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Pete Hegseth: Trumps Mann fürs Pentagon hat Frau Schweigegeld bezahlt

Pete Hegseth, President-elect Donald Trump's choice to be Defense Secretary, poses for a photo with Cabinet picks, other nominees and appointments, at the National Gallery of Art in Washington, S ...
Pete Hegseth in Washington D.C. in den USA.Bild: keystone

Trumps Mann fürs Pentagon steht unter Druck – er hat einer Frau Schweigegeld bezahlt

24.01.2025, 14:1724.01.2025, 14:38
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Die Nominierung des ehemaligen Fox-News-Moderators Pete Hegseth zum US-Verteidigungsminister steht kurz bevor. Nun hat er im US-Senat angegeben, einer Frau 50.000 US-Dollar gezahlt zu haben – Hintergrund ist ein Vorwurf eines sexuellen Übergriffs gegen ihn.

Hegseth habe dem Senat gegenüber zugegeben, die Summe gezahlt zu haben, um die anonyme Frau, die ihn der Vergewaltigung beschuldigt habe, zum Schweigen zu bringen, schrieb die Senatorin Elizabeth Warren in sozialen Medien. Laut Hegseth sei der Kontakt mit der Frau einvernehmlich gewesen, was die betroffene Frau jedoch bestreitet.

Die Demokratin veröffentlichte ein Bild einer Frage, die sie ihm im Rahmen des Auswahlverfahrens gestellt hatte, sowie der darauf erhaltenen Antwort. «Herr Hegseth, wie viel haben Sie »Jane Doe« als Teil einer Vertraulichkeitsvereinbarung oder einer anderen Abmachung im Zusammenhang mit diesem Vorfall gezahlt?», heisst es dort. «50.000 Dollar», lautet die Antwort. Mit den Platzhalter-Namen «John Doe» und «Jane Doe» wird im US-Justizsystem auf Menschen hingewiesen, deren Identität verborgen werden soll.

Vorwürfe überschatten Hegseths Kandidatur

Hegseths Anwalt hatte bereits im November gegenüber US-Medien eine Zahlung Hegseths an eine Frau als Teil einer Vergleichsvereinbarung mit Vertraulichkeitsklausel bestätigt. Der Fall stammt aus dem Jahr 2017, angeklagt wurde Hegseth nicht.

Die Personalie wird überschattet von den Vorwürfen gegen den früheren Fox-News-Moderator: Er sei in der Vergangenheit sexuell übergriffig gewesen und habe exzessiv getrunken. Hegseth streitet diese ab. Für Irritationen sorgten auch Äusserungen von ihm, dass Frauen nicht in Kampfeinsätzen zu gebrauchen seien.

Widerstand in den eigenen Reihen

Nicht nur bei den Demokraten löst Hegseth Ungemach aus, auch zwei republikanische Senatorinnen sprachen sich gegen Hegseth aus. Darunter Lisa Murkowski, die ein Statement auf X veröffentlichte. Darin macht sie deutlich, dass sie nicht mit der Nomination Hegseth' einverstanden sei: «Der Chef des Verteidigungsministeriums muss die Verhaltensstandards und den Charakter zeigen und vorleben, die wir von allen Soldaten erwarten.»

Murkowski erklärte, Hegseths bisheriges Verhalten und seine mangelnde Erfahrung machten ihn für das Amt ungeeignet. Sie zeigte sich besorgt über das Signal, das seine Bestätigung an Frauen in der Armee aussenden könnte, zumal Hegseth in der Vergangenheit die Eignung von Frauen für Kampfeinsätze infrage gestellt hatte.

Hegseth ist der Wunschkandidat des neuen Präsidenten Donald Trump. Dennoch wird damit gerechnet, dass er für eines der wichtigsten Ministerien der Vereinigten Staaten bestätigt wird. Die Abstimmung im Senat ist für Freitag geplant. (ear mit material sda/dpa)

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43 Kommentare
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Die beliebtesten Kommentare
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mrmikech
24.01.2025 15:20registriert Juni 2016
Warum will Trump unbedingt jemanden, der keine Erfahrung hat, dafür aber einen fragwürdigen Hintergrund? Ganz einfach: Weil diese Person genau das machen wird, was Trump will.
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wiedemauchsei
24.01.2025 15:26registriert Mai 2019
Wieso Problem? Ich dachte, dass wäre eine Voraussetzung für den Job!
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B-M
24.01.2025 15:08registriert Februar 2021
Der ist doch völlig überqualifiziert für den Job, der sollte Präsident werden. Scheint ein würdiges Abbild Trumps zu sein.
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43
    Die wichtigsten Fragen und Antworten zu Trumps historischer Zoll-Offensive
    Der amerikanische Präsident will mehr Zölle, aber wie viel mehr und gegen wen genau, weiss er anscheinend bis zuletzt selbst nicht. Vieles ist dennoch klar.

    Mittwoch, der 2. April, soll zum angeblichen «Liberation Day» für die USA werden, zum Tag der Befreiung. So will es Donald Trump haben. Denn vor diesem «Liberation Day» seien die USA ganze 40 Jahre lang, «vielleicht sogar noch länger», im Welthandel ausgenutzt worden – «abgezockt» oder «ripped off». Nun werde er, Trump, endlich wieder für Fairness sorgen – mit Zöllen. Auf Waren, die aus dem Ausland in die USA kommen, soll ein Zoll erhoben werden, also eine Steuer. Das sei die «schönste Sache im Wörterbuch».

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