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Junta in Myanmar vollstreckt erstmals seit Jahrzehnten Todesurteile

Junta in Myanmar vollstreckt erstmals seit Jahrzehnten Todesurteile

25.07.2022, 06:4725.07.2022, 06:47

Die Junta in Myanmar hat trotz internationaler Proteste erstmals seit Jahrzehnten wieder Todesurteile vollstreckt. Vier im Januar verurteilte Dissidenten seien hingerichtet worden, darunter der frühere Parlamentsabgeordnete und Hip-Hop-Künstler Phyo Zeya Thaw (41) und der prominente Demokratieaktivist Kyaw Min Yu (53), auch bekannt unter dem Namen Jimmy. Dies berichtete die staatliche Zeitung «Global New Light of Myanmar» am Montag. Sie seien für schuldig befunden worden, bei der Durchführung «unmenschlicher Terrorakte» geholfen zu haben.

FILE - Phyo Zeya Thaw arrives at the Myanmar parliament in Naypyitaw, Myanmar, on Aug. 19, 2015. Myanmar has carried out its first executions in nearly 50 years. Phyo Zeya Thaw, a 41-year-old former l ...
Phyo Zeya Thaw auf einem Archivbild aus dem Jahr 2015.Bild: keystone

Es handelt sich um die ersten vollzogenen Todesstrafen in dem südostasiatischen Krisenstaat seit 1990. «Die schockierende Geschwindigkeit, mit der die Todesurteile vollstreckt wurden, und die Gefühllosigkeit, mit der sie durchgeführt wurden, werden noch dadurch verschlimmert, dass die Familien – genau wie wir alle – im Nachhinein und nur durch die Medien vom Tod ihrer Angehörigen erfuhren», sagte Manny Maung von der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch der Deutschen Presse-Agentur. Er forderte die Internationale Gemeinschaft auf, dringend Massnahmen gegen die Militärregierung zu ergreifen.

FILE - Kyaw Min Yu, a pro-democracy activist talks to journalists as he arrives at Yangon airport welcomed by his wife Nilar Thein, background, also an activist and his daughter after being released f ...
Kyaw Min Yu im Jahr 2012.Bild: keystone

Bereits im Juni, nachdem die Verurteilten ihre Berufungsverfahren verloren hatten, warnten UN-Experten: «Diese Todesurteile, die von einem illegitimen Gericht einer illegitimen Junta verhängt wurden, sind ein abscheulicher Versuch, den Menschen in Myanmar Angst einzujagen.» Eine den Familien nahestehende Quelle sagte der Deutschen Presse-Agentur, die Männer seien am Sonntagmorgen gehängt worden.

Die Generäle hatten im Februar 2021 geputscht und die De-Facto-Regierungschefin Aung San Suu Kyi (77) entmachtet. Seither versinkt das frühere Birma in Chaos und Gewalt.

Phyo Zeya Thaw und Kyaw Min Yu durften ihre Familien vor wenigen Tagen noch einmal per Zoom-Schalte sehen, berichteten lokale Medien und den Familien nahe stehende Quellen. «Wir haben gehofft, die Urteile würden nicht vollstreckt, es ist einfach schrecklich», sagte eine Frau aus dem Umkreis der Familie von Kyaw Min Yu. «Die Familien dachten, sie seien noch eine Weile sicher.»

Der Aktivist hatte seit 1988 für mehr Demokratierechte gekämpft und bereits in der Vergangenheit mehr als 20 Jahre im Gefängnis gesessen. Der zunächst als Hip-Hop-Sänger bekannte Phyo Zeya Thaw war später in die Politik gegangen und zu einem engen Verbündeten Suu Kyis geworden. Gegen die Friedensnobelpreisträgerin laufen zahlreiche Verfahren wegen angeblicher Vergehen. Vor einem Monat wurde sie vom Hausarrest ins Gefängnis verlegt. (sda/dpa)

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