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Migration

Ruanda-Abschiebungen von Premierminister Starmer gestoppt

«Tot und beerdigt»: Neuer Premier Starmer stoppt Abschiebungen nach Ruanda

06.07.2024, 15:0206.07.2024, 15:06

Grossbritannien wird keine irregulären Migranten nach Ruanda abschieben. Der neue Premierminister Keir Starmer sagte, das umstrittene Vorhaben seines konservativen Vorgängers Rishi Sunak sei «tot und beerdigt». Bei den Plänen habe es sich nur um Symbolpolitik gehandelt, sagte Starmer bei einer Pressekonferenz in der Downing Street in London.

Der Chef der sozialdemokratischen Labour-Partei hatte bereits im Wahlkampf angekündigt, das Ruanda-Programm einzustellen.

British Prime Minister Keir Starmer delivers a speech, following his first cabinet meeting as Prime Minister, in London, Saturday, July 6, 2024. Britain?s new Prime Minister Keir Starmer has appointed ...
Der neue Premier Keir Starmer will so einiges anders machen.Bild: keystone

Sunak wollte Menschen, die ohne die nötigen Papiere nach Grossbritannien kommen, ohne Rücksicht auf ihre Herkunft in das ostafrikanische Land abschieben. Sie sollten in Ruanda Asyl beantragen, eine Rückkehr nach Grossbritannien war ausgeschlossen. Gegner des Vorhabens sahen darin einen Bruch internationaler Verpflichtungen.

Jedes Jahr erreichen Zehntausende Menschen irregulär über den Ärmelkanal die britische Küste, meist in kleinen Booten. Die Unterbringung in Hotels und andere Unterkünfte kostet die Steuerzahler Milliarden. Sunaks konservative Regierung setzte darauf, dass der Ruanda-Plan Migranten abschreckt. Zuletzt stieg die Zahl der Ankommenden aber wieder an.

Der Deal mit dem ruandischen Präsidenten Paul Kagame, dem Kritiker Menschenrechtsverletzungen vorwerfen, hat die britischen Steuerzahler bisher mehrere Hundert Millionen Pfund gekostet. Im Gegenzug wurde kein Migrant gegen seinen Willen nach Ostafrika abgeschoben. (rbu/sda/dpa)

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60 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Linus Luchs
06.07.2024 15:43registriert Juli 2014
Ein Premierminister, der sich am Völkerrecht und den Menschenrechten orientiert. Wow. Endlich wieder einmal good News aus der gebeutelten Welt.
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Rudilf Borter
06.07.2024 15:20registriert August 2020
Der sozialdemokratische PM wird sich also an die internationalen Flüchtlingsabkommen halten, was seine Vorgänger einfach nicht gean haben.
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Scrat
06.07.2024 15:21registriert Januar 2016
Gut so. Ruanda hätte sich die Übernahme von Flüchtlingen sowieso fürstlich bezahlen lassen - der britische Staat bzw. Steuerzahler hätte im Endeffekt mit dieser „Remigrations-Lösung“ wohl keinen einzigen Penny gespart.
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