügte Trump hinzu. Die Lage am Arbeitsmarkt habe sich deutlich verbessert, obwohl es in vielen Bundesstaaten immer noch strenge Corona-Auflagen gebe, sagte Trump. Die rasche Erholung spreche dafür, dass die US-Wirtschaft vor der Zuspitzung der Pandemie im März in «toller» Verfassung gewesen sei, sagte er weiter.

Die US-Arbeitslosenquote im Mai ist von 14,7 Prozent im Vormonat leicht auf 13,3 Prozent gesunken.
Die Zahl der Beschäftigten ausserhalb der Landwirtschaft stieg um 2,5 Millionen an. Die Arbeitslosenquote war damit aber immer noch auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten. Trump, der sich im November um eine Wiederwahl bewirbt, hofft, dass sich der Arbeitsmarkt in der zweiten Jahreshälfte wieder rasch stabilisieren wird.

Experten befürchten jedoch, dass die Arbeitslosigkeit selbst Ende nächsten Jahres noch knapp unterhalb der Marke von 10 Prozent liegen könnte. Im Februar hatte die US-Arbeitslosenquote noch bei 3,5 Prozent gelegen, dem niedrigsten Stand seit Jahrzehnten. (awp/sda/dpa)¨

Trump
17:09
Bombardier Aviation streicht wegen Corona-Krise rund 2500 Stellen
Der kanadische Bombardier-Konzern will die Beschäftigtenzahl in seiner Flugzeugsparte aufgrund der Corona-Krise deutlich verringern. Rund 2500 Stellen fallen bei Bombardier Aviation weg, wie das Unternehmen am Freitag mitteilte.

Der Grossteil des Jobabbaus betreffe die Produktion in Kanada und solle schrittweise im Laufe dieses Jahres durchgeführt werden. Insgesamt hatte Bombardier zuletzt nach eigenen Angaben weltweit fast 60'000 Mitarbeiter. Allerdings befindet sich der Konzern inmitten einer Aufspaltung, die unter anderem den Verkauf der Zugsparte Bombardier Transportation mit Sitz in Berlin an den französischen TGV-Hersteller Alstom vorsieht. (awp/sda/dpa)
17:09
Tuifly will Flotte wegen Corona-Krise halbieren
Der Reisekonzern Tui will den deutschen Ferienflieger Tuifly wegen der Corona-Krise um rund die Hälfte verkleinern. Ziel sei, die eigentlich vorgesehene Flotte von 39 Jets vom Typ Boeing 737 zu halbieren.

Mehrere deutsche Standorte wie Köln, Bremen und Münster-Osnabrück würden geschlossen, sagte ein Tuifly-Sprecher am Freitag. Das Management habe die Pläne am Donnerstag den Mitarbeitern vorgestellt. Wie viele Jobs wegfielen, werde nun Teil der Gespräche zwischen Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretern.

Bei Tuifly gibt es laut dem Sprecher rund 2000 Vollzeitstellen, davon 1400 Piloten und Flugbegleiter. Dem Nachrichtensender NTV zufolge stehen die Jobs von 700 Mitarbeitern auf der Kippe, davon 230 Vollzeitstellen. Wie die Nachrichtenagentur Reuters von mehreren mit der Sache vertrauten Personen erfuhr, sollen fast 1000 Vollzeitstellen wegfallen.

Der Sprecher wollte die Zahlen nicht bestätigen. Ziel sei, die verkleinerte Flotte über das ganze Jahr hinweg auslasten zu können und nicht im reiseschwachen Winter zu viele Flugzeuge zu haben.

Einbruch wegen Corona
Das Geschäft von Tuifly ist wie bei anderen Fluggesellschaften durch die Coronakrise praktisch weggebrochen. Bis zu sieben der Tuifly-Maschinen waren bisher für die Lufthansa-Tochter Eurowings im Einsatz. Diese Verträge laufen aber aus, und auch Eurowings verkleinert die Flotte. Tui hat bereits mit dem Flugzeugbauer Boeing ausgehandelt, dass der Konzern bestellte neue Maschinen vom Typ 737 Max erst später abnehmen muss.

Am 17. Juni will Tuifly den Ferienflug wieder aufnehmen. Der Start eines eigenen Langstreckenangebots liegt dem Sprecher zufolge nun aber auf Eis. Eigentlich wollte Tuifly Urlauber von November an mit zwei Jets vom Typ Boeing 787 «Dreamliner» nach Mexiko und in die Dominikanische Republik bringen. Dies sei angesichts der Corona-Krise aber derzeit nicht sinnvoll, sagte der Sprecher. (awp/sda/dpa)

GERMANY TOURISM BUSINESS TUI
16:34
Italienischer Aussenminister bedankt sich für deutsche Corona-Hilfe
Der italienische Aussenminister Luigi Di Maio hat sich bei seiner ersten Auslandsreise seit Beginn der Corona-Krise in Berlin für die deutsche Hilfe im Kampf gegen die Pandemie bedankt.

Virus Outbreak Germany Italy

«Die Unterstützung Deutschlands für unser Land hat in der gesamten Zeit der Pandemie eigentlich nie gefehlt», sagte er am Freitag nach einem Treffen mit seinem Kollegen Heiko Maas in Berlin. Er hob hervor, dass mehr als 40 an Covid-19 erkrankte Italiener in deutschen Krankenhäusern behandelt wurden. «Diese Geste werden wir immer im Herzen behalten.» Die Solidarität Deutschlands werde unvergessen bleiben. «Gerade, wenn es einem schlecht geht, sieht man ja, ob jemand ein Freund ist oder nicht.»

Italien wurde zu Beginn der Pandemie in Europa am stärksten getroffen. Damals gab es dort scharfe Kritik an Deutschland. Vor allem ein deutscher Exportstopp für Atemschutzmasken, Schutzanzüge und -brillen sorgte für Unmut. Auch das kategorische Nein der deutschen Regierung zur Vergemeinschaftung von Schulden über sogenannte «Corona-Bonds» führte zu einer Anti-Deutschland-Stimmung. Dass die Bundesregierung italienische Covid-19-Kranke zur Behandlung nach Deutschland holte, wurde in der Öffentlichkeit weniger stark wahrgenommen.

Inzwischen haben Deutschland und Frankreich allerdings einen gemeinsamen Vorstoss für ein EU-Wiederaufbauprogramm gestartet, der in Italien gut angekommen ist. Ausserdem hofft die italienische Tourismuswirtschaft auf deutsche Urlauber nach der Aufhebung der weltweiten Reisewarnung am 15. Juni.

Maas äusserte seine «Bewunderung für die Disziplin, mit der sich die italienische Bevölkerung der Pandemie entgegengestellt hat». Er nannte es eine «wirklich grosse Geste», dass Di Maio nun seine erste Auslandsreise seit Beginn der Krise nach Deutschland unternehme. Er will sich bald mit einem Gegenbesuch in Rom revanchieren. Ein Termin steht aber noch nicht fest. (sda/dpa)
16:06
Alpenverein empfiehlt Gipfel mit breitem Plateau als Corona-Ziel
Der Deutsche Alpenverein (DAV) rät in Corona-Zeiten zu Zielen mit viel Platz. Wanderer sollten Gipfel mit breitem Plateau wählen und «Modeberge» meiden, mahnte der Bergsportverein am Freitag.

Abstand sei zwar derzeit das Gebot der Stunde, beim Sport gelte aktuell ein Mindestabstand von zwei Metern – auch in den Bergen. Dennoch dürfe sich niemand auf engen Wegen in Gefahr bringen oder die Natur schädigen.

«Wir verstehen, dass Wanderer in dieser Zeit anderen Wanderern aus dem Weg gehen wollen. Das darf aber nicht dazu führen, dass Pfade künstlich verbreitert oder Abkürzungen zur Standardmassnahme beim Ausweichen vor Gegenverkehr werden», sagte DAV-Vizepräsident Manfred Sailer. Für Pausen gelte: «Bergwiesen sind keine grossflächigen Picknick-Areale, sondern sensible Natur.» (sda/dpa)
16:04
Erstmals wieder Freitagsgebet in Kairoer Al-Azhar-Moschee
Die berühmte Al-Azhar-Moschee in der ägyptischen Hauptstadt Kairo hat nach zweimonatiger Sperre wegen der Corona-Pandemie zum ersten Mal wieder ein Freitagsgebet abgehalten.

APTOPIX Mideast Egytpt Eid Al Adha

Teilnehmen durften jedoch nur 20 Imame und Mitarbeiter der Moschee. Diese mussten sich bei dem live im Fernsehen übertragenen Gebet an die Abstandsregeln halten und einen Mund-Nase-Schutz tragen.

Ägypten hatte im März die Moscheen geschlossen, um eine Ausbreitung des Coronavirus zu verhindern. In diese Zeit fiel auch der für Muslime sehr wichtige Fastenmonat Ramadan. Das Land plant, Moscheen und auch die Kirchen des Landes Mitte Juni wieder umfassend zu öffnen.

In Ägypten sind bisher fast 30 000 Infektionen mit dem Coronavirus sowie mehr als 1100 Tote gezählt worden. Das Land hat begonnen, einige restriktive Massnahmen zu lockern, um Wirtschaft und Tourismus langsam wiederzubeleben. In der vergangenen Woche war die Zahl der täglichen Neuinfektionen jedoch wieder auf über 1000 gestiegen. (sda/dpa)
14:44
US-Arbeitslosenquote geht im Mai überraschend zurück
Die Arbeitslosenquote in den USA ist trotz der anhaltenden Folgen der Viruskrise überraschend gesunken. Sie ging im Mai auf 13,3 Prozent von 14,7 Prozent im April zurück, wie die Regierung am Freitag mitteilte. Experten hatten mit einem Anstieg auf 19,8 Prozent gerechnet.

Wie aus einer getrennt ermittelten Umfrage hervorgeht, wurden im vorigen Monat rund 2,5 Millionen Stellen ausserhalb der Landwirtschaft geschaffen.
Die von Reuters befragten Ökonomen hatten hingegen mit einem Abbau von acht Millionen gerechnet.

Die Corona-Pandemie hat den jahrelangen Boom auf dem US-Jobmarkt abrupt beendet und zu Massenarbeitslosigkeit geführt. In der vergangenen Woche stellten 1,877 Millionen Bürger einen Antrag auf staatliche Stütze. Erstmals seit Mitte März waren es damit immerhin weniger als zwei Millionen. (awp/sda/reu)

Virus Outbreak Utah
14:17
Italienischer Aussenminister würdigt deutsche Corona-Hilfe
Der italienische Aussenminister Luigi Di Maio hat in Berlin bei seiner ersten Auslandsreise seit Beginn der Corona-Krise die deutsche Hilfe für Italien gewürdigt.

«Die Unterstützung Deutschlands für unser Land hat in der gesamten Zeit der Pandemie eigentlich nie gefehlt», sagte er am Freitag nach einem Treffen mit seinem Kollegen Heiko Maas in Berlin. «Es hat hier umfangreiche Bezeugungen der Unterstützung und der Solidarität gegeben.»

Zu Beginn der Krise im Februar und März hatte es aus Italien scharfe Kritik an Deutschland gegeben. Vor allem ein deutscher Exportstopp für Atemschutzmasken, Schutzanzüge und -brillen schuf Unmut. Auch das kategorische Nein Berlins zur Vergemeinschaftung von Schulden über sogenannte «Corona-Bonds» führte zu einer Anti-Deutschland-Stimmung. Dass die Bundesregierung italienische Covid-19-Kranke zur Behandlung nach Deutschland holte, wurde in der Öffentlichkeit weniger stark wahrgenommen.

Inzwischen haben Deutschland und Frankreich allerdings einen gemeinsamen Vorstoss für ein EU-Wiederaufbauprogramm gestartet, der in Italien gut angekommen ist. Ausserdem hofft die italienische Tourismuswirtschaft auf deutsche Urlauber nach der Aufhebung der weltweiten Reisewarnung am 15. Juni. (sda/dpa)
14:14
Zahl der Firmen-Insolvenzen in Deutschland steigt
Mit Auswirkungen auf tausende Arbeitnehmer ist im Mai die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland einer Statistik des Leibniz-Instituts für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) zufolge weiter gestiegen. 1019 Personen- und Kapitalgesellschaften in Deutschland und damit 70 mehr als im Vormonat April hätten sich insolvent gemeldet, teilte das IWH am Freitag mit.

Während die Firmen-Zahl relativ leicht anstieg, waren im Mai deutlich mehr Arbeitskräfte als zuvor betroffen. Nach Angaben des IWH beschäftigen allein die fünf grössten Firmen darunter insgesamt mehr als 10 000 Menschen. Zuvor hätten sich kaum Firmen mit mehr als 1000 Arbeitskräften insolvent gemeldet.

Dass auch grosse Unternehmen betroffen sind, liegt dem IWH zufolge daran, dass in der akuten Krise ausgelöst durch das Coronavirus oft die nötige Zeit fehle. Jenseits von Wirtschaftskrisen schafften es angeschlagenen Grossunternehmen eigentlich besser als kleine Firmen, Insolvenzen durch Sanierungsmassnahmen zu vermeiden, hiess es weiter.

Zudem spiegelten die aktuellen Zahlen lediglich den Anfang der Krise wider, erklärte IWH-Insolvenzforscher Steffen Müller. Das Ausmass der Pleitewelle wird ihm zufolge erst in den kommenden Monaten sichtbar. Das liege unter anderem am zeitlichen Abstand zwischen der Antragstellung auf Insolvenz und der Bekanntmachung der Eröffnungsentscheidung im Insolvenzverfahren durch die Gerichte. Ein Unternehmen, das beispielsweise im Mai seine Insolvenz bekannt machte, könnte schon im Februar oder März angezeigt haben, nicht mehr zahlungsfähig gewesen zu sein. (awp/sda/dpa)
13:13
Erdogan sagt Wochenend-Ausgangssperre wieder ab
urn:newsml:dpa.com:20090101:200605-99-319737Nach Protesten aus der Bevölkerung hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan eine gerade erst für das Wochenende verkündete Ausgangssperre wieder abgesagt.

Am frühen Freitagmorgen hatte das Innenministerium angekündigt, dass die Menschen in 15 Städten und Provinzen wegen der Corona-Pandemie zwischen Freitag- und Sonntagnacht erneut daheim bleiben müssten – am Mittag meldete sich dann Erdogan zu Wort. «Die Bewertungen, die wir von unseren Bürgern erhalten haben, haben uns dazu veranlasst, die Entscheidung zu überdenken», schrieb er in einer Serie von Tweets. Er erwähnte «soziale und wirtschaftliche Folgen».

Die Pandemie hatte die sowieso schwächelnde türkische Wirtschaft hart getroffen und sich unter anderem auf Währung und Arbeitsmarkt ausgewirkt.

Ausgangssperren übers Wochenende gab es für ausgewählte Provinzen und Städte seit Mitte April. Erdogan schrieb, dass die Regierung sie eigentlich nicht habe fortsetzen wollen, aber dass jüngst die Zahl der täglichen Neu-Infektionen «von 700 auf fast 1000» gestiegen sei.

Er forderte die Menschen nachdrücklich dazu auf, ihre Masken zu tragen, Abstand zu halten und an die Hygienemassnahmen zu denken. Die Worte Maske, Abstand und Reinlichkeit setzte er in Grossbuchstaben. (sda/dpa)
12:48
Fidschi erklärt sich für coronafrei
Fiji Global Coral Die-Off
Der pazifische Inselstaat Fidschi ist eigenen Angaben zufolge frei vom Coronavirus. Es gebe keine aktiven Fälle der Lungenkrankheit Covid-19 mehr, schrieb der Regierungschef von Fidschi, Frank Bainimarama, am Freitag auf Twitter.

«Und selbst bei täglich steigenden Testzahlen ist es nun 45 Tage her, seitdem wir unseren letzten Fall registriert haben.» Ohne Todesfälle liege die Genesungsrate in Fidschi bei 100 Prozent, hiess es weiter.

Der Inselstaat östlich von Australien hat bislang erst 18 Infektionen mit dem Coronavirus registriert. Die erste Infektion wurde Mitte März bekannt, die bislang letzte rund einen Monat später am 21. April. Rund 100 Menschen befinden sich noch in Quarantäne.

Fidschi zählt rund 900 000 Einwohner und ist einer der wenigen Inselstaaten im Südpazifik, die Fälle von Covid-19 bestätigt haben. Für Reisende aus dem Ausland gilt weiter eine Einreisesperre. Im Land sind Zusammenkünfte auf 20 Personen beschränkt. Zudem gilt landesweit eine nächtliche Ausgangssperre. (sda/dpa)
12:02
Slowakei öffnet Grenzen zu Österreich und Ungarn
Die Slowakei hat am Freitag ihre Grenzen zu den Nachbarländern Österreich und Ungarn erstmals seit Mitte März wieder ohne Einschränkungen geöffnet.

Ab sofort seien bei der Einreise in die Slowakei keine Corona-Tests mehr vorzuweisen, erklärte Regierungschef Igor Matovic in zwei Pressekonferenzen, die er kurz hintereinander an jeweils einem Grenzübergang zu beiden Nachbarländern abhielt. Auch müssten Heimkehrer aus diesen beiden Nachbarländern ebenso wie bereits seit Donnerstag aus Tschechien in der Slowakei keine verpflichtende Quarantäne antreten.

Für andere Staaten gilt die neue Lockerung vorläufig noch nicht. Matovic sträubte sich bisher, einer von mehreren EU-Ländern und der Schweiz anvisierten Wiedereinführung der Reisefreiheit ab 15. Juni zuzustimmen.

Die Öffnung der Grenze zu Österreich gab der populistisch-konservative Regierungschef gemeinsam mit seinem Innenminister, aber ohne Teilnahme österreichischer Politiker bekannt. Er zerriss dabei symbolisch ein nicht mehr notwendiges Papierformular. Österreich hatte seinerseits die Grenzen zu allen Nachbarländern ausser Italien bereits ab Donnerstag einseitig geöffnet.

Die Grenzöffnung zu Ungarn vollzog Matovic gemeinsam mit dem stellvertretenden ungarischen Regierungschef Zsolt Semjen auf ungarischem Gebiet. Dabei trat Matovic erstmals seit seinem Amtsantritt am 21. März ohne Mund-Nasen-Schutz in der Öffentlichkeit auf. «Ich betrete hier ungarisches Gebiet und fühle plötzlich die Freiheit!», sagte er strahlend vor Journalisten. (sda/dpa)
11:58
Schwung für die Wirtschaft: Konjunkturpakete in Europa
Um die Wirtschaft in der Corona-Krise anzukurbeln, hat die Regierung in DEUTSCHLAND in dieser Woche ein milliardenschweres Konjunkturpaket geschnürt. Kernpunkte sind die zeitweise Absenkung der Mehrwertsteuer, Hilfen für die Kommunen und besonders schwer getroffene Branchen sowie eine Entlastung der Bürger beim Strompreis. Insgesamt kostet das Programm Europas grösste Volkswirtschaft stolze 130 Milliarden Euro. Auch andere von der Krise gebeutelte Länder haben hohe Summen locker gemacht, um der Wirtschaft neuen Schwung zu verleihen:

SPANIEN:
Insgesamt 200 Milliarden Euro will die linke Regierung zur Stützung der von der Corona-Pandemie hart getroffenen Wirtschaft bereitstellen. Das ist ein Fünftel der Wirtschaftskraft des Landes. Der sozialistische Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach vom grössten Massnahmenpaket in der Geschichte der spanischen Demokratie. Arbeitslose sollen unterstützt und ein Zusammenbruch der Produktion sowie Pleiten verhindert werden. Spanien droht ein Déjà-vu: Erst vor wenigen Jahren hatte sich das Land von den Folgen von Immobilien- und Bankenkrise der Jahre 2008 und 2011 erholt.

FRANKREICH: Das Land will seine Autobranche mit einem Hilfspaket von mehr als acht Milliarden Euro stützen. Dabei werden zum Beispiel die staatlichen Anreize für den Kauf von Neuwagen erhöht. Der in finanzielle Schwierigkeiten geratene Autobauer Renault hat ausserdem mit Banken einen staatlichen garantierten Kredit von bis zu fünf Milliarden Euro vereinbart. Die französische Regierung will zudem sehr bald einen Hilfsplan für die von der Corona-Krise besonders getroffene Luftfahrtindustrie vorlegen. Frankreich hilft der Fluggesellschaft Air France bereits mit sieben Milliarden Euro in Form von Kreditgarantien und eines Kredits als Anteilseigner. Auch dem Tourismussektor greift der Staat mit Milliarden unter die Arme. Insgesamt geht Wirtschafts- und Finanzminister Bruno Le Maire davon aus, dass der Staat rund 450 Milliarden Euro mobilisiert, um die Wirtschaft zu retten. Er rechnet aber 315 Milliarden Euro Kreditgarantien mit ein.

ITALIEN:
Italiens Regierung hat seit März zwei grosse Corona-Pakete in Höhe von 25 und 55 Milliarden Euro beschlossen. Dadurch sind bestimmte regionale Steuern zeitweise ausgesetzt. Umsatzsteuern werden phasenweise ohne Aufschlag gestundet. Freiberuflern, die ihr Einkommen verloren haben, wurde eine Einmalzahlung in Höhe von 600 Euro zugesagt. Es gibt Investitionsprogramme etwa für Bau, Umwelt, Digitales und das Gesundheitssystem. Viel Geld soll in den erlahmten Tourismus fliessen - darunter drei Milliarden für die Verstaatlichung der Fluggesellschaft Alitalia. Anreize zum Geldausgeben gehören auch zum Katalog, etwa Zuschüsse zu Rädern und Elektro-Scootern.

EU: Kommissionschefin Ursula von der Leyen hat ein durch Schulden finanziertes Programm zur wirtschaftlichen Erholung im Umfang von 750 Milliarden Euro vorgeschlagen. Davon sollen 500 Milliarden als Zuschüsse an die EU-Staaten fliessen, der Rest als Kredit. Für das von der Pandemie besonders schwer getroffene Italien sind allein knapp 173 Milliarden Euro als Zuwendungen und Kredite reserviert, für Spanien 140 Milliarden Euro. Deutschland könnte 28,8 Milliarden Euro bekommen, ausschliesslich als Zuwendungen. Doch müsste Deutschland bei der Rückzahlung der EU-Schulden entsprechend seinem Anteil von etwa einem Viertel des EU-Haushalts deutlich mehr schultern. Es wird also kräftig Geld umverteilt. (sda/dpa)
11:09
US-Gouverneure fordern Demonstranten zu Corona-Tests auf
Angesichts der Protestwelle gegen Polizeigewalt in den USA haben die Gouverneure der Bundesstaaten Minnesota und New York Demonstranten aufgefordert, sich auf das Coronavirus testen zu lassen.

«Wir bitten die Protestierenden, verantwortungsbewusst zu handeln», twitterte New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo am Donnerstag (Ortszeit). «Verhalten Sie sich so, als seien Sie möglicherweise (dem Virus) ausgesetzt gewesen.»

Sein Amtskollege aus Minnesota, Tim Walz, äusserte sich in einem Tweet ähnlich. Der Tod des Afroamerikaners George Floyd nach einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis hatte landesweite Proteste gegen Polizeigewalt und Rassismus ausgelöst.

Auch der Chef der Gesundheitsbehörde CDC, Robert Redfield, empfahl Demonstranten entsprechende Tests, insbesondere in Regionen, in denen die Corona-Pandemie noch nicht unter Kontrolle sei. Minneapolis und Washington gehörten dazu. Es bestehe leider die Möglichkeit, dass solche Kundgebungen zur Verbreitung des Erregers führten, sagte er vor einem Ausschuss des Repräsentantenhauses.

Der oberste Gesundheitsbeamte der US-Regierung, Vizeadmiral Jerome Adams, hatte bereits am Montag wegen der Demonstrationen vor der Gefahr von Ansteckungen mit dem Coronavirus gewarnt. «Angesichts der Art und Weise, wie sich die Krankheit ausbreitet, gibt es allen Grund zur Annahme, dass wir neue Cluster und potenziell neue Ausbrüche sehen werden», sagte er «Politico». Es werde besonders wichtig sein, die Menge an Tests und auch an Schutzausrüstung zu erhöhen, ergänzte er. (sda/dpa)
10:31
Spanische Produktion bricht um ein Drittel ein
Die spanische Industrie ist im April wegen des landesweiten Lockdowns im Kampf gegen die Corona-Pandemie in die Knie gegangen. Die Produktion brach um 33,6 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat ein, wie das Statistikamt INE am Freitag in Madrid mitteilte. Schon im März hatte es mit minus 13,7 Prozent einem starken Rückgang gegeben.

Spanien ist stark von der Pandemie betroffen, weshalb die Regierung im Kampf gegen den Erreger besonders scharfe Restriktionen verhängt hatte. Das Bruttoinlandsprodukt dürfte im laufenden zweiten Quartal zwischen 9,5 und 12,4 Prozent einbrechen, sagt die Notenbank voraus. Im ersten Vierteljahr war es bereits mit 5,2 Prozent so stark gesunken wie noch nie. (awp/sda/reu)
9:27
Coronavirus in Türkei: Erneut Ausgangssperre übers Wochenende
Die Türkei behält trotz der Lockerung vieler Corona-Beschränkungen die Ausgangssperren über das Wochenende bei.

Das Innenministerium veröffentlichte am Freitagmorgen entsprechende Weisungen für 15 Städte und Provinzen, die ab Mitternacht und bis Sonntagnacht gelten sollen. Sie betreffen erneut Millionenmetropolen wie Istanbul und die Hauptstadt Ankara.

Am Samstag dürfen die Menschen in ihrer Nachbarschaft wieder für einige Stunden einkaufen. Bäckereien, Kliniken und andere als wichtig eingestufte Dienstleister bleiben durchgehend geöffnet.

Mit dem 1. Juni hatte die Regierung unter anderem viele inländische Reisebeschränkungen aufgehoben. Restaurants, Cafés und Sportanlagen dürfen unter Auflagen nun öffnen. Strände, Parks und Museen sind wieder zugänglich. Internationale Flüge soll es ab dem 10. Juni wieder geben. Andere Restriktionen blieben jedoch: Senioren ab 65 Jahren und junge Menschen bis 18 Jahre dürfen weiter nur für einige vorher festgelegte Stunden in der Woche vor die Tür.

Das Gesundheitsministerium in Ankara hatte am Donnerstagabend gemeldet, dass sich bisher rund 167 000 Menschen mit dem neuartigen Coronavirus infiziert hätten. In den vergangenen 24 Stunden seien 21 Menschen verstorben. Insgesamt gibt es demnach rund 4600 Todesfälle. (sda/dpa)

TURKEY PANDEMIC CORONAVIRUS COVID19
9:20
Deutscher Industrie brechen Aufträge weg - Minus von 25,8 Prozent
Der deutschen Industrie ist das Neugeschäft wegen der Corona-Krise in Rekordtempo weggebrochen. Sie sammelte im April 25,8 Prozent weniger Aufträge ein als im Vormonat, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Freitag mitteilte. Das ist der stärkste Rückgang seit Beginn der Statistik 1991.

Von Reuters befragte Ökonomen hatten nur mit einem Minus von 19,7 Prozent gerechnet, nachdem es bereits im März einen starken Rückgang von 15,0 Prozent gegeben hatte.

«Im Shutdown-Monat April hat sich der Einbruch der industriellen Auftragseingänge erwartungsgemäss noch einmal verstärkt», erklärte das Ministerium. Die Einschränkungen gegen die Corona-Pandemie galten in den meisten wichtigen Absatzländern während des gesamten Monats. «Angesichts der allmählichen Lockerungen dürfte der Tiefpunkt der Industrierezession damit aber auch durchschritten sein», erklärte das Ministerium.

Die Aufträge aus dem Inland sanken im April um 22,3 Prozent zum Vormonat. Die Bestellungen aus dem Ausland gingen sogar um 28,1 Prozent zurück. Dabei sackten die Aufträge aus der Euro-Zone um 30,6 Prozent ab, die aus dem restlichen Ausland um 26,7 Prozent. (awp/sda/reu)
9:17
Deutsche Unternehmen fahren wegen Corona-Krise Investitionen zurück
Die deutschen Unternehmen halten sich einer Umfrage zufolge wegen der Corona-Krise bei Investitionen immer stärker zurück. Jede zweite Firma habe bereits geplante Projekte verschoben, wie das Münchner Ifo-Institut am Freitag zu seiner Mai-Befragung mitteilte.

Im April sprachen nur 46 Prozent davon. 28 Prozent hätten ihre Vorhaben sogar ganz gestrichen (April: 22 Prozent). «Das sind beunruhigende Zahlen für die längerfristige Entwicklung der Wirtschaft», sagte Ifo-Experte Klaus Wohlrabe.

Besonders die Industrie spart bei den Investitionen: 64 Prozent verschoben im Mai Projekte, nachdem es im April noch 56 Prozent waren. Ganz gestrichen wurden sie bei 32 Prozent der Industriebetriebe (April: 25 Prozent). «Die Dienstleister waren etwas zurückhaltender», erklärte das Institut. 45 Prozent verschieben ihre Projekte, 28 Prozent wollen sie ganz wegfallen lassen. Ähnlich sieht es im Handel aus. 44 Prozent verzichten zunächst, 20 Prozent streichen ganz.

«Vergleichsweise weniger betroffen war der Bau», erklärte das Ifo-Institut. 30 Prozent sprachen im Mai von einer Verschiebung von Investitionen, 15 Prozent von einem Verzicht. Der deutschen Wirtschaft droht in diesem Jahr wegen der Corona-Krise die schwerste Rezession der Nachkriegszeit. (awp/sda/reu)
9:16
Tschechien öffnet Grenze für Deutsche ab Freitagmittag
Tschechien öffnet nach fast drei Monaten wieder seine Grenze für Bürger aus Deutschland, Österreich und Ungarn. Die Entscheidung tritt bereits ab Freitagmittag um 12.00 Uhr in Kraft, wie das Kabinett am Freitagmorgen auf einer Sondersitzung in Prag beschloss. Ein negativer Corona-Test muss nicht mehr vorgelegt werden. «Wir müssen zur Normalität zurückkehren», sagte Regierungschef Andrej Babis im öffentlich-rechtlichen Fernsehen. Es sei gut, wenn Touristen aus diesen Ländern wieder Geld in Tschechien ausgäben.

Wegen der Coronavirus-Pandemie hatte Tschechien Mitte März einen weitgehenden Einreisestopp für Ausländer verhängt. Die Grenze zur Slowakei war bereits am Donnerstag geöffnet worden. Ab dem 15. Juni führt die Regierung in Prag für weitere Länder ein abgestuftes Ampel-Modell ein, das diese in Risikogruppen einteilt. Während Bürger aus «grünen» Ländern wie der Schweiz freie Fahrt bekommen, müssen Reisende aus Frankreich, Italien und Spanien bei der Einreise einen negativen Labortest auf das Coronavirus vorlegen.

In Tschechien gab es bis Freitag 9494 bestätigte Coronavirus-Infektionen, wie aus Daten des Gesundheitsministeriums hervorgeht. 326 Todesfälle wurden mit der Erkrankung in Verbindung gebracht. (sda/dpa)
4:47
Brasilien meldet mehr Corona-Tote als Italien
In Brasilien sind 1473 weitere Patienten im Zusammenhang mit dem Coronavirus innerhalb eines Tages gestorben. Damit wurde am dritten Tag hintereinander ein Negativ-Rekord bei der Zahl der Corona-Toten registriert. Die Zahl der Corona-Opfer stieg in dem grössten Land Lateinamerikas auf 34'021, wie das Gesundheitsministerium in Brasilien am Donnerstagabend (Ortszeit) mitteilte.

Laut der John-Hopkins-Universität in den USA überholte Brasilien Italien und rückte auf den dritten Platz der Länder mit den meisten Corona-Toten. Nachweislich mit dem Virus infiziert haben sich in dem Land bislang 614'941 Menschen. Die tatsächliche Zahl dürfte weit höher liegen, auch weil Brasilien sehr wenig testet, im öffentlichen Gesundheitssystem etwa nur schwere Fälle.

Der rechte Präsident Jair Bolsonaro nannte das Coronavirus eine kleine Grippe und wollte keine Einschränkungen zur Eindämmung treffen. Inzwischen tötet das Virus in Brasilien mindestens einen Menschen pro Minute, rechnete die Zeitung «Folha de S. Paulo» aus. Ihre Internetseite war am Donnerstagabend schwarz hinterlegt. (sda/dpa)
3:07
Corona-Ausgangssperre im Grossraum Buenos Aires verlängert
ARGENTINA CORONAVIRUS PANDEMICDie argentinische Regierung hat die weitgehenden Ausgangsbeschränkungen zur Eindämmung des Coronavirus im Grossraum Buenos Aires um weitere drei Wochen verlängert. In dem Ballungszentrum rund um die Hauptstadt müssen die Menschen bis zum 28. Juni grundsätzlich weiterhin zu Hause bleiben, wie Präsident Alberto Fernández am Donnerstag sagte. Erlaubt sind lediglich Einkäufe in nahe gelegenen Lebensmittelgeschäften und Apotheken. Angestellte in als essenziell eingestuften Berufen und Branchen dürfen zur Arbeit gehen.

In der Metropolregion Buenos Aires leben etwa 14,8 Millionen Menschen – das entspricht 37 Prozent der argentinischen Gesamtbevölkerung. Im Rest des Landes, in denen das Virus nicht so stark kursiert, können sich die Menschen bereits wieder recht frei bewegen und zur Arbeit gehen.

Argentinien hatte am 20. März recht strikte Ausgangsbeschränkungen verhängt, den wirtschaftlichen Betrieb weitgehend herunter gefahren und die Grenzen geschlossen. Im Vergleich zu den Nachbarländern war es so gelungen, die Verbreitung des Virus deutlich zu bremsen. Bislang haben sich nachweislich 20'197 Menschen infiziert, 608 Patienten sind gestorben. (sda/dpa)
0:23
Fachjournal «The Lancet» zieht Chloroquin-Studie zurück
Das Fachjournal «The Lancet» hat eine Studie zum Einsatz von Chloroquin und Hydroxychloroquin gegen das neue Coronavirus zurückgezogen. Drei der vier Autoren verwiesen darauf, dass sie Zweifel an den von ihnen genutzten Daten nicht ausräumen könnten, so Lancet.

Chloroquin und Hydroxychloroquin werden schon länger gegen Malaria eingesetzt und wurden in mehreren Studien gegen die Lungenerkrankung Covid-19 erprobt. Nach der nun zurückgezogenen Studie sollten die beiden Wirkstoffe sich wahrscheinlich nicht zur Behandlung von Covid-19 eignen und sogar womöglich die Todesrate erhöhen und zu Herzrhythmusstörungen führen.

Die Forscher aus den USA und der Schweiz um Mandeep Mehra von der Harvard Medical School hatten die Studie in «The Lancet» vom 22. Mai veröffentlicht. Sie hatten nach eigenen Angaben Daten von gut 96'000 Patienten ausgewertet. Wegen der negativen Ergebnisse waren mehrere Studien zu Chloroquin und Hydroxychloroquin ausgesetzt worden. (sda/dpa)

Hier geht's zur ausführlichen Meldung.
23:51
Casinos in Las Vegas öffnen wieder ihre Tore
Virus Outbreak Vegas CasinosDer Rubel rollt wieder: Nach fast dreimonatiger Schliessung wegen der Coronakrise haben im Spielerparadies Las Vegas die Casinos wieder geöffnet.

Berühmte Etablissements wie das Bellagio öffneten am Donnerstag ihre Pforten für Gäste. Mit strikten Hygiene-Massnahmen soll das Ansteckungsrisiko so weit wie möglich reduziert werden.

Die Besucherkapazität wurde auf die Hälfte reduziert, Plexiglasscheiben trennen Spieler von Croupiers, die Jetons werden regelmässig desinfiziert. Die Mitarbeiter der Casinos müssen Schutzmasken tragen, die Gäste aber nicht.

«Vegas ist immer noch Vegas», versicherte der Chef des Casino-Betreibers MGM Resorts, William Hornbuckle, der Nachrichtenagentur AFP. «Mit der Zeit werden wir vollständig zurück sein.» Der Chef des Casinos «The D», Derek Stevens, sagte, alle seien aufgeregt. «Man sieht auf allen Gesichtern ein Lächeln.» (sda/apa/afp)
23:00
Pittsburgh-Spieler positiv auf Coronavirus getestet
Ein Spieler der Pittsburgh Penguins ist positiv auf das Coronavirus getestet worden. Dies gab das NHL-Team ohne Nennung des Betroffenen bekannt.

Dem Spieler gehe es gut, er befinde sich seit dem Auftreten erster Symptomen in Isolation, so der Klub.

Zuvor waren auch schon drei Spieler der Colorado Avalanche und fünf der Ottawa Senators positiv getestet worden. (sda/dpa)

20:14
Corona-Krise: Peru will Produktion von Sauerstoff erhöhen
Angesichts des hohen Bedarfs an Sauerstoff zur Beatmung von Covid-19-Patienten will die peruanische Regierung die Produktion des Gases erhöhen. «Wir betrachten Sauerstoff als ein Element nationalen Interesses», sagte Verteidigungsminister Walter Martos am Donnerstag. Die Regierung prüfe nun, wie die Herstellung von Sauerstoff für medizinische Zwecke erhöht werden könne. Zudem würden Gelder für den Import von Sauerstoff bereitgestellt. Zuletzt hatte die deutsche Bundesregierung Peru 30 Beatmungsgeräte zur Behandlung schwerer Covid-19-Fälle gespendet. Knapp 1000 Patienten werden derzeit in peruanischen Krankenhäusern künstlich beatmet.

In Peru haben sich bislang 178'914 Menschen nachweislich mit dem Coronavirus infiziert. Damit ist es in Südamerika das am zweitstärksten betroffene Land nach Brasilien. 4894 Patienten sind im Zusammenhang mit der Lungenkrankheit Covid-19 gestorben. Zwar gelten in dem Andenstaat bereits seit Mitte März recht strenge Ausgangsbeschränkungen. Weil allerdings der Grossteil der Peruaner im informellen Sektor beschäftigt ist und es kaum soziale Absicherung gibt, konnten sich viele Menschen aus wirtschaftlichen Gründen nicht an die Regeln halten und gingen trotzdem zur Arbeit. (sda/dpa)
19:57
England führt Maskenpflicht in öffentlichen Verkehrsmitteln ein
Virus Outbreak Britain Graffiti
Zur Eindämmung der Corona-Pandemie müssen vom 15. Juni an in England Gesichtsmasken in Bussen, U-Bahnen und Zügen getragen werden. Der Schutz ist auch auf Fähren und im Luftverkehr Pflicht. Ausnahmen gelten nur für sehr junge Kinder, Menschen mit Behinderungen und Atemwegsproblemen, wie Verkehrsminister Grant Shapps am Donnerstag in London mitteilte.

Jeder Landesteil beschliesst in Grossbritannien seine eigenen Massnahmen im Kampf gegen das Virus. Nach offiziellen Statistiken hat Grossbritannien mit knapp 40 000 die meisten Corona-Todesopfer in Europa. Experten gehen von einer hohen Dunkelziffer aus. (sda/dpa)

19:07
New Yorks Gouverneur ruft Demonstranten zu Coronavirus-Tests auf
New Yorks Gouverneur Andrew Cuomo hat alle Teilnehmer der Proteste gegen Rassismus und Polizeibrutalität zu Coronavirus-Tests aufgerufen. Allein im Bundesstaat New York und der gleichnamigen Millionenmetropole hätten in den vergangenen Tagen bis zu 30'000 Menschen an den Demonstrationen teilgenommen und diese Menschen sollten nun davon ausgehen, dass sie dem Virus ausgesetzt worden seien, sagte Cuomo am Donnerstag bei seiner täglichen Pressekonferenz.

«Viele von ihnen tragen Gott sei Dank Masken, aber es gibt keinen Abstand», sagte der Gouverneur weiter. Wenn man sich die Begegnungen mit der Polizei anschaut – die Polizisten sind direkt vor ihren Gesichtern, sie sind direkt vor den Gesichtern der Polizisten. Jeder Mensch in dem Bundesstaat mit rund 19 Millionen Einwohnern könne sich inzwischen jederzeit in einer der rund 700 entsprechenden Einrichtungen kostenlos testen lassen. Zuletzt seien rund 50'000 Tests pro Tag durchgeführt worden.

Der Bundesstaat war besonders stark von der Coronavirus-Pandemie betroffen, zuletzt waren die Infektionszahlen aber stark gesunken. Das könne sich – auch aufgrund der Massendemonstrationen – aber schnell wieder ändern, sagte Cuomo. Der Gouverneur hatte zuvor immer wieder gesagt, dass er die friedlichen Proteste unterstütze, die Teilnehmer aber immer auch dazu aufgefordert, ihr Verhalten dabei an die wegen der Pandemie notwendigen Abstands- und Hygieneregeln anzupassen.

Auslöser für die Proteste, die sich über das ganze Land ausbreiteten, war der Tod des Afroamerikaners George Floyd in der vergangenen Woche bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis. In New York sollte es am Donnerstag eine Schweigeminute für Floyd geben. Zudem war in Brooklyn eine Andacht geplant, bei der auch ein Bruder Floyds teilnehmen wollte, und weitere Demonstrationen. (sda/dpa)USA NEW YORK CUOMO PANDEMIC CORONAVIRUS COVID19
18:05
24 Stunden ohne neue Corona-Infektion in Finnland
Erstmals seit Monaten ist in Finnland innerhalb von 24 Stunden keine neue Corona-Infektion gemeldet worden. Das geht aus am Donnerstagnachmittag veröffentlichten Zahlen des staatlichen Gesundheitsinstituts THL hervor. Damit erlebt das nordische EU-Land nach Angaben des Rundfunksenders Yle seinen ersten Tag ohne registrierte Neuinfektion seit dem Anstieg der Corona-Zahlen. Allerdings verzeichnete das Institut einen neuen Todesfall einer an Covid-19 erkrankten Person. Damit gab es in Finnland bislang 6911 bestätigte Corona-Fälle, 322 Covid-19-Patienten sind bisher gestorben. Knapp 85 Prozent aller Erkrankten sind mittlerweile wieder gesund. (sda/dpa)

18:00
Lettlands Regierung will Corona-Notstand nicht verlängern
Lettlands Regierung will den wegen der Coronavirus-Pandemie verhängten Notstand nicht verlängern. «Der Regierung ist klar, dass wir den Ausnahmezustand mit dem 9. Juni beenden und am 10. Juni in ein neues Alltagsregime übergehen wollen», sagte Ministerpräsident Krisjanis Karins am Donnerstag in Riga. Die Entscheidung darüber liege aber in den Händen des Parlaments, das sich derzeit im Schnellverfahren mit dem sogenannten Covid-19-Gesetz beschäftige. Das Normenwerk soll rechtlich die Situation nach Aufhebung des Corona-Notstands in dem baltischen EU-Land regeln – darunter weiter geltende Einschränkungen und Unterstützungsmassnahmen.

Das Gesetz wurde am Donnerstag in erster Lesung vom Parlament angenommen. Vertreter der Opposition kritisierten dabei, dass es der Regierung unverhältnismässige Befugnisse einräume. Für die zweite entscheidende Lesung wurden über 100 Änderungsvorschläge eingereicht. Sollte das Gesetz nicht rechtzeitig verabschiedet werden, habe die Regierung einen Plan B, sagte Karins. Details dazu nannte er nicht.

Im Zuge der Aufhebung des Corona-Notstands sollen sich nach Plänen der Regierung ab dem 10. Juni wieder bis zu 300 Personen gemeinsam im Freien für private und öffentliche Veranstaltungen versammeln dürfen. In Innenräumen soll die Grenze bei 100 liegen. Dabei müssten aber Abstandsregeln und Hygienevorschriften eingehalten werden, sagte Gesundheitsministerin Ilze Vinkele.

Lettland mit seinen knapp 1,9 Millionen Einwohnern verzeichnete bislang 1 082 bestätigte Infektionen und 25 Todesfälle in Verbindung mit dem Coronavirus. (sda/dpa)
Die Hauptstadt Riga
17:36
Microsoft-Gründer Gates «enttäuscht» über Rückzug der USA aus der WHO
Microsoft-Gründer Bill Gates hat sich «enttäuscht» über den Rückzug der USA aus der Weltgesundheitsorganisation (WHO) gezeigt. «Ich würde es natürlich unterstützen, wenn die USA Mitglied der WHO bleiben und sie weiter unterstützen würden», sagte Gates bei einer telefonischen Pressekonferenz. «Wenn wir die WHO verbessern müssen, werden wir das tun, aber gemeinsam in der WHO zu bleiben, ist entscheidend, denn es wird irgendwann wieder eine Pandemie geben.»

Noch habe er nicht mit US-Präsident Donald Trump darüber gesprochen, sagte Gates weiter. «Aber das werden wir sicher machen, zumindest indirekt.» Er glaube daran, dass sich eine Lösung finden werde. Die USA hatten sich vor einigen Tagen mitten in der Corona-Krise nach mehr als 70 Jahren aus der WHO verabschiedet. Zuvor hatte US-Präsident Trump der Organisation unter anderem vorgeworfen, unter chinesischem Einfluss zu stehen.

Gemeinsam mit seiner Frau Melinda setzt sich Gates seit Jahren mit einer Stiftung im Kampf gegen Krankheiten weltweit ein, auch in der Corona-Pandemie. Zuletzt hatten sich zahlreiche Falschinformationen und Verschwörungstheorien verbreitet, nach denen Gates unter anderem von einem Impfstoff finanziell profitieren wolle. Dass Menschen an so etwas glauben, mache ihm Sorgen, sagte Gates. «Es ist so bizarr, dass man es fast als lustig ansehen will, aber es ist ja nicht lustig.» Er verstehe nicht, wie es dazu gekommen sei und auf welcher Grundlage diese Falschinformationen verbreitet würden. «Es ist so blöd und merkwürdig, dass das Wiederholen davon dem Ganzen fast schon Glaubwürdigkeit gibt.» (sda/dpa)

TV-INSIDE BILL€™S BRAIN
17:05
Corona und Heuschrecken: Experten warnen vor Hungersnot in Afrika
Wegen einer der schlimmsten Heuschreckenplagen seit 70 Jahren warnen Experten vor einer massiven Hungersnot in Ostafrika. Die Corona-Krise erschwere zudem eine Versorgung der bis zu fünf Millionen vom Hunger bedrohten Menschen, warnte die Hilfsorganisation International Rescue Committee (IRC) am Donnerstag in einer Studie.

Die Gemeinschaft einiger ostafrikanischer Staaten Igad teilte mit, schon vor der Covid-19-Pandemie sei die Versorgungslage bei 27,6 Millionen Bedürftigen prekär gewesen - nun drohe die Zahl noch zu steigen.

Die neue IRC-Studie warnt vor der vierten Generation der Wüstenheuschrecken, die bis zu 8000-fach grössere Schwärme bilden könnten als die jeweiligen Vorgänger, die sich seit Mitte 2019 in der Region ausgebreitet und immens grossen Schaden angerichtet haben. Am schlimmsten sei Somalia betroffen: «Ohne sofortige Hilfe können sich in Somalia voraussichtlich 3,5 Millionen Menschen nicht ausreichend mit Nahrungsmitteln versorgen», betonen die Autoren der Studie.

Seit Monaten fallen Millionen von Wüstenheuschrecken über Teile Ostafrikas, Asiens und des Nahen Ostens her und zerstören Äcker und Weiden. Die Länder bekämpfen die Heuschrecken mit Insektiziden, doch der viele Regen in Ostafrika lässt die Insekten gedeihen. Viele Menschen dort haben wegen früherer Dürren und schwelender Konflikte eh nicht genug zu essen. Die Coronakrise hat die Lage verschärft.

Mehr tote Mütter befürchtet
Die Hilfsorganisation Care warnte, dass etwa in Somalia, dem Tschad, dem Südsudan oder dem Kongo Schwangere durch Einschränkungen in der medizinischen Grundversorgung und Hungerkrisen besonders leiden. Das könnte in der Region die Müttersterblichkeit anschwellen lassen.

Im westafrikanischen Sierra Leone, wo die Müttersterblichkeit weltweit am dritthöchsten ist, sterben pro 100'000 Geburten 1120 Frauen. Bei derselben Anzahl sind es in der Schweiz laut Bundesamt für Statistik pro Jahr rund 5 tote Frauen. Kurzumfragen von Save the Children in Sambia, Somalia und Tansania ergaben zudem, dass viele Afrikaner nicht ausreichend über die Verbreitung des Virus und den Schutz vor einer Ansteckung informiert sind. (sda/dpa)
16:52
Brasilien verzeichnet erneut traurigen Rekord bei Corona-Toten
Brasilien hat binnen eines Tages 1349 Tote im Zusammenhang mit dem Coronavirus registriert - und damit erneut einen traurigen Rekord. Dies geht aus den Daten des Gesundheitsministeriums in Brasília vom Mittwochabend (Ortszeit) hervor.

Es ist der zweite Tag hintereinander, an dem Brasilien einen Negativ-Rekord bei den Corona-Toten verzeichnet. Am Dienstag hatte das grösste Land in Lateinamerika 1262 Tote vermeldet und die Marke von 30 000 Toten durchbrochen. Das Ministerium meldete auch 28 633 Neuinfektionen, insgesamt lag die Zahl der Infizierten bei 584 016. Nach den Daten der US-Universität Johns Hopkins rangiert Brasilien bei der Zahl der Todesopfer damit weiter auf Platz vier, bei der Zahl der Infizierten auf Platz zwei der am schwersten betroffenen Länder - hinter den USA.

Die tatsächliche Zahl dürfte in Brasilien unter anderem wegen fehlender Tests und noch nicht ausgewerteter Laborergebnisse weit höher liegen. Wissenschaftliche Studien legen nahe, dass die Zahl der Infizierten mindestens sieben Mal höher ist als bislang bekannt. Das Gesundheitsministerium kommentierte die Zahlen nicht. (sda/dpa)
16:37
Maskenzwang in Moskau soll noch lange bleiben
In Europas grösster Metropole Moskau sollen nach dem Kauf eines Maskenherstellers durch die Stadtverwaltung die Menschen dauerhaft Mund-Nasen-Schutz tragen.

Diese Pflicht gelte so lange, bis es für die breite Masse einen Impfstoff gebe, sagte Bürgermeister Sergej Sobjanin am Donnerstag der russischen Staatsagentur Tass. «Verschiedenen Prognosen zufolge wird das zwischen Oktober und Februar nächsten Jahres der Fall sein.» In Moskau müssen Masken unter Androhung von hohen Geldstrafen auch auf der Strasse getragen werden.

In der russischen Hauptstadt werden täglich viele Millionen Masken gebraucht - für Spaziergänge, Fahrten mit der U-Bahn und dem Taxi und fürs Einkaufen. Russland hat mit aktuell 441 100 Corona-Fällen die meisten Infektionen in Europa. Knapp die Hälfte davon entfällt auf Moskau, wo es wochenlang strenge Ausgangssperren gab.

Sobjanin verteidigte einmal mehr sein Vorgehen. «Man soll sich nicht nur auf die Meinung von Experten, sondern auch auf die eigene Intuition verlassen», meinte er. Der Kreml mahnte aber zur Vorsicht bei langfristigen Prognosen zur Entwicklung der Corona-Epidemie.

Die Moskauer Stadtverwaltung hatte im Frühjahr den grössten Maskenhersteller des Landes gekauft, um den Bedarf an Schutzausrüstung in Eigenregie decken zu können. Sobjanin steht auch in der Kritik, die Millionenmetropole mit neuen Pflastersteinen ausgelegt und sich daran bereichert zu haben.

Auch am Donnerstag meldeten die Behörden erneut landesweit mehr als 8800 Corona-Neuinfektionen. Mehr als 204 600 Menschen galten als wieder genesen. 5384 infizierte Patienten starben. Im Vergleich zu anderen Ländern gilt die Sterberate in Russland als sehr gering. Die Behörden wiesen zuletzt mehrfach Berichte vehement zurück, wonach diese Statistik geschönt sei.

In der nordrussischen Stadt St. Petersburg gab es mit Stand Donnerstag nach der offiziellen Statistik in der gesamten Pandemiezeit insgesamt nur 264 Corona-Todesfälle. Allerdings hatten die Behörden mitgeteilt, dass allein im Mai die Zahl der Todesfälle insgesamt mit 6400 um 32 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat stieg. Im April hatten die Behörden 5300 Sterbefälle aufgelistet. Diese Daten legen den Schluss nahe, dass in der Corona-Pandemie deutlich mehr Menschen gestorben sind als in der offiziellen Statistik angegeben.

Russland zählte lange nur die Corona-Todesfälle, bei denen die Lungenkrankheit Covid-19 zweifelsfrei die Todesursache war. Wer das Virus hatte, aber etwa an Herzstillstand starb, kam nicht in die Statistik. Das Gesundheitsministerium empfahl zuletzt, auch diese Fälle – wie international üblich – in die Statistik aufzunehmen. (sda/dpa)

RUSSIA CORONAVIRUS SITUATION
Sars-Cov-2, Covid-19, Coronavirus – die wichtigsten Begriffe
Coronaviren sind eine Virusfamilie, die bei verschiedenen Wirbeltieren wie Säugetieren, Vögeln und Fischen sehr unterschiedliche Erkrankungen verursachen.

Sars-Cov-2 ist ein neues Coronavirus, das im Januar 2020 in der chinesischen Stadt Wuhan identifiziert wurde. Zu Beginn trug es auch die Namen 2019-nCoV, neuartiges Coronavirus 2019 sowie Wuhan-Coronavirus.

Covid-19 ist die Atemwegserkrankung, die durch eine Infektion mit Sars-Cov-2 verursacht werden kann. Die Zahl 19 bezieht sich auf den Dezember 2019, in dem die Krankheit erstmals diagnostiziert wurde.

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