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President Donald Trump speaks during a meeting with the Emir of Qatar Sheikh Tamim bin Hamad al-Thani in the Oval Office of the White House, Tuesday, April 10, 2018, in Washington. (AP Photo/Evan Vucci)

Donald Trump: «Beziehung zu Russland war noch nie so schlecht.»  Bild: AP/AP

Trump droht mit Raketen ++ Russen nehmen US-Zerstörer ins Visier ++ May bereit für Einsatz



US-Präsident Trump hat als Vergeltung für den mutmasslichen Giftgaseinsatz in Duma am Mittwoch in aller Deutlichkeit einen Raketenangriff auf Syrien angekündigt. Die Raketen «werden kommen», schrieb Trump im Kurzbotschaftendienst Twitter.

Russland warnte ihn vor einem Angriff. Alle Seiten müssten Schritte unterlassen, die in Wirklichkeit «durch nichts gerechtfertigt» seien, sagte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow.

Den Ernst der Lage deutlich macht eine Warnung der Europäischen Agentur für Flugsicherheit (EASA) und der Flugsicherung Eurocontrol: Die Fluggesellschaften sollten wegen der Gefahr von Luftangriffen in Syrien besondere Vorsicht im östlichen Mittelmeer walten lassen.

Innerhalb der nächsten drei Tage könnten Luft-Boden-Raketen und Marschflugkörper eingesetzt werden. Zudem könne es zu Störungen von Navigationsgeräten kommen.

Streit über Giftgasangriff

Die USA und andere westliche Staaten machen die Truppen des syrischen Machthabers Baschar al-Assad für mutmassliche Giftgasangriffe in der Stadt Duma verantwortlich, bei denen nach Angaben von Hilfsorganisationen am Samstag 42 Menschen getötet wurden. Syrien und Russland bestreiten, dass es einen Giftgasangriff gegeben hat.

Trump hatte schon zuvor eine «starke Reaktion» angekündigt und gewarnt, die Verantwortlichen müssten einen «hohen Preis» dafür zahlen. Nun warnte er Russland ausdrücklich vor einer Unterstützung Assads.

Russland habe angekündigt, «alle auf Syrien abgefeuerten Raketen abzuschiessen», schrieb der US-Präsident in einem Tweet. «Bereite dich vor, Russland, denn sie werden kommen, hübsch und neu und 'smart'!» Das Verhältnis der USA zu Russland sei mittlerweile «schlechter als es je war, den Kalten Krieg eingeschlossen», erklärte Trump in einem weiteren Tweet.

SMI schliesst nach Sorgen um Syrien-Konflikt im Minus

Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch klare Verluste verbucht. Die Stimmung verschlechterte sich dabei im Verlauf des Tages schlagartig, nachdem US-Präsident Donald Trump sich mit drastischen Worten in Bezug auf den Syrien-Konflikt geäussert hatte.

«Dass Trump bereit ist, in den Konflikt aktiv einzugreifen, führt an den Märkten zu Verunsicherung, denn letztlich würden damit Russland und die USA auch militärisch aufeinander treffen», kommentierte Ökonom Thomas Gitzel von der VP Bank das Geschehen.

Der Swiss Market Index (SMI) schloss mit einem Minus von 0,54 Prozent bei 8708,44 Punkten. Der breite Swiss Performance Index (SPI) gab um 0,54 Prozent auf 10'206,36 Punkte nach. Von den 30 wichtigsten Titel schlossen 27 im Minus und nur drei im Plus.

US-Kriegsschiffe im Visier

Russlands Botschafter im Libanon, Alexander Sasypkin, hatte erklärt, sollten die USA Syrien mit Raketen angreifen, dann würden diese abgeschossen und auch die Abschussvorrichtungen ins Visier genommen.

Nach seinen Worten sind US-Kriegsschiffe in der Region ein potenzielles Angriffsziel, wenn von ihnen Marschflugkörper auf Syrien abgefeuert würden. Damit würde eine direkte Konfrontation der beiden Atommächte drohen.

epa06661321 A handout photo made available by the US Navy on 10 April 2018 shows the Arleigh Burke-class guided-missile destroyer USS Donald Cook (DDG 75) departing Larnaca, on the southern coast of Cyprus, 09 April 2018. Donald Cook, forward-deployed to Rota, Spain, is on its seventh patrol in the US 6th Fleet area of operations in support of regional allies and partners, and US national security interests in Europe and Africa. According to reports on 10 April 2018, the Arleigh Burke-class warship, which carries on board some 60 Tomahawk cruise missiles, was reportedly sailing toward Syria as US President Donald J. Trump was weighing military options in response to an alleged chemical attack in Douma over the weekend.  EPA/SEAMAN ALYSSA WEEKS/US NAVY HANDOUT  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Die US Navy veröffentlichte am Dienstag Fotos dieses Zerstörers, der von Zypern aus in Richtung Syrien startete. Bild: EPA/US NAVY

Der russische Präsident Wladimir Putin rief zur Vernunft auf. Russland werde alle seine Verpflichtungen nach dem Völkerrecht respektieren und konstruktive Beziehungen zu seinen Partnern im Ausland aufbauen. Das russische Militär erklärte, Aktivitäten von US-Marineeinheiten im Golf zu registrieren. Man beobachte die Situation um Syrien herum genau.

Die syrischen Streitkräfte räumten weitere Stützpunkte, darunter die Militärbasis Dmeir, von der aus zuletzt die Luftangriffe der Regierung auf die belagerte Rebellenhochburg Ost-Ghuta ausgeführt wurden. Das berichtete die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte. Bereits am Dienstag hatte die syrische Armee damit begonnen, sich von einigen Stützpunkten zurückzuziehen.

Derweil ist auch die britische Premierministerin Theresa May bereit für einen Militäreinsatz in Syrien. Dies berichtet die BBC. Sie würde dabei nicht auf eine Abstimmung im Parlament warten, heisst es weiter. 

OPCW schickt Experten

Die syrische Regierung hatte am Dienstag internationale Experten gebeten, den mutmasslichen Chemiewaffenangriff zu untersuchen. Die Organisation für das Verbot von Chemiewaffen (OPCW) kündigte daraufhin an, bald ein Expertenteam nach Duma zu schicken.

Am Mittwoch forderte auch die Weltgesundheitsorganisation (WHO) «sofortigen und ungehinderten Zugang» zum Gebiet, um die Opfer behandeln zu können. Bei etwa 500 Spitalpatienten seien Symptome festgestellt worden, die aufträten, wenn man giftigen Chemikalien ausgesetzt sei.

epa06655168 An injured victim of alleged chemical attack lies on the ground in rebels-held Douma, Syria, 08 April 2018. According to media and local reports, at least 70 people died after a helicopter dropped a barrel bomb allegedly containing Sarin gas, a nerve toxin that kills within minutes of direct inhalation unless treated quickly with an antidote. Locals claim that the helicopter allegedly belongs to forces loyal to the Syrian government, while both Syria and Russia denied using chemical weapons and called the attack a fabrication by Jayesh al-Islam (the military ruler of Douma) in an attempt to hinder the Syrian Arab Army advancement, according to a report on the Syrian Arab News Agency, the Syrian Government's official news agency.  EPA/EMAD ALDIN ATTENTION: GRAPHIC CONTENT

Ein verletztes Kind nach am Angriff auf Duma. Bild: EPA/EPA

Trump hatte vor einem Jahr bereits als Vergeltung für einen Giftgaseinsatz in der nordsyrischen Stadt Chan Scheichun einen Raketenangriff auf eine syrische Luftwaffenbasis angeordnet. Nach Angaben von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron könnten beide Länder nun wieder «chemische Einrichtungen unter Kontrolle des Regimes angreifen». (cma/whr/sda/afp/reu/dpa)

Brüssel gedenkt der im Syrienkrieg verstorbenen Kinder

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