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US-Gericht verfügt Beschlagnahmung von iranischem Supertanker «Grace 1»



A view of the Grace 1 supertanker standing off the British territory of Gibraltar, Friday, Aug. 16, 2019.  The lawyer representing the captain of the Iranian supertanker caught in a diplomatic standoff said Friday that the captain no longer wants to be in command of the ship, which is in need of repairs that could prevent its immediate departure from Gibraltar.(AP Photo/Marcos Moreno)

Bild: AP

Der Streit um den mit iranischem Öl beladenen Supertanker «Grace 1» nimmt wieder an Schärfe zu. Ein US-Bundesgericht in Washington hat die Beschlagnahmung des vor Gibraltar liegenden Schiffes verfügt.

Das US-Justizministerium begründete das am Freitag (Ortszeit) in einer Mitteilung mit mutmasslichen Verstössen gegen US-Sanktionen, Geldwäschegesetze und Terrorismusstatuten. Die Folgen für den Tanker waren zunächst unklar.

Das oberste Gericht des britischen Überseegebiets Gibraltar an der Südspitze der iberischen Halbinsel hatte am Donnerstag bestätigt, den vor etwa sechs Wochen festgesetzten Supertanker freizugeben. Nach Angaben des Internet-Ortungsdiensts «Marine Traffic» ankerte die «Grace 1» am Samstagvormittag weiterhin vor der Küste Gibraltars.

Die Behörden in Gibraltar und die britische Royal Navy hatten den unter der Flagge Panamas fahrenden Tanker am 4. Juli vor Gibraltar wegen des Verdachts auf illegale Öllieferungen an Syrien festgesetzt. Das britische Aussenministerium betonte, der Iran müsse sich nun an seine Zusicherung halten, die Ladung nicht nach Syrien zu bringen - dies wäre ansonsten ein Verstoss gegen EU-Sanktionen.

epa07775043 The Iranian oil supertanker Grace 1 is seen in the Strait of Gibraltar, southern Spain, 15 August 2019. According to reports, Gibraltar has released the impounded Iranian oil tanker which was held on the suspicion it was transporting crude oil to a refinery in Syria against EU sanctions. A Gibraltar court has ruled on the release of Grace 1, despite a last minute effort by the US government asking for further detention of the supertanker.  EPA/A.CARRASCO RAGEL

Bild: EPA

Nach iranischen Angaben soll der Tanker in «Adrian Darya» umbenannt werden und künftig unter iranischer Flagge fahren.

Auch Öl und Bankvermögen beschlagnahmt

Das Gericht in Washington verfügte am Freitag auch die Beschlagnahmung des Öls an Bord der «Grace 1» und von knapp einer Million Dollar Bankvermögen einer Briefkastenfirma, die Verbindungen zu dem Schiff haben soll. Die Staatsanwaltschaft führte aus, das Schiff sei Teil eines Plans der iranischen Revolutionsgarden zur Unterstützung illegaler Lieferungen des Irans an Syrien.

Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hatte die Revolutionsgarden im April als ausländische Terrororganisation eingestuft. Die USA haben ausserdem harte Sanktionen gegen den Iran verhängt, die vor allem auf den Ölsektor des Landes abzielen.

Nur zwei Wochen nach dem Festsetzen der «Grace 1» stoppten die iranischen Revolutionsgarden in der Strasse von Hormus den britischen Öltanker «Stena Impero». Zur Begründung hiess es, das Schiff habe internationale Regeln der Seefahrt nicht eingehalten, sein GPS-System ausgeschaltet und umweltschädigende Materialien an Bord. Einen vom Iran vorgeschlagenen Austausch der beiden Tanker lehnte London ab.

Zwischenfälle in der Strasse von Hormus

Immer wieder kam es in den vergangenen Wochen zu Zwischenfällen vor allem in der Strasse von Hormus, die zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman liegt. Sie zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsrouten weltweit. Fast ein Drittel des globalen Ölexports wird durch die Meerenge verschifft. Die USA machten den Iran für diverse Attacken auf Handelsschiffe in dem Seegebiet verantwortlich. Das bestreitet die Führung in Teheran vehement.

Hinter den Spannungen zwischen dem Iran und den USA steht der Atomstreit beider Länder. Die Amerikaner werfen der iranischen Führung vor, Atomwaffen bauen zu wollen. Teheran weist das zurück.

Die USA waren 2018 im Alleingang aus dem internationalen Atomabkommen mit dem Iran ausgestiegen, das Teheran am Bau einer Atombombe hindern und zugleich dessen politische und wirtschaftliche Isolation beenden sollte. Seit dem Ausstieg aus dem Abkommen setzen die Amerikaner Teheran mit massiven Wirtschaftssanktionen unter Druck, um ein strengeres und auf andere Gebiete erweitertes Abkommen auszuhandeln. Der Iran widersteht dem Druck bisher. (aeg/sda/dpa)

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