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Kind verschwand 2017 – nun wurde es auf Netflix erkannt und gerettet

Mädchen verschwand 2017 – jetzt wurde es in einer Netflix-Serie erkannt und gefunden

Ein verschwundenes Mädchen, eine verzweifelte Suche und ein aufmerksamer Netflix-Abonnent: Am Wochenende fand in den USA eine langjährige Fahndung nach einem vermissten Mädchen ein überraschendes Ende.
17.05.2023, 10:2517.05.2023, 13:09
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Am Samstag wurde die seit 2017 vermisste Kayla in Asheville (North Carolina) aufgespürt – der Streamingdienst Netflix spielte dabei eine entscheidende Rolle. Die Entdeckung wurde durch die Aufmerksamkeit eines Mitarbeiters einer Second-Hand-Kette möglich, der das 15-jährige Mädchen aus der bekannten Netflix-Serie «Unsolved Mysteries» wiedererkannte und sofort die Polizei verständigte. Damit endet eine intensive sechsjährige Suche nach dem vermissten Kind.

Die damals neunjährige Kayla wurde von ihrer Mutter entführt, nachdem diese das Sorgerecht verloren hatte. Kayla lebte bei ihrem Vater Ryan Iskerka in South Elgin, Illinois. Als die Mutter ihre Tochter an einem Wochenende nicht wie vereinbart zurückbrachte, wurde Kayla als vermisst gemeldet. Die hartnäckigen Ermittlungen der Behörden blieben jedoch jahrelang erfolglos, und Mutter und Tochter konnten sich der Suche entziehen.

Sechsjähriges Rätsel gelöst

Der entscheidende Moment kam am Samstag, als Mutter und Tochter ein Second-Hand-Geschäft in Asheville betraten. Ein aufmerksamer Mitarbeiter erkannte die beiden aus den Medien, in denen Kaylas Geschichte breite Aufmerksamkeit erhielt. Insbesondere wurde ihre Entführung in einer Folge der Netflix-Serie «Unsolved Mysteries» behandelt, die sich mit mehreren Fällen von Kindesentführungen durch Eltern befasst.

Die Polizei reagierte sofort auf den Hinweis und konnte Kayla schliesslich in Gewahrsam nehmen. Das sechsjährige Rätsel war gelöst. Die Mutter wurde festgenommen und wird nun gegen hohe Kaution festgehalten. Sie soll nach Illinois ausgeliefert werden, wo sie sich einer Anklage wegen Kindesentführung stellen muss.

«Wir bitten um Privatsphäre»

In einer Erklärung bedankt sich der Vater bei den örtlichen Polizei- und Feuerwehrbehörden, dem Nationalen Zentrum für vermisste und ausgebeutete Kinder (NCMEC) sowie allen anderen Strafverfolgungsbehörden, die bei der Suche nach seiner Tochter geholfen haben: «Ich bin überglücklich, dass Kayla sicher nach Hause zurückkehrt.» Er hoffe, seine Familie könne jetzt in Ruhe wieder zueinanderfinden: «Wir bitten um Privatsphäre, während wir uns wieder kennenlernen und diesen Neuanfang bewältigen.»

Dieser Fall ist besonders bemerkenswert, nicht nur wegen der langen Zeit, in der die Mutter unter dem Radar der Behörden bleiben konnte, sagt der örtliche Polizeivorsteher gegenüber US-Medien. Normalerweise hinterlassen Entführer digitale Spuren, die relativ leicht verfolgt werden können. Doch es gelang ihr, alle Social-Media-Profile zu löschen und ihre digitalen Spuren zu verwischen. Dies machte den Fall umso einzigartiger und stellte die Ermittler vor grosse Herausforderungen.

Kayla wurde mit ihrem Vater wiedervereint und ist zurück in Illinois. Der Fall der Mutter wird am 11. Juli 2023 in North Carolina verhandelt. (leo)

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12 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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invisible
17.05.2023 11:54registriert Mai 2019
Sie wurde nicht in einer Netflixserie erkannt, sondern im echten Leben, weil es diese Serie bei Netflix gibt, die u.a. diesen Fall behandelt hat. Aktenzeichen NetfliXY
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Dachsmann
17.05.2023 11:22registriert März 2023
Gut wurde das geklärt, frage mich aber, ob es sinnvoll ist, das Kind von dem Elternteil wegzureissen, mit dem es die letzten 6 Jahre während einer wichtigen Lebensphase zusammengelebt hat? Entführung klingt böse; vielleicht hat die Tochter das gar nicht als Entführung empfunden? Vielleicht lebte sie gerne mit der Mutter?

Es IST eine Entführung, unbestritten; aber vllt. ist das wiedermal ein Fall wo das, was das Gesetz will und das, was das sinnvollste ist, nicht deckungsgleich sind. Da hat die Mutter wohl rechtswidrige Tatsachen geschaffen. Tragisch.
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weissauchnicht
17.05.2023 12:41registriert März 2019
Und wie geht es Kayla damit, dass die Mutter plötzlich im Gefängnis ist? Dass sie nicht nur die Mutter, sondern das ganze soziale Umfeld (Gspänli) verloren hat, wenn sie zum mittlerweile entfremdeten Vater zurück muss? Wie geht es dem Vater nach so langer Zeit? Uff, schwierig. Nur die Mutter tut mir nicht leid…
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