Der amerikanische Präsident hat am Montag den Zollstreit mit Handelspartnern der grössten Volkswirtschaft wieder entfacht und damit weltweit an den Finanzmärkten für Turbulenzen gesorgt. Die Schweiz allerdings scheint, zumindest in dieser Runde, nicht im Visier von Donald Trump zu stehen.
Trump veröffentlichte im Laufe des Tages Briefe an insgesamt 14 Länder wie Japan, Südkorea, Bosnien-Herzegowina und Laos – eine recht wilde Mischung aus wichtigen Handelspartnern der USA und wirtschaftspolitisch absolut vernachlässigbaren Kleinstaaten. In diesen Briefen, in der Trump auf die gleichen unorthodoxe Formulierungen zurückgriff, verkündete der amerikanische Präsident den jeweiligen Adressaten die Höhe der neuen Strafzölle auf Güterimporten. Die Spannbreite bewegt sich dabei von 25 Prozent (Japan) bis 40 Prozent (Burma).
📣 President Trump revealed new tariff rates on 14 countries in a series of letters, announced throughout the day.
— Atlantic Council GeoEconomics Center (@ACGeoEcon) July 7, 2025
The new rates, depicted on the chart below, are effective August 1st ⬇️
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Diese Zölle sollen aber nicht bereits diese Woche in Kraft treten, nach Ablauf der von Trump im April verkündeten Schonfrist. Sondern erst am 1. August. Theoretisch haben die 14 betroffenen Staaten damit noch einmal dreieinhalb Wochen Zeit bekommen, um ein Handelsabkommen mit den USA abzuschliessen – was auch als Warnschuss verstanden werden kann.
Ob es sich dabei um das letzte Wort im Zollstreit handle, wollte Trump am Montagabend so nicht sagen. Er meine es ernst mit der neuen Frist, sagte der Präsident, um dann gleich nachzuschieben, «aber nicht hundertprozentig». Weitere Verhandlungen seien immer möglich.
Der von Trump verkündete Aufschub gilt auch für die Länder, die am Montag keine Post aus Washington bekamen. Dazu gehört auch die Schweiz. Der Präsident unterzeichnete nämlich ein separates Dekret. Mit diesem verschob er die am 2. April angekündigte Einführung für die Vergeltungszölle auf den 1. August verschob. Im Klartext: Auf Schweizer Güter-Exporten in die USA erhebt die amerikanische Bundesregierung mindestens bis Ende Monat weiterhin 10 Prozent Strafzoll.
Die Aufregung um die Ankündigung des amerikanischen Präsidenten, die Trump in den vergangenen Tagen gezielt geschürt hatte, war also vielleicht ein bisschen übertrieben. Während in Bern der Bundesrat bereits eine Medienkonferenz für den Dienstag plante, an der angeblich der Inhalt des Trump-Briefes hätte kommentiert werden sollen, hatte der Bewohner des Weissen Hauses wohl gar nie die Absicht, einen solchen zu schreiben.
Aus Schweizer Sicht ist das aber wohl ein gutes Zeichen: Washington scheint der Meinung zu sein, dass die Verhandlungen zwischen Washington und Bern bereits derart fortgeschritten sind, dass im laufenden Monat noch ein Abkommen abgeschlossen werden könne. Helene Budliger Artieda, die Chefin des Staatssekretariats für Wirtschaft (Seco), hatte kürzlich gesagt, die entsprechenden Gespräche befänden sich «auf den letzten Metern».
Auch die Europäische Union (EU) kann sich ein bisschen freuen. Obwohl Trump immer wieder gegen Brüssel stichelt, hat er am Montag keinen Brief an EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen veröffentlicht. (aargauerzeitung.ch)
Anders gesagt: Bitte hört doch endlich, endlich(!) mal damit auf, die Handlungen von Trump und seinen Spiessgesellen durch das Muster von rational denkenden und handelnden Akteuren zu erklären. Da gibts keine Rationalität, aber umso mehr Dummheit, Bösartigkeit und Sadismus.
Vielleicht sollte auch der Bundesrat mal wie die Bürger denken, welche schon US Produkte meiden, wie es viele und ich auch selbst mache. Mit dem gesparten Geld von den Fliegern kann immer noch die Exportindustrie gestützt werden.