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Aghdam war gemäss eigenen Aussagen unter anderem Veganerin, Tierschützerin und Aktivistin.
Aghdam war gemäss eigenen Aussagen unter anderem Veganerin, Tierschützerin und Aktivistin.bild: nasimesabz.com

Vegan, Tierschutz und Hitler – das ist die mutmassliche Youtube-Attentäterin Nasim Aghdam

04.04.2018, 20:1505.04.2018, 06:23

Das Motiv zum Anschlag auf das Youtube-Hauptquartier scheint klar. Nasim Aghdam – die mutmassliche Attentäterin – verkörperte einen regelrechten Hass auf die amerikanische Videoplattform. Die 39-jährige Aktivistin, Veganerin, Bodybuilderin und selbst Youtube-Nutzerin bemängelte, sie würde für ihre Videos zu wenig gut bezahlt. Ausserdem würden diese von Youtube zensiert. Gemäss dem Guardian hätte Aghdams Vater die Plattform sogar gewarnt, weil er vom Hass seiner Tochter wusste.

Besucht man Nasim Aghdams Website, zeigt sich ein spezielles Bild. Die gebürtige Iranerin, die in Südkalifornien lebte, präsentiert ihre Youtube-Kanäle, posiert auf Bildern mit Tieren und macht auf verschiedene Videos aufmerksam. Diese haben Comedy zum Inhalt, sie demonstrieren aber auch, wie Tiere misshandelt werden und was die gesundheitlichen Risiken von Analsex sind. Ebenfalls zu sehen ist ein Bild von Aghdams Auto, im einen Reifen steckt ein Nagel. Die Attacke sei von Anti-Veganern verübt worden, schreibt Aghdam mit vielen Ausrufezeichen versehen, diese würden sie zu töten versuchen.

Ein Video, das Aghdam auf ihrer Website eingebettet hat. Es zeigt, wie Tiere auf einer chinesischen Pelzfarm misshandelt werden. Vorsicht: Nichts für schwache Nerven.Video: YouTube/animalwelfare1

Nasim Aghdam veranschaulicht auf ihrer Website, wie sie für weit über 300'000 Klicks auf eines ihrer Youtube-Videos mit nur 0,1 Dollar bezahlt wurde. Zudem betont sie, dass all ihre Videos von ihr selber produziert wurden und sie keine Hilfe anderer beansprucht habe.

Aghdam ärgert sich über zu geringe Werbeeinnahmen auf YouTube.
Aghdam ärgert sich über zu geringe Werbeeinnahmen auf YouTube.bild: nasimesabz.com

Die 39-Jährige bedient sich sogar eines Zitats Adolf Hitlers («Mach die Lüge gross, mach es einfach, sag es weiter, und irgendwann werden sie es glauben») und sie teilt kräftig gegen die Videoplattform Youtube aus. Es würden auf Youtube oder anderen Portalen keine gleichen Wachstumschancen existieren, Kanäle täten nur wachsen, wenn dies von Youtube so gewollt sei. Aghdam äussert sich in ihren Videos auf Englisch, Farsi und Türkisch.

«Diktatur gibt es in allen Ländern, aber mit unterschiedlicher Taktik! Sie kümmern sich nur um persönliche kurzfristige Profite und tun alles, um ihre Ziele zu erreichen, selbst indem sie einfach gesinnte Menschen täuschen, die Wahrheit verbergen, die Wissenschaft und alles manipulieren, die öffentliche geistige und körperliche Gesundheit gefährden, nichtmenschliche Tiere missbrauchen, die Umwelt verschmutzen, Familienwerte zerstören, Materialismus und sexuelle Degeneration im Namen der Freiheit fördern und Menschen zu programmierten Robotern machen!»
Nasim Aghdam auf ihrer eigenen Website.quelle: nasimesabz.com

Der Groll der Tierschützerin gegen Youtube ist chronisch. Im Februar 2017 kritisierte sie Youtube in einem Facebook-Video. Ihre Trainingsvideos seien für ein älteres Publikum nur beschränkt verfügbar:

«Wir versuchen, ein gesundes, menschliches und intelligentes Leben zu fördern. Leute wie ich sind nicht gut für Grossbetriebe, für das Geschäft mit Tieren, für das Medizin-Business. Das ist der Grund, warum sie uns diskriminieren und zensieren.»
Nasim Aghdams auf einem Bild ihrer Website.
Nasim Aghdams auf einem Bild ihrer Website.bild: nasimesabz.com

Am Dienstagabend (Ortszeit) haben Youtube sowie Instagram und Facebook Nasim Aghdams Seiten und Videos vom Netz genommen. Ed Barberini, der Chef der Polizei von San Bruno, sagte am Mittwoch, dass die Ermittler von Aghdams Kritik an Youtube und Google wussten.

Die drei angeschossenen Opfer seien – so mache dies den Anschein – der mutmasslichen Attentäterin nicht bekannt gewesen. Es handelt sich um einen 36-jährigen Mann, der sich in einem kritischen Zustand befindet, zudem wurden eine 27-jährige und eine 32-jährige Frau verletzt. Eine vierte Person erlitt Verletzungen, die nicht von den Schüssen stammen, bestätigte die Polizei.

Schüsse am Youtube-Hauptquartier

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Schüsse am Youtube-Hauptquartier
quelle: ap/ap / jeff chiu
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Video: srf
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