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«Humanitäre Katastrophe»: Puerto Ricos verzweifelter Hilferuf an Washington

«Humanitäre Katastrophe»: Puerto Ricos verzweifelter Hilferuf an Washington

Angesichts der schweren Verwüstungen durch Hurrikan «Maria» auf Puerto Rico hat der Gouverneur des US-Aussengebiets Unterstützung durch die Bundesregierung in Washington gefordert. Den US-Präsidenten kümmert dies wenig. 
26.09.2017, 05:5128.09.2017, 09:59

«Wir werden die volle Unterstützung durch die US-Regierung brauchen. Die Leute dürfen nicht vergessen, dass wir US-Bürger sind - und stolz darauf», hiess es in einer am Montag veröffentlichten Stellungnahme von Gouverneur Ricardo Rosselló.

«Angesichts der fragilen wirtschaftlichen Lage von Puerto Rico bitten wir die Regierung von Präsident Donald Trump und den US-Kongress, entschlossen zu handeln, um Puerto Rico wieder aufzubauen.» Zuletzt stand das Aussengebiet mehrfach am Rand der Pleite und ist auf Hilfe aus Washington angewiesen.

National Guardsmen arrive at Barrio Obrero in Santurce to distribute water and food among those affected by the passage of Hurricane Maria, in San Juan, Puerto Rico, Sunday, Sept. 24, 2017. Puerto Ric ...
Soldaten verteilen Wasser an die Bevölkerung in Puerto Rico. Bild: AP/AP

Das Weisse Haus hatte wenige Stunden zuvor die Darstellung zurückgewiesen, Trump widme der Lage in dem Aussengebiet nicht genügend Aufmerksamkeit. Die Regierung habe einen «beispiellosen» Einsatz geleistet, um den Menschen auf Puerto Rico mit Bundesmitteln zu helfen, sagte Trumps Sprecherin Sarah Sanders in Washington. Die Reaktion sei «alles andere» als langsam gewesen. Man werde weiterhin alles tun, was möglich sei.

Familie in Puerto Rico schreibt Hilfe auf ihr Dach und wird gerettet:

Video: srf/SDA SRF

Teils wieder Strom und Trinkwasser

Unterdessen wurden in Puerto Rico die Aufräumarbeiten fortgesetzt. In einigen Teilen der Insel gab es wieder Strom und fliessendes Wasser. Am Dienstag sollten sich die Mitarbeiter der Regierung und die Angestellten vieler Privatfirmen wieder zur Arbeit melden.

Mangel herrschte allerdings noch immer an Benzin. Nur etwa 30 Prozent der Tankstellen waren geöffnet. Zahlreiche Puerto Ricaner wollten auf das US-Festland fliegen. Allerdings war der Flugverkehr noch immer eingeschränkt, viele Reisende hingen am Flughafen fest.

Trump kümmerts wenig

Trump hatte auf Twitter wenig aufbauende Worte für das US-Aussengebiet. «Puerto Rico, das bereits zuvor unter einer maroden Infrastruktur und massiven Schulden gelitten hat, steckt in ernsthaften Problemen», twitterte Trump. «Das alte Elektrizitätsnetz, das in einem fürchterlichen Zustand war, wurde zerstört. Lebensmittel, Wasser und Medikamente sind die Hauptpriorität - da läuft es gut.»

Dann erinnerte er die Puerto Ricaner noch daran, dass sie mit Milliarden US-Dollar bei Banken in der Kreide stehen. In einer Art Konkursverfahren werden derzeit die Verbindlichkeiten restrukturiert. Puerto Rico leidet unter einem aufgeblähten Staatsapparat, hohen Sozialausgaben, der Abwanderung vieler junger Leute und einer schlechten Infrastruktur. (sda/dpa)

Hurrikan «Harvey»

Video: Nico Franzoni
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Alex Pretti soll vor tödlichen Schüssen entwaffnet worden sein
Sie hätten aus Selbstschutz gehandelt, heisst es von Seiten der Behörden. Pretti hätte sich den Bundesbeamten heftig zur Wehr gesetzt und sei bewaffnet gewesen. Doch Videoaufnahmen lassen vermuten, dass das nicht stimmt.
Die Wut in Minneapolis ist gross. Nachdem Beamte des Grenzschutzes erneut einen Menschen erschossen haben, gibt es wieder unterschiedliche Darstellungen der Ereignisse. Heimatschutzministerin Kristi Noem erklärte an einer Medienkonferenz, dass Alex Pretti eine Waffe gehabt habe. US-Präsident Trump ergänzte später, dass sie geladen gewesen sei. Die Beamten hätten versucht, Pretti zu entwaffnen, und hätten aus Selbstschutz gehandelt.
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