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Peter Thiel verlässt die USA Richtung Argentinien

FILE - Peter Thiel, co-founder of PayPal and Palantir, offers a pair of hundred dollar bills to attendees during a keynote address at the Bitcoin Conference, April 7, 2022, in Miami Beach, Fla. (AP Ph ...
Lässt sich nun in Argentinien nieder: PayPal-Gründer Peter Thiel.Bild: keystone

Vance-Förderer Thiel will offenbar USA verlassen

Der Technologieinvestor und Trump-Unterstützer Peter Thiel hat wohl genug von den USA. Er hat sich in Argentinien niedergelassen.
31.05.2026, 11:3631.05.2026, 11:36
Ein Artikel von
t-online

Peter Thiel zählt zu den einflussreichsten Unterstützern Donald Trumps in der Unternehmenswelt. Er gilt aber auch als Förderer von Vizepräsident JD Vance und dessen politischen Ansichten. Doch offenbar plant der Investor deutscher Abstammung, den USA den Rücken zu kehren.

Thiel soll sich nach US-Medienberichten in Argentinien ein Anwesen gekauft und sich mehrmals mit Präsident Javier Milei getroffen haben, berichtet die «New York Times». Der Grund: Er will einen alternativen Wohnsitz zu seinen Häusern in Los Angeles. Der Milliardär, der auch einen neuseeländischen Pass und die Staatsbürgerschaft von Malta beantragt hat, ist offenbar über den Kurs in den USA besorgt. Mittlerweile soll er sich schon mit seinem Ehemann in Buenos Aires eingelebt haben.

Wie Insider der «New York Post» berichten, habe er vor allem wegen Kalifornien Bedenken, in den USA zu bleiben. Dort gibt es Vorschläge, die Einkommen von Milliardären stärker zu besteuern. In Argentinien könnte er Steuervorteile aushandeln, aber das Land könnte ihm noch aus anderen Gründen liegen.

Warner vor dem Antichrist

Präsident Milei herrscht mit harter Hand, oft ohne Rücksicht auf Verluste. Thiel gilt als rechter Konservativer, der sich wiederholt gegen das System der Demokratie ausgesprochen hat. In Vorträgen warnt er immer wieder vor dem Aufkommen des Antichristen und propagiert eine Gesellschaft, die vor allem von Technologie gesteuert wird. Er hat den amerikanischen Vizepräsidenten JD Vance schon zu Beginn von dessen politischer Karriere gefördert und zählt zu den Wegbereitern der neuen Rechten.

Viele in Washington halten den 57-Jährigen für einen der wichtigsten politischen Strippenzieher der USA – für einen der gefährlichsten zudem. Thiel wurde 1967 in Frankfurt am Main geboren, seine Eltern wanderten mit ihm in die USA aus. Er ist mit einem Investmentbanker verheiratet und hat zwei Töchter, die von einer Leihmutter geboren wurden. Thiel lernte 1996 Elon Musk kennen, mit ihm zusammen gründete er den Bezahldienst PayPal. Der Verkauf des Unternehmens machte beide zu Multimilliardären.

Thiel agiert gerne im Hintergrund. Er tritt selten öffentlich auf, spricht vor ausgewähltem Publikum seine theologisch-politischen Theorien von Antichrist und Weltuntergang. Er sieht Regeln und Gesetze als weitgehend hinderlich für Unternehmen an. «Wettbewerb ist für Verlierer», schrieb er in seinem Buch «Zero to One». Doch offenbar sieht er im Land der Freien keine Zukunft mehr für sich.

Kinder schon an argentinischer Schule angemeldet

Der 58-jährige Thiel sei vorübergehend mit Ehemann Matt Danzeisen nach Argentinien gezogen und habe seine Kinder an einer örtlichen Schule angemeldet, wie zwei der Informanten der «Times» angaben. Die argentinische Regierung habe zudem geprüft, dem Milliardär eine dauerhafte Aufenthaltsgenehmigung oder sogar die Staatsbürgerschaft anzubieten, sagte eine mit Thiels Plänen vertraute Person.

Ein Sprecher von Javier Milei dementierte, dass ein solches Angebot in Erwägung gezogen worden sei. Die argentinische Regierung arbeitet derzeit an der Einführung eines «Golden-Pass»-Programms, das es Personen, die umfangreiche Investitionen im Land tätigen, ermöglichen würde, die Staatsbürgerschaft zu erwerben.

«Alle Milliardäre dieser Welt, die aus Ländern fliehen wollen, in denen die Regulierung zunimmt, die Steuern steigen und die Regierungen ihre Bürger verfolgen, sind in der Republik Argentinien, dem neuen Land der Freiheit, willkommen», sagte Manuel Adorni, Mileis Kabinettschef, letzten Monat vor dem Kongress in Beantwortung einer Frage zu Thiel. Thiel, fügte er hinzu, sei «an den tiefgreifenden Reformen interessiert, die wir vorantreiben».

Treffen mit mehreren Ministern

Thiel und Milei haben zumindest ähnliche politische Ansichten. Der argentinische Präsident hat drastisch Regulierungen und Staatsausgaben gekürzt. Gleichzeitig bietet er Rohstoffe wie Lithium internationalen Investoren an.

Thiel soll sich seit ihrer Ankunft in Buenos Aires mit Federico Sturzenegger, dem argentinischen Minister für Deregulierung, und Wirtschaftsminister Luis Caputo getroffen haben. Er war auch schon zu Besuch im Privathaus von Milei gewesen. Der Präsident nannte es ein Treffen zwei gleichgesinnten Männern. Thiel habe ihn gefragt, wie er sicherstellen kann, dass die libertäre Politik auch nach seiner Amtszeit bestehen kann. «Es war ein Anarchokapitalist, der einen anderen Anarchokapitalisten traf, der Dinge ins Leben ruft», sagte Milei.

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