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Deutscher Heimleiter misshandelte Flüchtlinge – nun wurde er verurteilt



Refugees enter on September 29, 2014 a refugee center created on the site of the former barracks in Burbach, Germany. German police Monday investigated four private security guards accused of abusing and humiliating political asylum seekers in a refugee centre in ways that drew comparisons to conditions in Guantanamo Bay.   AFP PHOTO / DPA / INA FASSBENDER /GERMANY OUT

Flüchtlinge betreten das Flüchtlingsheim in Burbach, Deutschland.  Bild: DPA

In einem Prozess um Misshandlungen und Schikanen in einem Flüchtlingsheim im deutschen Bundesland Nordrhein-Westfalen ist der damalige Heimleiter zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und drei Monaten verurteilt worden.

Das Landgericht Siegen verhängte am Dienstag ausserdem eine Geldbusse in Höhe von 1200 Euro. Das Gericht sprach den Angeklagten am Dienstag in einem abgetrennten Verfahren der Freiheitsberaubung in 33 Fällen schuldig, wie eine Gerichtssprecherin mitteilte.

Zu seinen Gunsten wertete das Gericht vor allem sein umfassendes Geständnis. Um den zahlreichen Hausordnungsverstössen in der überbelegten Einrichtung in Burbach Herr zu werden, hatte er angeordnet, Bewohner bei Fehlverhalten in ein anderes Zimmer einzuquartieren.

Im Laufe der Zeit sei ihm jedoch klar gewesen, dass sie dort auch gegen ihren Willen eingesperrt wurden - teilweise tagelang. Zudem habe der Angeklagte durch die Einrichtung des Problemzimmers die Grundlage für ein eigenmächtiges Bestrafungssystem geschaffen.

Verstörendes Handyvideo

Die Misshandlungen in der Flüchtlingsunterkunft waren im September 2014 durch Handyfotos und ein Video bekannt geworden, die landesweit Entsetzen auslösten: Das Video zeigte Wachleute, die einen Flüchtling dazu gezwungen haben sollen, sich auf eine mit seinem Erbrochenen verschmutzte Matratze zu legen. Auf den Handyfotos posiert ein Wachmann mit dem Fuss im Nacken eines auf dem Boden fixierten Heimbewohners.

BURBACH, GERMANY (EDITORS NOTE: Faces pixelated at source) In this undated handout photo provided by the Hagen Police Department on September 29, 2014, two members of a private security firm hold down a handcuffed 20-year-old Algerian refugee at a refugee center in Burbach, Germany. News of the incdient broke yesterday and local authorities immediately suspended the firm, which was providing security services at the refugee center, while police have launched an investigation. Approximetaly 700 refugees, mostly from countries in the Middle East and North Africa, live at the center, which is run by a private company called European Homecare.    (Photo provided by Hagen Police Department via Getty Images)

Das Foto von zwei Wachleuten, die einen algerischen Flüchtling zu Boden drückten, lösten deutschlandweit Entsetzen aus. Bild: Getty Images Europe

Die ersten Urteile wegen der Misshandlungen in der Unterkunft in Burbach hatte das Siegener Landgericht bereits im Dezember gefällt. In dem ebenfalls abgetrennten Verfahren wurden damals ein Angeklagter zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr und zwei weitere Beschuldigte zu Geldstrafen verurteilt. Dagegen dauert das im November begonnene Hauptverfahren um den Fall Burbach mit zahlreichen Angeklagten weiter an. (sda/afp/dpa)

Freiwillige Helfer beklagen unhaltbare Zustände

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Video: srf

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In Deutschland waren die Flüchtlinge nicht mal willkommen, als es Deutsche waren

Wer glaubt, für Fremdenfeindlichkeit brauche es Menschen aus fremden Ländern, irrt. Nach dem verlorenen Krieg drängten sich Millionen Flüchtlinge und Vertriebene aus den deutschen Ostgebieten in Rest-Deutschland. Heute gilt ihre Aufnahme als vorbildlich – doch in Wahrheit schlugen ihnen damals Hass und Verachtung entgegen und der offen ausgesprochene Gedanke, nicht nach Westdeutschland, sondern nach Auschwitz zu gehören.

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