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Ukraine hofft auf Waffenhilfe aus Südkorea

Selenskyj will mit Südkorea über «Waffen reden»

31.10.2024, 23:0331.10.2024, 23:09
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epa11654066 Ukrainian President Volodymyr Zelensky arrives for a private audience with Pope Francis (not pictured) at the San Damaso courtyard in the Vatican City, 11 October 2024. Zelensky is visitin ...
Wenn Putin bei Nordkorea Hilfe holt, will Selenskyj bei Südkorea anklopfen.Bild: keystone

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft im Abwehrkampf gegen Russland auf Militärhilfe aus Südkorea nach dem Bekanntwerden der Entsendung nordkoreanischer Soldaten ins Kriegsgebiet. «Wir werden über Waffen reden», kündigte Selenskyj auf seinem Telegramkanal an. Die Ukraine sei stark an der Hilfe interessiert, speziell an Artillerie und Flugabwehr.

Seinen Angaben nach sind bereits 3'000 nordkoreanische Soldaten in russischen Ausbildungslagern für den Krieg. Ihre Zahl werde bald auf 12'000 steigen, schrieb Selenskyj. Zudem verhandelten Moskau und Pjöngjang über die Entsendung von Pioniertruppen sowie Zivilisten für die Arbeit in russischen Rüstungsbetrieben.

Selenskyj gab auf Telegram die aus seiner Sicht wichtigsten Punkte seines Interviews mit dem südkoreanischen Fernsehsender KBS wieder. Demnach nutzt der Kreml die Soldaten aus Nordkorea, um eine unpopuläre Mobilmachung im eigenen Land zu vermeiden, die ansonsten wegen der hohen Verluste nötig wäre. «Nordkorea ist für (Kremlchef Wladimir) Putin ein Ausweg.» Putin teste die Reaktion des Westens, der Nato und Südkoreas und werde, wenn möglich, noch mehr Soldaten aus Nordkorea für den Krieg rekrutieren. Für Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un habe die Entsendung den Vorteil, dass seine Armee kriegserprobt werde vor einer möglichen Auseinandersetzung mit dem Süden.

Nach übereinstimmenden Informationen aus Seoul, Washington und Kiew sind Tausende nordkoreanischer Soldaten in den vergangenen Wochen nach Russland verlegt worden. Die Nato sieht darin eine erhebliche Eskalation des Konflikts. Putin bestreitet die Anwesenheit der Soldaten nicht und verweist darauf, dass auch die Ukraine auf Personal aus Nato-Staaten zurückgreife. (sda/dpa)

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12 Kommentare
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MartinZH
01.11.2024 01:59registriert Mai 2019
Südkoreas Präsident, Yoon Suk-yeol, hat am 31.10.24 offiziell bekanntgegeben, dass Südkorea keine Waffen und Munition 'direkt' an die Ukraine liefern wird.

Dies hat aber weiter nichts zu bedeuten, denn Südkorea kann auch 'indirekte' Lieferungen via Ländern, wie z.B. den USA, veranlassen.

Damit macht sich Südkorea nicht zu einem offiziellen Unterstützer-Staat, denn dies wäre politisch (u.a. bzgl. Nordkorea) eher heikel.

Schlussendlich spielt es keine Rolle, auf welche Weise Südkorea der Ukraine hilft. So gelangte bereits schon seit längerem Art-Mun – aus US-Beständen in Südkorea – in die UA.
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