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Russland

Putin trifft Kim am Weltraumbahnhof Wostotschny in Russland

epa10857883 Russian President Vladimir Putin (R) greets North Korean leader Kim Jong Un (L) during a visit to the Vostochny cosmodrome outside of the town of Tsiolkovsky (former Uglegorsk), some 180 k ...
Kim und Putin.Bild: keystone

Putin trifft Kim an vielsagendem Ort

Mit einem gepanzerten Spezialzug ist der nordkoreanische Machthaber nach Russland gereist. Am Mittwoch traf Kim Jong Un Kremlchef Putin auf Russlands neuem Weltraumbahnhof.
13.09.2023, 11:0513.09.2023, 10:36
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Ein Artikel von
t-online

Für ihre erste Zusammenkunft seit Jahren im Fernen Osten Russlands haben Präsident Wladimir Putin und Nordkoreas Staatschef Kim Jong Un offenkundig den neuen russischen Weltraumbahnhof Wostotschny als Treffpunkt gewählt. Nach dem Kremlchef traf am Mittwochmorgen auch der Machthaber aus Pjöngjang in seinem schwer gepanzerten Sonderzug am dortigen Bahnhof ein, wie die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete. Im Tagesverlauf seien politische Gespräche geplant, hiess es.

Vermutet wird, dass Putin und Kim über Waffengeschäfte sprechen werden. Russland benötigt für seinen Angriffskrieg gegen die Ukraine dringend Munition. Nordkorea wiederum dürfte auf russische Technologie hoffen, um beispielsweise Satelliten und Atom-U-Boote zu bauen. Für Kim, der vorab die «strategische Wichtigkeit der Beziehungen» beider Länder beschwor, ist es der zweite Besuch in Russland nach einem Treffen mit Putin im April 2019 in Wladiwostok.

In this photo taken and provided by the Press Office of the Primorsky Krai Region Administration, North Korea's leader Kim Jong Un, center, steps down from his train after crossing the border to  ...
Kim strahlt.Bild: keystone
epa10857897 Russian President Vladimir Putin and North Korean leader Kim Jong Un visit the Vostochny cosmodrome outside of the town of Tsiolkovsky (former Uglegorsk), some 180 km north of Blagoveschen ...
Kim und Putin schauen sich das Kosmodrom Wostotschny an.Bild: keystone

Putin verspricht Kim Hilfe bei Weltraumprogramm

Bei dem Treffen im Fernen Osten Russlands soll es vor allem um ein Thema gehen: Russlands Angriffskrieg gegen die Ukraine. Die USA verdächtigen Russland, den Termin zu nutzen, um nordkoreanische Waffen und Munition zu kaufen. Es wäre ein internationaler Tabubruch, der den Krieg weiter eskalieren könnte.

Moskau und Pjöngjang dementieren den Vorwurf, doch Experten zufolge könnte der Deal bereits abgeschlossen sein. Nordkorea könnte im Gegenzug neben Nahrungs- und Düngemittel an russischer Satelliten- und Raketentechnologie interessiert sein. Nordkorea betreibt ein eigenes Weltraumprogramm und versuchte vor wenigen Wochen erneut vergeblich, einen eigenen Spionagesatelliten ins All zu schicken.

Der Ort ihres Treffens – der hochmoderne russische Weltraumbahnhof Wostotschny, von wo aus im August die Sojus-2-Rakete zum Mond gestartet ist (und scheiterte) – könnte ein Hinweis darauf sein, dass Russland das nordkoreanische Weltraumprogramm mit Knowhow unterstützen könnte.

(t-online/dpa)

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Kim Jong Un reitet auf dem heiligen Paektu
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Kim Jong Un reitet auf dem heiligen Paektu
Kim Jong Un reitet auf dem höchsten Berg Paektu auf einem weissen Pferd. (Alle Bilder: KCNA)
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30 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Chris VoGu
13.09.2023 11:44registriert Juni 2016
Wieviel ist das Versprechen für ein Weltraumprogramm von Putin noch wert nach der gescheiterten Mondmission? Dieses Scheitern hat einmal mehr gezeigt, wie abhänig Russland von westlicher Technologie ist und nicht im Stande ist dieses Manko durch eigene entwickelte Technologie zu kompensieren. Natürlich sind die Saktionen nicht komplett wasserdicht, aber es kommt massiv weniger an seit den Sanktionen und dies zeigt Wirkung . Und wird noch vielmehr Wirkung zeigen in den kommenden Jahren.
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Haarspalter
13.09.2023 12:23registriert Oktober 2020
Einen Machthaber mit Flugangst an einem Weltraumbahnhof zu treffen, passt gut zu Putins sadistischen Psycho-Spielchen.

Für Angela Merkel, welche Angst vor Hunden hat, liess er ja auch extra für das Treffen einen grossen schwarzen Hund in den Kreml bringen.
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René Obi
13.09.2023 11:57registriert Oktober 2015
Kim ist also einer seiner letzten Partner. Sieht nicht wirklich gut aus für Putin. Vielleicht wendet es sich ja wirklich zum Guten. Auch anderswo... die Hoffnung stirbt zu letzt.
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