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Body-Shaming im Zeitalter der «Schenkel-Schande» – die «Inside» macht's vor

Wer kriegt den Oscar für sexistischen Journalismus? Ein Frauenheftli!



Wollen wir nicht alle näher an den Stars sein? Geradezu hautnah an den Stars? Die «Inside» tut's. Ihr Verlag sagt, sie sei «näher an den Stars» und würde «keinen Blatt vor den Mund» nehmen. Keinen Blatt. Deutsch ist halt auch für ein deutsches Verlags Glückssachen. Journalismus auch. «Hohes Niveau», «hohe Qualität», «hoher Anspruch» sind die «Philosophie» der Münchner Vision Media.

Was dabei herauskommt? Die Qualitätsprodukte «Jolie», «Mädchen», «Popcorn», «Madame» und eben «Inside». Kennen wir. Wir Frauen, die wir uns immer so gern wie eine billige Gesichtsmaske an die Stars drankleben möchten. Sowas wie die «Inside» gehört dabei zu den sündigsten Genüssen. Zum Schund, für den man an ganz lowen Tagen Geld ausgibt. Die «Inside» ist Hate-Material.

Inside

Bild: facebook/inside.magazin

Auch die «InTouch» ist weit unten, aber tiefer als die «Inside» kann man am Kiosk gar nicht greifen. Sie gehört zu den Dingen, nach deren Lektüre man sich automatisch unter die Dusche stellen will.

Die «Inside» ist die Cellulite, auch bekannt als «Schenkel-Schande», unseres Medienkonsums.

Schenkel-Schande also. Die «Inside» hat's erfunden. Ebenso die «Knie-Katastrophe», das «Furchen-Fiasko», das «Dellen-Drama», die «Wabbel-Wellen» und über allem der grundsätzliche «Figur-Frust».

Als Frau merkt man sowas ja schon gar nicht mehr. «Inside» ist wie «Dschungelcamp»: Ekel, Schadenfreude und das gute Gefühl, selbst zumindest nicht noch mieser zu sein als die A-, B- und Z-Promis.

Wahrscheinlich kommt Boulevard-Journalismus von Rumbitchen. Oder umgekehrt.

Doch dann kommt die Badesaison mit ihrem Hauptproblem, das unter die Haut geht – der Badifigur! Und wo bitte ist dann die ironisch leichte Distanz, die wir beim Durchblättern der verblödeten Heftlis eben noch spürten? Unsere Body-Positivity? Wo? Na? Halb verschüttet unter dem Dreck, mit dem wir uns bewusst oder unbewusst latent zugedröhnt haben. Einfach, weil er da ist.

Inside

Bild: facebook/inside.magazin

Jetzt hat sich ein Mann der «Inside» angenommen. Er ist Vater mehrerer Töchter und er ist entsetzt! «Liebes Inside Magazin, ich hasse dich», schreibt Nils Pickert, Chefredakteur der Internetplattform Pinkstinks. 

«Du bist ein widerliches, frauenverachtendes Drecksblatt, in dem eine rein weibliche Redaktion eimerweise Häme, Mist und Body Shaming über Geschlechtsgenossinnen auskübelt (Hurra, Frauensolidarität!).»

Nils Pickert auf Pinkstinks

Was soll man da sagen? Er hat vollkommen recht, der aufgebrachte Herr Pickert! Es lohnt sich, ab und zu mal wieder einen Blick auf den alltagssexistischen Wahnsinn unserer Medienmaschine zu werfen. 

Auch die «Bravo» hatte mal eine saublöde Idee ...

Video: watson

Sehr schön an den beiden folgenden Cover-Beispielen ist auch das schizophrene Verhältnis der «Inside» zu den «Beauty-Docs». «Wenn der Beauty-Doc versagt ...» vs. «Gewinnen tut nur der Beauty-Doc!» Der Doc als Verschnetzler und Profiteur. Um ihn, aber auch die fiesen Fallen, die das Altern stellt, zu vermeiden, kann man sich dann ja all die weiträumig beworbenen Beauty-Produkte aus der «Inside» kaufen.

facebook/inside.magazin

Bild: Inside

Inside

Bild: facebook/inside.magazin

Was man wissen muss: Auch die scheinbar wahren, in unbeobachteten Momenten geschossenen, «schlechten» Promibilder sind bearbeitet. Genau so einfach, wie sich Unebenheiten per Photoshop glätten lassen, können sie auch verschärft werden. Die Wahrheit liegt dazwischen. In der Normalität eben. Dort, wo sich die Stars und wir wirklich nahe wären. Aber die Normalität interessiert ja mal wieder kein Schwein.

Mihaela Noroc fotografiert auf der ganzen Welt natürliche Schönheiten. Ihre Bilder sind ... atemberaubend!

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