International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Erste Sendung nach #ErdoWahn: «extra 3» legt nach



Stunde Null: Wie wird «extra 3» auf den Erdogan-Eklat reagieren? «Sie wissen: Wir senden heute aus dem Krisengebiet. Es gab diplomatische Verstimmungen zwischen der Türkei und ‹extra 3›.» Moderator Christian Ehring verwirft die Hände. «Wegen eines Songs!!!»

Bild

Ehring beschwichtigt. Rechts beim Gartenzwerg: Adressat Erdogan.
screenshot: ndr

Womit wir beim Thema sind: Ehring berichtet von der Einbestellung des deutschen Botschafters und ein Filmchen zeigt, wie sich das dann in bestem Beamtendeutsch auf der Bundes-Presse-Konferenz anhört: «Es ist eine schärfere Form der Terminvereinbarung. Sie signalisiert in der Regel einen doch akuteren Gesprächsbedarf.»

So kann man das sehen.

Die Redaktion setze auf Deeskalation, fährt Ehring fort. Natürlich nur um dann auf Kollisionskurs zu gehen: «Die Zusammenarbeit hat ja gut funktioniert. Wir haben einen Song gemacht, der kritisiert, dass er die Pressefreiheit einschränkt. Und er reagiert darauf, indem er die Pressefreiheit einschränken will. Da waren wir uns alle natürlich sofort einig: Recep Tayyip Erdogan ist ‹Mitarbeiter des Monats›!»

Das ist ein bisschen frech, war vorher aber bereits bekannt.

«Lasst uns bitte gemeinsam zur Vernunft kommen», macht Ehring weiter.

Oh-oh, dann kommt jetzt noch einer ...

«Wir haben kein Interesse daran, noch mehr Öl ins Feuer zu giessen. Zumal Erdogan auch mehr Öl hat als wir. Und wenn er wirklich Öl vom ‹IS› kauft, wie es manche behaupten, hätte er sehr viel mehr Öl als wir. Wir sind auch gnädig bereit darüber hinwegzusehen, dass Erdogan offenbar ‹extra 3› guckt, aber keine Gebühren zahlt. Schwamm drüber!»

Bild

«Wir können so viel voneinander lernen», ruft Ehring Erdogan zu.
screnshot: ndr

Autsch! Das Resümee:

«Wir sind ein kleines Satiremagazin, er ist der grösste Komiker seines Landes!»

Was wohl der deutsche Botschafter morgen macht? 

Doch nicht nur Erdogan kriegt sein Fett weg. «Es ist eigentlich ganz einfach in Deutschland: Wenn Sie Kritik hören wollen, gucken Sie ‹extra 3›. Wenn Sie keine Kritik hören wollen, treffen Sie die Bundeskanzlerin.» Das wird Frau Merkel auch nicht gerne zur Kenntnis nehmen, aber so viel sollte ein Staatsoberhaupt doch wohl verkraften können?

abspielen

Zwist mit Erdogan: «extra 3» legt am Mittwochabend nach und zeigt Satire-Video mit türkischen Untertiteln. (Für Ton: Lautsprecher-Symbol unten links anklicken.)
streamable

Finger in Wunden

Wenn nicht, dann könnte Berlin massive Probleme bekommen: Der Folge-Beitrag widmet sich den Eskapaden des Donald Trump. Nicht mal der würde bei der Kanzlerin eine Löschung fordern! Das Chaos in der Brüsseler Verwaltung kommt zur Sprache, das den dortigen Terroristen ihr tödliches Treiben erleichterte: 6 Polizeibehörden, 19 Bürgermeister! Und das in der «Hauptstadt der EU»! Auch die Gläubigen kriegen noch einen mit – in einem kurzweiligen Clip über das «Medikament Religion», dass bei Überdosierung zu unschönen Nebenwirkungen führt.

«extra 3» legt aber auch die Finger in die nationalen, deutschen Wunden. Etwa wenn es um Angst in der Bevölkerung geht. So nach dem Motto: Viele junge Männer aus der Agglo, die mit 180 in die Stadt zum Koma-Saufen beim Junggesellenabschied fahren, fragen sich: Ist das noch sicher? Oder wenn am Ende das klägliche Abschneiden der norddeutschen Bundesligavereine thematisiert wird: «Wie das Land, so seine Fussballclubs», ätzt der Beitrag.

Das tut weh! Doch es ist eben diese Fähigkeit zu schmerzhafter Selbstkritik, mit der das «kleine Satiremagazin» Grösse beweist. Ein Talent, von dem sich nicht nur Erdogan eine Scheibe abschneiden kann.

«extra 3» und Erdogan

#Erdogans Eigengoal sorgt für Häme im Netz und Solidarität in Europa

Link zum Artikel

Dieses Satire-Video von NDR ist Erdogan zu viel: Jetzt muss der deutsche Botschafter antraben

Link zum Artikel

Lieber Onkel #Erdogan, schau mich nicht so böse an – Twitter war's

Link zum Artikel

«extra 3»-Moderator zum Erdogan-Eklat: «Da ist mir die Kinnlade runtergefallen»

Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Die Influencer der Zukunft sind nicht menschlich – und sind jetzt schon Millionen wert

Link zum Artikel

Roger Federer ein Spielball der Strömung – das könnte zum Problem werden

Link zum Artikel

Kassieren SVP und SP eine Schlappe? 7 wichtige Punkte zu den Zürcher Wahlen

Link zum Artikel

Im 30'000-Franken-Outfit – so rückt Leroy Sané in die DFB-Elf ein

Link zum Artikel

Bye-bye Beno: Wie der ehemalige Gassen-Mönch in die völkische Szene abrutschte

Link zum Artikel

Das sind die 3 typischen Phasen eines Pyro-Vorfalls

Link zum Artikel

Wie Trump im Fall Manafort schachmatt gesetzt wurde

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Abonniere unseren Newsletter

29
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
29Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Ruestig 20.04.2016 09:59
    Highlight Highlight Was ist nicht schon alles über die Böhmermann - Erdogan - Merkel - Affäre gesagt, geschrieben und gesungen worden! Hier der Versuch einer lyrischen Annäherung:

    Majestätsbeleidigung - Erdomann und Böhmergan

    "Erdomann und Böhmergan:
    Wer ist Satiriker und wer Sultan?
    Wer ist der Gute, wer der Böse?
    Auf beiden Seiten viel Getöse.
    Auf jeden Fall macht es alle kirre!..."

    Play Icon


    Viel Spaß beim Anhören!
  • Sauraus 31.03.2016 13:47
    Highlight Highlight Die Anstalt hätte diese Aufmerksamkeit eher verdient.
    • Toerpe Zwerg 31.03.2016 13:58
      Highlight Highlight Begründung kommt noch?
  • Ruffy 31.03.2016 13:45
    Highlight Highlight Wenn einer Journalisten einsperrt, Zeitungen und TV Sender zu macht oder die Kontrolle darüber übernimmt und dann noch dem Ausland vorschreiben will es solle das gleiche bei sich machen ist er also ein "Konservativer Tolpatsch"? Sorry tönt eher nacht Diktator für mich
  • Raphius 31.03.2016 11:59
    Highlight Highlight Es wäre toll, wenn die Sendungen, welche den Westen kritisieren, von den Medien auch so stark aufgegriffen werden würden, wie wenn es um Erdogan und die Türkei geht.
    • Toerpe Zwerg 31.03.2016 12:22
      Highlight Highlight Sie unterliegen hier einem Irrtum. Thema ist nicht die Sendung, sondern Erdogan und seine Reaktion.
    • Ruffy 31.03.2016 12:51
      Highlight Highlight Hat schon mal Angela Merkel gefordert ein Video von z.B. Volker Pispers zu löschen weil dieser sie fertig macht? Oder sonnst ein Staatsoberhaupt?
    • Philipp Dahm 31.03.2016 12:53
      Highlight Highlight Da tust du «extra 3» unrecht, Raphius. Merkels Kuschelkurs gegenüber Ankara ist Thema, Trumps Irrsinn ist Thema, belgische Unfähigkeit auch und Saudi-Arabien bekommt ebenfalls einen mit: Es ist jetzt beileibe nicht so, dass immer nur die Türkei drankommt.
  • boris78 31.03.2016 08:40
    Highlight Highlight es ist einfach nur peinlich! bin selber Türke aber das was er da abzieht ist einfach nur schlecht. .. ich hoffe dass das bald ein Ende mit ihm hat. Arme Türkei :(
    • Philipp Dahm 31.03.2016 12:54
      Highlight Highlight En büyük, Türkiye – Erdogansiz!
    • Kibar Feyzo 31.03.2016 13:34
      Highlight Highlight wtf.. sind wir im Kindergarten?
    • Toerpe Zwerg 31.03.2016 13:59
      Highlight Highlight Sind Sie?
  • Kibar Feyzo 31.03.2016 07:29
    Highlight Highlight Wenn ich in meinen 30 Jahren bezüglich Politik etwas gelernt habe, dann dass wenn der Westen sich auf einen muslimischen Politiker eingeschossen hat, es mitnichten um Demokratie und Menschenrechte geht.
    • URSS 31.03.2016 08:13
      Highlight Highlight Ja der böse böse Westen . Sie haben Recht, RTE 's Reaktion hat nichts mit Demokratie und Menschenrechten zu tun.Wirklich gar nichts...
      Es geht um nichts anderes als RTE Reaktion auf die Kritik an ihm.
      RTE gebärdet sich so wie wenn die Türkei sein " Private Property" ist. Sein Eigentum.Sehr weit von Ghaddafi's Regierungsstil ist er nicht mehr entfernt .
      Aber vielleicht finden Sie es eine Frechheit das " der böse Westen" sich auf einen muslimischen Politiker einschiesst.
    • JohnDoe 31.03.2016 09:13
      Highlight Highlight Der Westen...? Es handelt sich um eine Satiresendung des deutschen Rundfunks. Ich habe Verständnis für Kritik am "Westen", wenn ein Regierungsvertreter oder regierungsnahe Medien den "Osten" kritisieren und es doch sehr einseitig darstellen (Ukraine Krise, Iran-Krise, USA- Nahost-Politik vor Obama, ...), aber hier...
    • Digichr 31.03.2016 09:21
      Highlight Highlight Oh, die Erdogan Wähler.
      Extra 3 drischt zu 90% auf die eigenen Politiker ein. Gerade Horst Seehofer bekommt sehr oft sein Fett weg. Auch Gabriel wird ziemlich deftig parodiert.
    Weitere Antworten anzeigen
  • Scaros_2 31.03.2016 07:25
    Highlight Highlight Es ist zu gut. Einfach wundebrar wie deutsche Satire es immer wieder schafft wahre Probleme und Darstellungen so gut rüberzubringen das eigentlich auch vollidioten das begreiffen müssten.
    • JohnDoe 31.03.2016 09:14
      Highlight Highlight Nächsten Dienstag wieder Anstalt einschalten bzw. nachher auf Youtube ansehen. Brilliant
    • Scaros_2 31.03.2016 09:22
      Highlight Highlight Ja die Anstalt und die "heute-Show" am Freitag abend gehört bei mir zur Pflichtsende-Teil. Neu wird extra nun auch eingeführt. :D
    • JohnDoe 31.03.2016 13:23
      Highlight Highlight Das Neo Magazin Royal hat auch viele gute Beiträge (gut auch viel sinnleeren Quatsch), aber Beiträge wie "Frühling für Frauke und Beatrice" oder "der kleine Mann" sind genial.

«Dummi huere Ruederer» und «Schiiss-Ponys» machen Hans Jucker zur Legende

30. Januar 2011: Nach mehr als 40 Jahren beim Fernsehen geht der Sportreporter Hans Jucker in Pension. Nur ein paar Wochen später stirbt er – doch dank YouTube lebt er ewig weiter.

Ein Mann, viele Worte. Als Hans Jucker am 30. Januar 2011 seinen letzten Arbeitstag beim Schweizer Fernsehen hat, geht eine Ära zu Ende. Der rotblonde Säuliämtler war die Allzweckwaffe der Sportabteilung, stets zu Diensten, wenn es wieder einmal über eine Sportart zu berichten galt, die in der Redaktion keiner kannte oder niemand mochte.

Überaus beliebt wie ein Beni Thurnheer war Jucker nie, allenfalls respektiert bei Rennvelo- und Pferdesport-Anhängern, die sein Fachwissen zu würdigen …

Artikel lesen
Link zum Artikel