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30 eindrückliche Bilder der Besteigung des Kilimandscharos mit dem Velo

Der Kilimandscharo ist für viele Wander-Begeisterte ein Sehnsuchtsziel. Doch nicht nur. Kürzlich wagte sich eine Gruppe Schweizer auf das Dach Afrikas – mit dem Mountainbike. Ihre unglaubliche Reise in 30 starken Bildern.
12.12.2021, 18:5812.12.2021, 19:03
Reto Fehr
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Anfangs November 2021 bezwangen Beat (r.), Horst (nicht auf dem Bild), Kurt (oben links) und Urs (Mitte) den Kilimandscharo (5896 Meter über Meer) mit dem Mountainbike. Bei der 6-köpfigen Reisegruppe waren auch zwei Wanderer mit dabei:

Bild: Urs Reuss

Bei uns in den Alpen wären viele dieser Steigungen fahrbar. Doch die sauerstoffarme Luft lässt dies nicht zu. Schliesslich wollen alle am Gipfeltag noch fit sein. Deshalb ist schieben oder tragen die bessere Option. Hier ist die Gruppe auf rund 4000 Metern über Meer unterwegs:

Bild: Urs Reuss
Mit dem Velo auf den Kilimandscharo
Vermutlich waren mehr Menschen auf dem Mond als mit dem MTB auf dem Kilimandscharo. Bis 2016 war dies auch streng verboten.

Gruppenleiter Kurt Hegglin war 1988 einer der ersten, die mit dem Velo das Dach Afrikas bestiegen. «Damals gab es noch keine Mountainbikes. Wir hatten ein City-Bike mit Gepäckträger und einigen Rennvelo-Komponenten dabei», erinnert sich Hegglin. Er war damals mit zwei weiteren Schweizern unterwegs. Zu dritt trugen sie nur ein Velo hoch. Die Räder wurden aufgeteilt und einer schulterte den Rahmen. «Runter fuhren wir auf dem Gepäckträger, so konnten wir auch steilere Passagen einigermassen gut meistern.»

Die Reise 2021 organisierte er für das 30-jährige Jubiläum von «bike-adventures-tours.ch» und für ihn persönlich war es eine Rückkehr mit dem Velo auf den Kilimandscharo nach 33 Jahren. In der Schweiz gibt es einen bis zwei Anbieter, welche Velotouren auf den höchsten Berg Afrikas anbieten. Hegglin selbst will mit seiner eigenen Firma «kiliman.ch» im nächsten Jahr das Velo nur noch bis zur Kibo-Hütte mitnehmen.

So richtig los ging es auf rund 1980 Metern über Meer beim Kilema Gate, einem Nebeneingang des Kilimanjaro Nationalparks. Hier packen die Träger alles Material in ihre eigenen Gepäckstücke:

Bild: Urs Reuss

Für Velofahrer – die selten am Berg anzutreffen sind – existiert eine Route auf den Berg. Man nimmt die Kilema Cycling Route (zweite Route von rechts) und kommt bei der Horombo-Hütte mit den Wanderern der bekannten Marangu-Route zusammen. Dann geht es über die Kibo-Hütte zum Gipfel.

bild: urs reuss

Der Aufstieg dauert dreieinhalb Tage. Die Gruppe sah den Gipfel des Kilimandscharo (links) erstmals am zweiten Tag nach der Nacht im Kilema-Zeltcamp. Zuvor war er immer wolkenverhangen.

Bild: Urs Reuss

Die erste Nacht verbrachten die Mountainbiker in Zelten auf 2840 Metern über Meer. Gekocht wurde im blauen Zelt im Hintergrund.

bild: urs reuss

Die Träger haben einen Kocher dabei, mit welchem das Essen zubereitet wird. Immer wieder erstaunlich, was der Koch da immer hinzauberte.

bild: urs reuss

Das Velo lässt sich mit einem speziellen Tragsystem am besten transportieren. Die Route der Gruppe ist hier im rechten Teil des Berges mit der hellen grauen Passage bereits zu erkennen.

Bild: Urs Reuss

Da das Horombo-Camp auch mit dem Auto (praktisch nur für Notfälle) erreichbar ist, führt während den ersten beiden Tagen eine mehr oder weniger «gute» Strasse bis zur Hütte.

bild: urs reuss

Der Weg wird nach der Horombo-Hütte (3800 MüM, 2. Übernachtung) schwieriger. Hier ist bergwärts nicht ans Fahren zu denken, runter geht's.

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Bild: Urs Reuss

Danach geht es auf den Sattel zwischen dem Kilimandscharo und dem Mount Mawenzi. Der Sattel liegt auf rund 4400 Metern über Meer, steil ist es nicht, darum kann nochmals gefahren werden. Aber immer dran denken: «Pole, Pole!» (Swahili für langsam.)

bild: urs reuss

Von der Mondlandschaft sieht man den Uhuru Peak ganz links mit dem Schneefeld. Auch wenn es hier nicht so aussieht: Dieser Kegel ist unfassbar steil:

Bild: Urs Reuss

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Es wird nun steiler und die Luft dünner. Schieben ist angesagt. Die Kibo Hütte scheint zum Greifen nah, doch ist sie noch fast eine Stunde entfernt. Dafür sehen die Bergsteiger ihren Weg klar vor sich: Die helle Linie führt erst im Zickzack zum Kibo-Camp und dann geht es praktisch geradeaus steil zum Gilman's Point (5681 M.ü.M.). Dieser liegt schon auf dem Kraterrand und der Kilimandscharo gilt dort als bestiegen – auch wenn noch rund 200 Höhenmeter zum höchsten Punkt fehlen.

bild: urs reuss

Die Gruppe erreicht am dritten Tag die Kibo-Hütte auf 4750 Metern über Meer. Im Hintergrund steht der in Wolken gehüllte Mount Mawenzi (5148MüM).

Bild: Urs Reuss

Zur Akklimatisation folgt am selben Tag noch ein Aufstieg auf rund 5200 Metern über Meer.

Bild: Urs Reuss

Das Velotragesystem von Urs zeigt: Die Hände sind frei und stabil sei das Ganze auch. Die Akklimatisation ist wichtig für den Tag des Aufstiegs, der in der folgenden Nacht um ca. 1 Uhr in der Früh los geht.

bild: urs reuss

Zum Gelingen unseres Abenteuers spielten die Guides und Träger eine enorm wichtige Rolle. Wenn das Bike in der dünnen Luft zu schwer wurde, begleiten sie ihre Gäste tatkräftig durch die eine oder andere Krise. Einzig Urs hat sein Bike jederzeit selber getragen.

bild: urs reuss

Hier lohnt sich ein Besuch auch für weniger Sportliche:

Urs sagte sich vor der Gipfelbesteigung: «Ich will und werde es schaffen.» Das Velo nicht selbst zu tragen war für ihn keine Option.

bild: urs reuss

Auf 5200 Metern werden die Velos deponiert, damit diese am nächsten Tag ab hier mitgenommen werden können.

Bild: Urs Reuss

Auf dem Abstieg zurück zur Kibo-Hütte zeigt sich der Mawenzi herrlich. Nach einer kurzen Nacht folgt dann der Tag der Gipfelbesteigung.

Bild: Urs Reuss

Sonnenaufgang kurz vor dem Gipfel. Die Reste des Gletschers zeigen sich jetzt, vorher am Kraterrand war es noch stockdunkel. Urs sagt: «Wahnsinn.»

bild: urs reuss

Wo früher Gletscher waren, sind zum Teil nur noch einzelne Eistürme zu sehen. Bis in zwei bis drei Jahren dürfte er ganz vom Dach Afrikas verschwunden sein.

Bild: Urs Reuss

Geschafft! Urs fuhr/schob/trug sein Mountainbike innert drei Tagen von rund 1400 Metern auf 5895 Metern über Meer. Er sagt: «Da bist du einfach unendlich froh, hast du es geschafft. Ich hatte Tränen in den Augen, es war Minus 15 Grad, trug vier Schichten Jacken und war froh, dass die Sonne langsam wärmte.»

bild: urs reuss

«Die Zeit auf dem Gipfel ist aber kurz. Vielleicht so 15 bis 30 Minuten. Es ist kalt, du bist geschafft und es steht noch ein langer Abstieg an. Aber du bist vor allem auch einfach unglaublich glücklich.»

bild: urs reuss

Allerdings ist nicht der ganze Downhill fahrbar. Hier ein Stück mit vielleicht 150 Höhenmeter mit sehr losem Geröll oder grossen Felsbrocken: «Du musst – wohl nicht nur auf dieser Höhe – ein Trialkünstler sein, um hier alles zu fahren.»

bild: urs reuss

Die Kehren sind teilweise sehr eng. Fahrbar wären sie nur mit Hüpfen (Versetzen) – aber mach das mal auf über 5000 Metern, der Kälte und der Müdigkeit.

Bild: Urs Reuss

Noch ein letzter Blick auf die Gletscher. Urs erzählt: «Das wirkt surreal. Du weisst, die sind in ein paar Jahren weg. Du bist in Afrika und es hat Gletscher. Unglaublich.»

bild: urs reuss

Im unteren Teil wird die Strecke dann fahrbar. Von rund 4720 Metern bis ins Hotel auf 1450 Metern benötigte die Truppe rund 90 Minuten. «Ich war total im Hoch. Technisch ist das meist kein Problem, ich war voller Freude, dass ich es schaffte, hatte keine Beschwerden, mit jedem Höhenmeter, den du verlierst, geht es dir besser und es wird wärmer.

bild: urs reuss

Die Abfahrt geht natürlich auch in die Arme und Hände. Ein zweites Mal würde Urs sich der Herausforderung nicht mehr stellen. Natürlich, wer kann schon sagen, dass er mit dem Velo auf dem Kilimandscharo war? Aber für ein nächstes Mal würde er sein Velo wohl in der Kibo-Hütte lassen. Ab dort ist im Downhill vieles fahrbar.

bild: urs reuss

Zum Abschluss der Kilimandscharo-Besteigung gehörte für die Gruppe das Trägerfest. So feierten die Helfer:

Video: watson

Und ganz zum Schluss grüsste auf dem Rückflug der Kilimandscharo die Reisenden zum Abschied.

bild: Urs reuss
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