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epa06220942 San Juan's Mayor Carmen Yulin Cruz (L) hugs a woman during her visit to an elderly home in San Juan, Puerto Rico, 22 September 2017. Puerto Rico prepares to rebuild the island which is still experiencing communication problems, scarcity of water, food and gas, after Hurricane Maria left at least 12 dead.  EPA/THAIS LLORCA

Bürgermeisterin Yulín Cruz tröstet eine Frau, deren Haus durch den Hurrikan zerstört wurde.  Bild: EPA/EFE

Trump spielt Golf und beschimpft Stapi von Puerto Rico – der Hurrikan-Zank in vier Akten



Die Hurrikan-Katastrophe hat einen offenen Streit zwischen Donald Trump und der US-Karibikinsel Puerto Rico entfacht. Das ist passiert: 

Der verzweifelte Hilferuf

«Wir sterben hier, und ihr tötet uns mit der Ineffizienz und der Bürokratie», sagte Yulín Cruz am Freitag an die Adresse von Trump. «Ich habe genug davon, höflich zu sein (...). Ich bin fuchsteufelswild», so die Stadtpräsidentin von San Juan weiter. 

Cruz war der Kragen geplatzt, nachdem die Hilfslieferungen der US-Regierung tagelang nicht an die Bevölkerung verteilt werden konnten. Offenbar hängen die Hilfscontainer einfach in der Hauptstadt fest. Was hier passiere, sei schon fast Völkermord, sagte Cruz mit tränenerstickter Stimme. 

Cruz teilt gegen Trump aus. 

Trump reagiert mit Twitter-Salve

Donald Trump verbringt das Wochenende wieder mal in seinem Luxus-Golfresort. Vom Golfplatz aus schickte er eine Reihe von Tweets gegen die Stadtpräsidentin. 

«Solche armseligen Führungsfähigkeiten der Stadtpräsidentin von San Juan und anderen in Puerto Rico», twitterte Trump. Sie seien nicht in der Lage, ihre eigenen Leute zur Hilfe einzusetzen. «Sie wollen, dass alles für sie getan wird, obwohl es eine Gemeinschaftsanstrengung sein sollte.»

Er behauptete, die Demokraten hätten ihr offenbar gesagt, dass sie «fies zu Trump sein muss». Yulín Cruz hatte den Präsidenten am Freitag beschworen, mehr zu tun, damit in Puerto Rico eintreffende Hilfsgüter auch die betroffenen Menschen erreichten.

Die Antwort von Cruz

Yulín Cruz ist immer noch sauer. Aber auf die Tweets von Trump reagiert sie gelassen. «Es geht hier nicht um mich. Ich habe nur um Hilfe gefragt und nichts fieses gegen Trump gesagt», erklärte sie in einem Interview mit MSNBC. 

«Trump, geh zur Hölle!»: Puerto Rico schiesst zurück

Nach den Attacken von Trump kocht die Volksseele in Puerto Rico. Der US-Schauspieler in-Manuel Miranda, der in Puerto Rico geboren ist, reagierte entzürnt. «Du wirst direkt in die Hölle fahren», sagte er an die Adresse von Trump. 

Bei CNN meldete sich ein aufgeregter Bewohner von Puerto Rico. «Wir sind US-Bürger,  zahlen Steuern, gehen ins Militär. Trump sollte nicht aus der Ferne unsere Leute kritisieren.»

Vom Hurrikan schwer getroffen

Die Karibikinsel war am 20. September direkt von «Maria» getroffen und schwer verwüstet worden. Die meisten Menschen sind weiter ohne Stromversorgung, es mangelt an Lebensmitteln, Trinkwasser und Benzin.

Die Trump-Regierung hatte in dieser Woche ihre Hilfsleistungen für das US-Aussengebiet beschleunigt, nachdem ihr vorgeworfen worden war, nicht genug für die notleidenden Puerto Ricaner zu tun.

Berichten zufolge hängen aber viele Hilfsgüter nach der Ankunft in Containern fest und werden nicht an die betroffenen Menschen, vor allem in entlegeneren Gebieten, weitertransportiert – teils wegen Benzinmangels und beschädigter Strassen.

Puerto Rico werde mit der US-Regierung überlegen müssen, wie die enormen Aufräumarbeiten finanziert und die jetzt schon auf der Insel existierenden hohen Schulden verringert werden könnten. Dies sagte Trump am Freitag auf einer Wirtschaftskonferenz. Auf Puerto Rico müsse wieder «bei Null» angefangen werden. Es sei alles «ausgelöscht» worden, sagte Trump. (amü/sda)

Hurrikan Harvey verschont auch keine Altersheime

Video: srf/SDA SRF

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19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Amadeus 01.10.2017 13:01
    Highlight Highlight Ist doch derselbe Ablauf wie immer wenn Trump kritisiert wird:

    -ein im Stolz verletzter Narzist✔️
    -hat keine Ahnung und keine Lösung parat✔️
    -beleidigt und attackiert stattdessen Leute persönlich ✔️
    -redet dabei von sich selber in der dritten Person ✔️
    -Fox News verteidigt dieses Verhalten✔️
    -Trump fühlt sich bestätigt✔️

    Und wieder von vorne


  • Moelal 01.10.2017 12:57
    Highlight Highlight Ablenken von seiner totalen Unfähigkeit. Dass einzige, was der Organgehead kann, ist Twittern. Der armseligste US Präsident alller Zeiten
  • Therealmonti 01.10.2017 12:19
    Highlight Highlight Hat ausser den Hardcore-Trumpisten wirklich jemand ernsthaft erwartet, dass dieser Trottel im Weissen Haus einmal etwas richtig macht?
  • manuel0263 01.10.2017 11:31
    Highlight Highlight Kann auf dieser oder auch anderen Plattformen irgendeiner dieser feigen Blitzeklicker mal ARGUMENTIEREN, was er (oder sie) gegen gesunden Menschenverstand, vernünftige Manieren oder menschliche Hilfsbereitschaft hat? Schreibt doch bitte, was Ihr an dieser schlechten Karikatur eines amerikanischen Präsidenten so toll findet statt Eurer Sympathie immer nur heimlich Ausdruck zu verleihen.
    • Alex23 01.10.2017 17:54
      Highlight Highlight Also in den meisten Fällen auf dieser Seite wurden Blitze nur dann verteilt, wenn jemand das Trump-Tier auch nur marginal versucht hat zu verteidigen.
      Seitens mehr oder weniger heimlicher Trump-Aficionados habe ich kaum Blitze ausmachen können. Na ja, ein paar vernachlässigbare.
  • Sensenmaa 01.10.2017 11:08
    Highlight Highlight Doch doch unsere Zivilisation hat es weit gebracht. Wie war das noch mal auf mit dem Solidaritätsprinzip 🤔🤔
  • Capslock 01.10.2017 11:07
    Highlight Highlight Trump wirft der Stadtpräsidentin von Puerto Rico vor, "armselige Führungskräfte zu sein". Frag sich nur, wer eigentlich der Armselige ist, Frau Cruz jedenfalls nicht, aber Trump sehr wohl.
  • Sensenmaa 01.10.2017 11:06
    Highlight Highlight Die Welt ist ein Kindergarten...
  • Baba 01.10.2017 10:23
    Highlight Highlight Wäre das ganze ein Film, würde man mit Fug und Recht von einem C-Movie sprechen...

    Was 45 hier ablässt ist einfach unter jeder Sau (man verzeihe mir meine Ausdrucksweise). Auf jene einzutreten, die bereits auf dem Boden liegen zeugt weder Führungsqualität noch von Empathie noch irgend sonst etwas positivem. So jemand ist einfach ein Charakterschwein und - ich wiederhole mich - eine Schande für das Amt, das er bekleidet.

    Wie irgendjemand, der nur halbwegs bei Verstand ist, so einen "Präsidenten" noch unterstützen kann, ist mir ein Rätsel.
  • Gummibär 01.10.2017 10:20
    Highlight Highlight Lt. Gen. Russel Honoré, der die militärische Hilfe in New Orleans nach dem Hurricane Katrina kommmandierte, hat zu Trumps tweets über die San Juan Bürgermeisterin folgendes zu sagen :
    "The mayor's living on a cot and I hope the President has a good day at golf."
    I am with you, General !
  • lilas 01.10.2017 10:19
    Highlight Highlight Das ist die Trumpsche Dreifaltigkeit. Unfähigkeit, Dreistigkeit, Empathielosigkeit, wobei letzteres ja eigentlich nur eines der Leitsymptome seiner narzisstischen Persönlichkeitsstörung ist.
  • AskLee 01.10.2017 09:50
    Highlight Highlight Jetzt hab ichs verstanden (quelle Reddit)
    Benutzer Bild
  • Hierundjetzt 01.10.2017 09:41
    Highlight Highlight Ich bin ja alles andere als ein Freund von Trump, nuuuur: warum muss gerade *jetzt* die Gewekschaft der Lastwagenfahrer streiken 🤔 Frau Stapi sollte sich vielleicht zuerst mal darum kümmern und sich erst danach über den pösen Trömp äussern...
  • Alex23 01.10.2017 09:07
    Highlight Highlight Nichts wirklich Neues an der Trump-Front: egozentrisch, kalkulierend, kalt und ahnungslos. Was mich jedoch immer wieder verblüfft, ist die Bereitschaft seiner Getreuen, jede, aber auch jede Unfähigkeit und Entgleisung zu rechtfertigen oder einfach hinzunehmen. Das ist schon eine Meisterleistung an Realitätsverlust.
  • Denk-mal 01.10.2017 08:47
    Highlight Highlight Ja bitte, hier der Beweis. Geld verdirbt den Charakter, wenn der Geist und die Seele fehlt. Beides hat der grosse Mann "ännet" dem Teich nicht. Ein seltsames Regierungssystem was das Land da drüben eingerichtet hat, die schaden sich zum Schluss ja am meisten. Der Hass der Weltengemeinschaft muss doch mit der Zeit unerträglich werden.
  • Imagine 01.10.2017 08:36
    Highlight Highlight Traurig, beschämend, verletzend, wie die no. 45 mit US-Bürgern umgeht, die nicht seinen Stammwählern entsprechen. Ich verstehe die Wut der Bürgermeisterin und der anderen Puertoricaner!
    • karl_e 01.10.2017 12:20
      Highlight Highlight Die Portoricaner "sind bei den US-Präsidentenwahlen ohne eigenes Stimmrecht, sofern sie nicht ihren Wohnsitz in einem der 50 Bundesstaaten der Vereinigten Staaten haben" (Wikipedia). Somit sind die Bewohner der Insel für Trump völlig irrelevant. Sad!
  • AskLee 01.10.2017 06:29
    Highlight Highlight Die Führungsqualitäten des Potus sind einfach nur armselig.
    Geblendet, verblendet, egozentrisch und frei von jeder Empathie lässt man die eigenen Bürger im Stich.
    Leute sterben und er palabert was von Demokraten und "nasty stuff against me".
    • Anonymer 01.10.2017 11:27
      Highlight Highlight Klassischer Fall von einem Soziopathen/Narzissten. Ich bin nur erstaunt, dass sein Niveau schon wieder tiefer gesunken ist. Jetzt macht es echt keinen Spass mehr. Vielleicht weiss er aber auch nicht, dass Puerto Rico zur USA und nicht zu Mexiko gehört - oder will es nicht wissen.

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