Der Russland-Ukraine-Krieg zieht sich mittlerweile über fast drei Jahre hin. Trotz harter Gegenwehr der Ukrainer verzeichneten die russischen Angreifer in den letzten Wochen und Monaten immer wieder leichte Geländegewinne. Jüngst haben russische Streitkräfte die ostukrainische Stadt Kurachowe eingenommen, unter Druck gerät zunehmend auch die strategisch wichtige Stadt Prokrowsk im ostukrainischen Donbass. Russland nimmt dafür erhebliche Verluste bei Mensch und Material in Kauf.
Wie viele russische Soldatinnen und Soldaten dem Krieg bislang genau zum Opfer gefallen sind, ist schwer einzuschätzen. Gemäss den ukrainischen Streitkräften haben die Russen bislang 809'760 Soldatinnen und Soldaten verloren. Diese Zahlen können jedoch nicht unabhängig verifiziert werden.
Im vergangenen Juni behauptete Präsident Wladimir Putin, das Verhältnis der «unwiederbringlichen Verluste» zwischen Russland und der Ukraine liege bei eins zu fünf zugunsten Moskaus. Die russische Regierung veröffentlicht selbst jedoch keine offiziellen Daten zu ihren Verlusten.
Etwas Licht ins Dunkel versucht das unabhängige, russische Medienportal Mediazona in Zusammenarbeit mit der BBC zu bringen. Die Investigativjournalistinnen und -journalisten durchforsten Postings in sozialen Medien und Todesanzeigen in Zeitungen, begutachten Datenbanken für Erbangelegenheiten sowie Sterberegister und stützen sich auf Informationen von Hinterbliebenen. So versuchen sie, sich ein eigenes Bild vom Sterben in der Ukraine zu machen – unabhängig von offiziellen Zahlen der Kriegsparteien oder von Geheimdienstberichten.
Laut ihres neusten Berichts sind bis Ende 2024 insgesamt 88'055 getötete russische Soldaten auf der Grundlage von Open-Source-Daten identifiziert worden. Die Fachleute gehen jedoch davon aus, dass diese Zahl nur einen Bruchteil der tatsächlichen Verluste abbildet – schätzungsweise 45 bis 65 Prozent. Auf Basis dieser Daten liegt die tatsächliche Zahl der russischen Gefallenen zwischen 135'000 und 196'000, so der BBC-Bericht.
Die Opferzahl erhöht sich gar noch weiter, wenn auch noch diejenigen der Streitkräfte der von Russland annektierten Oblasten Luhansk und Donezk sowie der paramilitärischen Einheiten und ausländischen Söldner hinzugezählt werden. Dann liegt die Zahl der Gefallenen gemäss der BBC gar zwischen 156'000 und 220'000.
Die 88'055 identifizierten Todesopfer haben die Experten der BBC und von «Mediazona» minutiös nach Truppengattung aufgeschlüsselt. Demnach befinden sich darunter insgesamt 6083 Elitesoldaten. Betroffen sind besonders die Luftlandetruppen (3162 Tote), Marinesoldaten (1247), Spezialeinheiten des Militärgeheimdienstes GRU (577), Militärpiloten (267) sowie Angehörige der Geheimdienste FSB und FSO (114).
Diese Verluste treffen Russlands militärische Schlagkraft empfindlich, da Elitekämpfer oft Schlüsselrollen an der Front übernehmen und ihre Ausbildung oft langwierig und teuer ist. Allein die Schulung eines GRU-Offiziers dauert mehrere Jahre und kostet Hunderttausende Rubel. Angesichts der hohen Verluste und der langwierigen Rekrutierung und Ausbildung drohen Russlands Eliteeinheiten langfristig geschwächt zu werden.
Auch bei den Offizieren haben die russischen Streitkräfte gemäss dem Bericht erhebliche Verluste erlitten. Bis Januar 2025 starben 4595 russische Befehlshaber in der Ukraine. Diese Verluste sind ebenfalls schwer zu ersetzen, denn die Ausbildung zum Offizier dauert in der russischen Armee üblicherweise rund vier Jahre.
Falls dieser Kreml-Bösewicht in eine Trump‘sche "Zwischenlösung" einwilligt, dann nur um durch einen Pseudo-Frieden Zeit zu gewinnen, um später nochmals anzugreifen.
Wie auch immer es weitergeht. Man darf der russischen Regierung nicht mehr vertrauen. Eine hochgefährliche Bande.
Das macht ca. 1,5 Tote pro erobertem km2.
Russland: Wohin willst du?
"Allein die Schulung eines GRU-Offiziers dauert mehrere Jahre und kostet Hunderttausende Rubel."
500.000 Rubel = ca. 4.500 €, also das Gehalt von 3.-4 Monaten. Eher doch $ als Rubel oder? Sonst ergäbe das wenig Sinn