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Liveticker WEF: Über 60 Treffen für den Gesamtbundesrat

The logo of the WEF pictured on a window of the Congress Center as participants and artificial intelligence generated artwork by Turkish American media artist Refik Anadol are reflected inside the con ...
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Liveticker

Über 60 Treffen für Amherd und Co. +++ WEF kämpft gegen Falschinformationen

Vom 15. bis 19. Januar findet in Davos das jährliche Treffen des World Economic Forum (WEF) statt. Alle News im Ticker.
19.01.2024, 12:11
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11:43
Bundesrat mit über 60 WEF-Treffen
Über 60 bilaterale Treffen an vier Tagen: Der Bundesrat hat am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos GR einen regelrechten Gesprächsmarathon absolviert. Die jeweils rund 30-minütigen Kurzvisiten mit Staats- und Regierungschefs dienten vor allem der Beziehungspflege. Und die Landesregierung ersparte sich damit vielleicht die eine oder andere Reise ins Ausland.

Ein gedrängtes Programm absolvierte Bundespräsidentin Viola Amherd. Sie führte von Montag bis Donnerstag nicht weniger als 20 bilaterale Gespräche, wie ihr Departement der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage mitteilte. Einem noch dichteren Terminplan folgte Wirtschaftsminister Guy Parmelin. Er hielt gemäss Angaben seines Departements mehr als zwei Dutzend bilaterale Treffen ab. Bei gewissen Treffen waren gleich mehrere Bundesratsmitglieder dabei.

Aussenminister Ignazio Cassis absolvierte am WEF elf offizielle Treffen und mehrere Dutzend informelle Zusammenkünfte, wie sein Sprecher mitteilte. Seine Prioritäten lagen bei den Kriegen in der Ukraine und im Nahen Osten, sowie beim EU-Dossier und der geplanten Friedenskonferenz zur Ukraine.

Umweltminister Albert Rösti war von Dienstagmittag bis Mittwochnachmittag am WEF. In dieser Zeit fanden fünf geplante Treffen statt. Dazu kamen noch einige spontane Zusammenkünfte, wie es aus seinem Departement hiess.

Einen steilen Einstieg hatte der neue Bundesrat Beat Jans. Er reiste für zunächst sechs geplante Treffen nach Davos. Vor Ort kamen dann noch drei weitere, spontane Gespräche dazu. Sein Hauptthema war die Migrationspolitik.

Finanzministerin Karin Keller-Sutter nahm am Dienstag und Mittwoch an insgesamt sieben bilateralen Treffen teil. Die Zahl entspreche zwischen 15 und 20 Prozent ihrer jährlichen internationalen bilateralen Treffen, teilte ein Sprecher mit.
10:31
Wohnungsnot für Sicherheitsleute am WEF
WEF-Direktor Alois Zwinggi hat zum Ende des Jahrestreffens in Davos davor gewarnt, dass wegen der horrenden Wohnungspreise auch das bezahlbare Angebot für Sicherheitsleute schwindet. Sollten diese keine Schlafgelegenheit mehr finden, werde es schwierig.

Man dürfe nicht vergessen, dass rund um das WEF in Davos tausende Sicherheitskräfte im Einsatz stehen, sagte Zwinggi im Gespräch mit Keystone-SDA. Auch diese brauchten eine Schlafgelegenheit.

Wegen der vielen Trittbrettfahrer würden die Preise der Wohnungen aber derart hochgetrieben, dass das bezahlbare Angebot immer knapper werde. Die Stadt Davos zählt normalerweise etwas über 12'000 Einwohnerinnen und Einwohner. Während der WEF-Woche steigt diese Zahl auf bis über 40'000 Personen. Dies zeige das massive Paralleluniversum des Forums, dessen Gästezahlen seit zehn Jahren konstant bei 2800 Personen liegt.

Das WEF könne nicht mehr in Davos ausgerichtet werden, sollten die Sicherheitsleute keine finanzierbaren Schlafgelegenheiten finden.
Generell halte man aber am Standort fest und pflege auch in diesem Bereich einen «extrem produktiven» Dialog mit der Gemeinde.

Dieser führte auch zu schärferen Regeln für die Temporärbauten der Trittbrettfahrer an der Promenade. Die Aufbauarbeiten dafür durften erst in der zweiten Januarwoche, und damit eine Woche vor dem Jahrestreffen, beginnen. Auch in Zukunft werde man die Trittbrettfahrer diesbezüglich in die Schranken weisen, kündigte Zwinggi an. (sda)
10:29
WEF kämpft gegen Falschinformationen in sozialen Medien
Während des WEF in Davos sind in den sozialen Medien dutzende Falschinformationen zum Jahrestreffen verbreitet worden. Ein Problem, dessen sich auch WEF-Direktor Alois Zwinggi bewusst ist. Er will darum den öffentlichen Dialog fördern und kündigte eine Initiative an.

Es sind täuschend echte Videos, die Reden auf dem Podium des Weltwirtschaftsforums (WEF) zeigen, die gar nie stattgefunden haben. Von künstlicher Intelligenz (KI) generierte Bilder, die Falschinformationen über das Jahrestreffen verbreiten.

«Das ist ein extrem relevantes Thema für uns», sagte Zwinggi im Gespräch mit der Nachrichtenagentur Keystone-SDA. Ein von der WEF-Organisation veröffentlichter Risiko-Report unterstreicht das Problem zusätzlich: Experten gehen dort davon aus, dass Falschinformationen für die nächsten zwei Jahre die grösste Gefahr für die Weltgemeinschaft sind. (sda)
8:54
KI als eine der grössten Gefahren
Die KI-​unterstützte Fotomontage zeigt das «Rolex Learning Center» der EPFL und das Hauptgebäude der ETH Zürich.
Bild: ETH Zürich
Das Weltwirtschaftsforum hat KI in seiner Risikoumfrage als eine der grössten Gefahren der nächsten Jahre eingestuft. Da geht es vor allem um Falschinformationen im Superwahljahr mit Urnengängen in den USA, in Grossbritannien oder Indien. Mit Künstlicher Intelligenz könne gefälschtes Material in Windeseile Unmengen von Wählern erreichen, warnt Carolina Klint von der Beratungsfirma Marsh McLennan.

Einen Vorgeschmack hat auch die deutsche Bundesregierung schon bekommen: Im November kursierte ein manipuliertes Video von Olaf Scholz. Dem Bundeskanzler wurde in den Mund gelegt, die Regierung strebe ein Verbot der AfD an.

Meta-Manager Clegg hält viele Warnungen für übertrieben. Doch der führende KI-Wissenschaftler des Konzerns, Yann LeCun, räumt auch ein: «Gefährliche Desinformation zu erkennen, ist sehr schwierig. Wir haben nicht die ideale Technologie dafür.» Bei aller Schwarzmalerei müsse man aber bedenken: Wenn KI für Cyberattacken genutzt werde, könne man mit der gleichen Technologie solche Attacken erkennen und Schwachstellen ausmerzen.

LeCun betont auch deutlich, was KI-Anwendungen noch nicht können: «Anders als manche behaupten, haben wir noch kein System, das die menschliche Intelligenz erreichen würde.» KI könne sich noch nicht erinnern, nicht nachdenken und planen, die Welt nicht verstehen. Daran könnten auch grössere Datenmengen und Computer nichts ändern, nötig seien noch unbekannte wissenschaftliche Durchbrüche. «Und das wird nicht schnell passieren, sondern Jahre, wenn nicht Jahrzehnte brauchen.» (awp/sda/dpa)
2:41
IAEA-Chef Grossi ist zuversichtlich für Schweizer Kernenergie
Der Chef der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, hat der Kernenergie in der Schweiz eine «ausgezeichnete Zukunft» vorausgesagt. Ein Ende der Kernenergie sei hierzulande nicht in Sicht, sagte Grossi in einem Interview vom Freitag sagte.
FILE - International Atomic Energy Agency (IAEA) Director General, Rafael Grossi, arrives for an IAEA Board of Governors meeting in Vienna, Austria on Nov. 22, 2023. North Korea may have started opera ...
Bild: keystone
Die Atomkraftwerke in der Schweiz seien makellos und die Sicherheit auf höchstem Niveau, sagte der Argentinier der Zeitung «Le Temps» am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos GR. «Daher denke ich, dass Ihr Land auch in den kommenden Jahrzehnten zu den Betreiberstaaten gehören wird».

Da der Bau neuer Kraftwerke in der Schweiz verboten ist, müsste das Land die Laufzeit der bestehenden Reaktoren verlängern, wenn es diese Energie weiterhin nutzen will. Dies sei «einer der effizientesten Wege, um weiterhin von der Kernenergie zu profitieren», sagte Grossi.

Er nahm das Kernkraftwerk Beznau im Kanton Aargau als Beispiel. Dessen Betrieb startete 1969, wie Grossi sagte. «Wir nähern uns einem Lebenszyklus von einem Jahrhundert für die ältesten Kernkraftwerke», sagte er.


Nach Jahren des Desinteresses – Deutschland stieg im vergangenen Jahr aus der Atomenergie aus – wird die Kernenergie laut Grossi nun eindeutig als eine Lösung für die Zukunft gesehen. Frankreich erwägt beispielsweise den Bau von acht neuen Kraftwerken bis zum Jahr 2050.

Grossi erinnerte im Interview daran, dass die Staaten, die an der Weltklimakonferenz COP28 teilgenommen haben, die Kernenergie als Teil der Lösung für die Klimakrise anerkennen. Eine Energiewende ohne Atomkraft ist nach Grossis Meinung «absolut unmöglich».

Der argentinische Diplomat rief daher zu einer «Rückkehr zum Realismus» auf. Zudem konterte er die Kritik an der Kernenergie, insbesondere hinsichtlich des Atommülls «In 70er-Jahren haben wir nie auch nur das geringste Problem mit dem Abfall gehabt», sagte er. «Wir brauchen einfach langfristige Lagerstätten.» (sda)
00:35
Interpol warnt vor neuen Online-Kriminalitätsformen
Virtuelle Welten und künstliche Intelligenz haben die Polizei mit neuen Tatorten konfrontiert. Dafür müssten Fahnder sich rüsten, meint die Polizeiorganisation Interpol. Sie sieht aber auch Chancen.

Die zunehmende Verbreitung digitaler Welten stellt Fahnder nach Einschätzung der internationalen Polizeiorganisation Interpol vor eine grosse Herausforderung. Virtuelle Welten könnten sich über die Zuständigkeit der Justizbehörden mehrerer Länder erstrecken, während die dazugehörigen Systeme und Geräte komplex und uneinheitlich seien, erklärte Interpol in einer auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos GR am Donnerstag vorgelegten Studie.

Die Polizei könne mit virtuellen Tatorten konfrontiert werden, an denen es keine physischen Beweise zu sammeln gebe, sondern nur digitale Interaktionen mit virtuellen Vermögenswerten wie etwa Kryptowährungen. Solche Online-Umgebungen seien dynamisch, was bedeutet, dass Beweise leicht verschwinden oder verändert erscheinen könnten, so Interpol. Nichtsdestotrotz böten digitale Welten auch Möglichkeiten für die Strafverfolgung, die von Simulationen und virtueller Tatortsicherung bis hin zu virtuellem Training reichten.

Interpol mahnte in der Studie die Notwendigkeit an, dass Fahnder und Spezialisten für digitale Forensik und das Justizsystem die virtuelle Welt und die damit verbundene Technologie verstehen müssten. Dies sei erforderlich, um die Sicherheit der virtuellen Umgebung zu gewährleisten und die Rechte des Einzelnen dort zu schützen.

Interpol ist mit 196 Mitgliedsstaaten die weltgrösste Polizeiorganisation und koordiniert internationale Polizeizusammenarbeit. Ihr Vorgänger wurde 1923 in Wien gegründet. Über Interpol tauschen Staaten unter anderem Informationen zu gesuchten Personen aus. (sda/dpa)
21:35
Anzeige gegen israelischen Präsidenten Isaac Herzog eingereicht
Bei der Berner Kantonspolizei sind am Dienstag an die Bundesanwaltschaft adressierte Strafanzeigen gegen den israelischen Staatspräsidenten Isaac Herzog eingegangen. Die Strafanzeigen würden nun gemäss dem üblichen Vorgehen geprüft, teilte die Bundesanwaltschaft auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA am Donnerstagabend mit.

Man stehe in Kontakt mit dem Eidgenössischen Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA), um die Frage der Immunität der betreffenden Person zu prüfen, hiess es weiter. Worauf genau die Strafanzeigen lauten, beantwortete die Bundesanwaltschaft auf Anfrage nicht.

Die Strafanzeigen wurden laut Informationen von Keystone-SDA von einer Gruppe mit dem Namen «Legal Action Against Crimes Against Humanity» eingereicht. In einer Mitteilung schreibt die Gruppe: «Wir erhoffen uns die Eröffnung einer Strafuntersuchung; eine solche Untersuchung könnte parallel zu den Verfahren vor dem Internationalen Gerichtshof stattfinden.» Man sei der Überzeugung, dass die Schweiz verpflichtet sei, eine Untersuchung zu führen, heisst es weiter.

Die Schweiz habe die diplomatische Immunität schon mehrfach nicht berücksichtigt, so etwa beim ehemaligen gambischen Präsidenten Yahya Jammeh. Dies solle konsequenterweise auch bei «westlichen Verbrechern» gelten, liess die Gruppe weiter verlauten.

Was die Gruppe dem am Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos weilenden israelischen Staatspräsidenten konkret vorwirft, geht aus der Mitteilung nicht hervor.

Israel muss sich gegenwärtig wegen der Militäroperation im Gazastreifen, mit der das Land auf die Massaker der radikalislamischen Hamas und weiteren Gruppierungen in Israel am 7. Oktober 2023 mit über 1200 Toten reagiert, erstmals wegen des Vorwurfs des Völkermordes vor dem Internationalen Gerichtshof der Uno verantworten.

Herzog weilte am Donnerstag in Davos GR am noch bis Freitag stattfindenden Weltwirtschaftsforum und hielt dort eine Rede. (sda)
Israel's President Isaac Herzog, left, arrives at the Annual Meeting at the World Economic Forum in Davos, Switzerland, Thursday, Jan. 18, 2024. The annual meeting of the World Economic Forum is  ...
Bild: keystone
13:16
Bundespräsidentin Amherd zieht positive Bilanz
Die Schweiz bekräftige ihr Engagement für einen gerechten und dauerhaften Frieden in der Ukraine, so Amherd.

Freihandel sei mit Vietnam und Thailand diskutiert worden.
Der aussenpolitische Dialog mit China werde neu aufgenommen: Themen seien Menschenrechte und Handel.

Für die Schweizer Diplomatie sei das WEF eine exzellente Gelegenheit gewesen.

Der Gesamtbundesrat sei über die Pläne zur Friedenskonferenz informiert worden, es sei aber kein Entscheid des Gesamtbundesrats nötig.

Es sei noch nicht möglich gewesen, auf den jüngsten Konflikt zwischen Iran und Pakistan zu reagieren.

In jedem Gespräch sei die geopolitische Lage Thema gewesen, so auch der Nahe Osten.

In den letzten Jahrzehnten sei zulasten der Armee gespart worden. Doch in der aktuellen Lage sehe man Lücken, die geschlossen werden müssten. Das bedinge mehr Investitionen.

Das EU-Dossier sei aktuell sehr gut unterwegs. Das EDA habe im letzten Jahr sehr gut gearbeitet. Der neue Verhandlungsentwurf sei ein entscheidender Meilenstein.

Die Schweiz sei immer auf der Seite des Völkerrechts. In der Schweiz gebe es keine rechtliche Grundlage, konfiszierte Gelder an jemand anderen auszuzahlen. Aber dass es Reparaturzahlungen seitens des Aggressors geben müsse, das unterstütze die Schweiz.

Die Bundesratsmitglieder hätten sich während des WEF immer wieder mal getroffen. Mit Beat Jans habe Amherd etwa einen Kaffee getrunken.
Nächste Woche reise Amherd nach Wien, bald auch nach New York.
10:23
«Seit Tag 1 bemühen wir uns, humanitäre Lieferungen aufrechtzuerhalten»
Israel könne bis zu 400 Lastwagen pro Tag überprüfen. Herzog sei selbst an einem Grenzübergang gewesen. Man tue alles Mögliche, um humanitäre Hilfsgüter zur Bevölkerung Gazas zu bringen. Die Herausforderung sei, die Lieferungen aufrechtzuerhalten, ohne dabei beschossen zu werden.

Der Feind sei grausam und sadistisch. Die Freilassung der Geiseln sei ein zentrales Element im Krieg.

Das israelische politische System sei immer sehr interessant, mit vielen Debatten. Doch der Terrorangriff der Hamas habe nichts damit zu tun. Es sei aus dschihadistischer Motivation geschehen, mit dem Ziel, Juden zu töten.

Es sei nötig, in Zukunft so hart wie möglich daran zu arbeiten, einen neuen Dialog mit den Palästinensern zu ermöglichen.

Man müsse Terror erbarmungslos bekämpfen, weltweit, so Herzog.

Der Vorschlag Saudi-Arabiens zu einem anhaltenden Frieden sei eine Möglichkeit, in der ganzen Region eine bessere Zukunft zu schaffen. Die Normalisierung der Beziehungen mit Saudi-Arabien sei essenziell.

Israel liebe den Frieden, wolle den Frieden, strebe nach Frieden. Doch man werde alles für die Sicherheit der eigenen Nation tun. Israelis hätten Vertrauen in den Friedensprozess verloren, weil Nachbarn Terror verherrlichten, so der israelische Präsident.

Südafrikas Aktionen gegenüber Israel seien empörend. Es sei heuchlerisch, gegenüber Israel den Vorwurf des «Genozids» zu erheben. Herzog ruft die ganze internationale Gemeinschaft dazu auf, sich an die Seite Israels zu stellen.

Man dürfe bösen Kräften nicht erlauben, zu gewinnen.
10:03
Israels Präsident spricht
Herzog zeigt ein Bild des jungen Kfir, der heute seinen 1. Geburtstag in Hamas-Gefangenschaft verbringe.

Ein böses Imperium, ausgehend von Iran, verlange eine Koalition als Widerstand, so Herzog. Wäre Israel nicht da, wäre Europa als Nächstes dran, ergänzt der israelische Präsident.

Er habe eine Botschaft für alle Nachbarn Israels, besonders die Palästinenser: Terror sei das grösste Hindernis auf dem Weg zum Frieden. Der Terror müsse beendet werden. Hamas unterstütze Terror, gegen LGBTQ wie gegen Juden. Terror sei inakzeptabel, darum sei Israel jetzt im Krieg.

Als sich Israel aus Gaza zurückgezogen habe, habe Hamas daraus eine Terrorbasis für Iran gemacht. Israel kümmere sich um die Bevölkerung in Gaza, es sei schmerzhaft, dass ihre Nachbarn so sehr leiden müssten.

Man habe im Gazastreifen «IS»-Flaggen in Schulen und Ausgaben von Hitlers Buch «Mein Kampf» in Wohnzimmern gefunden.

Mit den Huthis habe ein kleiner Stamm von 50'000 Personen Waffen von imperialem Kaliber.

Israel habe verschiedenste Möglichkeiten ausgeschöpft im Dialog mit den Palästinensern. Jetzt sei es an ihnen, zu zeigen, dass sie am Frieden interessiert seien. Es brauche eine Vision, wie man zusammen leben könne, eine Vision für die Zukunft von Gaza. Es sei jetzt nötig, dass Palästinenser ihre Kinder nicht zum Hass erziehen und Terror nicht glorifizieren.

Die Aktionen im Gazastreifen konzentrierten sich auf den Süden, weil man die Hamas-Anführer dort vermute. Es gehe jetzt darum, Sicherheit für Israel und die Palästinenser zu garantieren. Man werde einen Dialog mit den Palästinensern in Gaza und der Palästinensischen Autonomiebehörde benötigen.
Israels Präsident Herzog am WEF
Bild: Screenshot WEF
4:51
Rede von Israels Präsident Isaac Herzog mit Spannung erwartet
Mit Spannung wird heute die Rede des israelischen Präsidenten Isaac Herzog erwartet. Herzog will Staats- und Regierungschefs dazu drängen, sich mehr für eine Befreiung der israelischen Geiseln der radikalislamischen Hamas in Gaza zu engagieren.

Neben seinem Auftritt im Davoser Kongresszentrum ist auch ein Treffen mit Aussenminister Ignazio Cassis geplant, wie dieser am Mittwoch vor den Medien sagte. Er kündigte an, dabei den Respekt gegenüber dem Völkerrecht zu bekräftigen. «Diese humanitäre Katastrophe muss zum Ende kommen.»

Der Donnerstag gilt als der letzte relevante Tag am WEF. So tritt auch der Präsident der Schweizerischen Nationalbank (SNB) Thomas Jordan in Davos auf. Er widmet sich der Frage, wie es angesichts der tiefgreifenden Veränderungen und Herausforderungen in der Weltwirtschaft mit der Geldpolitik weitergehen soll. (sda)
Israel's President Isaac Herzog speaks during an interview at his official residence in Jerusalem, Thursday, Dec. 14, 2023. (AP Photo/Maya Alleruzzo)
Bild: keystone
4:48
Bundesräte ziehen nach Minister-Treffen am WEF Bilanz
Am Donnerstag ziehen die Bundesräte am (WEF) Bilanz nach den Treffen mit zahlreichen Amtskolleginnen und Amtskollegen aus anderen Ländern.

Wichtiges Treffen zum EU-Dossier

Cassis trifft am Donnerstag unter anderem den für das Schweizer Dossier zuständigen Vizepräsidenten der EU-Kommission, Maros Sefcovic. Dieses ist von besonderem Interesse, weil der Bundesrat in diesem Jahr mit der EU über ein Paket von Abkommen zu den künftigen Beziehungen verhandeln will.

Für Bundespräsidentin Amherd ist dieses Dossier laut eigenen Angaben das Wichtigste in ihrem Präsidialjahr. Sie will am Donnerstag Bilanz zu ihren Gesprächen am WEF ziehen. Ausserdem steht für sie noch ein Treffen mit Tunesiens Premierminister auf dem Programm. Auch Wirtschaftsminister Guy Parmelin kündigte am Donnerstag eine Bilanz zu seinen Gesprächen an. (sda)
epa11083213 Switzerland's Federal President Viola Amherd attends a press conference at the House of Switzerland on the sideline of the 54th annual meeting of the World Economic Forum (WEF), in Da ...
Bild: keystone
18:55
Pedro Sánchez ruft zur Sicherung von Wohlstand der Mittelschicht und Arbeiterklasse auf
epa11085509 Spanish Prime Minister Pedro Sanchez speaks during a plenary session in the Congress Hall as part of the 54th annual meeting of the World Economic Forum (WEF), in Davos, Switzerland, 17 Ja ...
Bild: keystone
Spaniens sozialistischer Regierungschef Pedro Sánchez hat beim Weltwirtschaftsforum in Davos dazu aufgerufen, den Wohlstand der Mittelschicht und der Arbeiterklasse zu sichern. Der Vormarsch rechtsextremer Kräfte sei nur ein Symptom für tiefer liegende Probleme.

«Eines davon ist die Schwächung der Mittel- und Arbeiterklasse, die nicht immer von den wirtschaftlichen Veränderungen der vergangenen Jahrzehnte profitiert hat, die unter der Finanzkrise von 2008 und 2012 gelitten hat und nun ängstlich in die Zukunft blickt, während ihre Kaufkraft schwindet», sagte Sánchez bei einer Rede am Mittwoch.

Für einen wachsenden Teil der Menschen werde es immer schwieriger, etwas Geld zu sparen, ein Haus zu kaufen oder einfach nur in die Ferien zu reisen. «Wir müssen diese Erosion stoppen, und zwar ohne uns von unseren Werten, der ökologischen Krise oder den Bedürfnissen der ärmeren Länder abzuwenden», betonte der Regierungschef der viertgrössten Volkswirtschaft der EU. Eine verantwortungsbewusste Entwicklung der Künstlichen Intelligenz und eine Stärkung der regelbasierten internationalen Beziehungen seien entscheidend für eine bessere Zukunft.

Die Risiken dürften jedoch keinesfalls unterschätzt werden. Wenn die gesteckten Ziele einer nachhaltigen Entwicklung verfehlt würden und die Durchschnittstemperatur um mehr als 1,5 Grad steige, würden Ökosysteme zerstört und die Wirtschaftsleistung sinken. Die Zahl der demokratisch verfassten Staaten könne durch Fake News und eine weitere politische Polarisierung abnehmen und die soziale Ungleichheit durch eine falsch gesteuerte Digitalisierung zunehmen. «Dies ist keine Dystopie (pessimistisches Zukunftsbild), sondern eine durchaus mögliche Zukunft, wenn wir uns von Trägheit oder Resignation mitreissen lassen. Es steht viel auf dem Spiel», sagte Sánchez. (awp/sda/dpa)
16:10
Javier Milei schiesst am WEF gegen Sozialismus
Mileis Rede ist ideologisch geprägt und richtet sich primär gegen «Sozialisten» und ihre Politik. Die westliche Welt sei in Gefahr: Konsequenz der aktuellen Politk seien Sozialismus und Armut.

Nur ein freies Unternehmertum sei moralisch vertretbar. Der Kapitalismus habe zu einem explosionsartigen Anstieg des Wohlstands geführt. Kapitalismus sei «das einzige System», das man verwirklichen sollte.

Milei schimpft über «radikale Feministen» und die «unsägliche Geschlechterdebatte». Der Westen wende sich dem Sozialismus zu, was lächerlich sei.

Milei sagt weiter, unter dem Strich seien «Sozialisten, Neonazis, Rechtsradikale und fortschrittliche Globalisten» alle gleich: Sie wollten, dass der Staat über das Leben bestimme. Dem müsse man entgegenwirken. Er warnt vor «Parasiten beim Staat» und schliesst mit den Worten: «Es lebe die Freiheit!»
Javier Milei am WEF
Bild: Screenshot WEF
10:58
UNO-Generalsekretär Guterres spricht
Es müsse eine Abkehr von fossilen Energieträgern geben.
Gewisse Länder täten alles ohne Rücksicht, um ihre Ziele zu erreichen.
Die Ungleichheit nehme weltweit zu. Die Ärmsten würden immer ärmer.
Zinsen würden die ärmsten Länder schwer belasten, so António Guterres.

Schwellenländer müssten leichteren Zugang zu Künstlicher Intelligenz haben, um von den Chancen profitieren zu können.

Die Kriege in der Ukraine und im Nahen Osten sollten unter Berücksichtigung der Prinzipien der UNO-Charta beendet werden, so Guterres. Grenzen seien zu respektieren.

Es sei dringend nötig, die Schuldenlast bei Schwellenländern zu verringern.

Multipolarität sei etwas Positives.

Länder wie Israel, die Türkei und Iran hätten zum Teil mehr Einfluss in den aktuellen Konflikten als die Veto-Mächte des UNO-Sicherheitsrats.

Die Zwei-Staaten-Lösung sei unumgänglich. Eine Eskalation mit dem Libanon müsse um jeden Preis verhindert werden.
Guterres am WEF
Bild: Screenshot WEF
10:11
Sachbeschädigungen bei Anti-WEF-Demo in Zürich
Anti-Wef-Demonstration Smash WEF - Fight back in Zuerich am Dienstag, 16. Januar 2024. (KEYSTONE/Walter Bieri)
Bild: keystone
Am Dienstagabend ist es im Zürcher Kreis 4 zu einer unbewilligten Demonstration gegen das WEF gekommen. Rund 200 Menschen versammelten sich nach 19 Uhr auf dem Helvetiaplatz.

Gemäss Stadtpolizei sei die Demo zunächst friedlich verlaufen, im späteren Verlauf kam es aber zu mehreren Sachbeschädigungen. Unter anderem seien Schaufensterscheiben eingeschlagen worden und parkierte Autos beschädigt. Die Höhe der Schadenssumme könne noch nicht beziffert werden. Mehrere Personen wurden kontrolliert und weggewiesen. (jaw)
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174 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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Garp
16.01.2024 11:33registriert August 2018
Das. Vertrauen wieder herstellen würde bedeuten, die Schere zwischen arm und reich verkleinern,. Bereit sein angemessene Steuern zu bezahlen, statt sich Stiftungen und sonstiger Steuerflucht zu bedienen!
Demokratie zu stärken, statt zu bekämpfen! Privatsphäre stärken, statt zu zerstören.
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Grobianismus
15.01.2024 08:56registriert Februar 2022
Ein Treffen von denen, die genug haben, um darüber zu beraten, noch mehr haben zu können. Gerne zahlen wir das mit unseren Steuern.
7523
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Fklroo
16.01.2024 17:37registriert November 2019
Was für ein Lügentheater auf welchem die Weltelite grosse Reden über Zusammenhalt und Gerechtigkeit schwingen kann, ohne auch nur die geringste Absicht zu haben, dann auch wirklich etwas für die Normalsterblichen zu tun!

1% der Weltbevölkerung besitzt mittlerweile knapp 50% des Weltvermögens. Diese 2 Zahlen sagen bereits alles und sind unmöglich zu rechtfertigen. Man muss nicht um den heissen Brei herumreden. Direkt oder indirekt ist diese Ungerechtigkeit ein Haupttreiber in praktisch allen unserer grossen Probleme. Und Alle wissen es, Alle, und das schon lange. Das WEF ist das 1%!
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Monster-Saläre von Chefärzten treiben Prämien in die Höhe – das sind die Sonntagsnews
Ein Brief von Bundespräsidentin Viola Amherd nach Moskau, Spitzensaläre von Chefärzten in Schweizer Spitälern und die Reinheit von Mineralwasser in Petflaschen: Das und mehr findet sich in den Sonntagszeitungen.

Bundespräsidentin Viola Amherd hat dem russischen Präsidenten Wladimir Putin zu dessen Wiederwahl im März einen Brief geschrieben. «Der Brief ist kein Gratulationsschreiben», sagte ein Sprecher des Verteidigungsdepartements dem «SonntagsBlick». Der Brief sei vielmehr eine «Aufforderung zum Dialog in schwierigen Zeiten.» Amherd erkläre im Text die Position der Schweiz, wonach die Achtung des Völkerrechts und der Menschenrechte und die in der Uno-Charta verankerten universellen Grundsätze Kompass für das Streben nach Frieden und Wohlstand sein müssten. Der Brief enthält auch Beileidskundgebungen für die Opfer des Terroranschlages in Moskau am 22. März und für die Opfer der Überschwemmungen in mehrere Regionen von Russland. Auf dem Bürgenstock soll Mitte Juni die Ukraine-Friedenskonferenz stattfinden. Russland wird nach eigenen Angaben nicht dabei sein.

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