Lindsey Vonn meldet sich nach Sturz aus Spital: «Ich bereue nichts»
Der schwere Sturz von Lindsey Vonn in der Olympia-Abfahrt war bisher der traurige Tiefpunkt der Spiele in Mailand und Cortina. Nach wenigen Sekunden war der Traum einer weiteren Medaille für die US-Amerikanerin bereits beendet. Nun hat sich die 41-Jährige erstmals öffentlich geäussert.
«Gestern hat mein olympischer Traum nicht so geendet, wie ich es mir erträumt habe», so Vonn, «es war kein märchenhaftes Happy End, sondern einfach nur das Leben.» Sie habe schlicht eine zu enge Linie gewählt, weshalb ihr rechter Arm im Tor hängen blieb, was zum Sturz führte. Ihr Kreuzbandriss oder frühere Verletzungen hätten überhaupt nichts mit ihrem Sturz zu tun, stellte Vonn klar. Die Olympiasiegerin von 2010, die Ende 2024 nach fünfeinhalb Jahren ihr Comeback im Ski-Weltcup gegeben hatte, war in Kritik geraten, weil sie trotz ihres Sturzes in Crans-Montana bei den Olympischen Spielen gestartet war.
Bei ihrem Sturz in Cortina zog sie sich einen komplexen Schienbeinbruch zu, der mehrere Operationen erfordern werde, um diesen richtig zu behandeln. Trotz der Schmerzen und obwohl sie sich ein anderes Ende erhofft hätte, «bereue ich nichts», schrieb Vonn. «Gestern am Start zu stehen, war ein unglaubliches Gefühl, das ich nie vergessen werde. Zu wissen, dass ich dort stand und die Chance hatte zu gewinnen, war an sich schon ein Sieg.»
Wie es ihr geht, teilte Vonn nicht mit. Ebenfalls nahm sie keine Stellung zu ihrer Zukunft. Bereits zuvor hatte sich Vater Alan Kildow gemeldet. Gegenüber der Nachrichtenagentur AP sagte er: «Sie ist 41 Jahre alt und das ist das Ende ihrer Karriere.» Ob die Entscheidung auch seine Tochter bereits getroffen hat, erklärte er nicht. Doch stellte der frühere Skifahrer klar: «Es wird keine weiteren Skirennen für Lindsey Vonn geben – solange ich dabei ein Wort mitzureden habe.» Angesichts der schweren Verletzung wäre es eine grosse Überraschung, sollte Vonn noch einmal in den Weltcup zurückkehren.
Vonn wurde bereits zweimal operiert, wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA erfahren hat. In Treviso werde sie «möglicherweise noch einige Tage bleiben», hiess es aus dem Spital. Ein Gesundheitsupdate könne sie aber nicht geben, sagte eine Sprecherin, obwohl sie gerne mehr Informationen geteilt hätte. «Der Wille der Patientin hat oberste Priorität, daher müssen wir uns an die festgelegte Linie halten.»
Vonn werde derzeit von Mitarbeitern des US-Teams in ihrem Zimmer «abgeschirmt». Vater Alan Kildow verriet zudem, dass ihr Bruder und ihre zwei Schwestern bei Vonn seien. «Sie hat jederzeit jemanden bei sich – oder sogar mehrere Menschen. Wir werden hier bleiben, solange sie hier ist.» Neuigkeiten zu ihrem Gesundheitszustand gab es auch von Kildow nicht. Jedoch erklärte er: «Sie kennt körperliche Schmerzen. Sie versteht die Situation, in der sie sich befindet – und sie kann damit umgehen.» Vonn gehe besser mit der Situation um, als der Vater erwartet hätte: «Sie ist eine sehr, sehr starke Person. Ich glaube, sie kommt wirklich gut damit zurecht.» (nih)
