International
Schweiz

Seco-Staatssekretärin zu Trumps Zöllen: Müssen uns damit abfinden

Helene Budliger Artieda, State secretary for economy, informs during a press conference on the new import tariffs into the US, Friday, November 14th, 2025, in Berne, Switzerland. (KEYSTONE/Alessandro  ...
Helene Budliger glaubt nicht, dass sich durch das Supreme-Court-Urteil viel ändert.Bild: keystone

Helene Budliger Artieda: «Müssen uns mit Zöllen abfinden»

Staatssekretärin Helene Budliger Artieda hat angesichts der jüngsten Entwicklungen im US-Zollstreit zur Geduld gemahnt.
22.02.2026, 09:2722.02.2026, 09:27

«Nicht ausgeschlossen ist, dass die US-Administration weitere Zölle mit einem neuen Erlass einführen könnte», sagte sie zum «Sonntagsblick».

Derzeit sei noch einiges unklar, sagte die Seco-Staatssekretärin weiter. Man werde sich ein paar Tage gedulden müssen. Man sei jedoch auf alle Szenarien vorbereitet gewesen und gehe davon aus, dass die Zölle so oder so bestehen blieben. Die USA hätten öffentlich kommuniziert, dass es noch andere rechtliche Möglichkeiten gebe, etwa über die Section 232 zur nationalen Sicherheit oder die Section 301 zu unlauteren Handelspraktiken.

«Ich vermute, wir müssen uns mit den US-Zöllen abfinden.»

Mit der neuesten Ankündigung von US-Präsident Donald Trump soll ein temporärer Zusatzzoll von 15 Prozent eingeführt werden. Damit schöpft Trump die Höchstgrenze eines Handelsgesetzes aus dem Jahr 1974 aus, auf das er sich beruft und das Zölle für bis zu 150 Tage erlaubt. Ob damit auch Schweizer Importgüter betroffen sind, die bislang unter dem Prozentsatz von 15 gelegen hätten, kläre man laut Budliger Artieda derzeit ab. In jedem Fall komme es auf die Warenkategorie an, und es könne sich auch wieder ändern.

Herausforderungen, aber auch Chancen

Laut der Seco-Staatssekretärin könne die veränderte Ausgangslage neben Herausforderungen auch Chancen bieten. «Oberstes Ziel bleibt, die Arbeitsplätze sowie den Produktionsstandort Schweiz zu sichern und unseren Unternehmen einen möglichst guten Zugang zum wichtigen US-Markt zu gewährleisten», sagte sie.

Trump hat noch weitere Optionen

Mit einer Erhöhung auf 15 Prozent würden für Produkte aus der Industrie allerdings dann rund 20 Prozent anfallen. Denn das Seco geht davon aus, dass die neuen Prozentsätze auf jene aufgeschlagen werden, die vor dem April 2025 galten – und das waren für viele Industrieprodukte 5 Prozent. Würde sich das bewahrheiten, lägen die Zölle über der Obergrenze, die im November vereinbart worden war, berichtet die NZZ am Sonntag. Immerhin: Die 15 Prozent gelten erst einmal für 150 Tage, danach bräuchte Trump die Zustimmung des Kongresses.

Gleichzeitig hat Trump noch andere Optionen. Er kann beispielsweise Zölle auf Waren verhängen die die nationale Sicherheit der USA bedrohen – bei Stahl und Aluminium hat er dies bereits getan. Gleichzeitig kann er eine Prüfung unangemessener und diskriminierender Handelspraktiken eines Landes ins Rollen bringen, ohne dafür die Zustimmung des Kongresses einzuholen, berichtet die NZZ am Sonntag.

Teile der Strafzölle sind unrechtmässig

Am Freitag hatte der Oberste US-Gerichtshof zahlreiche von Trump unter Berufung auf das Notstandsgesetz IEEPA verhängte Zölle für unrechtmässig erklärt. Die Regierung habe damit rechtswidrig gehandelt, als sie unter Verweis auf das Gesetz aus dem Jahr 1977 Zölle gegen Dutzende Handelspartner eingeführt habe. Betroffen sind unter anderem die sogenannten reziproken Zölle sowie Aufschläge im Zusammenhang mit Fentanyl.

Nicht Gegenstand des Urteils sind hingegen produktbezogene Zölle etwa auf Stahl, Aluminium oder Autos, die auf einer anderen gesetzlichen Grundlage beruhen. (vro/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Donald Trump in der Schweiz
1 / 12
Donald Trump in der Schweiz

Am Mittwochmittag ist der US-Präsident Donald Trump in Zürich gelandet.

quelle: keystone / evan vucci
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Trump über die Schweiz: «Die zerstören ihr Land»
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
16 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
LuLuke
22.02.2026 09:04registriert Februar 2021
Bringt es Sicherheit wenn man mit Trump und seiner Clique verhandelt? Wohl eher nicht.
440
Melden
Zum Kommentar
avatar
maruhu
22.02.2026 09:10registriert Januar 2021
Ach, von daher kommt also diese Bücklings-/Kriechereieinstellung der Schweiz und darum erleben wir immer wieder ein Fiasko.
391
Melden
Zum Kommentar
avatar
Andi Weibel
22.02.2026 09:32registriert März 2018
Die offizielle Schweiz will sich also auf die Seite des Möchtegern-Diktators anstatt auf die Seite der Gerichte stellen. Was für eine Schande.
360
Melden
Zum Kommentar
16
Trump schickt Schiff nach Grönland – und provoziert damit Dänemark erneut
Die USA wollen nach Angaben von Präsident Donald Trump ein Lazarettschiff nach Grönland schicken und riskieren damit neue Spannungen im Verhältnis zum Nato-Partner Dänemark.
Es solle bei der Versorgung von Kranken helfen, die auf der Arktisinsel keine Hilfe bekämen, schrieb Trump in einem Post auf seiner Plattform Truth Social. «Es ist auf dem Weg!!!» Er sprach von einem «tollen» Schiff, nannte ansonsten aber keine weiteren Einzelheiten.
Zur Story