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Michael Flynn muss sich von Richter Emmet Sullivan einiges anhören. 
Michael Flynn muss sich von Richter Emmet Sullivan einiges anhören. Bild: AP/FR31454 AP

Urteil überraschend verschoben – Richter erhebt schwerste Vorwürfe gegen Michael Flynn

18.12.2018, 21:4119.12.2018, 13:45

US-Sonderermittler Robert Mueller hat weiter Zugriff auf einen der wichtigsten Zeugen in der Russland-Affäre von Präsident Donald Trump. Ein Bundesgericht hat die Verkündung des Strafmasses gegen den früheren Nationalen Sicherheitsberater des US-Präsidenten verschoben.

Richter Emmet Sullivan habe Ex-Sicherheitsberater Michael Flynn deutlich gemacht, dass er bei einer Fortführung der Anhörung am Dienstag womöglich mit einer Haftstrafe rechnen müsse, berichteten US-Medien. Flynns Anwälte hätten daraufhin das Angebot zur Verschiebung angenommen. So könne ihr Mandant weiterhin seine Zusammenarbeit mit den Ermittlern unter Beweis stellen.

FBI-Sonderermittler Mueller hatte wegen der Kooperation Flynns empfohlen, ihn nicht zu inhaftieren. Flynn habe die Ermittler in «substanzieller» Weise unterstützt. Mueller untersucht mögliche Geheimabsprachen von Vertretern Russlands mit dem Trump-Lager im Präsidentenwahlkampf 2016.

Michael Flynn beim Verlassen des Gerichtsgebäudes in Washington, D.C.
Michael Flynn beim Verlassen des Gerichtsgebäudes in Washington, D.C.Bild: EPA/EPA

«Land verkauft»

Flynn war bei der Anhörung bei seinem Schuldgeständnis geblieben, wonach er die Bundespolizei FBI bei deren Russland-Ermittlungen belogen habe. Flynn hatte entgegen seiner Aussagen gegenüber Ermittlern des FBI kurz vor Trumps Amtsantritt mit dem russischen Botschafter über die US-Sanktionen gesprochen. Als seine Lügen ans Licht kamen, trat er im Februar 2017 nach nur rund dreiwöchiger Amtszeit zurück.

Flynn hatte zuvor ausserdem eingeräumt, bei den Justizbehörden falsche Angaben zu einem Projekt gemacht zu haben, bei dem er vor seiner Ernennung zum Sicherheitsberater im Auftrag der türkischen Regierung gehandelt habe.

Richter Sullivan machte Flynn schwere Vorwürfe. Es sei durchaus vertretbar, zu sagen, dass Flynn sein «Land verkauft» habe. «Ich verberge meinen Ekel, meine Verachtung für dieses kriminelle Vergehen nicht.» Sullivan setzte keinen neuen Termin für eine Urteilsverkündung fest. Mueller und Flynns Anwalt sollen ihn aber bis 13. März über den Stand der Dinge informieren.

Trump wiederum hat erklärt, Flynn habe kein Gesetz gebrochen. Er schürte damit Spekulationen, dass er Flynn im Falle einer Verurteilung begnadigen könnte. (sda/dpa/afp/reu)

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