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Verschwunden vor 38 Jahren: Schuldspruch wegen Todes von sechsjährigem Etan in New York

FILE- In this May 28, 2012 file photo, an image of Etan Patz hangs on an angel figurine, part of a makeshift memorial in the SoHo neighborhood of New York where the boy lived. Pedro Hernandez, a man u ...
Bild: Mark Lennihan/AP/KEYSTONE

Verschwunden vor 38 Jahren: Schuldspruch wegen Todes von sechsjährigem Etan in New York

14.02.2017, 21:1214.02.2017, 21:18

Im zweiten Prozess um das mysteriöse Verschwinden des sechsjährigen Etan Patz aus New York vor 38 Jahren ist ein Mann schuldig gesprochen worden.

Eine Jury am Obersten Gerichtshofs des Bundesstaats befand am Dienstag in Manhattan den 56-jährigen Pedro Hernandez für schuldig, wie die Staatsanwaltschaft mitteilte. Die Urteilsverkündung durch Richter Maxwell Wiley ist für den 28. Februar geplant. In einem ersten Prozess, dem ebenfalls Wiley vorsass, hatten sich die Geschworenen nicht einigen können.

Der kleine Etan war am 25. Mai 1979 auf dem Weg zur Schule verschwunden, seine Leiche wurde nie gefunden. Hernandez, der die Tat 2012 eingeräumt, dann sein Geständnis aber widerrufen hatte, sitzt seither in Haft. Der Mann hat einen Intelligenzquotienten von nur 70. Nach Darstellung seiner Verteidigung war der verurteilte Sexualtäter José Ramos der wahre Schuldige.

FILE - In this March 26, 1981, file photo, Julie Patz, mother of Etan Patz, speaks on NBC-TV's "Today" show in New York. Pedro Hernandez, a former neighborhood store clerk, was convicte ...
Bild: DAVE PICKOFF/AP/KEYSTONE

Gesucht mit Fotos auf Milchkartons

Die Menschen in den Vereinigten Staaten und anderen Ländern hatten die Suche nach dem Knaben mit grosser Anteilnahme verfolgt. Er war das erste vermisste Kind, nach dem mit Fotos auf Milchkartons gesucht wurde.

Der Fall führte dazu, dass viele Eltern in den USA mit Argusaugen über ihren Nachwuchs wachten. Der damalige US-Präsident Ronald Reagan erklärte 1983 den 25. Mai zum nationalen Gedenktag für verschwundene Kinder. 2001 erklärte ein Richter in New York Etan schliesslich für tot. (sda/afp)

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Nach Amokfahrt: Täter muss vorerst in die Psychiatrie
Nach der Amokfahrt in der Leipziger Innenstadt hat das Amtsgericht angeordnet, den Täter vorerst in einem psychiatrischen Krankenhaus unterzubringen. Dem 33-jährigen Deutschen werden zweifacher Mord sowie versuchter Mord in vier Fällen vorgeworfen, wie die Staatsanwaltschaft Leipzig weiter mitteilte.
Es gebe nach bisherigen Ermittlungen dringende Gründe dafür, dass der Beschuldigte die Tat «im Zustand der zumindest erheblich verminderten Schuldfähigkeit» begangen habe, hiess es in der Mitteilung. Dem Antrag der Staatsanwaltschaft folgend habe das Amtsgericht seine einstweilige Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus als für die öffentliche Sicherheit erforderlich angesehen. Denn nach bisherigen Erkenntnissen sei es wahrscheinlich, «dass der Beschuldigte aufgrund seines Zustandes weitere erhebliche rechtswidrige Taten vergleichbarer Schwere begehen wird».
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