International
USA

F-35-Deal mit Saudi-Arabien löst Empörung in Israel aus

F-35-Deal mit Saudi-Arabien löst Empörung in Israel aus

20.11.2025, 14:3220.11.2025, 14:32

Die israelische Opposition hat angesichts des vereinbarten Verkaufs US-amerikanischer F-35-Kampfjets an Saudi-Arabien die eigene Regierung scharf kritisiert.

Der F-35 soll an Saudi-Arabien verkauft werden.
Der F-35 soll an Saudi-Arabien verkauft werden. bild: keystone

Die Opposition fordere wegen des Deals zwischen Washington und Riad eine Dringlichkeitssitzung des Parlaments in Jerusalem und habe dafür 40 Unterschriften gesammelt, berichtete die israelische Zeitung «Maariv».

Sorge um Israels «qualitativen Vorsprung» in der Region

Israelische Medien stuften die Vereinbarung als herben Rückschlag für Israels Sicherheit ein. Bisher hatte Israel als einziges Land in der Region die hochmodernen F-35-Tarnkappenjets. Dies galt als Garant für einen «qualitativen Vorsprung» des jüdischen Staates. Ein 2008 verabschiedetes Gesetz in den USA sichert diesen sogar zu.

Beim Besuch des saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman in Washington wurde nun aber ein «strategisches Verteidigungsabkommen» unterzeichnet. Laut US-Präsident Donald Trump soll die Golfmonarchie zudem den Status als «bedeutender Alliierter ausserhalb der Nato» erhalten. Ausserdem wurde der Verkauf von 300 US-Panzern an Saudi-Arabien vereinbart.

President Donald Trump with Saudi Arabia's Crown Prince Mohammed bin Salman, during the Saudi Investment Forum with Saudi Arabia's Crown Prince Mohammed bin Salman at the Kennedy Center, Wed ...
Donald Trump mit dem saudischen Kronprinzen Mohammed bin Salman während des Saudi Investment Forum in Washington. Bild: AP

Harte Kritik an Netanjahu

Die Abgeordnete Efrat Reiten von der Oppositionspartei Die Demokraten warf Ministerpräsident Benjamin Netanjahu vor, er habe die Kontrolle über Israels Sicherheit verloren. «Netanjahu hat Israels militärischen Vorsprung im Nahen Osten aufgegeben – einen Vorsprung, den die USA über mehr als fünf Jahrzehnte hinweg sorgfältig aufrechterhalten haben», sagte Reiten nach Angaben von «Maariv». «Kein anderer Ministerpräsident hat Israel jemals auf diese Weise im Stich gelassen.»

Die israelische Wirtschaftszeitung «Globes» berichtete zudem über die Befürchtung, die Vereinbarung zwischen den USA und Saudi-Arabien könnte ein regionales Wettrüsten in Gang bringen.

Normalisierung zwischen Israel und Saudi-Arabien ungewiss

Nach israelischen Medienberichten hatte Israel gefordert, den Verkauf der F-35-Kampfjets an Saudi-Arabien an ein Normalisierungsabkommen mit dem jüdischen Staat zu knüpfen.

Der saudische Kronprinz hatte sich zwar grundsätzlich offen für eine Verbesserung der Beziehungen seines Landes und der arabischen Länder im Nahen Osten zu Israel gezeigt. Bei dem Treffen mit Trump stellte er in Aussicht, man wolle Teil der Abraham-Abkommen für eine Normalisierung der Beziehungen werden. Er pochte aber in dem Kontext auf einen Weg zu einer Zweistaatenlösung, wonach es neben Israel perspektivisch auch einen unabhängigen palästinensischen Staat geben soll. Einen Palästinenserstaat lehnt Israel allerdings ab. Deshalb bleibt eine Normalisierung ungewiss. (sda/dpa)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Beliebteste Passwörter
1 / 3
Beliebteste Passwörter

Das beliebteste Passwort in der Schweiz ist dominaria, ein Begriff aus einem Kartenspiel.

Auf Facebook teilenAuf X teilen
Schottland qualifiziert sich mit Wahnsinnsspiel gegen Dänemark für die WM
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
21 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Die beliebtesten Kommentare
avatar
metzgli
20.11.2025 17:00registriert Januar 2025
Trump macht doch nur einen Deal, was kümmert ihn die Regionale Stabilität der verkauft sogar die Melani wenn er Geld für sie bekommen würde
203
Melden
Zum Kommentar
21
«Land steht vor dem Kollaps»: Andrij Melnyk fordert dringend mehr Waffen für Ukraine
Andrij Melnyk fordert mehr Waffen für die Ukraine. Er spricht von einer «desaströsen» Lage – und hat einen Verdacht.
Der ehemalige ukrainische Botschafter in Deutschland und Brasilien sowie Vizeaussenminister, Andrij Melnyk, sieht die Lage in seinem Land als «desaströs» an. Nachdem sich die USA bei ihrer Hilfe zurückgezogen haben, kritisierte der heutige Vertreter der Ukraine bei den Vereinten Nationen die Zurückhaltung der europäischen Verbündeten.
Zur Story