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Der Überraschungsbesuch vom nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in China hat vor allem mit einer Person zu tun: Donald Trump. 
Der Überraschungsbesuch vom nordkoreanischen Machthaber Kim Jong Un in China hat vor allem mit einer Person zu tun: Donald Trump. 
Bild: AP/AP

Was Kims Besuch in China mit Trump zu tun hat und 4 weitere Dinge, die du wissen musst

Am frühen Mittwochmorgen bestätigten die chinesischen Staatsmedien die Gerüchte: Der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un besuchte den chinesischen Partei- und Staatschef Xi Jinping in China. 5 Dinge, die du jetzt über den Überraschungsbesuch wissen musst. 
28.03.2018, 11:18

Die Gerüchteküche brodelte, als am Montag gegen 15 Uhr (Ortszeit) ein dunkelgrüner, sehr altmodischer Zug in den Bahnhof von Peking einrollte*. War womöglich der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un Passagier des Gefährts? Oder seine Schwester Kim Yo Jong?

Am frühen Mittwochmorgen brachen Chinas Staatsmedien das Schweigen und bestätigten die Gerüchte: Der 34-jährige Machthaber Kim Jong Un war tatsächlich Passagier des Zuges und hat den chinesischen Partei- und Staatschef Xi Jinping für Gespräche in Peking getroffen. 

Beim Besuch in China wurde Kim Jong Un von seiner Frau Ri Sol Ju begleitet.  
Beim Besuch in China wurde Kim Jong Un von seiner Frau Ri Sol Ju begleitet.  
Bild: AP/CCTV

Wieso besuchte Kim Jong Un China und warum genau jetzt?

Der Besuch vom chinesischen Partei- und Staatschef Xi Jinping ist das allererste diplomatische Treffen, seit Kim an der Macht ist. Er kommt aber nicht ganz überraschend.

Seit sieben Jahren ist Kim Jong Un nun Machthaber in Nordkorea. Nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il wurde der heute 34-Jährige am 29. Dezember 2011 zum «obersten Führer» der Partei und des Militärs ernannt.
Seit sieben Jahren ist Kim Jong Un nun Machthaber in Nordkorea. Nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il wurde der heute 34-Jährige am 29. Dezember 2011 zum «obersten Führer» der Partei und des Militärs ernannt.
Bild: EPA/KCNA

Kim manövrierte sich in den letzten Monaten immer weiter ins Abseits – mit der Demonstration militärischer Macht, Raketentests und einer aggressiven Rhetorik vor allem gegenüber den USA

Mit Raketentests wie diesem, provozierte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un nicht nur seine Nachbarländer. 
Mit Raketentests wie diesem, provozierte der nordkoreanische Machthaber Kim Jong Un nicht nur seine Nachbarländer. 
Bild: EPA KCNA

Die Provokationen von Seiten Nordkoreas hatten Konsequenzen: Die Vereinten Nationen verschärften die wirtschaftlichen Sanktionen gegen das Land. Selbst China sah sich gezwungen, Exporte von Kohle, Meeresfrüchten und anderen Gütern nach Nordkorea zu reduzieren. 

Kim Jong Un steht im Abseits und versucht sich nun mithilfe von China, einem alten strategischen Verbündeten, zurück in eine bessere Verhandlungsposition zu bringen. 

Was nützt Kim Jong Un das Treffen und was hat es mit Donald Trump zu tun?

Kim Jong Un verfolgt mit seinem Besuch vor allem ein Ziel: Er will die Beziehungen mit China wieder ins Lot bringen. Denn im Hinblick auf das angekündigte Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Mai, braucht Kim so viel Rückendeckung wie nur möglich. Und diese will er sich nun in China holen. 

Kim Jong Un (links) und Xi Jinping versicherten bei ihrem ersten Treffen dass nichts und niemand die chinesisch-nordkoreanische Freundschaft erschüttern könne, «gleichgültig wie die internationalen Winde wehen». 
Kim Jong Un (links) und Xi Jinping versicherten bei ihrem ersten Treffen dass nichts und niemand die chinesisch-nordkoreanische Freundschaft erschüttern könne, «gleichgültig wie die internationalen Winde wehen». 
Bild: AP/KCNA via KNS

China ist ein alter Verbündeter Nordkoreas, denn die beiden Staaten einigten sich während des Koreakrieges 1950 bis 1953 auf ein Zweckbündnis – im Kampf gegen die USA. Dieses Bündnis will Kim nun wieder «auffrischen». Denn mit China auf seiner Seite kann Kim selbstbewusster in die Gespräche mit Trump gehen. 

«Wenn ich jetzt Trump und das Weisse Haus wäre, wäre ich sehr besorgt.»
John Park, Direktor der Korea Working Group an der Harvard Kennedy School

Wie lief das Treffen ab und was wurde genau besprochen?

Xi Jinping bezeichnete die Begegnung mit Kim Jong Un als «offen und freundschaftlich». Zudem habe sich der nordkoreanische Machthaber der «Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel verpflichtet». Eine Aussage, die zwar deeskalierend klingt, aber rein gar nichts mit der atomaren Abrüstung Nordkoreas zu tun hat. 

Bereits Kim Jong Uns Vater, Kim Jong Il besuchte 2000 den damaligen chinesischen Staatspräsidenten Li Peng. 
Bereits Kim Jong Uns Vater, Kim Jong Il besuchte 2000 den damaligen chinesischen Staatspräsidenten Li Peng. 
Bild: AP/KCNA VIA KNS
Zeigen sich 2018 wieder vereint: Xi Jinping und Kim Jong Un. 
Zeigen sich 2018 wieder vereint: Xi Jinping und Kim Jong Un. 
Bild: AP/AP

Mit der «Entnuklearisierung der koreanischen Halbinsel» meint Nordkorea nicht die Vernichtung der eigenen Waffen, sondern den Rücktransport aller US-Atomwaffen, die Nordkorea womöglich erreichen könnten. Dazu gehören die Atomwaffen in Japan, auf Guam, oder den Flugzeugträgern im Pazifik. 

Es ist nicht das erste Mal, dass Nordkorea versucht, sich international gegen Angriffe abzusichern. Geklappt hat es bislang nicht. Denn Pjöngjang weigerte sich bis anhin beharrlich seinen Teil der Vereinbarung einzuhalten – nämlich den Abbau der eigenen Atomwaffen glaubhaft zu machen. 

Wie reagiert Trump auf den Überraschungsbesuch?

Die Botschaft Pjöngjangs an Trump ist eindeutig: China ist auf unserer Seite des Verhandlungstisches. Von Trump ist bislang noch nichts zu hören. Der sonst so Tweet-freudige US-Präsident hat sich zum Überraschungsbesuch (noch) nicht geäussert. 

Die chinesische Regierung habe das Weisse Haus am Dienstag kontaktiert und dabei auch eine persönliche Nachricht von Präsident Xi Jinping an Trump übermittelt, erklärte Trumps Sprecherin Sarah Sanders am Dienstagabend (Ortszeit) in Washington.
Die chinesische Regierung habe das Weisse Haus am Dienstag kontaktiert und dabei auch eine persönliche Nachricht von Präsident Xi Jinping an Trump übermittelt, erklärte Trumps Sprecherin Sarah Sanders am Dienstagabend (Ortszeit) in Washington.
Bild: AP/AP

John Park, Direktor der Korea Working Group an der Harvard Kennedy School, sagte gegenüber Bloomberg: «Wenn ich jetzt Trump und das Weisse Haus wäre, wäre ich sehr besorgt.» Denn die aufgefrischte Liaison mit China verändere die Verhandlungsposition der USA enorm: «Laut dem Weissen Haus führte der enorme internationale Druck auf Nordkorea zu den diplomatischen Gesprächen. Nun ist die Realität aber eine andere, denn der Druck droht soeben durch ein riesiges Leck zu entweichen», so Park. 

Folgen noch weitere Überraschungsbesuche von Kim?

Die Rückendeckung durch China hat sich Kim nun mit dem Besuch in Peking gesichert. Es könnte gut sein, dass der 34-jährige Diktator noch vor seinem Treffen mit Trump im Mai dem russischen Präsidenten Wladimir Putin einen Besuch abstattet. Denn mit zwei Partnern als Backup gegen Trump, wäre Kim noch weiter im Vorteil. 

*Bonusfrage: Warum zum Teufel reiste Kim Jong Un in einem Zug nach China? 

Warum sich Kim Jong Un in einem Zug und nicht einem Flugzeug nach China chauffieren liess hat zwei Gründe: Die Kim-Familie liebt Züge, denn sie kommen einer rollenden Festung gleich. Bereits Kim Il Sung nutzte während des Koreakrieges einen Zug als sein Hauptquartier und liess zahlreiche Hochsicherheits-Paläste bauen, bei denen viele einen direkten Zugang zu einem Bahnhof boten. 

Der zweite Grund ist persönlicher Natur: Kim Jong Uns Vater litt an Flugangst und legte alle seine Reisen in Zügen zurück. Obwohl nicht bekannt ist, ob auch Kim Jong Un die Phobie seines Vaters teilt, scheint der aktuelle Diktator ebenfalls das rollende Gefährt zu bevorzugen. 

Kim Jong Un schickt seine Cheerleader zu Olympia

Video: srf

Kim Jong Un in China

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Kim Jong Un in China
quelle: epa/kcna / kcna
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