Spekulationen um Brandstiftung: Flugzeugträger USS Gerald R. Ford muss Kreta anlaufen
Nach einem Grossbrand auf dem US-Flugzeugträger USS Gerald R. Ford muss das Kriegsschiff für Reparaturen und Untersuchungen Kreta anlaufen. Damit verlässt es vorübergehend den unmittelbaren Einsatzraum im Nahen Osten. Mehr als 600 Besatzungsmitglieder sind zudem ohne feste Schlafplätze, 1000 Ersatzmatratzen müssen aus den USA eingeflogen werden.
Gleichzeitig kursieren Spekulationen über mögliche Brandstiftung – ein bislang unbestätigtes Gerücht ohne gesicherte Quellenlage, das von offizieller Seite bisher nicht bestätigt wurde.
Der Brand war am 12. März in der Wäscherei des weltweit grössten Flugzeugträgers ausgebrochen. Wie die New York Times berichtete, dauerte es über 30 Stunden, bis die Flammen vollständig gelöscht waren. Die Schäden an den Unterkünften sind erheblich: Betroffene Seeleute müssen derzeit auf Böden oder Tischen schlafen.
Die US Navy bestätigte den Vorfall und sprach von einer «nicht kampfbedingten Brandursache», die im Bereich der Hauptwäscherei entstanden sei. «Es gibt keine Schäden am Antriebssystem, und der Flugzeugträger bleibt voll einsatzfähig», teilte die Marine auf der Plattform X mit.
Insgesamt wurden drei Seeleute verletzt. Zwei konnten nach medizinischer Behandlung wieder in den Dienst zurückkehren, ein dritter wurde ausgeflogen, befindet sich aber laut US Navy in stabilem Zustand. Weiteren Berichten zufolge erlitten zudem mehrere Besatzungsmitglieder Rauchvergiftungen, 200 von ihnen wurden auf Vergiftungssymptome untersucht.
Schwierige Lebensbedingungen an Bord
Der Vorfall verschärft die ohnehin angespannte Lage an Bord. Die USS Gerald R. Ford ist seit Juni 2025 im Einsatz und steuert auf eine aussergewöhnlich lange Mission zu. Laut Vizeadmiral James Kilby könnte die Einsatzdauer auf rund elf Monate anwachsen – deutlich länger als die üblichen sechs Monate.
Stände der amerikanische Super-Flugzeugträger bis Mitte April immer noch im Einsatz, wäre dies der längste Trägereinsatz seit dem Vietnamkrieg. Den bisherigen Rekord hält die USS Abraham Lincoln mit 294 Tagen permanenter Einsatzdauer.
Zudem hatte das Schiff zuletzt mit technischen Problemen, unter anderem bei der Abwasseranlage, zu kämpfen, was offenbar die Nutzung der Toiletten erschwerte. Auch die Wäscherei ist infolge des Brandes derzeit nur eingeschränkt nutzbar. Wie die «New York Times» weiter ausführte, seien die Lebensbedingungen an Bord «als bestenfalls schwierig» zu bezeichnen. Die US-Navy habe auf weiterführende Medienanfragen bisher nicht reagiert.
Spekulationen über Sabotage
Im Zuge des nun geplanten Hafenaufenthalts auf Kreta sollen auch die Ursachen des Feuers genauer untersucht werden. Die griechische Zeitung Kathimerini berichtet unter Berufung auf ungenannte Quellen, dass dabei auch ein Szenario geprüft werde, wonach das Feuer absichtlich gelegt worden sein könnte.
Ähnliche Spekulationen verbreiten sich in sozialen Medien. So schreibt der Buchautor und Analyst Shanaka Anslem Perera auf X, die US-Navy untersuche, ob «Seeleute absichtlich ihr eigenes Schiff in Brand gesetzt haben, um den Einsatz zu beenden».
Für diese These gibt es jedoch bislang keine bestätigten Belege. Weder die US-Marine noch offizielle Stellen haben Hinweise auf vorsätzliche Sabotage geliefert.
Die USS Gerald R. Ford, das grösste Kriegsschiff der Welt, ist ein zentrales Element der US-Marinepräsenz im Nahen Osten. Dass der Super-Flugzeugträger jetzt zumindest vorübergehend den Einsatzraum verlässt, könnte die operative Präsenz der USA im andauernden Iran-Krieg kurzfristig schwächen.
Nach dem Aufenthalt auf Kreta soll der Flugzeugträger wieder in den Nahen Osten zurückkehren. Wann sich die Lage an Bord vollständig normalisiert, hängt jedoch vom Ausmass der Schäden und den laufenden Untersuchungen ab. (aargauerzeitung.ch)

