International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
FILE - In this Nov. 16, 2016 file photo, Donald Trump Jr., walks from the elevator at Trump Tower in New York. President Donald Trump’s eldest son on Monday appeared to mock the sexual assault allegations against his father’s nominee for the Supreme Court. Donald Trump Jr. posted an image on Instagram that seems to compares Kavanaugh's accuser to a school yard crush.  (AP Photo/Carolyn Kaster)

Nimmt es mit der Wahrheit nicht sehr genau: Donald Trump Jr. Bild: AP/AP

Trump Jr. postet dieses Fake-Bild – und wird vom Moderator komplett demontiert

Der Sohn des Präsidenten holt auf Instagram seit Tagen zum Rundumschlag aus und verbreitet Fake News. Ein CNN-Reporter hat nun zurückgeschlagen. 



Was ist nur mit Donald Trump Jr. los? 

Dass der Sohn des US-Präsidenten gerne provoziert ist nichts Neues. Gerne verteidigt er seinen Vater auf Instagram, Twitter und Co. und schlägt dabei auch aggressive Töne an.  

Doch in den vergangenen Tagen hat Trump Jr. seine Kadenz nochmals erhöht. Gleich drei Mal ging er ohne Rücksicht auf Verluste in die Offensive und schoss Giftpfeile in Richtung Politik, Wirtschaft und Medien. 

Vor allem Letzteres hätte er besser sein lassen, wurde er gestern doch während mehreren Minuten komplett demontiert und der Verbreitung von Fake News überführt.

Doch von vorne: 

Zunächst war der Feldzug gegen Nike. Der Modegigant holte vor einigen Tagen den Football-Spieler Colin Kaepernick für eine Werbekampagne an Bord. Für die Trumps ein absolutes No-Go. Denn Kaepernick stand am Ursprung der «Take-a-Knee»-Bewegung und weigerte sich vor den Spielen bei der amerikanischen Hymne aufzustehen. Der Superstar zog somit den Ärger vieler Konservativer auf sich.

Nach Bekanntgabe des Werbedeals spottete Donald Trump Jr. auf Instagram, dass Nike gerade den «Gipfel der Dummheit» in der «Anti-Amerika-Bewegung» erreicht habe.

Hinzu kamen zwei Fotomontagen, die bestenfalls noch als legitime und zeitgemässe politische Kommunikation durchgehen können. (Mal abgesehen vom Copyright, das vermutlich verletzt wurde.)

Das Original ...

... und was Donald Trump Jr. daraus machte.

Recht behielt der Trump Jr. übrigens nicht. Die Nike-Aktie ist derzeit auf einem höheren Stand als vor der Bekanntgabe des Kaepernick-Deals. Auch die Online-Verkäufe sind angestiegen. 

Wenige Tage später die zweite Attacke, mit der er den Bogen definitiv überspannte. Dies sagen nicht seine Kontrahenten, sondern eine Mitarbeiterin des Präsidenten-Teams. Mit einem Meme machte er sich lustig über einen möglichen sexuellen Übergriff. Der Übergriff sei in Wahrheit wohl lediglich ein «Willst-du-mit-mir-gehen»-Brief gewesen, so die Message des Instagram-Posts.

Brett Kavanaugh, der konservative Kandidat für das Oberste Gericht, soll in den 80er-Jahren eine Frau massiv bedrängt haben. Die heute 51-jährige Professorin Christine Ford machte die Anschuldigungen in der Washington Post öffentlich. Plötzlich ist es alles andere als klar, ob Trumps Wunschkandidat den Schritt ins juristisch wichtige Organ schaffen wird. 

Führende republikanische Politiker sprachen sich mittlerweile dafür aus, dass Ford und Kavanaugh vor dem Senat angehört werden sollten. Auch Trumps Beraterin Kellyane Conway meinte: «Diese Frau sollte nicht beleidigt und sie sollte nicht ignoriert werden.» Etwa genau das Gegenteil, von dem was Trump Jr. machte. 

Zwei Mal wurde der 40-Jährige von der Realität eingeholt. Ein Zeichen vielleicht etwas vorsichtiger zu agieren? Nicht für den Sohn des US-Präsidenten, der die nächste Salve abfeuerte.

Trump Jr. verbreitet Fake News über CNN-Moderator

Auf Twitter und auf Instagram beschuldigte er die Journalisten-Legende Anderson Cooper, er würde das Hochwasser in North Carolina übertrieben darstellen, um Trump schlecht aussehen zu lassen. Dazu postete Trump Jr. ein Foto, in dem der CNN-Reporter bis zu den Hüften in den Fluten steht, während dem Kameramann das Wasser nur bis zu den Knöcheln reicht. 

Am Montagabend schlug Cooper zurück und zerlegte Donald Trump Jr. nach Strich und Faden. Er reagiere nicht oft auf Online-Verschwörungstheorien, so der CNN-Mann, aber er berichte nun schon seit 14 Jahren über Hurrikans und es mache ihn traurig, «dass irgendjemand glaubt, dass ich ein Desaster fälsche oder überdramatisiere.»

Auch dieses Foto machte die Runde. Gavin J. Smith arbeitete für das Presse-Team von Donald Trump. 

Der Sohn des Präsidenten sei ja auch jemand, der sich gerne als «Outdoor-Guy» präsentiere, so Cooper. «Er bezahlt viel Geld, um zu den Wildtieren in Afrika gebracht zu werden, um diese dann umzubringen.»

Bild

Donald Trump Jr. posiert gerne mit erlegten Wildtieren, aber war er auch schon in einem Hurrikan-Gebiet? screenshot: cnn

Aber er sei sich nicht sicher, so Cooper weiter, ob Trump Jr. schon einmal einen Hurrikan oder eine Überschwemmung gesehen habe. «In North Carolina habe ich ihn jedenfalls nicht gesehen.» Aber er habe sicher etwas Wichtiges zu tun gehabt, ausser Lügen zu vertwittern. 

Im Interesse der Transparenz und der Wahrheit wolle er nun zeigen, was es mit den Bildern, aus dem Überschwemmungsgebiet tatsächlich auf sich habe, so der CNN-Reporter.

abspielen

In voller Länge: Coopers Retourkutsche.  Video: YouTube/CNN

Die Bilder seien zehn Jahre alt und kämen gar nicht von Hurrikan Florence, sondern von Hurrikan Ike, erklärte Cooper. Und es habe wirklich viel Wasser gehabt. Dies bewies der CNN-Reporter anhand mehreren Aussagen von Experten, Politiker und Video-Ausschnitten. Zudem habe er damals im Bericht mehrmals darauf hingewiesen, dass auf der Mitte der Strasse das Wasser nicht so hoch sei. 

Animiertes GIF GIF abspielen

Auf Twitter wurde Cooper vorgeworfen, er moderiere auf den Knien. («Wahrscheinlich eine Anspielung darauf, dass ich schwul bin», so der CNN-Reporter.) Hier beweist er, dass das Wasser sehr wohl bis zur Hüfte reichte.  gif: cnn/watson

Aber das Ertrinken sei bei Hurrikans die Todesursache Nummer 1, so Cooper, deswegen sei es wahrscheinlich doch angebracht gewesen, auf das hohe Wasser am Rand der Strasse hinzuweisen. 

Er erwarte gar nicht, dass sich der Sohn des Präsidenten, oder der ehemalige Berater, oder sonst alle, die die Bilder geteilt hätten, zugeben würden, dass sie falsch gelegen hätten, «aber ich habe gedacht, sie und ihr solltet wenigstens die Wahrheit wissen». 

Fake bleibt Fake: Diese manipulierten Bilder machen im Netz immer wieder die Runde

Das könnte dich auch interessieren:

Geld allein macht nicht glücklich – aber was dann, Herr Glücksforscher?

Link zum Artikel

Love-Scamming: Wie ich einer Russin (fast) auf den Leim gegangen bin

Link zum Artikel

Die Geschichte dieses Bildes steht exemplarisch für den momentanen Gender-Knorz

Link zum Artikel

Bond fährt E-Auto? (00)7 Vorschläge, wie er sich noch besser an die Generation Y anpasst

Link zum Artikel

Vegane Influencerin bekommt ihre Periode nicht mehr – jetzt zieht sie Konsequenzen

Link zum Artikel

Warum ich bete

Link zum Artikel

Die Influencer der Zukunft sind nicht menschlich – und sind jetzt schon Millionen wert

Link zum Artikel

Roger Federer ein Spielball der Strömung – das könnte zum Problem werden

Link zum Artikel

Kassieren SVP und SP eine Schlappe? 7 wichtige Punkte zu den Zürcher Wahlen

Link zum Artikel

Im 30'000-Franken-Outfit – so rückt Leroy Sané in die DFB-Elf ein

Link zum Artikel

Bye-bye Beno: Wie der ehemalige Gassen-Mönch in die völkische Szene abrutschte

Link zum Artikel

Das sind die 3 typischen Phasen eines Pyro-Vorfalls

Link zum Artikel

Wie Trump im Fall Manafort schachmatt gesetzt wurde

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Verschwörung? Fake-News? Besteck!

abspielen

Video: watson/Angelina Graf

Abonniere unseren Newsletter

19
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
19Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • no-Name 19.09.2018 11:56
    Highlight Highlight ...nichts desto trotz ist es kein Fake-Bild. Es sind lediglich Informationen gefaked worden.

    Gerade bei solchen Reportagen/Artikeln ist es besonders wichtig als Journalist auf hohem niveau zu Arbeiten und um sich vom trumpschen Idiotismus klar abzuheben.
  • ströfzgi 19.09.2018 08:03
    Highlight Highlight Der wird mal Präsident der USA. Wetten? 😉

    • Mietzekatze 19.09.2018 14:40
      Highlight Highlight Der ist Schwul... Ich glaube die Amis waren bereit für einen Schwarten und wären bereit für eine Frau... Aber für einen Schwulen? Das gäbe wohl einen Bürgerkrieg... Oder vlt. würden sie ihn erst zwingen einen Exorzismus durchzuführen oder so... Aber sie hätten zumindest wieder einen Präsidenten der Verstand hat, Rückgrat und Charakter!!
  • jive 19.09.2018 07:59
    Highlight Highlight “Stupid is as stupid does.” – Forrest Gump
  • Therealmonti 19.09.2018 05:13
    Highlight Highlight Dass der Filius nach dem Vater gerät, ist ja nicht weiter verwunderlich. Bloss scheint der Junior noch ein ganzes Stück dämlicher zu sein als sein Erzeuger.
  • Hukimuh 18.09.2018 20:10
    Highlight Highlight My father is my Uncle.....
  • Enzasa 18.09.2018 20:00
    Highlight Highlight Wenn er aktuelle Bilder genommen hätte, könnte man ja vorbeibenahm Irrtum sprechen.
    10 Jahre alte Bilder nehmen ist bewusst zu lügen.
  • *sharky* 18.09.2018 18:30
    Highlight Highlight 🍎🦄
    oder anders augedrückt... der Apfel fällt nicht weit vom Pferd...
    Es lag nicht in meiner Intension irgendwelche Pferde zu beleidigen... 🦄🐎🦓
    • schnoogg 18.09.2018 19:18
      Highlight Highlight Oder in John Olivers Worten (in Bezug auf Ivanka): "The apple does not fall far from the orange."
    • swisskiss 18.09.2018 19:24
      Highlight Highlight *sharky*: Intention, mein Lieber. Es ist der fröhliche Junior Donnie, der sich mit voller Intension zum würdigen Stammhalter seines Papis mausert.

      Wie beim Alten. Dieselbe Intelligenz und Charakterschwäche.
    • *sharky* 19.09.2018 10:00
      Highlight Highlight @swiss💋
      Voller Intension in die Intention-Falle getappt... thx!
  • Planet Escoria auch bekannt als Gähn 18.09.2018 18:04
    Highlight Highlight Und mal wieder hat sich einer von Trumps Entourage zum Deppen gemacht.
    Eigentlich müsste man ganz ernsthaft eine Comedy-Serie draus machen.
    Trotz allem schaden für die Welt, das ist doch einfach nur noch zum lachen.
    • Baba 18.09.2018 18:54
      Highlight Highlight Nein, ist es leider nicht. Vor allem ist Donnies Vater ist nicht zum lachen. Er wäre eigentlich der POTUS 🙄

      Donnie ist einfach ein armes kleines Würstchen, das verzweifelt Daddys Aufmerksamkeit und Wohlwollen will.

      Ich glaube das einzige Kind, das tRumps Interesse hat, ist Ivanka. Und über die Gründe dafür bin ich mir nicht ganz im klaren...🤮
    • Enzasa 18.09.2018 19:58
      Highlight Highlight Seine Söhne sind männliche Konkurrenz

      Küchenpsychologie, geht mich auch gar nichts an.

      Aber es ist schon irgendwie speziell, wie der Sohn agiert
    • Pana 18.09.2018 22:16
      Highlight Highlight @Baba

      Benutzer Bild
    Weitere Antworten anzeigen

Ja, Herrgott nochmal, man darf fürs Klima streiken und in die Ferien fliegen!

Liebe Klima- und Umweltaktivisten-Kritiker, dieser Text ist für euch. Denn man kann sehr wohl für Klimaschutz kämpfen, ein Smartphone besitzen und in ein Flugzeug steigen.

Liebe User, wir müssen reden. Es gibt da etwas, das macht mich richtig wütend.

Da ist zum Beispiel die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die mit ihrem Schulstreik gegen den Klimawandel Schüler auf der ganzen Welt inspiriert und politisiert. Thunberg reiste im Februar 65 Stunden von Schweden nach Davos, um das World Economic Forum zu besuchen. Während die schwedische Aktivistin Stunden auf Schienen durch vier Länder fuhr, wurde sie in den sozialen Medien kübelweise mit Häme überschüttet. …

Artikel lesen
Link zum Artikel