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Bild: keystone

Nessie, Memes und Untergangs-Rhetorik – die Highlights des Republikaner-Parteitags, Tag 1

25.08.2020, 08:3225.08.2020, 17:50

Zum Auftakt des Parteitags der Republikaner hatten die Delegierten am Montag in Charlotte (North Carolina) den amtierenden US-Präsidenten Donald Trump einstimmig als ihren Kandidaten nominiert. Der weitgehend virtuelle Parteitag der Republikaner dauert noch bis Donnerstag, sorgte aber bereits jetzt für reichlich Gesprächsstoff. Die Highlights.

Die Liste der Hauptredner

Fangen wir mit der Liste der illustren Hauptredner an. Falls jemand noch Zweifel hatte, dass Trump vor allem die eigene Familie begünstigt: Von den zwölf Hauptrednern haben sechs den gleichen Nachnamen. Ihr erratet wohl, welchen.

Bild: screenshot fox news

Wenn Memes zum Leben erweckt werden

Erinnert ihr euch noch an das republikanische Paar, das ihr Heim mit Sturmgewehr und Pistole gegen BLM-Demonstranten verteidigte und augenblicklich zum Meme wurde?

Dieses freundliche Ehepaar:

Bild: keystone

Jap, ihr habt's erraten. Auch sie waren Redner am Parteitag der Republikaner.

Die umstrittenen Eheleute McCloskey aus dem Bundesstaat Missouri haben sich mit Nachdruck für eine Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump ausgesprochen. Die Demokraten sähen den Schutz einfacher Bürger nicht mehr als Aufgabe der Regierung, sagte Mark McCloskey. Ihnen gehe es vielmehr darum, «Kriminelle vor ehrlichen Bürgern zu schützen», behauptete er.

«Machen Sie sich nichts vor: Wo auch immer Sie mit ihrer Familie leben, wird es nicht mehr sicher sein in einem Amerika der radikalen Demokraten», sagte Patricia McCloskey. Die Demokraten wollten alle Vorstädte zunichte machen und den Sozialismus einführen, sagte sie.

Wer sich nicht erinnern kann:

Video: watson/Lino Haltinner

Was das Monster von Loch Ness mit den USA zu tun hat

Der Sumpf ist eines der Lieblingsthemen von Donald Trump: «Drain the Swamp!» – war einer der Slogans und Versprechen während des Wahlkampfs im 2016. Sein Sohn Donald Trump Jr. kommt während des Parteitags ebenfalls wieder darauf zu sprechen:

«Joe Biden ist im Grunde das Loch-Ness-Monster des Sumpfes. Seit einem halben Jahrhundert lauert er da drin. Ab und zu steckt er seinen Kopf hoch, um für das Präsidentenamt zu kandidieren, dann verschwindet er und tut nicht viel dazwischen.»

Trump Jr. rief mit Blick auf die Demokraten dazu auf, «die Radikalen abzulehnen, die uns in die Dunkelheit ziehen wollen», und Trump zu unterstützen, der für eine strahlende Zukunft für alle stehe. «Es beginnt mit der Wiederwahl von Donald J. Trump zum Präsidenten der Vereinigten Staaten.»

Biden hat jetzt einen neuen Spitznamen

Machen wir gleich bei Junior weiter: Der Sohn von US-Präsident Donald Trump hält den demokratischen Präsidentschaftskandidaten Joe Biden für den Wunschkandidaten der chinesischen Kommunistischen Partei. «Sie wissen, dass er uns wirtschaftlich und auf der Weltbühne schwächen möchte», sagte er.

Biden sei so schwach, dass die Geheimdienste davon ausgingen, dass die Kommunistische Partei Chinas ihn bevorzuge. Donald Trump Jr. verspottete den Herausforderer seines Vaters als «Beijing Biden», auf Deutsch: «Peking-Biden».

Spott im Netz für lauteste Parteitagsrednerin Guilfoyle

Kimberly Guilfoyle, Freundin von Präsidentensohn Donald Trump Jr. und ehemalige Staatsanwältin, hat am ersten Tag des Parteitags der Republikaner den mit Abstand lautesten Auftritt abgeliefert.

Die 51-Jährige trug ihren Text mit so viel Inbrunst – und teilweise fast brüllend – vor, dass sich Twitter-Nutzer reihenweise fragten, ob sie wisse, dass das Mikrofon bereits erfunden wurde. Selbst ein Reporter von der erzkonservativen Website Daily Caller schrieb: «Ich habe den Auftritt von Kim Guilfoyle gehört – und mein Fernseher ist nicht einmal an.»

Doch es war nicht nur die theatralische Darbietung mit hochgerissenen Armen und strahlendem Blick, die Guilfoyles Rede hervorstechen liessen, sondern auch der Inhalt, mit dem sie Zuschauern Angst vor einem Wahlsieg der Demokraten machen wollte. «Sie wollen dieses Land zerstören und alles, wofür wir gekämpft haben und was uns lieb ist», sagte sie. «Sie wollen kontrollieren, was Sie sehen und denken und woran Sie glauben – damit sie (die Demokraten) kontrollieren können, was Sie denken.»

Als Negativbeispiel nannte Guilfoyle Kalifornien: «Es ist ein Ort mit immensem Wohlstand, unermesslicher Innovation und makelloser Umwelt – und die Demokraten haben es verwandelt in ein Land weggeworfener Heroin-Spritzen in Parks, Krawalle auf den Strassen und Stromausfälle in den Häusern.» Es war auch eine höchst persönliche Spitze: Guilfoyle war einst mit dem heutigen kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom verheiratet.

Bernie ... ääh ... Biden will Sozialismus!

Eigentlich war das eines der Hauptargumente vieler moderater Demokraten: Bernie Sanders sei zu links, er würde als Sozialist bezeichnet werden und hätte keine Chance gegen Trump. Nun ja, jetzt wird halt Biden als Sozialist bezeichnet.

Der republikanische Senator Tim Scott hat Biden vorgeworfen, aus den Vereinigten Staaten eine «sozialistische Utopie» machen zu wollen. Er und seine Kandidatin für die Vizepräsidentschaft, Kamala Harris, wollten eine «Kulturrevolution», warnte Scott.

Der Kurs der Demokraten werde zu «Schmerz und Leid» führen, insbesondere für hart arbeitende Amerikaner, sagte Scott. Eine Wiederwahl von US-Präsident Donald Trump im November hingegen stelle die Fortsetzung des amerikanischen Traums sicher, sagte er.

Trumps Verdienst: Er hat keinen Krieg angefangen

Der republikanische Kongressabgeordnete Matt Gaetz hat Joe Biden die Unterstützung früherer US-Militäreinsätze vorgeworfen. Donald Trump sei dagegen der erste US-Präsident seit Ronald Reagan, der die USA nicht in einen neuen Krieg geführt habe, sagte Gaetz. «Präsident Trump weiss, dass wir am stärksten sind, wenn wir am härtesten kämpfen – nicht in fernen Wüsten, sondern für unsere Mit-Amerikaner.»

Nikki Haley, die ehemalige amerikanische UN-Botschafterin, lobte ebenfalls Trumps Aussenpolitik. Er habe eine harte Position gegenüber China eingenommen und er habe die Terrormiliz «IS» besiegt.

Trumps demokratischer Gegenkandidat Joe Biden habe dagegen aus seiner Zeit als Vize von Präsident Barack Obama aussenpolitisch «Schwäche und Versagen» vorzuweisen, sagte Haley. «Joe Biden ist gut für den Iran, ‹ISIS› [Terrormiliz ‹Islamischer Staat›], und er ist grossartig für das kommunistische China.»

Mit Material der Nachrichtenagenturen SDA und DPA.

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