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Hat Sean Penn die Polizei zu «El Chapo» geführt? Der Hollwoodstar traf den Drogenboss auf der Flucht

Der mächtige mexikanische Drogenboss Joaquín Guzmán – genannt «El Chapo» – ist ein schillernder Mann. Gefasst wurde er, weil er einen Film über sich drehen lassen wollte. Jetzt wird die Geschichte noch bizarrer: Nach seiner spektakulären Flucht hat sich der Drogenboss mit dem Schauspieler Sean Penn getroffen – zum Interview.



Recaptured drug lord Joaquin

Der Drogenboss wird nach seiner erneuten Festnahme den Medien vorgeführt.
Bild: TOMAS BRAVO/REUTERS

Das Magazin «Rolling Stone» hat den Gastbeitrag des Hollywoodstars mit «El Chapo» am Samstagabend auf seiner Homepage veröffentlicht. Zu sehen ist unter anderem ein rund zweiminütiges Video, in dem der Drogenboss selbst zu Wort kommt.

Zum Beleg, dass sich die beiden Männer wirklich in Guzmáns Dschungelversteck getroffen haben, veröffentlichte das Magazin ein Foto, das ihn und Penn beim Handschlag zeigt.

Unklar ist laut New York Times, ob es einen Zusammenhang gibt zwischen Penns Interview, in dem es auch um das Hollywood-Filmbusiness geht, und dem Filmprojekt, das zu El Chapos Festnahme führte. Die Behörden kamen dem Drogenboss nämlich auf die Spur, als er Produzenten und Schauspieler für einen Film über sein Leben zu kontaktieren begann.

Wie ein Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur AFP sagte, wussten die mexikanischen Behörden über Penns Besuch Bescheid. Das Treffen war demnach sogar Teil der Ermittlungen, die letztlich zur Festname des Drogenbosses führten. Einzelheiten wollte der Regierungsvertreter aber nicht nennen. «Ich habe einen glaubwürdigen Hinweis erhalten, dass die (US-Antidrogenbehörde) DEA von unserer Reise nach Mexiko wusste», schreibt der Schauspieler in seinem Artikel.

Die Nachrichtenagentur AFP meldet, dass die mexikanischen Ermittler vom Treffen Penns mit dem Drogenboss wussten.

Siebenstündiges Treffen

Penn schildert im Artikel die abenteuerlichen Umstände, unter denen sein Treffen mit «El Chapo» zustande gekommen sei. Der Kontakt zwischen dem Drogenboss und Penn soll im vergangenen Oktober begonnen haben, während die mexikanischen Sicherheitskräfte Jagd auf den flüchtigen Verbrecher machten. Sieben Stunden hat sich der zweifache Oscar-Preisträger demnach mit dem Drogenboss in einer Dschungellichtung unterhalten, zudem soll es weitere Kontakte per Telefon und Video gegeben haben.

Den Kontakt zwischen Penn und «El Chapo» hatte offenbar die mexikanische Schauspielerin Kate de Castillo hergestellt. Sie spielt in der Telenovela «La Reina del Sur» (Die Königin des Südens) selbst eine Drogenhändlerin und stand mit Guzmán wegen eines Filmprojekts über sein Leben in Kontakt.

Armee-Kontrolle passiert

Für Mexikos Militär, das wegen der langen erfolglosen Suche nach «El Chapo» unter heftige Kritik geriet, ist der Vorfall wenig schmeichelhaft. Penn gibt unter anderem an, dass er auf dem Weg zu seinem Interviewpartner auch Armee-Checkpoints passiert habe.

Im Interview selbst beantwortet Guzmán Fragen zu seinem Aufstieg vom jugendlichen «Orangenverkäufer» zum berüchtigten Drogenbaron oder über sein «glückliches» Leben nach der Flucht aus dem Gefängnis. «In unserer Gegend gibt es keine Jobs. Die einzige Möglichkeit, um Geld für Essen zu verdienen, ist der Anbau von Opium, Marihuana», sagte er. 

Er verneint zudem die Frage, ob er ein gewalttätiger Mensch sei. «Ich verteidige mich nur selbst, nicht mehr. Ob ich Streit anfange? Niemals.» «El Chapo» erzählte ausserdem, er habe seine Ingenieure zu einer dreimonatigen Fortbildung nach Deutschland geschickt.

Der Chef des mächtigen Sinaloa-Kartells war am Freitag in der westmexikanischen Stadt Los Mochis festgenommen worden, ein halbes Jahr nach seiner Flucht aus einem Hochsicherheitsgefängnis. Ihm droht die Auslieferung in die USA, wo mehrere Haftbefehle gegen ihn vorliegen.

Mit Material der Nachrichtenagentur sda

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