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ghuestbusters

Die böse Burka aus der Schweiz schafft es zur rechten russischen Gruppierung «Ghuestbusters». Bild: screenhot/zdf info

Russische Immigranten-Jäger demonstrieren mit Schweizer Burka-Sujet

Das Sujet der grimmigen Burkaträgerin, das erstmals bei der Minarettinitative vom sogenannten Egerkinger Komitee um SVP-Hardliner Walter Wobmann verwendet und von der schweizerischen PR-Agentur «Goal» entworfen wurde, ging um die Welt – bis nach Russland, zur rechtsextremen Gruppierung «Ghuestbusters», wie jetzt bekannt wird.



watson-User Werner Trefzer stach das Sujet sofort ins Auge: Bei einer Wiederholung der vor zwei Jahren zum ersten Mal ausgestrahlten ZDFinfo-Dokumentation «Moskau extrem – Party, Skins und Sowjetkult» schaukelte auch das in der Schweiz bestens bekannte Sujet der grimmigen Burkaträgerin durch das Bild. 

Auftritt böse Burka bei russischen Ultranationalen: 

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Video: streamable

Es demonstrieren: russische Ultranationale. Genauer gesagt wippt die böse Burka aus der Feder der Schweizer PR-Agentur «Goal» bei der Gruppierung «Ghuestbusters» mit. Die Gruppe, in der sich vorwiegend junge Russen zusammen gefunden haben, hat es sich auf die Fahne geschrieben, illegale Immigranten zu identifizieren, zu jagen und bei den Behörden zu denunzieren. In Russland handelt es sich dabei vorwiegend um Menschen aus Georgien, Armenien, Aserbaidschan oder Usbekistan.

Ähnlich wie die Pegida-Bewegung versucht sich die Gruppierung von rechtsextremen Gedankengut zu distanzieren. Den Jungs, die auf der Strasse die Burka mitschwenken, ist das aber offenbar egal. Sie zeigen mehrfach den Hitlergruss in die Kamera: 

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Video: streamable

Obwohl die Die ZDF-Dok zwei Jahre alt ist, stellt sich für watson User-Trefzer sofort die Frage: «Wie sind die Russen an die Werbeagentur geraten oder woher haben sie die Quelldateien zur Herstellung des Plakats erhalten?»

Eine Burka für alle Fälle

Die Antwort auf die Nachfrage beim SVP-nahen Politwerber Alexander Segert von «Goal», dessen Agentur gemäss Spiegel-Recherchen seit neustem auch eine breit angelegte Kampagne der AfD von der Schweiz aus steuern soll, fällt kurz aus: «Unsere Agentur pflegt keine Kontakte oder Beziehungen zur russischen Gruppierung ‹Ghuestbusters›. Es könnte eine Copyright-Verletzung vorliegen», sagt Segert gegenüber watson. Ob er aber rechtlich gegen die Gruppierung vorgehen will, will er nicht sagen.

Die SVP beeilt sich, sich zu distanzieren. «Das Minarett-Plakat ist kein Plakat der SVP, sondern war das Plakat des Egerkinger-Komitees», sagt SVP-Sprecherin Silvia Bär. «Die SVP Schweiz unterhält keinerlei Beziehungen zu ausländischen Parteien.»

Tatsächlich wurde das Burka-Sujets nie von der SVP direkt verwendet, sondern immer nur von neu gebildeten Komitees, bestehend aus praktisch ausschliesslich SVP-Mitgliedern, die für die SVP-Anliegen lauten Wahlkampf machten. 

MOSKAU EXTREM – die volle ZDF-Doku zum selber gucken: 

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Video: Vimeo/JUST

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39Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Sapere Aude 24.01.2017 22:02
    Highlight Highlight Diese Komitees ähneln Briefkastenfirmen zur Steueroptimierung oder Hinterziehung. Zufall?
  • Watson - die Weltwoche der SP 24.01.2017 18:39
    Highlight Highlight Die guten Linksextremen rufen in Bern gerade zu Gewalt und Störung der geplanten SVP Demo auf, wo ist der Artikel dazu? In Meinen Augen wäre das relevanter, als was einige russische Spinner in Russland treiben.
    • Lowend 24.01.2017 19:26
      Highlight Highlight Will er mit diesem Whataboutismus ein bisschen von seien rechtsextremen Freunden in Russland ablenken, der Scheinriese und wie passen diese Nazis übrigens zu Putins Kampf gegen die phösen Faschisten, die angeblich in der Ukraine an der Macht sind?
      Da haben die Putinisten doch immer gesagt, dass ihr Führer ein lupenreiner Antifaschist sei und nun duldet er solche Mörderbanden in seinem wunderbaren Reich?
      Ich bin gerade ein wenig enttäuscht, dass der grosse Führer nichts gegen diese faschistischen, SVP nahen Hassmenschen unternimmt.
    • Aged 24.01.2017 19:32
      Highlight Highlight Wo ist Bern? Sehe nur Eis, Nebel und Schnee.
    • Charlie Brown 24.01.2017 19:36
      Highlight Highlight What-about-ism
    Weitere Antworten anzeigen
  • Moelal 24.01.2017 17:44
    Highlight Highlight Kotz, kotz, kotz

    Dabei sind doch die Rechten immer gegen das Recyclen.....
  • Evan 24.01.2017 17:34
    Highlight Highlight Das ist ja mal Werbung für die Schweiz.
  • Majoras Maske 24.01.2017 16:59
    Highlight Highlight "Die SVP Schweiz unterhält keinerlei Beziehungen zu ausländischen Parteien."

    Ja, aber eure Mitglieder pilgern gerne zu manchen Parteien im bösen Ausland.
    • Soli Dar 24.01.2017 18:28
      Highlight Highlight ... Genau! Freysinger und Köppel lassen grüssen..
    • Pisti 24.01.2017 21:16
      Highlight Highlight Freysinger war an der Compact Konferenz und hielt dort eine sehr gute Rede. Abet seit wann ist Compact eine Partei?
    • Majoras Maske 24.01.2017 22:53
      Highlight Highlight Compact ist ja nur so etwas wie die Weltwoche der AFD... Und die Auns, ja sehr unabhängig, hatte Petry doch vor noch gar nicht allzu langer Zeit eingeladen.

      Ausserdem pilgern Teile ja auch zur FPÖ, Front National, zu Orban, UKIP und Vlaams Belang. Besonders Reichkriegsflagge-Freysinger mag die teilweise schon deutschnationale FPÖ und der nun mal ebenfalls eindeutig aus der Nazi-Ideologie geborene Front National und schaffte es auch schon auf die Titelseite des französischen Rechtsblattes "Nouvelle Revue d’Histoire" mit dem Titel "Die Schweiz von Wilhelm Tell bis Oskar Freysinger". Pfui!
  • pachnota 24.01.2017 16:52
    Highlight Highlight Ein Pakat dient dazu, für ein Sache Aufmerksamkeit zu generieren.
    Im Fall des Minarettplakats von Goal, wurde offensichtlich die richtige Bildsprache gefunden.

    Natürlich ärgert dies, die politischen Gegner des Verbots.
    Aus neutral werbetechnischer Sicht, gehört dieses Plakat prämiert und international ausgezeichnet.

    Goal hat ihren Auftrag zu 100% erfüllt und für eine Werbeagentur ausgezeichnete Arbeit gemacht.
    Weiter so!
    • Moelal 24.01.2017 17:45
      Highlight Highlight Genau! Das Hakenkreuz war auch so eine werbetechnisch hervorragende Sache, oder?
    • Fabio74 24.01.2017 18:13
      Highlight Highlight Genau weiterhin den braunen Pöbel unterstützen mit Nazisymbolik. Tolle Werbeagentur sowas
    • Soli Dar 24.01.2017 18:34
      Highlight Highlight Wenn der Autrag darin bestand, Rechtsextremen und Rechtspopulisten auf der ganzen Welt, ein hetzertisches menschenverachtendes Sujet zu kreieren, dann wurde der Auftrag tatsächlich zu 100% erfüllt...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stachanowist 24.01.2017 16:27
    Highlight Highlight Habe die Doku gesehen; diese immigrantenfeindliche Organisation ist zum K*tzen. Die Gastarbeiter in RU leben ohnehin äusserst prekär; Jagd auf sie zu machen ist so ziemlich das Niederste.

    Noch zwei Details: Die Ausländerhasser heissen "Guestbusters", nicht "Ghuestbusters". Ausserdem kommen die meisten Gastarbeiter aus Tadschikistan. Die im Artikel genannten Staaten sind ebenfalls klassische Herkunftsländer, aber die Tadschiken müssen dort unbedingt erwähnt sein. Sie halten praktisch ganz Moskau am Leben: Bauen Häuser & Strassen, reinigen die öffentliche Infrastruktur etc. pp.
    • Stachanowist 24.01.2017 17:27
      Highlight Highlight Hier noch die VKontakte-Seite (russisches Facebook) der Guestbusters. In der Umfrage kann man entscheiden, wie man sich "engagieren" möchte: "Jäger werden", auf einer Karte eintragen, wo illegale Migranten leben etc. Diese Organisation ist die Hetze im wortwörtlichen Sinn.

      https://vk.com/guestbusters
  • Watson - die Weltwoche der SP 24.01.2017 16:04
    Highlight Highlight Und die solidarische internationale Linke demonstriert überall mit Hammer und Sichel - so what? Sollen sie doch wenn sie Freude haben.
    • phreko 24.01.2017 18:06
      Highlight Highlight Ja dann zeig mit mal aktuelle Bilder.
    • Fabio74 24.01.2017 18:15
      Highlight Highlight Echt wo denn? Aber eben Nazis verschaffen feuchte Träume da ists nötig auf den Gegner einzuprügeln weil die auch böse sind.
      Nur ja nie mal sich hinterfragen und sich auseinandersetzen mit dem Faschismus.
    • Watson - die Weltwoche der SP 24.01.2017 18:53
      Highlight Highlight http://www.bernerzeitung.ch/region/bern/antiwefdemo-ohne-krawalle/story/16178091

      Anti WEF Demo 14. Januar 2017 in Bern. Einfach Video schauen.
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