Mathilde Gremaud wiederholt ihren Triumph und wird erneut Slopestyle-Olympiasiegerin
Die Entscheidung um den Olympiasieg wurde wie erwartet zu einem Zweikampf. Mathilde Gremaud, die in der Qualifikation die höchste Punktzahl erreicht hatte, wurde in Livigno von der Chinesin Eileen Gu hart herausgefordert.
Nach dem ersten von drei Final-Durchgängen lag Gu in Führung. Doch im zweiten Run wendete sich das Blatt. Gremaud, die auch amtierende Weltmeisterin in dieser Disziplin ist, hielt dem Druck stand. Sie setzte sich mit 0.38 Punkten Vorsprung an die Spitze. «Ich glaube, ich hätte mehr Punkte verdient. Aber wir müssen jetzt zum Glück nicht über die Judges diskutieren», sagte Gremaud im SRF-Interview.
«Es ist ‹krank›, dass ich das schaffen konnte»
Weil Gu danach im letzten Durchgang früh stürzte, war der erneute Olympiasieg schon vor Gremauds Start klar. Die 26-jährige Freiburgerin konnte ihren Run, mit einer Schweizer Flagge um den Hals, geniessen und sich im Ziel feiern lassen.
«Es war ein unglaublicher Tag, ich kann es fast nicht beschreiben», sagte Mathilde Gremaud im SRF. Sie war unweit der Schweizer Grenze von zahlreichen Fans lautstark unterstützt worden. «Die ganze Familie ist hier, viele Leute aus dem Dorf, dem Skiclub. Es ist ‹krank›, dass ich das schaffen konnte. Es war so eine tolle Motivation für mich, dass sie alle für mich gekommen sind, und ich bin so glücklich, dass ich ihnen ein Geschenk zurückgeben konnte.»
Gremaud verriet, dass sie in ihrem letzten Training vor dem Wettkampf heftig gestürzt war. «Es war auf dem ersten Rail. Ich dachte kurz, dass es das war. Mit Schmerzmitteln ging es, aber morgen tut mir wahrscheinlich alles weh.»
Drei Olympische Spiele, vier Medaillen
Ihren Erfolg führte die Freiburgerin auch auf eine mentale Stärke zurück. «Ich sagte mir vor Olympia: Ich bin bereit, was auch passiert. Nach dem Sturz sagte ich mir: So, jetzt ist diese Challenge da.»
An ihren dritten Olympischen Spielen gewann Gremaud damit bereits zum vierten Mal eine Medaille. 2018 holte sie in Pyeongchang hinter Landsfrau Sarah Höfflin die Silbermedaille, 2022 in Peking gewann sie nebst Slopestyle-Gold auch Bronze im Big Air.
Mit Giulia Tanno stand eine zweite Schweizerin im Final. Sie belegte Rang 6, fürs Podest fehlten mehr als zehn Punkte.
Nicht nur der Kampf um Gold war eine enge Angelegenheit. Die Kanadierin Megan Oldham sicherte sich die Bronzemedaille dank eines starken dritten Runs mit 0.41 Punkten Vorsprung auf Kirsty Muir aus Grossbritannien.
