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ARCHIV - 24.04.2019, Liebenwalde: Pflanzen wachsen aus der trockenen Erde auf einem Feld im Liebenwalder Ortsteil Hammer. Mit einer Mahnung zum Schutz der Landflächen hat in Genf die politische Debatte des Weltklimarats IPCC zu einem neuen Report begonnen. (zu dpa «Weltklimarat berät über Report - Mangel an fruchtbaren Böden droht») Foto: Monika Skolimowska/zb/dpa +++ dpa-Bildfunk +++ (KEYSTONE/DPA/Monika Skolimowska)

Weltklimarat warnt vor Mangel an fruchtbaren Böden (Archivbild). Bild: DPA zb

Weltklimarat berät über Report – Mangel an fruchtbaren Böden droht



Mit einer Mahnung zum Schutz der Landflächen hat in Genf die politische Debatte des Weltklimarats IPCC zu einem neuen Report begonnen. Inger Andersen, Geschäftsführerin des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (Unep), betonte bei der Eröffnung am Freitag in einer Videobotschaft, dass «die Erde unter unseren Füssen eines der wertvollsten Vermögen der Menschheit» sei.

«Zu einer Zeit, in der wir es uns am wenigsten erlauben können, verlieren wir fruchtbaren Boden und biologische Vielfalt in einem alarmierenden Tempo», erklärte Andersen.

«Wir müssen die Nutzung unserer Landflächen an den Klimawandel anpassen, damit wir die Nahrungsmittelproduktion für die heutige und für zukünftige Generationen sicherstellen können.»

Inger Andersen

Mit der Sitzung am Freitag starteten die mehrtägigen Beratungen über den IPCC-Sonderbericht zur Nutzung von Landflächen unter dem Einfluss des Klimawandels. Er soll am Donnerstag präsentiert werden.

Der Vorsitzende des Weltklimarats IPCC, Hoesung Lee, betonte vor allem die symbolische Wirkung auf die Öffentlichkeit, die der Report aussenden könnte. «Ich hoffe, dass wir die Aufmerksamkeit der Menschen für die Gefahren und Herausforderungen erhöhen können, die der Klimawandel für das Land bereithält, auf dem wir leben und das uns ernährt», sagte Lee.

Hoesung Lee, new chairman Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC), speaks during a press conference about the IPCC's plans for 2017 at the European headquarters of the United Nations, in Geneva, Switzerland, on Wednesday 17, 2016. (KEYSTONE/Martial Trezzini)

Hoesung Lee – Vorsitzender des Weltklimarates IPCC (Archivild). Bild: KEYSTONE

In den sieben Kapiteln des Reports werden unter anderem die Versteppung, die Einflüsse von Treibhausgasen und ein nachhaltiges Landmanagement thematisiert. «In der Sache dürfte das Ergebnis der Genfer IPCC-Konferenz in jedem Fall betonen, dass Dürren, Hitzewellen, Überschwemmungen oder die Versalzung von Böden infolge des Klimawandels für das Welternährungssystem eine erhebliche Bedrohung darstellen», glaubt Jan Kowalzig von der Hilfsorganisation Oxfam.

Kritik an Fleischkonsum

In den Fokus werde wohl auch die Landwirtschaft rücken, die für einen grossen Teil der Treibhausgasemissionen verantwortlich zeichnet. Offen sei aber, wie deutlich die Kritik an industrieller Landwirtschaft ausfallen werde, sagte Kowalzig.

Rund ein Drittel der Landfläche weltweit und Dreiviertel des gesamten Frischwassers gehen inzwischen für Landwirtschaft drauf. Angesichts des erwarteten Anstiegs der Weltbevölkerung auf zehn Milliarden Menschen bis zur Mitte des Jahrhunderts wächst die Sorge, dass die derzeitigen Systeme schon bald an ihre Grenzen stossen.

Ein Problem ist neben der Massen-Fleischproduktion die Lebensmittelverschwendung: Schätzungen zufolge landen rund 30 Prozent aller Nahrungsmittel im Müll – und tragen weiter zur schlechten CO2-Bilanz bei. Hinzu komme die zunehmende Nutzung von Monokulturen wie etwa Soja, die massgeblich zur Zerstörung der Wälder beitragen.

Gewaltige Ausmasse

Jedes Jahr verschwinden Tropenwälder von der Grösse Sri Lankas – und mit ihnen die Möglichkeit, grosse Mengen CO2 zu absorbieren. Gleichzeitig bilden sich mehr und mehr Wüsten, werden die Lebensräume für Menschen und Tiere zerstört. Auch darauf wird der Sonderbericht eingehen.

Large fields of soy are seen near the city of Santarem in the Brazilian state of Para, Dec. 2, 2004. (AP Photo/Victor R. Caivano) **EFE OUT**

Abholzung wegen Soja-Anbau: Wald in Brasilien. Bild: AP

Der WWF betonte am Freitag, dass vor allem ein hoher Fleischkonsum den Klimawandel weiter befeuern werde. Der WWF plädiert unter anderem für ein Ende von Dauerrabatten auf Fleischprodukte. Auch sollten Agrarsubventionen stärker eine ökologisch nachhaltige Landwirtschaft unterstützen.

Am IPCC-Bericht beteiligt sind Wissenschaftler aus mehr als 30 Ländern weltweit. Sie hatten zuvor eine sehr umfangreiche Analyse über den derzeitigen weltweiten Wissensstand zu diesem Thema erstellt.

Eine Zusammenfassung davon wird nun in Genf vor allem von politischen Delegierten debattiert, damit der so entstehende Bericht anschliessend auch entsprechend durch die Mitgliedsländer legitimiert ist. «Das bedeutet, die in Genf zur Verhandlung stehende Zusammenfassung kann bei einzelnen Themen dann auch so etwas sein wie der kleinste gemeinsame Nenner», meint Oxfam-Vertreter Kowalzig. (sda/dpa/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • Matrixx 03.08.2019 08:41
    Highlight Highlight Das unfruchtbare Land, zusammen mit den Überschwemmungen, die in einigen Jahren haufiger auftreten werden, erzeugen vorallem in wärmeren Gegenden mehr Flüchtlinge.
    Wenn wir also nicht sofort stoppen, werden Klimaflüchtlinge ein weiteres Problem.
  • hämpii 02.08.2019 21:59
    Highlight Highlight Bolsonaro ahoi! Solange Leute wie der am Drücker sind sehe ich schwarz für den Rest der Welt...
  • Saerd neute 02.08.2019 21:13
    Highlight Highlight Ich mag Organisationen nicht die dauernd und schon seit Jahrzehnten uns Angst einjagen wollen.
    Essen haben wir genug, die Verteilung und der unsorgsame Umgang mit unseren Lebensmitteln in den Industrieländern ist das Problem.
  • Gipfeligeist 02.08.2019 19:45
    Highlight Highlight Rinderzucht führ zu Regenwald-Rodung, verbraucht kostbares Wasser und setzt Methan frei. Methan ist 84x schädlicher als CO2, und ist trotz der geringen Konzentration für 25% des Klimawandels verantwortlich [1].
    Fleischkonsum ist ein Luxus und teuer für den Planeten! Nur haben wir das schon lange verdrängt...

    1) https://www.edf.org/climate/methane-other-important-greenhouse-gas
    • Skip Bo 02.08.2019 21:15
      Highlight Highlight Gipfelgeist, es gibt viel Fläche, welche ackerbaulich nicht geeignet ist. Diese Fläche kann durch Wiederkäuer genutzt und zu Milch oder Fleisch veredelt werden. Soll auf den Beitrag zur Ernährung mit diesen Flächen verzichtet werden?
      Diese Fleischproduktion darf nicht mit der Intensivmast auf Basis von Soja gleichgesetzt werden.
    • Gipfeligeist 02.08.2019 22:35
      Highlight Highlight @SkipBo
      Guter Punkt. Beispielsweise Ziegen sind wenig anspruchsvoll und können durch Milch und Fleisch die Ressourcen besser ausnützen.
      Aber wenn du unsere Landwirtschaft betrachtest, wird ein Grossteil der Fläche für Weide/Tierfutter verwendet. Auf unseren fruchtbaren Böden gibt es sicher ungenutztes Potential für Getreide, Obstbäume, Gemüse. Ich schätze, Fleisch ist einfach lukrativer.
      Oder die Flächen werden für Wildblumen oder Wälder genutzt. Das würde auch der Artenvielfalt gut tun.
    • wilhelmsson 02.08.2019 22:43
      Highlight Highlight @Skip Bo Nein, gleichsetzen soll man das nicht, aber ganz so unproblematisch ist das auch nicht:
      1) Vielerorts werden/wurden für solche Weidelandschaften auch Wälder gerodet, was aber manchmal zu einem diverseren Lebensraum führte.
      2) Auch diese Tiere stossen Methan aus.
      3) Importiertes Futtermittel wird nahezu überall zusätzlich eingesetzt.
      4) Würde man sich beispielsweise in der Schweiz darauf beschränken, was unsere Weidelandschaft letzlich an Fleisch, Milch, Käse etc. hergibt, müssen/müssten wir unseren Konsum einschränken.

      Global gesehen hat Gipfelgeist leider vollkommen recht...
  • Auric 02.08.2019 19:05
    Highlight Highlight Der IPPC (der Club aller Klima-Katastrophiker) hat also ein neues Horrorszenario entwickelt, nachdem die Erderwärmung den Vorhersagen sich verweigert muss nun die Ernährungssituation her halten. Der Club of Rome der 1972 prophezeit hat das wir heute schon alle verhungert sind (obwohl die Ernährungssituation in der Menschheitsgeschichte noch nie so gut war) hat eine Nachfolgeorganisation für die tägliche Versorgung mit

    A N G S T

    gefunden, die Realität des Global greening (mal danach googeln) spricht gegen das postulierte.
    • aglio e olio 02.08.2019 21:29
      Highlight Highlight Die fortschreitende Verwüstung ist bereits seit vielen Jahren ein Thema.
      Ebenso wie die Zerstörung der fruchtbaren Boden durch intensive Landwirtschaft und auch Erosion. Frag mal die Bauern.

      "...nachdem die Erderwärmung den Vorhersagen sich verweigert..."
      🙄

    • Gipfeligeist 02.08.2019 21:40
      Highlight Highlight @Auric
      Welche Erderwärmungs-Vorhersagen wurden denn verfehlt? Momentan laufen wir stramm auf die +2° zu.
      Global greening ist ein schöner Effekt. Aber: "Studies have shown that plants acclimatize, or adjust, to rising carbon dioxide concentration and the fertilization effect diminishes over time.” [1] Das Greening ist jedoch zurzeit schlechter erforscht als der Klimawandel.

      Bei der jetzigen Zerstörung des Regenwaldes müsste viel CO2 von Pflanzen aufgenommen werden. So gross ist der Effekt (leider) nicht.

      1) https://www.nasa.gov/feature/goddard/2016/carbon-dioxide-fertilization-greening-earth
    • Posersalami 02.08.2019 22:23
      Highlight Highlight Na er hat schon Recht, die meisten Prognose. des IPCC lagen daneben. In der Realität werden ja ständig die übelsten Prognosen locker überboten!

    Weitere Antworten anzeigen
  • Dr.Ve 02.08.2019 18:36
    Highlight Highlight Nein es fehlt kein Boden. Die Menschheit hat genügend zu Essen. Das grosse Problem beginnt bei der Produktion von Lebensmitteln. Die Verschwendung von essbarem Gemüse etc. ist immens. Wenn wir alle diese weggeworfenen Lebensmittel brauchen würden hätte die Menschheit genug zu essen. Dies gilt auch für Fleisch das angeblich abgelaufen ist. Jedes abgelofene und weggeworfene Fleischstück könnte man in den nächsten 3-4 Tagen immer noch Essen.
  • Rethinking 02.08.2019 17:43
    Highlight Highlight „Angesichts des erwarteten Anstiegs der Weltbevölkerung auf zehn Milliarden Menschen bis zur Mitte des Jahrhunderts wächst die Sorge, dass die derzeitigen Systeme schon bald an ihre Grenzen stossen.“

    War machen denn nicht endlich was gegen das Bevölkerungswachstum???
    • Arthur Philip Dent 02.08.2019 21:20
      Highlight Highlight Hier eine kleine Erklärung... Daraus lassen sich auch einige Dinge ablesen, was man dagegen tun könnte...
      Play Icon
    • Gipfeligeist 02.08.2019 21:29
      Highlight Highlight @wolge
      Das Bevölkerungswachstum wird v.a. auf dem Afrikanischen Kontinent stattfinden. China & Indien werden ab 2030 (Quelle Tagi) kein Wachstum mehr verzeichnen.

      Das Problem ist, dass man die Menschen nicht einfach so gegen ihren Willen kontrollieren kann. Ihnen eine glückliche Familie zu verbieten ist schon etwas drastisch. Vorallem weil wir damals genau so zum Wachstum beigetragen haben.
      Ich sehe vorallem die Chance, den demografischen Wandel zu beschleunigen. Durch Entwicklungshilfe, Bildung und einer nachhaltigeren Wirtschaft.

      Eine einfache Lösung wäre mir natürlich auch lieber...
    • aglio e olio 02.08.2019 21:38
      Highlight Highlight Wir könnten den armen Schluckern des Planeten ihren Teil vom Kuchen zugestehen. Wir geben etwas von unserem Wohlstand, den wir auf deren Kosten erlangen, ab. Das dürfte dabei helfen die Bevölkerungszunahme in den armen Ländern zu reduzieren. Darauf deutet die Entwicklung in der sogenannten ersten Welt hin.
      Mehr Wohlstand, weniger Kinder.
      Wäre das in deinem Sinne?

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