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Nach Trumps «Dreckslöchern»: Was dieser CNN-Moderator über Haiti sagt, lässt keinen kalt



Dass Donald Trumps Aussagen oft für Empörung und Kopfschütteln sorgen – geschenkt. Doch was Trump bei einem Treffen mit Senatoren über Einwanderer aus Afrika und Haiti von sich gab, kann als neuer Tiefpunkt gewertet werden:

Die Reaktionen liessen nicht lange auf sich warten. Demokratische und republikanische Politiker verurteilten die Aussagen des Präsidenten.

Die emotionalsten Worte fand CNN-Moderator Anderson Cooper. Bevor er zum regulären Teil seiner CNN-Sendung überging, sprach er in einer bewegenden Rede über Haiti.

Er habe seit Jahren eine enge Beziehung zu Haiti und den Menschen dort, erklärt Cooper. In der Schule habe er einen Mathelehrer gehabt, der einst aus Haiti in die USA geflohen sei und sich dem Unterrichten von amerikanischen Kindern gewidmet habe. Laut dem Moderator sei der Lehrer bei seiner Rückkehr nach Haiti – wo er sich um das Präsidentenamt bewarb – ermordet worden.

«Haitis Menschen sind arm und reich; gebildet und nicht; gut und nicht. Aber ich habe nie einen Haitianer getroffen, der nicht stark ist.»

Anderson Cooper

epa05281934 Joseph Ilerique, 37, father of 11 children, has been living in the camp with his partner and one of the kids for 6 years in Port-au-Prince, Haiti, 28 April 2016. 'NGOs and the government have forgotten about us', said Joseph. According to IOM more than 62,000 people still live in 37 camps. It is the seventh rainy season that thousands of people will spend in the camps this year.  EPA/Bahare Khodabande

Haitianische Familie in den Slums von Port au Prince Bild: EPA/EFE

Cooper flog erstmals in den frühen Neunzigerjahren nach Haiti  und ist seit seinem ersten Besuch immer wieder auf die Insel zurückgekehrt. Auch nach dem verheerenden Erdbeben vor acht Jahren war er als Reporter vor Ort – und blieb mehr als einen Monat.

epa04557269 (FILE) A file photo dated 24 March 2010 of an Haitian earthquake surviver searching for useful items under the rubble of the ruins of the Public Work Minister's building in Port-au-Prince, Haiti. The situation remains dire for many people displaced by the massive quake that ravaged Haiti five years ago on 12 January 2010. Humanitarian organizations demand solutions, but politics continue to get in the way and the country is immersed in a severe political crisis. Five years have passed since the magnitude 7 earthquake killed more than 200,000 people, crashed much of the capital's infrastructure and left more than 2 million people homeless.  EPA/ANDRES MARTINEZ CASARES *** Local Caption *** 02090761

Aufräumarbeiten in Port au Prince nach dem verheerenden Erdbeben am 24 März 2010. Bild: EPA/EFE / EPA FILE

In einem Land wie Haiti müsse man stark sein, denn die Menschen hätten dort mehr durchgemacht und gegen mehr Widrigkeiten gekämpft, als es Trump jemals getan habe, sagte Cooper in seiner Sendung.

cooper

Ausschnitt aus der bewegenden Rede von Anderson Cooper. screenshot cnn

Als er von seinen Erlebnissen unmittelbar nach dem Erdbeben berichtete, war Cooper den Tränen nahe. Er habe beispielsweise miterlebt, wie ein fünfjähriger Junge nach rund sieben Tagen aus den Trümmern eines eingestürzten Hauses gerettet werden konnte und überlebt hat.

Die Bevölkerung Haitis habe Würde, sagte Cooper zum Ende seiner emotionalen Rede: «Eine Würde, von der viele in diesem Weissen Haus etwas lernen könnten. Eine Würde, von der der Präsident, mit all seinem Geld und all seiner Macht, auch etwas lernen könnte.» 

A girl returns from a designated area where neighbors use the bathroom outside, in the Cite Soleil slum of Port-au-Prince, Haiti, Tuesday, Nov. 21, 2017. The Trump administration said it is ending a temporary residency permit program that has allowed almost 60,000 citizens from Haiti to live and work in the United States since the 2010 earthquake, saying conditions in Haiti have improved significantly. (AP Photo/Dieu Nalio Chery)

Ein Mädchen spielt in den Slums von Port au Prince. Bild: AP/AP

Uno-Menschenrechtsbüro schockiert über Trump

Mit Empörung hat das Uno-Menschenrechtsbüro auf kolportierte Äusserungen des US-Präsidenten Donald Trump reagiert, der Herkunftsländer von Einwanderern als «Dreckslöcher» bezeichnet haben soll. «Wenn das so stimmt, sind dies schockierende und beschämende Äusserungen des US-Präsidenten», sagte Rupert Colville, Sprecher des Uno-Hochkommissars für Menschenrechte, am Freitag in Genf.

«Man kann nicht ganze Länder und Kontinente als Dreckslöcher bezeichnen, deren Einwohner, die alle nicht weiss sind, deshalb nicht willkommen sind.» Es gehe hierbei nicht nur um eine vulgäre Sprachwahl.

«Hier geht es darum, der schlimmsten Seite der Menschheit weiter die Tür zu öffnen und Rassismus und Ausländerfeindlichkeit zu billigen und zu fördern, was das Leben vieler Menschen zerstören könnte», sagte Colville.

(nfr)

Hôpital Albert Schweitzer in Haiti

Hurrikan «Irma» hinterlässt ein Bild der Zerstörung

Video: srf/SDA SRF

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