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Olympia 2026: US-Freestyler Hunter Hess reagiert auf Trumps Beleidungen

FILE - Hunter Hess, of the United States, executes a trick in the halfpipe finals during the World Cup U.S. Grand Prix freestyle skiing event in Copper Mountain, Colo., Dec. 17, 2022. (AP Photo/Hugh C ...
Hunter Hess findet wenig Gefallen an der aktuellen politischen Führung in seiner Heimat.Bild: keystone

«Liebe die USA, aber …»: Freestyler Hunter Hess reagiert auf Trumps Beleidigungen

Der US-Freestyler Hunter Hess hat an Olympia Kritik an der aktuellen Politik in seinem Heimatland geübt. Daraufhin wurde er von Donald Trump attackiert und Ziel von Hassnachrichten. Jetzt hat Hess erneut reagiert.
10.02.2026, 07:2910.02.2026, 08:20

US-Ski-Freestyler Hunter Hess hat in einem Post auf Instagram bekräftigt, dass er sein Heimatland sehr wohl liebe. Vieles an den USA sei grossartig, «aber es gibt immer Dinge, die besser sein können», so der 27-Jährige.

Hess war vor kurzem ins Visier von US-Präsident Donald Trump geraten, weil er an einer Medienkonferenz erklärt hatte, dass er derzeit «gemischte Gefühle» dabei verspüre, sein Land an Olympia zu vertreten. Er gab zu verstehen, dass er mit der aktuellen Politik in seiner Heimat nicht einverstanden ist und sagte:

«Nur weil ich die Flagge trage, bedeutet das nicht, dass ich alles repräsentiere, was in den USA vor sich geht.»

Donald Trump bezeichnete den Sportler danach online als «echten Loser». Es sei schade, dass Hess in Italien dabei sei, er hätte sich gar nicht erst bewerben sollen, so Trump. «Es ist sehr schwer, jemanden wie ihn anzufeuern.» Dazu unterstellte er Hess, dass dieser gesagt habe, er repräsentiere die USA nicht. Dass der Sportler sich offensichtlich nur in Bezug auf die umstrittene Politik von Trumps Regierung äusserte, ignorierte der US-Präsident.

Mehrere US-Olympiateilnehmer hatten sich kritisch gegenüber den Vorgängen im eigenen Land geäussert. Insbesondere das rabiate Vorgehen der Abschiebebehörde ICE stösst bei vielen auf Ablehnung. In Minneapolis töteten ICE-Beamte im Januar zwei Personen. Die Athletinnen und Athleten wurden nach der Kritik Ziel von zahlreichen Hass-Nachrichten, wie das US-Olympia-Komitee mitteilte.

Offenbar sah sich Hess deshalb jetzt genötigt, klarzustellen, dass er stolzer US-Amerikaner ist. Er erklärte in dem Post aber auch, dass die USA unter anderem deshalb so grossartig seien, da man «die Freiheit hat, auf Dinge hinzuweisen». Das Beste an Olympia sei, dass es die Menschen zusammenbringe, und «das brauchen wir mehr denn je, wenn so viele gespalten sind». Er schloss mit der Aussage:

«Ich kann es kaum erwarten, Team USA nächste Woche zu repräsentieren, wenn ich antrete.»

Hess erhielt in den Kommentaren viel Zuspruch für seine Haltung. Aber auch andere Sportlerinnen und Sportler stärkten ihm den Rücken. Die populäre US-Snowboarderin Chloe Kim, selbst Tochter von Einwanderern, erklärte, dass ihr die Sache «sehr nahe» gehe.

«Die USA haben meiner Familie und mir so viele Möglichkeiten geboten, aber ich denke auch, dass wir unsere Meinung zu den aktuellen Geschehnissen äussern dürfen und dass wir mit Liebe und Mitgefühl vorangehen müssen.»
United States' Chloe Kim looks on during a press conference at the 2026 Winter Olympics, in Livigno, Italy, Monday, Feb. 9, 2026. (AP Photo/Lindsey Wasson)
Chloe Kim
Chloe Kim plädiert für freie Meinungsäusserung.Bild: keystone

Ähnliches sagten ihre Teamkolleginnen Bea Kim (die nicht mit ihr verwandt ist) und Maddie Mastro. Mastro fügte hinzu: «Ich bin auch traurig über das, was zu Hause passiert.»

Eileen Gu, die ebenfalls Ski-Freestylerin und mit Hunter Hess befreundet ist, zeigte sich betroffen ob des Hasses, den Hess zu spüren bekam. Sie habe sich nach ihrem Silbermedaillengewinn am Montag (hinter der Schweizerin Mathilde Gremaud) mit ihm ausgetauscht. Es tue ihr leid, dass die Debatte die Olympischen Spiele überschatte.

«Sie steht im krassen Widerspruch zu allem, wofür die Olympischen Spiele stehen sollten.»

Gu weiss selbst, wie es ist, Ziel von Hassnachrichten zu werden. Die 22-Jährige ist in den USA aufgewachsen, tritt aber seit 2019 für China an. Nach dem Nationenwechsel wurde sie kritisiert und auch zum Ziel von rassistischen Beleidigungen.

(con)

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«Hee, da chömed zwee!», sagte der legendäre Hans Jucker seelig einst. Im Halfpipe-Training ist das aber durchaus normal.

quelle: keystone / abbie parr
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Pmm8
10.02.2026 07:49registriert März 2022
auch wenn man grundsätzlich Sport und Politik nicht vermischen sollte, finde ich es gut und richtig, äussern sich erfolgreiche Sportler, wie sie die Situation in der USA empfinden.
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Schlaf
10.02.2026 08:31registriert Oktober 2019
In einem Land, wo der Potus doch immer wieder behauptet, es müsse absolute Redefreiheit gelten...
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Ehrlich Mühsam
10.02.2026 08:41registriert November 2024
Schön zu sehen, das Menschen ihre Stellungen und Reichweiten nutzen um das Regime in USA anzuklagen. Peinlich wie dieses und die irre Orange darauf reagiert. Aber ja Trump steht halt nicht mal mehr auf dem Papier für Redefreiheit und zur USA. Und genau deshalb ist es total wichtig, dass die Stars (und alle anderen) bei jeder Gelegenheit betonen, dass sie mit diesem Irren und seinen Faschobuddies nicht einverstanden sind.
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