International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Wut über nicht gesicherte Strasse nach Felssturz: «Die Politik trägt Schuld an den Toten»



Ein Schweizer Ehepaar ist beim Felssturz vom Sonntag im italienischen Valle Vigezzo ums Leben gekommen. Behördenvertreter äusserten am Tag nach dem Unglück ihre Empörung darüber, dass die verschüttete Strasse nicht besser gesichert worden ist.

Wie das Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) nun gegenüber der Nachrichtenagentur SDA bestätigte, handelte es sich bei den beiden Getöteten um ein Ehepaar aus der Schweiz. Die Tessiner Kantonspolizei hatte bereits zuvor bestätigt, dass die 55 und 53 Jahre alten Eheleute aus der Region Locarno stammten.

Die verschuettete Bergstrasse SS337 zwischen Domodossola und der Tessiner Grenze bei der Ortschaft Re, Italien am Montag, 2. April 2018. Ein Bergsturz im italienischen Val Vigezzo hat am Sonntag zwei Tote gefordert. Felsbrocken stuerzten in der Gemeinde Re auf eine Strasse und begruben ein Auto unter sich. Die beiden Toten stammen aus der Schweiz.  (KEYSTONE/Ti-Press / Samuel Golay

Das Ehepaar hatte keine Chance Bild: KEYSTONE/TI-PRESS

Das Ehepaar passierte die Stelle beim Weiler Meis (I) auf der Staatsstrasse 337 genau in dem Moment, als die Felsmassen ins Tal donnerten und das Auto dann Dutzende von Metern mitrissen. Der Bergsturz ereignete sich am späten Ostersonntag-Nachmittag.

Am Sonntagabend meldete die italienische Nachrichtenagentur ansa, dass die beiden Toten aus dem Autowrack geborgen werden konnten. Rettungsteams mit Hunden suchten das Absturzgebiet am Sonntag und auch am Montag nach möglichen weiteren Opfern ab.

Die Absturzstelle befindet sich wenige Kilometer von der Tessiner Grenze entfernt. Es wurde befürchtet, dass noch mehr Gestein zu Tal donnern könnte. Das Gebiet wurde deshalb evakuiert.

Verkehrsverbindung blockiert

Von Felsbrocken getroffen wurde auch die Vigezzina-Bahnlinie, die Locarno mit der norditalienischen Stadt Domodossola verbindet. Sie ist gemäss der Bahnverkehrsinformation zwischen Re (I) und Camedo TI seit Sonntagabend und bis auf weiteres unterbrochen.

Die Züge verkehren nur noch zwischen Domodossola und Re und von Locarno bis zur Schweizer Grenze in Camedo. Die SBB setzt seit Montag zwischen Locarno und Domodossola Ersatzbusse ein. Laut Bahnverkehrsinformation muss mehr Reisezeit eingerechnet werden.

epa06641160 A handout photo made available by the fire department shows firefighters try to retrieve a car aftera landslide came down on the 337 road at Val Vigezzo in between to l'Ossola (Vco) and Switzerland, 01 April 2018. At last two Swiss tourists died under a landslide in Piemonte region.  EPA/ITALIAN FIRE DEPARTMENT / HANDOUT BEST QUALITY AVAILABLE HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Rettungskräfte versuchen, das Ehepaar zu bergen. Bild: EPA/ANSA

Die Strasse durch das Valle Vigezzo war am Montag ebenfalls unterbrochen. Sie verbindet das Val d'Ossola und den Kanton Tessin. Nicht nur viele Touristen, sondern auch täglich 1500 Grenzgänger sind auf diese Verbindung angewiesen. Wegen des Unterbruchs müssen «Frontalieri» und Touristen einen über einstündigen Umweg über das Valle Cannobina (I) und die Staatsstrasse 34 Richtung Brissago einschlagen.

Anwohner sind wütend

Im Valle Vigezzo kommt es immer wieder zu Bergstürzen mit schwerwiegenden Folgen, bei denen auch schon mehrfach Todesopfer zu beklagen waren.

Wütend äusserte sich deshalb Oreste Pastore, der Bürgermeister des Dorfes Re, gegenüber der Nachrichtenagentur ansa: «Wir kämpfen seit vielen Jahren darum, dass diese Strasse definitiv gesichert wird. Wenn wir jetzt hier ein weiteres Mal Tote zu beklagen haben, ist das die Schuld der politischen Trägheit.»

«Es ist Zeit, definitiv ‹Basta› zu sagen», bekräftigte auch Antonio Locatelli, der Leiter des Koordinationsorgans der Grenzgänger, gegenüber ansa. «Wir fordern definitiv die Absicherung der Staatsstrasse 337, das Geld dafür ist vorhanden, man kann sofort beginnen.» Wenn weiterhin nichts passiere, würden die Grenzgänger Kampfmassnahmen nicht ausschliessen. (viw/sda/ansa)

Das könnte dich auch interessieren:

Zwangsschulfrei wegen Masern: Schon 12 Fälle an Steiner-Schule – warum das kein Zufall ist

Link zum Artikel

Ihr spinnt! Wieso trinkt ihr im Restaurant kein Leitungswasser?

Link zum Artikel

Diese Schweizerin trug 365 Tage lang dasselbe Kleid

Link zum Artikel

Hinter den Kulissen von «Game of Thrones» haben sich alle lieb. Hier 15 Beweis-Bilder!

Link zum Artikel

Und jetzt: Die fiesen Sex-Fails der watson-User! 🙈

Link zum Artikel

Hier kommt ein Feel-Good-Dump für alle, die ein bisschen Aufmunterung gebrauchen können

Link zum Artikel

27 Sprüche, die zeigen, dass wir unbedingt auch Jahrbücher in den Schulen brauchen

Link zum Artikel

«Breaking Bad» kommt zurück – dazu die 10 besten Zitate von Jesse Pinkman

Link zum Artikel

Die Post lässt sich ein bisschen hacken – und macht sich zum Gespött der Hacker

Link zum Artikel

Sorry, aber wir müssen wieder über Trump und Faschismus reden

Link zum Artikel

«Eine Hure zu sein, war oft top», sagt Virginie Despentes aus Erfahrung

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

10
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Stumpenheini 02.04.2018 18:27
    Highlight Highlight Detail am Rande: Es ist ganz bestimmt nicht die SBB, welche Ersatzbusse einsetzt. Die Bahnstrecke Locarno-Domodossola wird von 2 Bahngesellschaften betrieben: FART auf Schweizer Seite, SSIF für den italienischen Teil. Ich nehme an, die Ersatzbusse werden von FART organisiert, da die auch eine grössere Busflotte haben.
    • Slavoj Žižek 02.04.2018 19:25
      Highlight Highlight FART 🤣
  • Crissie 02.04.2018 17:57
    Highlight Highlight So tragisch, wie diese Geschichte ist, frage ich mich jedoch, was die Grenzgänger da für "Kampfmassnahmen" ergreifen wollen. Und ob solche - wie auch immer sie aussehen mögen - tatsächlich geeignet sind, um eine Verbesserung herbeizuführen.
  • N. Y. P. D. 02.04.2018 17:39
    Highlight Highlight Es ist schon mehrfach passiert auf dieser Strasse. Da fehlen einem die Worte.

    Wenn niemand in Italien ordentlich Steuern zahlt, fehlt das Geld halt um Strassen zu sichern. Weil in Italien grosse Korruption herrscht, ist es begreiflich, dass niemand Steuern zahlen will.

    Italien ist eigentlich pleite. 2200 Milliarden Schulden. Da ist Strassensicherung keine Priorität.
    • Pisti 02.04.2018 18:11
      Highlight Highlight Italien buttert vor allem Milliarden in andere EU Staaten. Beschämed das für die eigene Infrastruktur dann zu wenig Geld vorhanden ist.
    • Nick Name 02.04.2018 21:40
      Highlight Highlight Ich zitiere einen Einheimischen, also Italiener, oben aus dem Bericht: «(...) das Geld dafür ist vorhanden (...)».
      Ihr wisst offenbar mehr?
  • meliert 02.04.2018 13:19
    Highlight Highlight Liebe Schweizer, auch wenn das billige Italien lockt vom Tessin aus, meidet die sehr gefährlichen Strassen im Val Vigezzo und die Strasse zwischen Intra (It) und Brissago am Langensee entlang. Dort gibt es sehr oft Steinschläge von denen man in der D-CH meistens nichts hört, immer wieder mit Toten. Die lokale Regierung in Italien macht nichts aus Geldmangel um dies zu verhindern, es wird nur reagiert und aufgeräumt, leider.
    • CASSIO 02.04.2018 14:48
      Highlight Highlight steinschläge gibt's auch in der schweiz. und trotzdem meide ich diese wundervollen orte nicht, weil man dort das paradies auf erden sieht.
    • Nick Name 02.04.2018 21:56
      Highlight Highlight Auch wenn in diesem Kommentar reichlich Chabis enthalten ist: Ok, meidet die Strassen. Dann hat es weniger Verkehr dort - ist doch wunderbar...
      Mit bestem Dank, ein seit über 40 Jahren regelmässiger Vigezzo-Centovalli-Fahrer
    • Fabio74 03.04.2018 18:11
      Highlight Highlight Lieferst zu den Behauptungen auch noch so was wie Fakten?
      Im Tagi ist ein Interview mit einem Geologen, der erklärt wie sowas passieren kann und dass Netze nicht überall schützen.
      Es kann überall passieren auch in der Schweiz

Chemiewaffen für Assad-Partner – diese Basler Firma steckt hinter dem Export

Im Jahr 2013 wurde der Nervenkampfstoff Sarin gegen Zivilisten der syrischen Hauptstadt Damaskus eingesetzt. Die internationale Empörung war gross. Präsident Bashar al-Assad willigte schliesslich ein, seine Chemiewaffen und deren Ausgangsstoffe zu zerstören.

Massgeblich beteiligt an der Vernichtungsaktion war das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) – rund eine Million Schweizer Franken wurde dafür beigesteuert.

Letztes Jahr wurde bekannt, dass wenige Monate danach …

Artikel lesen
Link zum Artikel