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Die Gewinner und Verlierer der heftigen letzten Demokraten-Debatte vor dem «Super Tuesday»

Die letzte Debatte vor dem «Super Tuesday» fällt wild aus. Bernie Sanders gerät als Favorit unter Druck – aber zu seinem Glück gibt es noch ein grösseres Feindbild. Der Überblick.

Fabian Reinbold, Charleston / t-online



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Die Highlights der Debatte. Video: YouTube/NBC News

Ein Artikel von

T-Online

Es war die vielleicht wichtigste Debatte der Vorwahlen der US-Demokraten – und sie fiel heftiger aus als üblich. Der Überblick über die Gewinner und Verlierer des TV-Duells, das am Dienstagabend im Bundesstaat South Carolina stattfand. 

Die Ausgangslage:

From left, Democratic presidential candidates, former New York City Mayor Mike Bloomberg, former South Bend Mayor Pete Buttigieg, Sen. Elizabeth Warren, D-Mass., Sen. Bernie Sanders, I-Vt., former Vice President Joe Biden, Sen. Amy Klobuchar, D-Minn., and businessman Tom Steyer, participate in a Democratic presidential primary debate at the Gaillard Center, Tuesday, Feb. 25, 2020, in Charleston, S.C., co-hosted by CBS News and the Congressional Black Caucus Institute. (AP Photo/Patrick Semansky)
Mike Bloomberg,Pete Buttigieg,Elizabeth Warren,Bernie Sanders,Joe Biden,Amy Klobuchar,Tom Steyer

Bild: AP

Es war die letzte Debatte vor den Vorwahlen in South Carolina am Samstag – und, noch wichtiger, vor dem sogenannten «Super Tuesday». Am kommenden Dienstag halten 14 Bundesstaaten ihre Vorwahlen ab – Bernie Sanders hat sich nach vorn geschoben, er könnte am «Super Tuesday» schon allen Konkurrenten weit enteilt sein.

Deshalb war die TV-Debatte für seine Kontrahenten die beste Möglichkeit, ihn zu konfrontieren. Es wurden also vor allem Angriffe auf den Favoriten erwartet.

Der Glückspilz:

War am Ende dann allerdings doch Sanders. Erst gegen Ende der Debatte geriet er stärker in die Kritik. Seine Konkurrenten warfen ihm vor allem vor, dass er in der Vergangenheit im Sinne der Waffenlobby NRA abgestimmt hatte. Sie warfen Fragen auf, wie er sein zentrales Wahlkampf-Versprechen, eine Revolution im Gesundheitswesen, wirklich finanzieren will. Doch Sanders erntete unter dem Strich weniger Attacken als erwartet. Für den Umstand, dass er weit vorn liegt, kam er glimpflich davon. Die Debatte förderte niemanden zutage, der nun zu seinem Hauptkonkurrenten werden könnte.

Die Zielscheibe:

Democratic presidential candidate Sen. Bernie Sanders, I-Vt., listens during a Democratic presidential primary debate at the Gaillard Center, Tuesday, Feb. 25, 2020, in Charleston, S.C., co-hosted by CBS News and the Congressional Black Caucus Institute. (AP Photo/Patrick Semansky)

Bild: AP

War anstelle von Sanders doch in erster Linie Michael Bloomberg, obwohl der in der anstehenden Vorwahl in South Carolina nicht einmal auf dem Wahlzettel steht. Der Multimilliardär mischt das Rennen mit viel höheren Wahlkampfausgaben als die Konkurrenz auf – und musste sich erneut gegen schwere Angriffe wehren: Wieder ging es um die rassistisch gefärbten Polizeitaktiken, die er in seiner Amtszeit als New Yorker Bürgermeister befördert hatte. Auch Bloombergs Unterstützung für Republikaner in der Vergangenheit spiesste Konkurrentin Elizabeth Warren genüsslich auf. Bloomberg reagierte nicht souverän. Er versuchte, die Kritik mit Witzchen und als «Nebensächlichkeiten» abzutun. Das kam vor Ort nicht gut an.

Das Comeback des Abends:

Lieferte Joe Biden ab, der in den ersten Vorwahlen enttäuschend abschnitt und nun in South Carolina gewinnen muss, um im Rennen zu bleiben. Wegen seiner Beliebtheit bei den Afroamerikanern, die hier zwei Drittel der demokratischen Wähler stellen, ist das möglich. Es war seine beste TV-Debatte, weil er deutlich, pointiert und sehr streitlustig war.

In früheren Diskussionsrunden nutzte er oft seine Antwortzeit nicht aus, jetzt beschwerte er sich bei den Moderatoren, dass er nicht genügend Redezeit bekommt. Er warb mit seinen Verdiensten aus der Vergangenheit und bemühte sich, vor allem seine Zusammenarbeit mit Barack Obama in den Vordergrund zu stellen.

Die anderen:

From left, Democratic presidential candidates, former New York City Mayor Mike Bloomberg, former South Bend Mayor Pete Buttigieg, and Sen. Elizabeth Warren, D-Mass., stand on stage before a Democratic presidential primary debate at the Gaillard Center, Tuesday, Feb. 25, 2020, in Charleston, S.C., co-hosted by CBS News and the Congressional Black Caucus Institute. (AP Photo/Patrick Semansky)
Mike Bloomberg,Pete Buttigieg,Elizabeth Warren,Bernie Sanders,Joe Biden,Amy Klobuchar,Tom Steyer

Bloomberg, Buttigieg und Warren. Bild: AP

Elizabeth Warren hatte erneut eine gute Debatte, doch bislang nutzten ihr die Auftritte bei den Wählern nicht viel. Amy Klobuchar und Pete Buttigieg, die Überraschungserfolge in den ersten Vorwahlen hatten, konnten sich als moderate Kandidaten erneut von Sanders absetzen.

Tom Steyer, der andere Milliardär im Rennen, darf in South Carolina am Samstag ebenfalls erstmals auf ein gutes Ergebnis hoffen. Er tat nichts in der Debatte, was das gefährden würde.

Das Zitat des Abends:

Kam von Pete Buttigieg, dem 38-jährigen früheren Bürgermeister aus Indiana. Nach einem zänkischen Start in die Debatte sagte er: «Wenn ihr denkt, dass die vergangenen vier Jahre chaotisch, spalterisch und ermüdend waren, dann stellt Euch vor, wie der Grossteil des Jahres 2020 mit Bernie Sanders gegen Donald Trump aussehen würde.»

Dieses Szenario ist nach der Debatte in Charleston noch wahrscheinlicher geworden.

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Träumer 26.02.2020 19:07
    Highlight Highlight Gemäss CBS Poll ist der Gewinner der Debatte:

    Bernie Sanders!

    Was viele nicht Wissen: Ein einfacher Arbeiter kann sich einen Sitzplatz für 1750 $ wohl kaum leisten. Darum hielt sich der Applaus bei Sanders auch in Grenzen.

    https://twitter.com/Clarknt67/status/1232653302988496897

    Benutzer Bild
  • Rim 26.02.2020 15:48
    Highlight Highlight Dass Sanders ebenfalls von den "Russen" unterstützt werden soll, macht Sinn. Mit Sanders als "Gegner" wird Trump leichtes Spiel haben. Weshalb die Dems dieses Spielchen nicht durchschauen, ist mir rätselhaft. Vielleicht sind die Amis - welcher Richtung auch immer - einfach alle "kreuzdumm". Wie auch immer: Für mich ist Sanders ein Clown wie Trump. Wenn einer mit 80 glaubt, er müsste noch Präsident werden, denkt nur an sich, und zeigt damit überdeutlich, dass er ein peinlicher Clown ist.
    • Träumer 26.02.2020 18:58
      Highlight Highlight Nein, du verhältst dich wie ein peinlicher Clown.
      Ohne jegliches Wissen Behauptungen aufzustellen, dass kann jeder. Kannst du den deine Meinung auch mit Fakten belegen?

      Gemäss mehreren Umfragen ist Bernie der beste Kandidat gegen Trump:

      https://twitter.com/PpollingNumbers/status/1231612656873660422

      -bringt neue Wähler (zBs. Nevada)
      -führt bei den div. Wähler
      -hat die grösste Bewegung (grassrootsmov.)
      -die grössten Anzahl Kleinspender
      -steht für die wichtigsten Themen
      -ist in den Swingstates vorne (MI, NC, PA, WI)

      *Jede dieser Behauptungen kann ich mit Fakten und Statistiken untermauern.
      Benutzer Bild
    • Swen Goldpreis 26.02.2020 21:19
      Highlight Highlight Immerhin ist ein Clown, der sich seit 40 Jahren konsequent für die Armen im Land einsetzt.

      Ein Clown, der deswegen eine hohe Glaubwürdigkeit besitzt. (Dass er kaum angegriffen wurde, liegt ja vielleicht genau daran, dass er keine Skandale und Wendungen hat, die ihm das Genick brechen könnten)

      Vor allem aber ein Clown, der nicht Teil des korrupten Establishments ist und deswegen unter allen Kandidaten am ehesten eine Chance hat, die abgehängten Protestwähler zu erreichen, die Trump gewählt haben.

      Play Icon
  • Bruno S.1988 26.02.2020 15:10
    Highlight Highlight "NBC News Eingangs- und Ausgangsumfragen zeigen, dass Medicare for All von der großen Mehrheit der demokratischen Wähler in Iowa, NH und Nevada unterstützt wird.
    Das erklärt die Stärke von Bernie in allen drei Bundesstaaten und deutet darauf hin, dass sich die rivalisierenden Kandidaten, die ihre Hauptkampagnen auf die Ablehnung von "M4A" setzten - insbesondere Joe Biden und Pete Buttigieg - möglicherweise verkalkuliert haben."
    https://www.nbcnews.com/politics/2020-election/live-blog/nevada-caucuses-live-updates-results-analysis-third-2020-democratic-contest-n1139816/ncrd1141156#liveBlogHeader
    Play Icon
  • TodosSomosSecondos 26.02.2020 12:03
    Highlight Highlight Die amerikanische Version von Demokratie ist einfach nur peinlich und dumm.
    • Bambusbjörn aka Planet Escoria 26.02.2020 15:06
      Highlight Highlight Disneyshow mit Politik für geistig arme.
  • Bert der Geologe 26.02.2020 11:55
    Highlight Highlight Da die moderaten Dem's offensichtlich nicht einsehen, dass sie nur mit EINEM oder EINER Kandidatin weitermachen sollten und da die linken Dem's offenbar glauben, ihr Idol könne sogar über Wasser laufen, wird das nichts mit einer Nichtwahl von Trump. Schade eigentlich.
    • Bruno S.1988 26.02.2020 14:22
      Highlight Highlight @Bert
      Witzig, demzufolge haben alle anderen westlichen Länder mit einer Krankenkasse eine Regierung die über Wasser laufen kann.
      Ja auch wir in der Schweiz verfügen wohl über ein Staatssystem, dass nur dank eines Wunders bestehen kann...

      Vielleicht sollten die Skeptiker eines solchen Systems damit aufhören, auf von Lobbyisten beeinflusste Meinungsmacher zu hören. Sämtliche Experten bestätigen nämlich die Machbarkeit eines solchen Systems. Langsam aber sicher kann man euch mit den Klimaerwärmung-Leugner gleich setzen.!
    • Bert der Geologe 26.02.2020 17:36
      Highlight Highlight @Bruno: was nützt es, wenn Messias nicht gewählt wird? Hauptsache Prinzipien geritten.
  • Josh Allen QB 26.02.2020 11:31
    Highlight Highlight Schade das Tulsi Gabbard nicht mehr in den Debatten ist:(
  • Ferdinend 26.02.2020 11:04
    Highlight Highlight «Wenn ihr denkt, dass die vergangenen vier Jahre chaotisch, spalterisch und ermüdend waren, dann stellt Euch vor, wie der Grossteil des Jahres 2020 mit Bernie Sanders gegen Donald Trump aussehen würde.»

    Im Gegensatz zu Buttigieg ist Sanders aber auch ein Kanditat mit einer realen Chance. Das wurde ihm 2016 schon zum Verhängnis und wird es dieses mal wahrscheinlich auch wieder der Fall sein. Die Demokraten sind nicht daran interessiert jemanden ins weisse Haus zu schicken, der den Willen des Volkes vertritt, sondern den Willen des Establishments, den Milliardären und der Rüstungsindustrie.
    • PC Principal 26.02.2020 17:00
      Highlight Highlight Hört sich ja fast an wie SVP-Gebrabbel. Genau deshalb wird Bernie verlieren: Einen Populisten kann man nicht mit einem Gegenpopulisten besiegen.
  • FrancoL 26.02.2020 10:38
    Highlight Highlight Pete hat sich mit diesem Satz disqualifiziert:
    "Wenn ihr denkt, dass die vergangenen vier Jahre chaotisch, spalterisch und ermüdend waren, dann stellt Euch vor, wie der Grossteil des Jahres 2020 mit Bernie Sanders gegen Donald Trump aussehen würde"

    Es geht nicht um das Bild zu Trump, sondern um eine Politik des demokratischen Kandidaten, die zum Vorteil des Bürgers gedeiht.
    Mehr spalten als dies Trump tat, kann man nicht, das sollte auch ein Pete wissen.
    • PC Principal 26.02.2020 17:01
      Highlight Highlight "Mehr spalten als dies Trump tat, kann man nicht, das sollte auch ein Pete wissen."

      Das weiss er. Und am Zweitmeisten spaltet Bernie Sanders. Populismus schlägt man nicht mit Populismus.
    • FrancoL 26.02.2020 20:26
      Highlight Highlight Ich glaube kaum dass ma Sanders als Populist bezeichnen kann, denn er macht keine populistischen Ansagen, er zeigt auf und weiss auch das man sich entsprechend verhalten muss um diese Ziele zu erreichen.
      Aber Sie können mir gerne eine Hauptaussage von Sanders angeben, die populistisch ist.
    • -thomi- 27.02.2020 03:16
      Highlight Highlight Leider nein. Es geht darum, jemanden zu finden, der Trump schlagen kann. Mehr nicht. Keiner von den Kandidaten wird umsetzen können, wass er so grossmäulig verspricht. Oder glauben Sie im Ernst, dass man Medcare for All in vier Jahren durchkriegt? Das Trauerspiel der jetzigen Regierung belehrt eines Besseren. Der amerikanische Bürger steht schon lange nicht mehr im Mittelpunkt. Trump schon.

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Anne Applebaum ist einer renommierte Geschichtsprofessorin. Sie ist amerikanisch-polnische Doppelbürgerin und galt lange als solide Konservative. Ihr Ehemann war Aussenminister in der liberalen Regierung Polens. Sie selbst hat sich mit Büchern über die Grausamkeiten in der UdSSR unter Stalin einen Namen geschaffen.

Applebaum hat einen ausgedehnten Freundeskreis im konservativen Lager. Mit Boris Johnson etwa hat sie im Magazin «The Spectator» zusammengearbeitet. Mit Maria Schmidt, der Direktorin …

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