«Liebe die USA, aber …»: Freestyler Hunter Hess reagiert auf Trumps Beleidigungen
US-Ski-Freestyler Hunter Hess hat in einem Post auf Instagram bekräftigt, dass er sein Heimatland sehr wohl liebe. Vieles an den USA sei grossartig, «aber es gibt immer Dinge, die besser sein können», so der 27-Jährige.
Hess war vor kurzem ins Visier von US-Präsident Donald Trump geraten, weil er an einer Medienkonferenz erklärt hatte, dass er derzeit «gemischte Gefühle» dabei verspüre, sein Land an Olympia zu vertreten. Er gab zu verstehen, dass er mit der aktuellen Politik in seiner Heimat nicht einverstanden ist und sagte:
Donald Trump bezeichnete den Sportler danach online als «echten Loser». Es sei schade, dass Hess in Italien dabei sei, er hätte sich gar nicht erst bewerben sollen, so Trump. «Es ist sehr schwer, jemanden wie ihn anzufeuern.» Dazu unterstellte er Hess, dass dieser gesagt habe, er repräsentiere die USA nicht. Dass der Sportler sich offensichtlich nur in Bezug auf die umstrittene Politik von Trumps Regierung äusserte, ignorierte der US-Präsident.
Mehrere US-Olympiateilnehmer hatten sich kritisch gegenüber den Vorgängen im eigenen Land geäussert. Insbesondere das rabiate Vorgehen der Abschiebebehörde ICE stösst bei vielen auf Ablehnung. In Minneapolis töteten ICE-Beamte im Januar zwei Personen. Die Athletinnen und Athleten wurden nach der Kritik Ziel von zahlreichen Hass-Nachrichten, wie das US-Olympia-Komitee mitteilte.
Offenbar sah sich Hess deshalb jetzt genötigt, klarzustellen, dass er stolzer US-Amerikaner ist. Er erklärte in dem Post aber auch, dass die USA unter anderem deshalb so grossartig seien, da man «die Freiheit hat, auf Dinge hinzuweisen». Das Beste an Olympia sei, dass es die Menschen zusammenbringe, und «das brauchen wir mehr denn je, wenn so viele gespalten sind». Er schloss mit der Aussage:
Hess erhielt in den Kommentaren viel Zuspruch für seine Haltung. Aber auch andere Sportlerinnen und Sportler stärkten ihm den Rücken. Die populäre US-Snowboarderin Chloe Kim, selbst Tochter von Einwanderern, erklärte, dass ihr die Sache «sehr nahe» gehe.
Ähnliches sagten ihre Teamkolleginnen Bea Kim (die nicht mit ihr verwandt ist) und Maddie Mastro. Mastro fügte hinzu: «Ich bin auch traurig über das, was zu Hause passiert.»
Eileen Gu, die ebenfalls Ski-Freestylerin und mit Hunter Hess befreundet ist, zeigte sich betroffen ob des Hasses, den Hess zu spüren bekam. Sie habe sich nach ihrem Silbermedaillengewinn am Montag (hinter der Schweizerin Mathilde Gremaud) mit ihm ausgetauscht. Es tue ihr leid, dass die Debatte die Olympischen Spiele überschatte.
Gu weiss selbst, wie es ist, Ziel von Hassnachrichten zu werden. Die 22-Jährige ist in den USA aufgewachsen, tritt aber seit 2019 für China an. Nach dem Nationenwechsel wurde sie kritisiert und auch zum Ziel von rassistischen Beleidigungen.
(con)
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