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FILE - In this Aug. 10, 2017, file photo, a man watches a television screen showing U.S. President Donald Trump and North Korean leader Kim Jong Un during a news program at the Seoul Train Station in Seoul, South Korea.  South Korea's national security director says President Donald Trump has decided he will meet with North Korea's Kim Jong Un

Der Überraschungsbesuch vom nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in China hat vor allem mit einer Person zu tun: Donald Trump.  Bild: AP/AP

Was Kims Besuch in China mit Trump zu tun hat und 4 weitere Dinge, die du wissen musst

Am frühen Mittwochmorgen bestätigten die chinesischen Staatsmedien die Gerüchte: Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un besuchte den chinesischen Partei- und Staatschef Xi Jinping in China. 5 Dinge, die du jetzt über den Überraschungsbesuch wissen musst. 



Die Gerüchteküche brodelte, als am Montag gegen 15 Uhr (Ortszeit) ein dunkelgrüner, sehr altmodischer Zug in den Bahnhof von Peking einrollte*. War womöglich der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un Passagier des Gefährts? Oder seine Schwester Kim Yo Jong?

Am frühen Mittwochmorgen brachen Chinas Staatsmedien das Schweigen und bestätigten die Gerüchte: Der 34-jährige Machthaber Kim Jong Un war tatsächlich Passagier des Zuges und hat den chinesischen Partei- und Staatschef Xi Jinping für Gespräche in Peking getroffen. 

In this image taken from video footage run Wednesday, March 28, 2018, by China's CCTV via AP Video, North Korean leader Kim Jong Un, left, and his wife Ri Sol Ju wave from a car as they bid farewell to Chinese counterpart Xi Jinping and his wife Peng Liyuan in Beijing. North Korea's leader Kim and his Chinese counterpart Xi sought to portray strong ties between the neighbors and long-time allies despite a recent chill, as both countries on Wednesday confirmed Kim's secret trip to Beijing this week. (CCTV via AP Video)

Beim Besuch in China wurde Kim Jong Un von seiner Frau Ri Sol Ju begleitet.   Bild: AP/CCTV

Wieso besuchte Kim Jong Un China und warum genau jetzt?

Der Besuch vom chinesischen Partei- und Staatschef Xi Jinping ist das allererste diplomatische Treffen, seit Kim an der Macht ist. Er kommt aber nicht ganz überraschend.

epa06489552 North Korean leader Kim Jong Un tours a Pyongyang trolley bus factory, 01 February 2018. Youth league officials from across the country begin their study tour of leader Kim Jong Il's birthplace in the secret camp in Mt Paektu on the occasion of the Day of the Shinning Star, the most auspicious holiday of the nation. A kick-off ceremony takes place before the statues of President Kim Il Sung and leader Kim Jong Il in Hyesan City, Ryanggang Province on Feb. 1.  EPA/KCNA   EDITORIAL USE ONLY

Seit sieben Jahren ist Kim Jong Un nun Machthaber in Nordkorea. Nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il wurde der heute 34-Jährige am 29. Dezember 2011 zum «obersten Führer» der Partei und des Militärs ernannt. Bild: EPA/KCNA

Kim manövrierte sich in den letzten Monaten immer weiter ins Abseits – mit der Demonstration militärischer Macht, Raketentests und einer aggressiven Rhetorik vor allem gegenüber den USA

JAHRESRUECKBLICK 2016 - INTERNATIONAL - epa05274805 An undated photo released on 24 April 2016 by North Korean Central News Agency (KCNA) shows an 'underwater test-fire of strategic submarine ballistic missile' conducted at an undisclosed location in North Korea. North Korea launched a missile from a submarine at its east coast on 23 April, international reports stated. The missile is reported to have flown about 30 kilometers. KEYSTONE/EPA/KCNA EDITORIAL USE ONLY  EDITORIAL USE ONLY

Mit Raketentests wie diesem, provozierte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un nicht nur seine Nachbarländer.  Bild: EPA KCNA

Die Provokationen von Seiten Nordkoreas hatten Konsequenzen: Die Vereinten Nationen verschärften die wirtschaftlichen Sanktionen gegen das Land. Selbst China sah sich gezwungen, Exporte von Kohle, Meeresfrüchten und anderen Gütern nach Nordkorea zu reduzieren. 

Kim Jong Un steht im Abseits und versucht sich nun mithilfe von China, einem alten strategischen Verbündeten, zurück in eine bessere Verhandlungsposition zu bringen. 

Was nützt Kim Jong Un das Treffen und was hat es mit Donald Trump zu tun?

Kim Jong Un verfolgt mit seinem Besuch vor allem ein Ziel: Er will die Beziehungen mit China wieder ins Lot bringen. Denn im Hinblick auf das angekündigte Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Mai, braucht Kim so viel Rückendeckung wie nur möglich. Und diese will er sich nun in China holen. 

In this March 26, 2018, photo, North Korean leader Kim Jong Un, left, and Chinese counterpart Xi Jinping, shake hands at the Great Hall of the People in Beijing. North Korea's leader Kim Jong Un and his Chinese counterpart Xi Jinping sought to portray strong ties between the long-time allies despite a recent chill as both countries on Wednesday, March 28, 2018, confirmed Kim's secret trip to Beijing this week. The content of this image is as provided and cannot be independently verified. Korean language watermark on image as provided by source reads:

Kim Jong Un (links) und Xi Jinping versicherten bei ihrem ersten Treffen dass nichts und niemand die chinesisch-nordkoreanische Freundschaft erschüttern könne, «gleichgültig wie die internationalen Winde wehen».  Bild: AP/KCNA via KNS

China ist ein alter Verbündeter Nordkoreas, denn die beiden Staaten einigten sich während des Koreakrieges 1950 bis 1953 auf ein Zweckbündnis – im Kampf gegen die USA. Dieses Bündnis will Kim nun wieder «auffrischen». Denn mit China auf seiner Seite kann Kim selbstbewusster in die Gespräche mit Trump gehen. 

«Wenn ich jetzt Trump und das Weisse Haus wäre, wäre ich sehr besorgt.»

John Park, Direktor der Korea Working Group an der Harvard Kennedy School

Wie lief das Treffen ab und was wurde genau besprochen?

Xi Jinping bezeichnete die Begegnung mit Kim Jong Un als «offen und freundschaftlich». Zudem habe sich der nordkoreanische Machthaber der «Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel verpflichtet». Eine Aussage, die zwar deeskalierend klingt, aber rein gar nichts mit der atomaren Abrüstung Nordkoreas zu tun hat. 

In this May 30, 2000 photo from North Korea's official Korean Central News Agency, distributed by Korea News Service, leader Kim Jong Il chats with Li Peng, chairman of the Standing Committee of the National People's Congress of China, during his unofficial visit in China  Kim Jong Il, who took power in 1994 after his father's death, made the first of his eight visits to China as the North Korean leader. The trip was reportedly aimed at consulting with the Chinese leadership weeks before Kim's summit with then-South Korean President Kim Dae-jung, which opened a temporary era of rapprochement between the rivals.(Korean Central News Agency/Korea News Service via AP)

Bereits Kim Jong Uns Vater, Kim Jong Il besuchte 2000 den damaligen chinesischen Staatspräsidenten Li Peng.  Bild: AP/KCNA VIA KNS

FILE - In this Oct. 10, 2015, file photo, North Korean leader Kim Jong Un, right, joins hands and waves with visiting Chinese official Liu Yunshan, the Communist Party's fifth-ranking leader, during a parade in Pyongyang, North Korea.  North Korean leader Kim Jong Un's surprise visit to China makes clear that Beijing, the North's only major ally and chief provider of energy and trade that keeps the country's broken economy afloat, will have a major role in any effort to rein in the North's nuclear program. (AP Photo/Wong Maye-E, File)

Zeigen sich 2018 wieder vereint: Xi Jinping und Kim Jong Un.  Bild: AP/AP

Mit der «Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel» meint Nordkorea nicht die Vernichtung der eigenen Waffen, sondern den Rücktransport aller US-Atomwaffen, die Nordkorea womöglich erreichen könnten. Dazu gehören die Atomwaffen in Japan, auf Guam, oder den Flugzeugträgern im Pazifik. 

Es ist nicht das erste Mal, dass Nordkorea versucht, sich international gegen Angriffe abzusichern. Geklappt hat es bislang nicht. Denn Pjöngjang weigerte sich bis anhin beharrlich seinen Teil der Vereinbarung einzuhalten – nämlich den Abbau der eigenen Atomwaffen glaubhaft zu machen. 

Wie reagiert Trump auf den Überraschungsbesuch?

Die Botschaft Pjöngjangs an Trump ist eindeutig: China ist auf unserer Seite des Verhandlungstisches. Von Trump ist bislang noch nichts zu hören. Der sonst so Tweet-freudige US-Präsident hat sich zum Überraschungsbesuch (noch) nicht geäussert. 

White House press secretary Sarah Huckabee Sanders calls on a reporter during the daily press briefing at the White House, Tuesday, March 27, 2018, in Washington. Sanders discussed the removal of Russian diplomats, the opiate crisis, and other topics. (AP Photo/Andrew Harnik)

Die chinesische Regierung habe das Weisse Haus am Dienstag kontaktiert und dabei auch eine persönliche Nachricht von Präsident Xi Jinping an Trump übermittelt, erklärte Trumps Sprecherin Sarah Sanders am Dienstagabend (Ortszeit) in Washington. Bild: AP/AP

John Park, Direktor der Korea Working Group an der Harvard Kennedy School, sagte gegenüber Bloomberg: «Wenn ich jetzt Trump und das Weisse Haus wäre, wäre ich sehr besorgt.» Denn die aufgefrischte Liaison mit China verändere die Verhandlungsposition der USA enorm: «Laut dem Weissen Haus führte der enorme internationale Druck auf Nordkorea zu den diplomatischen Gesprächen. Nun ist die Realität aber eine andere, denn der Druck droht soeben durch ein riesiges Leck zu entweichen», so Park. 

Folgen noch weitere Überraschungsbesuche von Kim?

Die Rückendeckung durch China hat sich Kim nun mit dem Besuch in Peking gesichert. Es könnte gut sein, dass der 34-jährige Diktator noch vor seinem Treffen mit Trump im Mai dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einen Besuch abstattet. Denn mit zwei Partnern als Backup gegen Trump, wäre Kim noch weiter im Vorteil. 

*Bonusfrage: Warum zum Teufel reiste Kim Jong Un in einem Zug nach China? 

Warum sich Kim Jong Un in einem Zug und nicht einem Flugzeug nach China chauffieren liess hat zwei Gründe: Die Kim-Familie liebt Züge, denn sie kommen einer rollenden Festung gleich. Bereits Kim Il Sung nutzte während des Koreakrieges einen Zug als sein Hauptquartier und liess zahlreiche Hochsicherheits-Paläste bauen, bei denen viele einen direkten Zugang zu einem Bahnhof boten. 

Der zweite Grund ist persönlicher Natur: Kim Jong Uns Vater litt an Flugangst und legte alle seine Reisen in Zügen zurück. Obwohl nicht bekannt ist, ob auch Kim Jong Un die Phobie seines Vaters teilt, scheint der aktuelle Diktator ebenfalls das rollende Gefährt zu bevorzugen. 

Kim Jong Un schickt seine Cheerleader zu Olympia

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Video: srf

Kim Jong Un in China

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16Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Therealmonti 28.03.2018 18:40
    Highlight Highlight Trump hat's die Sprache verschlagen, resp. die beiden Daumen gelähmt.
  • iggy pop 28.03.2018 15:19
    Highlight Highlight Bestimmt hatte er ein GA, als er in der Schweiz lebte
    • Bert der Geologe 28.03.2018 16:54
      Highlight Highlight und summt I'm a passenger von Iggy Pop
  • Sophia 28.03.2018 13:54
    Highlight Highlight Ich wirklich gespannt, wie sich der Chinese jetzt verhält. Der Trump macht seine Wirtschaftssanktionen gegen China wahr und jetzt erwartet er von ihm Zusammenarbeit in der Atomfrage gegen den Kim. Trump handelt wie Joe Erin: "Ich bin ein Schwein, ich will alles." So sollte man auch mit unserer SVP umgehen und nicht schon im Vorfeld einen Kompromis anstreben! Zu dem kommt es so wie so. Mal ein sehr zurückhaltendes Lob für Trump! Oh weia! Ich schäme mich fast.
    • Bert der Geologe 28.03.2018 16:57
      Highlight Highlight Das scheint mir nun ein typischer Sophismus zu sein Sophia.
    • Raphael Stein 28.03.2018 17:33
      Highlight Highlight ...Ich wirklich gespannt, wie sich der Chinese jetzt verhält.

      Der verhält sich langfristiger, hat ein Ziel weit hinter dem Horizont von Trump.
    • Sophia 29.03.2018 16:13
      Highlight Highlight Was heisst das, swisskiss: "dass China keine bilateralen Gesprächen zwischen den USA und NK akzeptiert, die gegen die Interessen Chinas sind."??? Akzeptiert der Chinese überhaupt keine Gespräche, oder nur solche nicht, die gegen China gerichtet sind? Oder meinst du, alle Gespräche zwischen USA un NK sind gegen die Chinesen gerichtet? Dann würden die Chinesen keinerlei Gespräche akzeptieren und wie würden die das denn verhindern? Bitte erkläre uns das!
    Weitere Antworten anzeigen
  • Olmabrotwurst vs. Schüblig 28.03.2018 12:27
    Highlight Highlight Keine Trump Anspielung bitte klappt ja gut ohne ihn sagt besser Washington oder das weisse Haus. Es klappt sehr gut ohne ihn und die Berichterstattung ist auch vielfältiger so gefällt ihr mir wieder,watson!!!^^
  • Pitsch Matter 28.03.2018 12:20
    Highlight Highlight Der Artikel widerspiegelt alles nur aus westlicher Sicht. Wir sind zwar wichtig, aber alles dreht sich dort definitiv nicht um uns. China und Russland haben auch eine eigene Wirtschaft und Beziehungen zu anderen Länder. Russland plant z.B. eine Gaspipline nach Südkorea und wird Norkorea dafür brauchen.
    • Sophia 29.03.2018 16:19
      Highlight Highlight Schaurig informativ, Fabio! Ob wir wichtig sind im Osten ist doch klar, dazu brauchst du nur die SVP zu fragen, die der Meinung sind, wir seien für China ein sehr wichtiger Geschäftspartner. Aber ob wichtig oder nicht, unsere und Watsons Meinung zu dem Weltgeschehen, egal wo es sich gerade abspielt, dürfen wir hoffentlich noch sagen, oder wie meinst du das?
  • iHero 28.03.2018 11:46
    Highlight Highlight (((psst, bei Bild wo sich die beiden Staatschefs die Hand schütteln steht Kim links, nicht rechts)))

    Warum mir sowas auffällt weiss ich auch nicht.
    • Oh Dae-su 28.03.2018 18:14
      Highlight Highlight Beim Bild unter Punkt 3 ist doch auch nicht Xi Jingping mit Kim Jong Eun sondern irgend ein anderer Chinese.
  • Bert der Geologe 28.03.2018 11:40
    Highlight Highlight Das mit den Zügen verstehe ich natürlich.
  • bokl 28.03.2018 11:34
    Highlight Highlight "Der Kluge reist im Zuge!"




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