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President Donald Trump speaks during a news conference after a summit with North Korean leader Kim Jong Un, Thursday, Feb. 28, 2019, in Hanoi. (AP Photo/ Evan Vucci)

Bild: AP/AP

Gefolterter US-Student: Trump stellt sich hinter Kim und erntet Kritik



US-Präsident Donald Trump hat sich im Fall des nach nordkoreanischer Haft verstorbenen Studenten Otto Warmbier hinter Machthaber Kim Jong Un gestellt - und damit empörte Reaktionen in den USA ausgelöst. Trump sagte am Donnerstag nach Ende des Gipfeltreffens in Hanoi, er habe mit Kim über den mutmasslich schwer gefolterten Studenten gesprochen. Kim «sagt mir, dass er nichts darüber wusste, und ich nehme ihn beim Wort».

Kim habe den Fall zwar «sehr gut gekannt, aber erst später davon erfahren», sagte Trump weiter. In nordkoreanischer Haft seien «einige sehr schlimme Dinge» mit Warmbier passiert.

Der Student war während einer Nordkorea-Reise Anfang 2016 wegen des angeblichen Diebstahls eines Propaganda-Posters zu 15 Jahren Arbeitslager verurteilt worden. Er fiel unter ungeklärten Umständen ins Koma und wurde schliesslich freigelassen. Im Juni 2017 starb er wenige Tage nach seinem Rücktransport in die USA.

Ein US-Gericht kam im vergangenen Dezember zu dem Schluss, dass der 22-Jährige in Nordkorea gefoltert wurde. Pjöngjang hat jegliche Misshandlung Warmbiers bestritten und erklärt, der Student habe sich eine schwere Nahrungsmittelvergiftung zugezogen.

Parteiübergreifende Empörung

Dass Trump nun Kims Angaben Glauben zu schenken scheint, sorgte in den USA parteiübergreifend für empörte Reaktionen. «Natürlich wusste Kim davon», schrieb der einflussreiche demokratische Senator Mark Warner im Kurzbotschaftendienst Twitter. «Anscheinend ist der Präsident der Vereinigten Staaten der Einzige, der diese offensichtliche Lüge glaubt.»

Der demokratische Abgeordnete Adam Schiff bezeichnete Trumps Äusserungen als «abscheulich». Der demokratische Senator Chris Van Hollen warnte, die USA dürften «Kim Jong Un nicht einen Blankoscheck dafür ausstellen, einen der unseren zu foltern und zu ermorden». Der demokratische Senator Tim Kaine warf Trump vor, sich an die Seite von «Diktatoren» anstelle von US-Bürgern zu stellen.

Auch der Minderheitsführer von Trumps Republikanern im Repräsentantenhaus, Kevin McCarthy, kritisierte den US-Präsidenten. «Ich sehe Nordkoreas Führer nicht als jemanden an, der ein Freund ist. Wir alle wissen, was mit Otto passiert ist, wir wissen, was dieses Land getan hat.»

epa06038136 (FILE) - A file handout photo provided by the official Korean Central News Agency (KCNA)shows Otto Frederick Warmbier (L) in relation to his trial held by The Supreme Court of the Democratic People's Republic of Korea, in Pyongyang, North Korea, 16 March 2016 (reissued 19 June 2017). According to media reports on 19 June 2017 citing a statement by Warmbier's family, Otto Warmbier has died a few days after his returtn from North Korea to the US.  EPA/KCNA/HANDOUT SOUTH KOREA OUT HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Otto Warmbier bei seinem Prozess in Nordkorea. Bild: EPA/YNA/KCNA

«Weiter produktive Gespräche»

Das Gipfeltreffen von Trump und Kim in der vietnamesischen Hauptstadt Hanoi war am Donnerstag ohne Ergebnis abgebrochen worden. Offenbar gab es keine Einigung bei der Frage der Sanktionen gegen Nordkorea und der atomaren Abrüstung, auch wenn beide Seiten widersprüchliche Angaben machten.

Die staatliche nordkoreanische Nachrichtenagentur KCNA schrieb am Freitag, Trump und Kim hätten vereinbart, «weiter produktive Gespräche zu führen, um über die Denuklearisierung der koreanischen Halbinsel und die Verbesserung der Beziehungen zwischen den USA und Nordkorea zu diskutieren». (sda/afp)

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    Alle Leser-Kommentare
  • meglo 03.03.2019 11:16
    Highlight Highlight Trump ist in seinem Denken totalitär. Seien wir froh um die amerikanische Verfassung, die ihn daran hindert, das zu tun, was er gerne möchte.
  • schmettervogel 01.03.2019 14:56
    Highlight Highlight Trump als Bewunderer von Diktatoren, kennt die Welt ja schon. Leider scheitern seine "Berater" jedes mal kläglich,diesem Präsidenten auch nur etwas "heuchlerisches" Mitgefühl in seinen Reden einzubauen.
  • Luky22 01.03.2019 11:20
    Highlight Highlight Wurde Warmbier gefoltert? Ich meinte gelesen zu haben, eine Rechtsmedizinerin habe Hinweise für Folterspuren an der Leiche weder bestätigen noch ausschließen können.
    • meglo 03.03.2019 11:25
      Highlight Highlight Die gleiche Absolution würdest du wohl auch im Fall Khashoggi erteilen. Seine Leiche wurde nicht eimal gefunden. Sei ,luky,, dass du in der Schweiz lebst. Hier kann man auch Unsinn unbestraft verbreiten.
  • Sir Riley 01.03.2019 10:53
    Highlight Highlight Wahrscheinlich gibt es bald einen Trump-Tower in Nordkorea.
  • DerewigeSchweizer 01.03.2019 08:42
    Highlight Highlight Ist schon imposant.
    Vor drei Jahren hätten die USA nicht im Ansatz einen Dialog mit N-Korea geführt.
    Es wurde sogar mit Krieg gedroht.
    Heute, seit N-Korea Atomwaffen besitzt,
    die funktionieren und bis in die USA reichen ...,
    wird mit Kim lächelnd Händchen gehalten.
  • Heidi Weston 01.03.2019 08:40
    Highlight Highlight Ein Aufschrei aus dem Land, dass das Waterboarding perfektioniert hat.... Wo war der Aufschrei der Demokraten damals? Ich möchte nicht wissen, was im Namen der Amerikansichen Sicherheit, in all den Ländern passiert wo die Special Forces operieren...2016 waren die US Special Forces in 138 Ländern aktiv.
    Benutzer Bild
    • meglo 03.03.2019 11:33
      Highlight Highlight ,Whataboutismˋin Reinkultur.
  • Adumdum 01.03.2019 08:16
    Highlight Highlight Schon krass wie der offen mit Diktatoren sympatisiert und nix passiert...
    • meglo 03.03.2019 11:36
      Highlight Highlight Er ist im Denken ein Diktator. Seien wir froh um die amerikanische Verfassung, die uns bis zu einem gewissen Grad noch vor Trump schützt.
  • bcZcity 01.03.2019 08:02
    Highlight Highlight Trump ist der un-amerikanischste Präsident ever, auch wenn es nicht so scheint. Dafür ein privatwirtschaftlicher Arschkriecher!
  • Flexon 01.03.2019 07:59
    Highlight Highlight Alternativer Plot: Kim gibt erschüttert zu, dass er den Fall hätte verhindern müssen. Er übernimmt volle Verantwortung und tritt ab sofort zurück.
  • Scaros_2 01.03.2019 07:51
    Highlight Highlight Es ist schon eine Gewisse Ironie, dass Führer von solchen Ländern die absolut totalitär sind und vermutlich jeden Furz der Menschen auszeichnet über solche Dinge dann nie im Bilde sind. Welch Ironie.
  • chnobli1896 01.03.2019 07:13
    Highlight Highlight [...] Wir alle wissen, was mit Otto passiert ist, wir wissen, was dieses Land getan hat. [...]

    Niemand war dabei. Wie kann man sich da sicher zu sein zu wissen was passiert ist?! Man kann vermuten, ja. Es ist sogar sehr wahrscheinlich. Aber Wissen? Nein.
    • Crissie 01.03.2019 07:27
      Highlight Highlight Er wird sich wohl kaum selbst gefoltert haben, oder?
    • Oigen 01.03.2019 08:00
      Highlight Highlight nach ihrer logik wären unsere gefängnisse zu 99% leer. bei den meisten verbrechen war niemand dabei...
  • Gravity 01.03.2019 07:10
    Highlight Highlight Warum war Warmbier auch so doof im einzigen verbotenen Stockwerk ein Propagandaposter zu stehlen?
    • meglo 03.03.2019 11:03
      Highlight Highlight Seine Tat war nicht dümmer als deine Bemerkung. Sei also froo, dass man in unserem Land auch unbedarfte Äusserunen ungestraft verbreiten kann.
  • Helvetiavia Philipp 01.03.2019 06:54
    Highlight Highlight Selbst wenn Kim nichts von diesem Einzelfall gewusst hätte, ist die Tatsache, dass solche Gebahren in seinen Gefängnissen alltäglich sind, einfach abscheulich und nicht zu rechtfertigen.

    Aber eben, Don begreift nicht, dass er an der Nase herumgeführt wird.
  • Jein 01.03.2019 06:41
    Highlight Highlight Nur weil Trump sein Land nicht im Griff hat glaubt er wohl, dass totalitäre Herrscher wie Kim oder MBS ebenfalls nicht über die Vorgänge in ihrem Land in Bild sind...

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