International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
epa05420810 A handout photo made available by Syrian Arab News Agency (SANA) shows Syrian President Bashar Assad during a meeting with members of the newly-formed Cabinet following the swearing-in ceremony in Damascus, Syria, 11 July 2016. The new government brought in a new economic team, while most of the main ministers retain their portfolios, including the foreign, defense and interior ministers.  EPA/SANA HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Baschar al-Assad werden Kriegsverbrechen vorgeworfen. Bild: EPA/SANA

Russland hegt starke Zweifel: Hat Assad doch keine Chemiewaffen eingesetzt? 



Russland zweifelt am UNO-Bericht über den Chemiewaffeneinsatz in Syrien. Es gebe «eine Menge offener Fragen», daher sei Moskau derzeit nicht bereit, die Ergebnisse der Untersuchung anzuerkennen, sagte UNO-Botschafter Witali Tschurkin am Dienstag in New York.

Der Bericht werde von russischer Seite weiter geprüft, sagte Tschurkin. Er äusserte sich nach ersten Beratungen der UNO-Vetomächte über Strafmassnahmen gegen Syriens Machthaber Baschar al-Assad.

Grossbritannien und Frankreich hatten wegen des Einsatzes von Chemiewaffen im Syrien-Krieg UNO-Sanktionen gegen die Regierung in Damaskus gefordert. Die Botschafter Matthew Rycroft und François Delattre warfen der syrischen Führung unter Präsident Assad «Kriegsverbrechen» vor.

Die Botschafter bezogen sich auf den in der vergangenen Woche veröffentlichten Bericht einer UNO-Untersuchungskommission, in dem neun Fälle des Einsatzes chemischer Waffen untersucht und drei eindeutig der syrischen Armee zugeordnet wurden.

London und Paris verlangten eine «schnelle und entschiedene» Antwort des UNO-Sicherheitsrats. Auch die UNO-Botschafterin der USA, Samantha Power, forderte eine rasche Reaktion, um die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen. Allerdings dürften Sanktionen gegen Syrien wie bereits in der Vergangenheit am Veto des Assad-Verbündeten Russland scheitern.

«Keine materiellen Beweise»

Syriens UNO-Botschafter Baschar Dschaafari erklärte, es gebe keine «materiellen Beweise» für die Vorwürfe gegen die Regierungstruppen. Die Erkenntnisse beruhten ausschliesslich auf Zeugenaussagen.

Die UNO-Experten sehen es laut dem am 24. August veröffentlichten Bericht als erwiesen an, dass Assads Truppen am 21. April 2014 und am 16. März 2015 in zwei Dörfern in der nordwestlichen Provinz Idlib Giftgas einsetzten. In einem Fall deute alles auf Chlorgas hin. Die giftigen Substanzen seien aus Helikoptern der syrischen Luftwaffe auf die Dörfer abgeworfen worden.

Unter massivem internationalen Druck war Syrien 2013 der Chemiewaffenkonvention beigetreten, Assad hatte sich verpflichtet, sämtliche Chemiewaffen zu zerstören. Die Terrormiliz «Islamischer Staat» («IS») benutzte nach Erkenntnissen der UNO-Experten am 21. August 2015 im Ort Marea nahe Aleppo das hochgiftige Senfgas. In sechs untersuchten Fällen von Chemiewaffeneinsatz konnten die UNO-Experten die Urheberschaft nicht eindeutig klären. (cma/sda/afp)

Syrien-Analysen

Was gerade in Aleppo passiert, ist «schlimmer als Auschwitz» – warum wir uns schämen werden

Link zum Artikel

Bilder, die traurig – und zugleich hoffnungsvoll stimmen: So schön war es in Aleppo, Homs und Rakka vor dem Krieg

Link zum Artikel

6 Fakten, die zeigen, dass Saudi-Arabien keinen Deut besser ist als der «IS» – aber die Schweiz liefert weiterhin Waffen

Link zum Artikel

Hören wir auf, dem Westen die Schuld an allen Problemen in Nahost zu geben

Link zum Artikel
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Biden reisst das Weltruder rum – Europa freut's, aber einer zittert gewaltig

Schluss mit der «Dreckslochländer»Rhetorik und zurück zum iranischen Atomvertrag: So will der neue US-Präsident Amerika auf dem Globus neu positionieren.

Vor genau vier Jahren erwartete Barack Obama hohen Besuch im Weissen Haus: Donald Trump, der frischgewählte US-Präsident, schaute vorbei, um mit seinem Vorgänger die Amtsübergabe zu regeln. Das «exzellente Gespräch» (Zitat Obama) war der Auftakt in die traditionellen «Übergabegespräche», die immer dann nötig werden, wenn ein neuer Präsident und mit ihm rund 4000 neue Beamte nach Washington ziehen. Mehrere hundert Personen arbeiten wochenlang an einer möglichst reibungslosen …

Artikel lesen
Link zum Artikel