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Fall Jayland Walker: Jury lehnt Anklage gegen US-Polizisten ab

Fall Jayland Walker: Jury lehnt Anklage gegen US-Polizisten ab

18.04.2023, 08:0118.04.2023, 08:01

Obwohl der Tod des Schwarzen Jayland Walker im Kugelhagel der US-Polizei für Entsetzen sorgte, müssen sich die direkt an dem Einsatz beteiligten US-Polizisten vorerst nicht vor Gericht verantworten. Eine Jury aus Geschworenen lehnte am Montag eine Anklage der acht Polizisten ab, die den 25-Jährigen im vergangenen Sommer im Bundesstaat Ohio mit Dutzenden Schüssen getötet hatten.

Jayland Walker family attorney Bobby DiCello speaks with Pamela Walker, Jayland Walker's mother, during a media briefing Monday, April 17, 2023, at St. Ashworth Temple in Akron, Ohio, after a gra ...
Jayland Walkers Mutter am Montag in Akron, Ohio.Bild: keystone

Er hatte in der Stadt Akron während einer Verfolgungsjagd mit dem Auto und zu Fuss selbst mindestens einen Schuss auf die Beamten abgefeuert, wie Staatsanwalt Dave Yost am Montag mitteilte. Ein Strafprozess werde zwar nicht zustandekommen, es könne aber sein, dass Walkers Angehörige noch per Zivilklage Schadenersatz fordern.

In den USA gibt es seit langem Debatten über masslose Polizeigewalt insbesondere gegen Schwarze. Mit dem Fall Jayland Walker war nun eine Grand Jury aus Geschworenen befasst, die in einem nicht öffentlichen Verfahren darüber entschieden, ob die von der Staatsanwaltschaft vorgebrachten Fakten eine Anklage rechtfertigten.

«Die Grand Jury – neun Bürgerinnen und Bürger aus Summit County – kam zu dem Schluss, dass das Handeln der Beamten gerechtfertigt war», teilte Staatsanwalt Yost mit. Die Prüfung habe wegen der Menge der vorgelegten Beweise mehr als eine Woche gedauert, deutlich länger als üblich. Er habe damit angefangen, das Beweismaterial online zu veröffentlichen, um in einem schwierigen Fall mit Beteiligung der Polizei möglichst viel Transparenz zu schaffen.

Der Tod Walkers am 27. Juni 2022 hatte landesweit Bestürzung ausgelöst. Bei der Autopsie wurden an der Leiche 46 Ein- und Streifschusswunden gefunden, 26 Projektile steckten noch im Körper fest. Festgehalten wurden Verletzungen an Herz, Lunge, Leber, Milz, linker Niere, Darm und mehreren Rippen. Walkers Familie sprach von brutaler und sinnloser Polizeigewalt, in Akron löste der Vorfall Proteste aus.

Laut Polizei sollte Walker bei einer Verkehrskontrolle angehalten werden, er sei aber weitergefahren. Während der anschliessenden Verfolgungsjagd habe Walker dann einen Schuss aus dem fahrenden Auto abgegeben, sagte Staatsanwalt Yost. Schliesslich habe er, mit Skimaske auf dem Kopf, die Flucht zu Fuss fortgesetzt. Die Beamten hätten zunächst erfolglos versucht, ihn mit Elektroschockern zu stoppen, hiess es. Auf einem Parkplatz sei der Verdächtige dann stehengeblieben und habe sich den Polizisten zugewandt. «Da die Beamten aber nicht wussten, dass Walker seine Waffe im Auto gelassen hatte, glaubten sie, dass er wieder auf sie schiessen würde», sagte Yost. Deshalb hätten sie dann auf ihn geschossen. (sda/dpa)

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