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Erste Sendung nach #ErdoWahn: «extra 3» legt nach

31.03.2016, 02:2831.03.2016, 15:34

Stunde Null: Wie wird «extra 3» auf den Erdogan-Eklat reagieren? «Sie wissen: Wir senden heute aus dem Krisengebiet. Es gab diplomatische Verstimmungen zwischen der Türkei und ‹extra 3›.» Moderator Christian Ehring verwirft die Hände. «Wegen eines Songs!!!»

Ehring beschwichtigt. Rechts beim Gartenzwerg: Adressat Erdogan.<br data-editable="remove">
Ehring beschwichtigt. Rechts beim Gartenzwerg: Adressat Erdogan.
screenshot: ndr

Womit wir beim Thema sind: Ehring berichtet von der Einbestellung des deutschen Botschafters und ein Filmchen zeigt, wie sich das dann in bestem Beamtendeutsch auf der Bundes-Presse-Konferenz anhört: «Es ist eine schärfere Form der Terminvereinbarung. Sie signalisiert in der Regel einen doch akuteren Gesprächsbedarf.»

So kann man das sehen.

Die Redaktion setze auf Deeskalation, fährt Ehring fort. Natürlich nur um dann auf Kollisionskurs zu gehen: «Die Zusammenarbeit hat ja gut funktioniert. Wir haben einen Song gemacht, der kritisiert, dass er die Pressefreiheit einschränkt. Und er reagiert darauf, indem er die Pressefreiheit einschränken will. Da waren wir uns alle natürlich sofort einig: Recep Tayyip Erdogan ist ‹Mitarbeiter des Monats›!»

Das ist ein bisschen frech, war vorher aber bereits bekannt.

«Lasst uns bitte gemeinsam zur Vernunft kommen», macht Ehring weiter.

Oh-oh, dann kommt jetzt noch einer ...

«Wir haben kein Interesse daran, noch mehr Öl ins Feuer zu giessen. Zumal Erdogan auch mehr Öl hat als wir. Und wenn er wirklich Öl vom ‹IS› kauft, wie es manche behaupten, hätte er sehr viel mehr Öl als wir. Wir sind auch gnädig bereit darüber hinwegzusehen, dass Erdogan offenbar ‹extra 3› guckt, aber keine Gebühren zahlt. Schwamm drüber!»

«Wir können so viel voneinander lernen», ruft Ehring Erdogan zu.<br data-editable="remove">
«Wir können so viel voneinander lernen», ruft Ehring Erdogan zu.
screnshot: ndr

Autsch! Das Resümee:

«Wir sind ein kleines Satiremagazin, er ist der grösste Komiker seines Landes!»

Was wohl der deutsche Botschafter morgen macht? 

Doch nicht nur Erdogan kriegt sein Fett weg. «Es ist eigentlich ganz einfach in Deutschland: Wenn Sie Kritik hören wollen, gucken Sie ‹extra 3›. Wenn Sie keine Kritik hören wollen, treffen Sie die Bundeskanzlerin.» Das wird Frau Merkel auch nicht gerne zur Kenntnis nehmen, aber so viel sollte ein Staatsoberhaupt doch wohl verkraften können?

Zwist mit Erdogan: «extra 3» legt am Mittwochabend nach und zeigt Satire-Video mit türkischen Untertiteln. (Für Ton: Lautsprecher-Symbol unten links anklicken.)
streamable

Finger in Wunden

Wenn nicht, dann könnte Berlin massive Probleme bekommen: Der Folge-Beitrag widmet sich den Eskapaden des Donald Trump. Nicht mal der würde bei der Kanzlerin eine Löschung fordern! Das Chaos in der Brüsseler Verwaltung kommt zur Sprache, das den dortigen Terroristen ihr tödliches Treiben erleichterte: 6 Polizeibehörden, 19 Bürgermeister! Und das in der «Hauptstadt der EU»! Auch die Gläubigen kriegen noch einen mit – in einem kurzweiligen Clip über das «Medikament Religion», dass bei Überdosierung zu unschönen Nebenwirkungen führt.

«extra 3» legt aber auch die Finger in die nationalen, deutschen Wunden. Etwa wenn es um Angst in der Bevölkerung geht. So nach dem Motto: Viele junge Männer aus der Agglo, die mit 180 in die Stadt zum Koma-Saufen beim Junggesellenabschied fahren, fragen sich: Ist das noch sicher? Oder wenn am Ende das klägliche Abschneiden der norddeutschen Bundesligavereine thematisiert wird: «Wie das Land, so seine Fussballclubs», ätzt der Beitrag.

Das tut weh! Doch es ist eben diese Fähigkeit zu schmerzhafter Selbstkritik, mit der das «kleine Satiremagazin» Grösse beweist. Ein Talent, von dem sich nicht nur Erdogan eine Scheibe abschneiden kann.

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