International
People-News

Littlefeather: US-Schauspielerin und indigene Aktivistin ist gestorben

People-News

US-Schauspielerin und indigene Aktivistin Littlefeather gestorben

03.10.2022, 14:0503.10.2022, 14:05

Eben noch stand sie aufgrund einer Entschuldigung durch die Oscar-Akademie in den Medien, jetzt ist sie tot: die Schauspielerin und indigene Aktivistin Sacheen Littlefeather. Die Amerikanerin schrieb mit ihrem Auftritt bei der Oscarverleihung 1973 in Vertretung von Marlon Brando Filmgeschichte.

August 16, 2022, Hollywood, California, USA: Sacheen Littlefeather is finally getting what she deserves. Nearly half a century ago, the indigenous actress and activist faced mistreatment by the Academ ...
Sacheen Littlefeather im Jahr 2019.Bild: imago

Die Oscar-Akademie teilte am Sonntagabend (Ortszeit) die Nachricht ihres Todes mit. Die 75-Jährige sei am Sonntag (Ortszeit) in ihrem Haus im nordkalifornischen Bezirk Marin gestorben, berichteten mehrere US-Medien unter Berufung auf die Familie. Die Ursache sei Brustkrebs, zitierte die «Washington Post» die Nichte Calina Lawrence.

Legendärer Auftritt bei den Oscars

Bei der Verleihung im März 1973 hatte der Schauspieler Marlon Brando, der einen Oscar als bester Hauptdarsteller in «Der Pate» erhalten sollte, die damals 26-Jährige auf die Bühne geschickt. Sie sollte an seiner Stelle eine Botschaft vortragen und die Auszeichnung ablehnen. In dieser Botschaft hiess es, bis sich die Lebensbedingungen der Ureinwohner drastisch verbessert hätten, sollten Preise in diesem Land nicht entgegengenommen werden. Sacheen Littlefeather verliess damals die Bühne unter Buhrufen. Und auch danach erlebte sie immer wieder Anfeindungen.

FILE - Sacheen Littlefeather appears at the Academy Awards ceremony to announce that Marlon Brando was declining his Oscar as best actor for his role in "The Godfather," on March 27, 1973. T ...
Schauspielerin Littlefeather bei den Oscars 1973.Bild: keystone

Im August dieses Jahres hatte sich die Oscar-Akademie nach fast 50 Jahren bei Littlefeather für die Reaktionen auf deren Auftritt entschuldigt. Sie habe «unbegründet und ungerechtfertigt» Beschimpfungen ertragen müssen und für ihre Courage zu lange keine Anerkennung erhalten, hiess es in dem vom Academy-Präsidenten David Rubin unterzeichneten Brief.

Sacheen Littlefeather wurde als Marie Louise Cruz in Kalifornien geboren. Als junge Frau änderte sie ihren Namen, als sie ihre indigene Wurzeln erkundete und zur Aktivistin wurde, wie der Sender NPR berichtete. Littlefeather arbeitete laut «Washington Post» unter anderem als Model und bei einem Radiosender in San Francisco. Zudem trat sie in Werbespots auf. Brando lernte sie demnach durch ihren damaligen Nachbarn Francis Ford Coppola, dem Regisseur von «Der Pate», kennen. (lak/sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die Oscars 2022 – die Gewinnerinnen und Gewinner
1 / 25
Die Oscars 2022 – die Gewinnerinnen und Gewinner
«Coda» war dreimal nominiert und hat dreimal gewonnen. Und der wichtigste Oscar ist auch dabei, nämlich jener für den besten Film.
quelle: keystone / chris pizzello
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das könnte dich auch noch interessieren:
US-Patriots für die Ukraine: Der Zeitpunkt wirft Fragen auf
Lange hatte Kiew auf diese Nachricht gewartet: Nun genehmigen die USA den Verkauf wichtiger Raketen. Zuvor hatte es in Kiew einen Verdacht gegeben.
Die Trump-Regierung hat einen geplanten Verkauf von Patriot-Abfangraketen im Wert von 2,1 Milliarden Dollar an die Ukraine genehmigt. Das US-Aussenministerium genehmigte am Freitag den möglichen Verkauf von 500 PAC-3-MSE-Raketen. Dabei handelt es sich um die modernste im Einsatz befindliche Patriot-Variante und um eine der wenigen Waffen, die ballistische Raketen abschiessen können, wie sie von Russland eingesetzt werden. Kanada, Deutschland und Norwegen finanzieren einen Teil des Kaufs, der Rest wird durch das Ukraine-Unterstützungsdarlehen der EU finanziert. Das Pentagon erklärte, dass keine US-Mittel eingesetzt werden, der amerikanische Steuerzahler nicht belastet werde.
Zur Story